Komme mit der Pubertät meiner Tochter schlecht klar

    • (1) 01.07.18 - 13:00

      Meine Tochter wird im Oktober 14 und war immer ein Traumkind.
      Pflegeleichtes Baby, liebes Mädchen, gute Schulleistungen.

      Seit etwa einem halben Jahr ist sie in der Pubertät.
      Sie tickt in unregelmäßigen Abständen, aber mindestens einmal täglich, aus. Sie sucht regelrecht nach einem Grund, auf mir rumzuhacken und nmich zu beleidigen.
      Wenn ich gegen anhalte, heult sie sich bei ihrem Vater per whatsapp aus (leben getrennt) und der schmiert es mir bei nächster Gelegenheit aufs Brot.

      Da er das nicht selbst mitbekommt (sieht sie mal einen Tag oder nachmittag und da ist sie lieb), kann er eigentlich nicht viel dazu sagen. Er hat keine Vorstellung wie das ausarten kann.
      Mich verletzt ihr Verhalten zutiefst, weil wir immer eine sehr enge Bindung hatten.

      Vielleicht kann mir eine erfahrene Mutter sagen, wie ich mit ihr umgehen kann.

      Traurige Grüße
      bruchetta

      • Oje, das kann ich gut verstehen, auch wenn ich es selbst nicht kenne. Klar haben wir auch kleine Reibereien oder Situationen die durchaus eskalieren können, wenn man auf alles reagiert.

        Ich greife oder griff schon immer rasch und unmittelbar durch und die Regeln waren klar. Wir halten uns gegenseitig daran und es klappt gut.

        Ich weiß ner auch dass ich nicht jedes Geknurre oder Gemaule hören muss

        "Sie tickt in unregelmäßigen Abständen, aber mindestens einmal täglich, aus. Sie sucht regelrecht nach einem Grund, auf mir rumzuhacken und nmich zu beleidigen."

        So ein Verhalten hat nichts mit Pubertät zutun, (und lässt sich erst recht nicht damit entschuldigen) sondern mit purer Respektlosigkeit!

        Was sind deine sofortigen Konsequenzen auf ihr Fehlverhalten?

        Seid ihr noch im Gespräch, du & deine Tochter?

        Es klingt, als würde sie euch Eltern gezielt gegeneinander ausspielen.

        Da würde ich ansetzen und versuchen, mit dem Vater an einem Strang zu ziehen, wenn irgend möglich.

        VG

      Das wirst du noch einige Zeit ertragen müssen - Rumgemaule gehört dazu. (Und wer meint seine Kinder sind anders, da er ja so konsequent ist - der hört einfach nicht hin :-) ).

      Wobei zu unterscheiden ist zwischen Gemaule und groben Beleidugungen. Mach Dur klar dein Traumkind - geht nun seinen eigenen Weg und muss sich freischwimmen.
      Grade wennn die Nähe sehr groß war / ist - brauchen Jugendliche Distanz und dies hat nichts mit Dir als Person zu tun, sondern mit deiner Rolle als Mutter.
      Kannst Du sie loslassen?

      Bei groben Beleidigungen setzt Grenzen, die sinnvoll sind. Wobei viele Sachen nun einfach Sache deiner Tochter sind. Ihr Zimmer, was sie anzieht usw.....

      Ansonsten es ist eine Phase und hilft dir den nächsten Schritt zu sehen - dass deine Tochter auszieht.

      Hallo, ich habe zwei Mädels von 15 und 13.
      Gerade zu der Jüngeren habe ich eine ganz enge Bindung. Bis vor einem knappen halben Jahr war sie sehr pflegeleicht und entspannt zu händeln.
      Das änderte sich zunehmend und führte zum Teil zu einem ähnlichen Verhalten wie bei euch.
      Allerdings dämmte ich das sofort wieder ein und habe ihr ganz klar gesagt, dass beleidigen und respektloses Verhalten inakzeptabel ist.
      Ich musste dann ein paar Wochen eine wesentlich konsequentere Linie fahren als sie es kannte, aber es hat sich gelohnt.
      Wichtig ist, dass du mit ihrem Vater an einem Strang ziehst. Wir sind zwar als Familie zusammen, aber auch mein Mann stand plötzlich zwischen den Fronten, da sie ihn auf ihre Seite ziehen wollte. Aber auch diesen Zahn haben wir ihr gezogen.
      Ich kann dir nur raten, nicht alles persönlich zu nehmen. Sie wissen oft selbst nicht, was sie wollen und schlagen verbal um sich.
      Sei konsequent und lass nicht alles durchgehen.
      Die Pubertät ist kein Freifahrtschein für alles. LG

