Disziplinarausschuss, jmd Erfahrung damit?

    • (1) 24.05.19 - 07:51

      Hi, mein Sohn (13) muss nächste Woche zum Disziplinarausschuss, sie haben zu viert Plastikflaschen aus dem 2. Stock ihrer Schule auf den Vorplatz der Schule fallen gelassen. Will jetzt mal gar nicht darauf eingehen wie dämlich das ist, mich würde grundsätzlich mal das Procedere interessieren. Habe an dem Tag noch mit dem Direktor telefoniert, der Brief war da schon raus gegangen, ansonsten hätte er es sich vermutlich anders überlegt. Aber jetzt muss er da durch, er hat sich jetzt eine Lehrerin seines Vertrauens gesucht die ihn dort wohl vertreten soll? Und ich kann mitkommen, aber wie läuft das ab, wie eine Gerichtsverhandlung? Zumindest hört sich das für mich so an?
      Er hat bisher keinerlei Vergehen, außer mal quatschen im Unterricht, oder Hausi vergessen... was denkt ihr wäre dann an Konsequenzen realistisch? Und würdet ihr euch als Elternteil auch äußern, das muss ich nämlich ankreuzen, oder ist es besser wenn man gar nichts sagt?
      DANKE für eure Einschätzung...

      • So etwas ist bei uns auch mal passiert. Leider haben die Kids eins hochschwangere Kollegin getroffen, die durch den Schreck ausgelöst Wehen bekam und das Kind, Gott sei Dank gesund, 8 Wochen zu früh bekam.

        Die Geschichte kannst du deinem Sohn gerne erzählen. Sie ist wirklich wahr.

        Zum Prozedere:
        Ihr werdet eingeladen, in der Regel sind Klassen, Jahrgangs- und manchmal auch Schulleitung zugegen. Es wird vorgetragen, was vorgefallen ist. Dann darf der Schüler Stellung nehmen.
        Was wir für eine Strafe verhängen, ist auch davon anhängig, wie glaubwürdig der Schüler sein Fehlverhalten reflektiert.
        Es ist aber so, dass wir uns an Stufen halten müssen, d.h. jemand der noch nie auffällig geworden ist, kann nicht direkt von der Schule fliegen, sonder es erfolgt zunächst die Androhung eines Schulverweises, manchmal noch nicht einmal das, sondern Ausschluss von dem nächsten Ausflug, Putzdienste, Reflexionsgespräche mit der Schulpädagogischen Assistenz etc..

        Ich finde es insbesondere bei jüngeren Schülern gut, wenn die Eltern sich äußern, um einschätzen zu können, ob diese eher bagatellisieren oder aber die Tragweite des Vergehens erkennen und zuhause dementsprechend miterziehen.
        Alle Sanktionen, die beschlossen werden, kommen in die Schülerakte.

        Wird schon nicht so schlimm werden... Dein Sohn hat trotzdem echt Mist gebaut. Ich würde ihm verbal die Ohren lang ziehen...

        Hallo
        Mein Sohn hatte auch mal einen Disziplinarausschuss und es war wie in einer Gerichtsverhandlung 🙄
        Das hat selbst unser Elterncoach gesagt, der dabei war.
        10 Lehrkräfte inclusive Rektor saßen uns im Halbkreis gegenüber. Mein Sohn konnte sich äußern, ich auch und der Elterncoach hat auch noch was dazu gesagt.
        Am Ende wäre die "Strafe" Androhung eines Schulverweises bei nochmaligen Auffallen gewesen. Dies habe ich umgangen, in dem ich meinen Sohn einen Tag vorher auf einer anderen Schule angemeldet habe.

        Was ich sehr befremdlich fand, war die Tatsache, das als alle in den Raum gingen, ein paar Lehrer weder grüßten oder die Hand gaben. So als wäre ich hier die Angeklagte und keiner Begrüßung würdig.
        Naja....Anstand lernt man halt nicht im Studium.

        LG

        Hallo,

        wieso meldest Du Deinen Sohn denn sofort an einer anderen Schule an? Da scheint er ja schon ein Früchtchen zu sein.

