Euer Rat ist gefragt - Sohn, 14 Jahre / Freiraum

    • (1) 02.09.19 - 18:50

      Hallo Ihr!

      Unser ältester Sohn ist 14 Jahre und da gibt es einen Punkt, wo wir uns mit ihm noch nicht so einig sind.

      Es ist so, das wir schon wissen möchten, wann er wo ist und er das auch vorher mit uns besprechen muss und sich quasi ein "Ja", per Telefonat abholen muss, bevor er zum Beispiel nach der Schule zu einem Kumpel geht.
      Seiner Meinung nach ist das total peinlich und all seine Freunde dürften einfach machen, wie sie wollen. Er sagt, die kommen dann Abends nach Hause und es wird nur kurz gefragt "Wo warst Du"? und abgehakt.

      Ich selbst bin deutsche und mein Mann, also sein Papa...Afrikaner. Also der sieht das nochmal ziemlich strenger und würde am liebsten gar nicht, das er weg ist und nur lernt, auch nicht zu viel rumdaddelt an der Playstation, Smartphone ect.. Aber ich verhandelt da immer ganz gut. Da habe selbst ich gesagt, das ich das etwas zu streng finde und er auch seinen Freiraum brauch. Das klappt also ganz gut.

      Heute gabe ich ihm erlaubt nach der Schule zu seinem Kumpel zu gehen...Nun kam er später als verabredet und gesteht mir, das sie in der Innenstadt im Kino waren und sich einen Film angesehen haben. (Ich dachte die sitzen bei ihm zu Hause)....Er dachte auch, das ich sauer bin und hatte ein schlechtes Gewissen, aber ich konnte irgendwie nicht sauer sein, weil ich seine Ehrlichkeit schon super fand. Er hätte mir ja auch eine Lüge auftischen können. Er ist vom Wesen auch ein sehr lieber Kerl. Das schätze ich total an ihm.

      Nun kommt meine Frage...soll ich das nun mit meinem Mann besprechen? Er wird das wirklich gar nicht lustig finden und ihm Treffen wahrscheinlich total verbieten. Bzw. fürs erste. Und das andere ist, müssten wir in seinem Alter lockerer sein? Ich dachte eigentlich, sowas kommt mit 15-16... einfach mal ins Kino in die Stadt, ohne zu fragen usw.
      Ich möchte ihn einfach von schlechten Sachen fernhalten, habe Angst das er irgendwie abrutscht, wenn er falsche Kids um sich hat. Wir möchten da ein ganz genaues Auge drauf haben. Wir wohnen in einer riesen Großstadt....

      Was meint Ihr?


      LG,

      • (2) 02.09.19 - 19:02

        Hallo,

        meine Älteste ist auch 14 und klar möchte ich grob wissen, wo sie ist! 7.30 Uhr das Haus verlassen und erst wieder "Hallo" zum Abendessen gibt's hier nicht unabgesprochen. Ich koche Mittagessen, wir essen zusammen mit ihren Geschwistern. Dann Hausaufgaben, weitere Verpflichtungen und klar, dann kann sie in die Stadt oder sich mit Freunden treffen, völlig okay. Aber so grob gibt sie mir Bescheid.
        Verlasse ich das Haus, sage ich ihr ebenso, dass ich jetzt mit Y (Bruder) zum Arzt fahre oder zum Spielplatz gehe und ca um xx Uhr zurück bin.
        Ich finde, sowas gehört zum Miteinanderleben dazu.

        Was deinen Mann angeht: Ich würde da jetzt kein geheimes Konstrukt bauen. Setzt euch zu dritt hin und besprecht eure Regeln. Dein Mann ist eher streng, dein Sohn will komplett erwachsen agieren, du stehst in der Mitte. Guckt, womit alle leben können.

        LG

        (3) 02.09.19 - 20:00

        Ich finde, es ist eine Sache des Anstandes, zu sagen, wann man nach Hause kommt und auch, wo man ist. Gehört sich für mich so, habe ich auch als Volljährige noch so gemacht, wenn ich in den Semesterferien zu Hause war.

        Gerade, DASS er weggeht, sollte er vorher mit euch abklären.
        Was genau er macht - in dem Alter würde ich das auch noch genauer wissen wollen (also i. S. v. wir sind nur bei ihm oder wir sind da und da unterwegs), in ein paar Jahren dann vllt. nicht mehr unbedingt.

        Vllt. hilft es, bestimmte Regeln auszumachen wie: Wenn du ins Kino gehst, kurze Nachricht (da müssen die Freunde ja nicht unbedingt mitkriegen, dass die an Mama geht) und nur Filme mit entsprechendem FSK, die und die Filme nicht. Anruf, wenn es länger dauert, als geplant, bei bestimmten Orten anrufen, bei anderen schreiben.

        Ich würde versuchen, ihm bei aller "Kontrolle" zu zeigen, dass du ihm vertraust.

        Ich kenne deinen Mann nicht, aber ich würde schon ehrlich mit ihm sein. Vllt. indem du den positiven Aspekt (Ehrlichkeit, schlechtes Gewissen) hervorhebst, Sorge bei Strenge äußerst (kenne genug Leute, die bei Verboten erst recht rebelliert haben) und direkt einen Lösungsvorschlag anbietest (Das geht, das nicht, sonst kriegt Sohnemann diese Konsequenzen zu spüren).