    • Wir hatten gerade eben ein Gespräch über "liebe Kinder-heftige Teenies" bzw. "heftige Kinder-Liebe Teenies".

      Ich glaube echt, dass da was dran ist. Ich glaube aber auch, dass das im Teenie-Alter der Kids nicht mehr wirklich was mit den Kids zu tun hat...

      Ich hatte zwei sehr anstrengende ausdauernde Babys/Kleinkinder. Es kam unweigerlich der Punkt, an dem ich komplett am Ende war. Und der kam schnell. Ich müsste also schnell lernen: Wo sind in meiner Rolle als Mutter meine Grenzen und wie stecke ich diese an?

      Ich musste ja nach den ersten 3 Jahren noch 20 weitere irgendwie überstehen!

      Nun kommt die erste in die Pupertät (13). Und siehe da: Ja, es tritt alles ein, was man so hört. Aber ich (bzw. Wir) können damit ganz entspannt umgehen. Und die Kids wissen, wann sie eine Grenze erreicht haben und wir neu (enger) stecken.

      Das ist aber bei uns ein Mechanismus, der seit 10 Jahren dauerhaft läuft. Mal richtig gut, Mal in einer erneuten Findungsphase.

      Ich denke, Eltern lieber Kinder müssen das erst lernen. Recht spät und ohne Erfahrung.

      Noch dazu kommt, dass die Rebellion sicher größer ist, wenn man vorher sehr eng verbandelt war. Wir haben uns ja immer mehr oder weniger stark aneinander "gerieben".

      Ich wünsche dir, dass du es schaffst, dich abzugrenzen.

      Hallo

      ich bin kein Fachmann.Sehr heftig pubertiert hat auch keines meiner drei Kinder.
      Vielleicht will sie mehr Autonomie oder sich halt deutlich abgrenzen von dir.
      Den Ausrastern würde ich keine so große Beachtung schenken (z.B. Türen schlagen, rum zicken , heftiges Augenrollen)
      Beleidigungen haben ich mir auch von meinen Kindern nicht bieten lassen.
      Im Affekt kann schon mal ein böses Wort fallen, aber keine Beschimpfungen.
      Meine haben dann gesagt,dass ich nerve und das Zimmer verlassen, manchmal auch die Tür zugeknallt.
      Lass sie stehen wenn sie austickt oder schick sie auf ihr Zimmer.
      Mach nichts mehr für sie ( Wäsche waschen, Besorgungen etc. )
      Versuche nicht auch wütend zu werden.Trotzdem würde ich Grenzen setzen.

      Zum Glück sind meine recht friedliebend und hängen irgendwie an mir.;-) Das war zum Glück auch in der Pubertät so.

      L.G.


      Wenn es nicht besser wird kannst du mal zur Erziehungsberatung ( Gemeinde, Caritas)
      gehen.

      Hallo bruchetta,

      mir steht es noch bevor, da meine Motte erst 7 ist.

      Aber ich habe bei einer befreundeten Familie, mit der wir uns oft treffen, schon einiges an pubertären Schoten erlebt.
      Besonders die älteste Tochter war eine Weile mit 15/16 nur noch anstrengend für alle, die mit ihr in einem Raum waren.
      Die lieferte das komplette Paket: Zickigkeit, Wutausbrüche, Streitsucht, Hysterie, Faulheit, Bequemlichkeit, Frechheiten. Sie kam abends oft zu spät, trödelte rum und hielt es nicht für nötig, ihre Eltern kurz zu informieren. Pickte aber dauernd am Handy herum.