        Im Übrigen sollte man gutes Benehmen im Elternhaus lernen und nicht erst im Studium.........

        • Es war die falsche Schulform, damit kam er nicht klar. Das er auf der jetzigen Schule nur 1 und 2 schreibt, und sich auch das Verhalten gebessert hat, zeigt mir, das der Schulwechsel richtig war. 🙂

          Mein Sohn ist sicher kein Engel, aber ich brauch auch kein Mamasöhnchen, das mir am Rockzipfel klebt. 😉

          Und besagte Lehrer haben gutes Benehmen weder im Elternhaus noch im Studium gelernt 😂

    (9) 24.05.19 - 16:02

    Nein, das ist nicht wie ein Prozess.

    Es soll einfach mal Eindruck machen und zeigen, dass Handlungen Konsequenzen haben.

    Der Direktor, jemand aus der Lehrerschaft und ggf. jemand von der Schulleitung werden die Jungs zum Vorgang befragen und dann eine Strafe festlegen.

    Die Anwesenheit von mehreren Entscheidungsträgern macht Eindruck und versichert, dass alle am selben Strang ziehen, zB falls du gegen die Strafe dann Rekurs einlegst.

    Ich denke aber, es wird eh nicht zu schlimm und ich würde dem Jungen einfach zutrauen, die Strafe auch tragen zu können. War ja auch saudoof... und ich rechne nun mal nicht mit was schlimmerem als einer Dispens von einigen Tagen und einer Wiedergutmachungsgeste in Form von Pausenhof reinigen etc.

    So eine Strafe setzt die Schule ein, wenn sie einen Vorfall nicht zur Anzeige (Polizei) bringen will, aber nachdrücklich darauf hinweisen will, dass eine Linie überschritten wurde.

    (10) 24.05.19 - 20:06

    Hatte meine Schwester auch.
    Es wird schlicht besprochen was passiert ist, was es für Konsequenzen hat.
    Bei meiner Schwester hat es gefruchtet.
    Es hätte auch etwas schlimmes passieren können.....

    (11) 27.05.19 - 14:33

    Hallo!

    Hatte mein Sohn auch. Hieß aber nicht Disziplinarausschuss sondern Klassenkonferenz.
    Und zwingend anwesend bei der Klassenkonferenz sind alle unterrichtenden Lehrer (7. Klasse = 10 Lehrer) + Schulleitung (od. Stellv.) + Elternbeirat.
    Fand bei uns 13:30-14:00 statt - ist genau in der Mittagspause.
    Geleitet wurde die Sitzung vom Stellv. Direktor und natürlich hatte er was zu sagen. Es waren 5 Jungs und haben aus mitgebrachten Flasche eines Kollegen selbstgebrannten Schnaps degustiert. Da mein Sohn der allerdünnste ist, war er eben in der Stunde auffällig.
    Der Direktor hat dann in aller Ernsthaftigkeit darauf hingewiesen dass die Jungs sich straffällig gemacht haben und das gar kein lustige(r) Jungsstreich / Mutprobe / Experiment war , ….
    Dann hat er noch eindringlich darauf hingewiesen wie naiv die doch sind irgendwas aus irgendwelchen unetikettierten Flaschen zu trinken, dass sie erblinden könnten, sich vergiften könnten.

    Lehrer haben auch noch Fragen gestellt. Wie sie die Wirkung von Alk fanden, wie sie überhaupt auf diese Idee gekommen waren, ….

    Fand ich ehrlich nicht schlecht!!!!

    Dann durften die Kinder was sagen, die Eltern ebenso - und gut.

    Die Entscheidung über die Ordnungsmaßnahme wurde nach der Sitzung getroffen. Über die Ordnungsmaßnahme wurde schriftlich informiert. - Sie durften am nächsten Wandertag nicht dabei sein und mussten in der Schule irgendwelche Schulaufgaben erledigen.

    Aus meiner Sicht - alles OK!!!!

    Kind war glücklich, dass es nicht der Schule verwiesen wurde. (Stand auch nie im Raum.)

    LG, I.

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