Was macht das Jugendamt?

    • (1) 26.01.19 - 21:40

      Ich bin ein wenig verzweifelt und muss etwas ausholen.
      Meine Tochter ist 15 und wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis. Wirklich. Ich weiß, das behaupten Mütter immer, aber wir waren wirklich eng, haben über alles geredet und wenn sie von Freunden erzählt hat, die "Beef" mit ihren Eltern haben, haben wir Scherze gemacht, ob wir nicht auch mal Beef haben sollten, einfach nur, damit sie mitreden kann :-)
      In der Woche vor Weihnachten hatten wir dann einen wirklich nur kleinen Streit und unser beider Dickkopf setzte ein. Dieser Dickkopf führte dazu, dass sie zu ihrer Freundin gegangen ist - und dort blieb. In den Ferien habe ich nichts dazu gesagt, die hätte sie eh größtenteils bei der Freundin verbracht. Als die Schule begann und sie nicht nach Hause kam, habe ich immer noch nichts gesagt, weil ich das für eine blöde Zickerei von ihr hielt und der nicht nachgeben wollte.
      Hätt ich mal vorher was gesagt! Inzwischen hat sich ihr Vater eingeschaltet, von dem ich schon sehr lange geschieden bin, und der sich diebisch freut, mir eins auswischen zu können. Er findet, sie solle jetzt für immer bei der Freundin wohnen. Niemand redet mit mir. Nicht meine Tochter, nicht ihr Vater, nicht die Mutter der Freundin. Alle finden es vollkommen normal, dass sie jetzt halt dort wohnt und möchten die Sache nun "rechtlich regeln", sprich, der Mutter die Pflegschaft übertragen.
      Ich will nur meine Tochter wiederhaben und vor allem den Konflikt klären, der mich völlig fertig macht. Habe versucht, mit der Mutter zu reden, um zu erfahren, ob es Probleme gibt, von denen ich nichts weiß, aber sie weigert sich und verweist mich an den Vater. Habe meiner Tochter einen "Liebesbrief" geschrieben, aber sie reagiert nicht. Auch nicht auf Textnachrichten.
      Wie auch immer: Es wird mir wohl nichts anders übrig bleiben, als am Montag meinerseits Kontakt zum Jugendamt aufzunehmen, in der Hoffnung, dass sich dort irgendjemand bemüht, die Sache zu klären. Meine Tochter schweigt sich darüber aus, wo ihr Problem mit mir liegt - auch den anderen gegenüber. Ich habe den Verdacht, dass sie inzwischen selber weiß, dass sie aus einer Mücke einen unfassbaren Elefanten gemacht hat, das nicht zugeben möchte und aus der Nummer schlicht nicht mehr rauskommt. Und keiner hilft ihr. Irgendwie scheinen ihr Vater und die Mutter der Freundin zu glauben, meine Tochter vor mir schützen zu müssen - obwohl sie, wie gesagt, nie erzählt hat, warum und wovor!
      Also. Zurück zum Thema. Jugendamt. Hat da jemand Erfahrung? Was wird dort passieren? Ruf ich da einfach an und bekomme einen Termin? Und die schreiben dann die anderen Seiten an? Wie lange dauert so was? Oder lachen die sich tot und sagen sich: mein Problem, nicht von Relevanz? Es kann doch nicht angehen, dass eine fremde Frau einfach meine Tochter behält! Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht haben wir als Eltern beide.

      • Hallo,


        was das Jugendamt macht kann ich dir nicht sagen. Ich würde aber an deiner Stelle zum Jugendamt gehen und die Situation schildern. Das Problem ist das die andere Seite nicht gesprächsbereit ist. Man weiß aber auch nicht was deine Tochter dort erzählt hat. Ich denke ihr Vater wird vielleicht auch die Gunst der Stunde nutzen wollen.

        In meinen Augen ist es wichtig das das Jugendamt deine Sicht erfährt. Je länger du damit zögerst, je größer sehe ich die Gefahr das man die eventuell eine Aufsichtspflichtsverletzung anhängen kann. Vielleicht kann das Jugendamt zwischen euch vermitteln.