      Einmal ist es derart eskaliert, weil die Tochter zu ihrer Mutter wegen einer absoluten Nichtigkeit "Du behinderte Scheißkuh!" gesagt hat. :-(
      Es ging um ein Müsli, was ausgegangen war und was die Mutter noch nicht nachgekauft hat.
      Die Mutter war am Abend bei uns, sie kennt meinen Mann schon seit über 20 Jahren, und hat sich erst mal ausgeheult, es war zu viel. Mir tat das so leid, sie so zu sehen, da sie sich wirklich für ihre Kinder immer den Hintern aufgerissen hat und ihre eigenen Bedürfnisse hinter die der Kinder gestellt hat.

      Aber sie erkannte in dem Gespräch selber, dass sie die Zügel einfach mehr anziehen muss. Pubertät ist Mist, aber es ist eben kein Freibrief für derartige Frechheiten.

      Sie hat ihrer Tochter dann am nächsten Morgen in der Früh am Frühstückstisch die neuen Regeln genannt:

      Behinderte Scheißkühe waschen keine Wäsche mehr, sie saugen auch nicht das Zimmer und sie kaufen auch keine Extras mehr. Denn sie sind ja "behindert". Und eine Scheißkuh kann auch eine Waschmaschine nicht bedienen, die sind ja zu dumm für alles.
      Die über alles erhabene gnädige Prinzessin ist nun befugt, sich um ihren Kram alleine zu kümmern.

      Müsli alle? In der Küche ist ein Topf, in dem immer etwas Haushaltsgeld ist für Notfälle. Wenn Madam merkt, dass das Müsli alle ist, so möge sie sich bitte etwas von dem Geld aus dem Topf nehmen, ihren Elfenkörper aufs Rad schwingen und ihr heiliges Müsli selber kaufen.
      Und gnade ihr Gott, wenn das Haushaltsgeld anderweitig verfressen wird - der Kassenzettel wird bitte in den Topf gelegt mit dem Wechselgeld.

      Nicht gemachte Hausaufgaben und versemmelte Klassenarbeiten interessieren sie nicht, wenn sie keine Lust zum Lernen hat soll sie diese Kalamitäten mit dem Lehrer bitte selber klären. Denn "behinderte Scheißkühe" haben zum Schulalltag ja keinen Zugang. Sind ja zu dumm zu. Und haben auch keine Lust, dauernd vertuschte schlechte Noten oder andere Lügen aufzudecken.

      Das Internet wird um Punkt 21 Uhr für sie abgeklemmt. Darüber wird auch nicht weiter diskutiert. Wenn sie nicht schlafen kann, so möge sie die Nase in ein Buch stecken.

      Wünsche werden nun nicht mehr erfüllt, denn "behinderte Scheißkühe" kaufen keine teuren Schuhe oder Klamotten. Die Prinzessin möge sich bitte nach einem Job nebenher umschauen, wenn sie dem Konsum fröhnen will. Im Schwimmbad werden gerade Sommeraushilfen für die Snackbuden und die Cafeteria gesucht, ein paar Läden in der Stadt suchen Aushilfen, sie soll Hunde ausführen usw.

      Taschengeld und die monatliche Handykarte gibt es weiterhin, jedoch mit der Auflage, dass gewisse To-Dos im Haushalt erledigt werden und zwar selbstständig unaufgefordert. Die Liste hängt an der Pinnwand in der Küche.
      Sollte dies ignoriert werden, dann wird sich dies auf die Höhe des Taschengeldes sowie der Handykarte auswirken. Sie soll es sich lieber gleich überlegen, ob sie das Risiko eingeht, denn "behinderte Scheißkühe" können sich herrlich taub stellen.

      Und sollte noch einmal eine derartige Beleidigung fallen, dann läuft Madam Gefahr, dass sie wirklich mal eine geklebt kriegt. Und zwar saftig.

      Das Mädel wollte wohl schon das herzige Mündchen öffnen, um zu protestieren aber ihre Mutter drückte ihr nur salopp den Schulrucksack in die Hände und meinte "Und jetzt raus!"

      An dem Tag schlich die wohl wie ein bedrückter Hausgeist durch die Wohnung und muckte kein einziges Mal herum.

      Es gab noch eine Zeitlang Gemaule, klar, aber das Mädel hat gespürt, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Sie bekam wirklich eine Weile keinerlei Schickimicki und hat sich dann einen Job gesucht. Und sie hat ihre To-Dos erledigt, da ihr die Mutter wirklich mal das Taschengeld auf ein Minimum gekürzt hat.
      Es hat sich dann auch gebessert, das konnte man richtig sehen.

      Die Mutter hat mir aber gesagt, dass dazu auch eine gewaltige Menge Eigendisziplin gehört. Denn ein paar Mal wäre sie am liebsten auch mal eingeknickt, da ihr diese strenge Tour gar nicht liegt. Aber sie hatte immer die Befürchtung, dass die Tochter dann wieder in die alten Muster verfällt.
      Ich glaube, das ist das Schwierigste an der ganzen Situation.

      LG

      • Boah, so schlimm ist es bei uns bei weitem nicht, Gott sei Dank.
        Da wäre auch bei mir der Ofen aus.

        (11) 02.07.18 - 11:46

        „Und sollte noch einmal eine derartige Beleidigung fallen, dann läuft Madam Gefahr, dass sie wirklich mal eine geklebt kriegt. Und zwar saftig.“

        Obiges kann ich zwar menschlich nachempfinden, da ich ebenfalls ein pubertierendes Zuckerpüpchen daheim habe,
        es sollte dennoch sls erwägbare Option hier nicht ernsthaft aufgeführt werden.:-)

        • Da bin ich voll bei Dir und auch bei meiner Freundin ist es nie soweit gekommen.:-)
          (Die geht da eher ins Schlafzimmer und haut ein Kissen an die Wand oder brüllt in selbiges laut rein!)

          Aber ich denke, die Drohung ist ihr in dem Moment einfach rausgedonnert - denn so wie die Tochter sie beschimpft hat, war schon echt unter aller Kanone.
          Ich glaube, da hätte ich meinem Kind in der Wut und der Emotion auch ein "Das nächste Mal knallts!" angedroht.
          Denn "behinderte Scheißkuh" ist schon gewaltig.

      Und sollte noch einmal eine derartige Beleidigung fallen, dann läuft Madam Gefahr, dass sie wirklich mal eine geklebt kriegt. Und zwar saftig.

      Sollte meine Enkelin, die ich bekannterweise über alles liebe, sich einmal eine derartige Beleidigung gegenüber ihrer Mutter erlauben, würde ich diesen Part übernehmen - und ich glaube, das weiß sie auch sehr gut - denn meine Tochter wäre auch erstmal fix und fertig. Zudem wäre sofort das Handy für längere Zeit weg - das läuft auf mich.
      Aber - noch besteht hier keine Gefahr - Madamchen weiß (noch) sehr gut, was geht und was nicht. Ich glaube, bei "behinderter Scheißkuh" ist schon recht lange der Zügel zu lasch durchgehangen. Noch sind wir erst bei "Omaaaa, die Mama hat keine Ahnung, sie versteht mich nicht, red mal mit ihr, dass sie........" #cool ;-)
      LG Moni (die sich dann immer sehr abmüht, nicht zu schmunzeln, sondern ganz ernst zu bleiben bei dem empörten kleinen Persönchen)

      Das sind so meine Punkte die ich im Geiste schon durchgegangen bin, wenn mich mein kleines Pulverfässchen hier mal wieder versucht zur Weißglut zu bringen ;-)

      Noch schaffe ich es meistens mit Humor zu nehmen, auch wenn ich zugebe ab und an mal Rumzuschreien .....meine Tochter und ich kennen uns zu gut und wissen genau, welche Knöpfe man drücken muss ;-)

      Bei Beleidigungen würde der " Spaß" bei mir aber auch aufhören.

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