        Freundliche Grüße

        blaue-Rose

        • (3) 27.01.19 - 11:45

          Huhu...
          ich würde mich direkt an die Polizei wenden.
          Du hast das Sorgerecht, hast das Aufenthaltsbestinnungsrecht und eben auch die PFLICHT Dich als Erziehungsberechtigte um Deine minderjährige Tochter zu kümmern.
          Ohne eine Inohutnahme kann Dein Kind nicht einfach gegen Deinen Willen woanders untergebracht werden und dafür müssen triftige Gründe vorliegen.
          Dafür müssen dann Jugendamt eingeschaltet und alle Seite „bearbeitet“ werden. So einfach ist das alles nicht. Bei Euch liegt keine Kindeswohlgefährfung o. ö. vor... Liebe Grüße

      Nein das geht bestimmt nicht so einfach und ist auch ne blauäugige Idee/Entscheidung der anderen. Vielleicht ist die Aktion des Mädchens jetzt auch ein Abnabeln aus dem engen Verhältnis zu dir.
      Falls sie wirklich (!) nicht zurück will, würde das Jugendamt wohl eher in einer Wohngruppe o.ä. unterbringen, als bei "fremden" zu lassen, wo es dann doch auch irgendwann krachen könnte.
      Aktuell scheint es eher ein kleines Abenteuer für sie zu sein, oder nicht?

      Hallo,
      verstehe ich das richtig, sie ist seit VOR Weihnachten bei der Freundin?

      LG

      • Ja. Weihnachten war sie, wie geplant, bei ihrem Vater. Der sie dann nicht nach Hause, sondern wieder zur Freundin gebracht hat. Weil sie das so wollte. Das ist alles, was für ihn zählt. Ich hatte hier gewartet in der Hoffnung und Erwartung, dass er ein Gespräch vermittelt, wenn er sie bringt. Er hat mir noch nicht einmal Bescheid gesagt, dass er sie zu ihr bringt.

        • Da würde ich besser wenn es sich einrichten lässt umgehend zum JA gehen. Wenn du das nicht kannst auf alle Fälle anrufen. Das geht so gar nicht. Von allen Beteiligten ist die Vorgehensweise sehr fragwürdig und kann so nicht weitergehen.

          Wenn deine Tochter nicht zu dir möchte wird sie beim Vater oder in einer Wohngruppe untergebracht, aber sie kann sicher nicht bei der Freundin bleiben.

          LG, es wäre schön wenn du uns auf dem laufenden halten kannst

    Du wartest nun schon 5 Wochen einfach so ab und hast nicht schon längst das JA eingeschaltet? Verstehe ich eigentlich nicht.
    Rätsel nicht lang rum, was könnte würde sollte.....sondern ruf morgen dort an, wenn Du nicht willst, dass dieses Verhalten Dir als Desinteresse angelastet wird.
    LG Moni

    (10) 27.01.19 - 11:20

    Hallo,

    kannst du vielleicht statt das Jugendamt zu involvieren vielleicht mal die/den Vertrauenslehrer/in an der Schule kontaktieren und versuchen, ob die deine Tochter mit ins Boot holen können?

    Wenn das njcht funktioniert, kannst du immer noch zum Jugendamt gehen.

    Da du Sorgeberechtigte bist, muss die Mutter der Freundin deine Tochter "herausgeben", wenn du das forderst. Du könntest schlicht zur Polizei gehen und die Situation schildern, denn niemand darf einer sorgeberechtigten Person die "Herausgabe" des Kindes verweigern.

    Daher, bevor ich das Jugendamt involviere, würde ich eine andere Vertrauensperson (Lehrer, Oma/Opa, Patentante, etc.) bitten zu vermitteln.

    LG

    • Ein vermittelndes Gespräch mit einer Vertrauensperson fand letzten Sonntag statt. Sie ist bockig, hat komplett dicht gemacht, will mit niemandem reden. Hat nicht gesagt, wo das Problem liegt. Oder wie sie damit leben will, ohne je wieder mit mir zu reden. Da ist nichts zu machen - solange Kindsvater und Freundinmutter ihr Verhalten völlig okay finden.

Hattest du denn in der Zeit Kontakt zu ihr? Also ich kann mir das grade nicht vorstellen, dass mein 15jähriger dauerhaft zu seinem Kumpel verschwindet und ich guck mit den Händen in der Hosentasche zu #gruebel
Was war denn genau abgesprochen? Hast du mit der anderen Mutter mal gesprochen?

  • Ich sehe über ne Handy-App, wo sie ist - mehr Kontakt besteht nicht. Zu der Mutter habe ich dreimal versucht, Kontakt aufzunehmen. Sie meint, ich solle das mit dem Kindsvater klären. Als ich sie angefleht habe, mit mir zu reden, mir zu sagen, was meine Tochter für ein Problem mit mir hat, hat sie nicht mehr geantwortet.
    Ich habe viel zu lange gewartet, weil ich mir dachte, wenn sie Zeit braucht, soll sie die haben. Und wiederkommen, wenn sie einsieht, wie blöd ihre Aktion war. Was auch funktioniert hätte, wenn Mutter und Kindsvater nicht gegen mich arbeiten würden. Beim Vater ist mir das vor einer Woche klargeworden, bei der Mutter erst gestern. Seine Agenda verstehe ich, aber ihre nicht. Ich bin völlig fassungslos.

    • Kannst du da nicht mal persönlich hingehen? Das muss sich doch klären lassen, wenn euer Verhältnis vorher gut war!

      • Oh, wie oft hab ich das überlegt. Aber was, wenn ich nicht reingelassen werde? Oder rausgeworfen? Oder nicht zu ihr durchdringe und die Mutter mir in den Rücken fällt? Dann hätte ich weit mehr zerstört, als ich damit ausrichten könnte.
        Wir wären aus der Nummer längst wieder raus, wenn die Mutter sich nicht eingemischt hätte ...

        • Mensch, unbegreiflich. Mit niemandem reden können? Ich würde da vorbei kommen, eigentlich muss sie dich zu deiner Tochter lassen. Zumindest würde ich höflich um ein Gespräch bitten. Irgendwann MUSS doch mal einer mit dir reden. Ich drücke die Daumen.

          • Ich fürchte, sie fühlt sich völlig im Recht, weil sie ja das Okay vom Vater hat, dass unsere Tochter bei ihr ist. Dass ich auch ein Wörtchen mitzureden habe, scheint niemand zu begreifen.
            Hoffentlich kann das Jugendamt denen das klarmachen ... Ich möchte nach wie vor nicht mit Zwang arbeiten, sondern hoffe auf Einsicht.

        Du machst es dir ganz schön einfach, den schwarzen Peter deinem Ex und der Mutter der Freundin zuzuschieben. Du sitzt ernsthaft seit 5 (!) Wochen untätig herum und wartest?

Was auch immer das Jugendamt tut, hoffentlich führt es dazu, dass du deine Tochter wieder eher als Kind denn als Freundin betrachtest... Ein 15jähriges Kind so lange irgendwo ohne Aufsicht der Erziehungsberechtigten zu lassen, ist ja auch nicht gerade erwachsen und verantwortungsvoll... Besonders, wenn mann es macht, weil man über die zickerei der Tochter schmollt. Da wäre ich als Vater auch alamiert.

  • Das es da eher ein “freundschaftliches“ als ein Mutter/Tochter Verhältnis zu geben scheint war auch mein erster Gedanke.

    • Das finde ich jetzt nicht so schlimm...meine Söhne und ich haben auch eher ein kumpelhaftes Verhältnis--aber wenn ich mal was sage, dann hören die auf mich. Und ich kann mir beim Großen absolut nicht vorstellen, dass er sich hier vom Acker macht. Ich denke, dazu respektieren wir uns auch zu sehr.

      • Das sieht jeder anders.

        Meine Mutter hat auch eine Zeit lang versucht meine Freundin zu “spielen“, ist mit mir feiern gegangen, ich habe das nur akzeptiert, weil ich sonst nicht raus durfte. Sie hat ihre schei*e auf mir abgeladen und mir Sachen erzählt die mich nichts angingen. Ansonsten hat sie sich auch nicht mütterlich um mich gekümmert im Sinne von Rat oder Tat. Es war als wäre sie ebenfalls ein Teenie.

        Ich denke man kann ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Kindern haben und sich mit Teenagern durchaus gleichberechtigt unterhalten etc. Aber man sollte nie vergessen, dass man die Mutter/der Vater ist und für sein Kind zu sorgen und auch mal zu bestimmen hat, auch wenn es mal unbequem ist und das Kind da auch mal etwas nicht so schön findet.

        Als Mama denke ich auch manchmal darüber nach, dass ich später gerne ein Freundschaftliches Verhältnis zu meiner Tochter hätte, als Tochter empfand ich das schrecklich. Aber auch das gehört eben zum Mutter sein... seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen...

        Und ich möchte dir damit nicht zu Nahe treten, sieh das bitte keinesfalls als Angriff. Es sind nur meine eigenen Gedanken. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Richtigkeit.

        • Nein, da bin ich ja ganz deiner Meinung! Ich gehe weder mit meinen Söhnen feiern (da hätten wir glaube ich wechselseitig keinen Bock drauf), noch sind die mein Kummerkasten (kenne ich noch von meiner Mutter, die hat immer ihre Eheprobleme auf mir abgeladen).
          Ich meine einfach kein "von oben herab" Verhältnis, sondern auf Augenhöhe. Keine "solange du deine Füße unter meinem Tisch hast" Vorträge, verstehst du.
          Klar werden auch mal unbequeme Ansagen gemacht, klar.

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