        Was die Eltern der Anderen erlauben ist mir schlicht und ergreifend vollkommen egal. Aber ich muss dazu sagen dass meine Kids da auch noch nie Probleme in dieser Richtung gemacht haben.

      • (5) 03.09.19 - 03:32

        Dir liegt also daran, daß Du jederzeit genau weisst, wo sich Dein Sohn aufhält? Das finde ich übertrieben.

        Von meinem 14jährigen erfahre ich Start und Ende: 'Ich fahr' noch zu X, komme um yy:yy wieder, ok?' und das finde ich ausreichend. Ob sie dann zu Z gefahren sind, im Park mit A und B 'rumgelungert haben oder in's Kino gegangen sind, erzählt mein Sohn mir später. Ich verlange nur, daß er Bescheid sagt / um Erlaubnis fragt, wenn es später wird.
        Bisher habe ich keinen Anlass, ihm nicht zu vertrauen und somit auch keinen Grund ihn in seinem Freiraum irgendwie einzuschränken. Und ja, ich halte es für völlig normal, daß 14jährige spontan Dinge unternehmen ohne für jeden Schritt die Zustimmung ihrer Eltern einzuholen.

        Mache ich mir Sorgen? Ja. Immer. Aber das ist mein Problem, nicht das meines Sohnes.

        Grüsse
        BiDi

      Ich fände es eher bedenklich, wenn Eltern eines 14jährigen NICHT wüssten, wo sich ihr Kind aufhält. Die Kinder im ähnlichen Alter hier um mich rum in der Nachbarschaft müssen sich alle melden, wenn sie z.B. nach der Schule noch irgendwohin wollen. Wenn sie zur ausgemachten Zeit nicht heimkommen, (schon mit Spielraum) gibts Zoff. Ist unüberhörbar, wenn im Sommer alle Fenster offen sind ;-)
      Wir sind keine Großstadt, aber haben auch unsere Plätze, die nicht unbedenklich sind.
      Solange Du Vertrauen zu Deinem Sohn hast und er dieses nicht maßlos ausnutzt, erklär ihm bitte einfach, dass Du bis 16 einfach auch noch eine besondere Verantwortung für ihn hast und es Dir eben nicht egal ist, mit wem er wo unterwegs ist. Jede Stunde detailliert mit Deinem Mann besprechen, muss nicht sein. Hier ist wohl Diplomatie angebracht. #cool Wobei ich sicher nicht gezielt anlügen meine sondern ihn eher beruhigen würde "ich weiß schon, wo XX ist und ich vertraue ihm, bitte tu das einfach auch". Ich denke, er wird ja auch arbeiten sein und wird nicht jede Minute mitkriegen, die euer Sohn unterwegs ist. Mütterliche Diplomatie ist in der Pubertät öfter mal nötig :-)
      LG Moni

      Mein 14jähriger sagt mir auch immer Bescheid, wenn er nach der Schule nicht nach Hause kommt. Das ist mir auch wichtig, weil ich mir sonst Sorgen mache. Was er da genau macht, Kino, MCD oder shoppen ist mir wurscht. Solange die Schule nicht leidet hat er da freie Hand, kommt eh meist spätestens 19 Uhr wieder zurück. Mein Mann hält sich da raus und lässt mir freie Hand.

      (9) 03.09.19 - 10:34

      Bei uns gilt: ich möchte wissen, bei wem sie ist/mit wem sie ist.

      Aktivitäten haben wir abgesteckt. Kino x: ok, Kino y: nicht ok (zu weit, ungute Lage),
      einfach, damit sie einen Rahmen hat, was geht und was nicht. So hat sie ein gewisses Maß an Freiraum und Möglichkeit zur Spontanität.

      Was ich aber wissen möchte:
      - wenn sie nach der Schule zu Freunden geht
      - wen sie mitbringt
      - wann sie wieder zu Hause ist
      - Treffpunkt um Uhrzeit

      Abholen kann ich sie nicht, also muss ich mich darauf verlassen können, dass bestimmte Sachen klappen. Termine sage ich ihr rechtzeitig, damit sie auch mit Freunden planen kann.

      Wenn ich jetzt aber weiß, dass sie bei einer Freundin ist, dann hat sie dort auch einen gewissen Freiraum, was sie spontan unternehmen können, wenn zu Hause rumsitzen zu langweilig wird.
      Voraussetzung: Ehrlichkeit, Geld reicht auch für die Rückfahrt, sie ist wie verabredet wieder da oder meldet sich bei Verspätung, sobald diese absehbar ist. Bus verpassen kann vorkommen. Bus fällt aus, kann auch vorkommen.
      Aber genau deswegen möchte ich bescheid wissen, dann kann ich umplanen (Termin) oder entspannt warten.

      Klappt das nicht, gibt's weniger Freiraum.

      (10) 03.09.19 - 16:31

      Hallo, wir wohnen auch in einer Großstadt. Mal davon abgesehen läuft es bei uns so das der 15 jährige nach Hause kommt und sich eine Stunde mit Hausaufgaben und lernen beschäftigen muss. Danach wenn nötig muss er den Geschirrspüler ausräumen und dann darf er raus. Wenn er das Viertel verlässt, sollte er eigentlich Bescheid geben. Funktioniert nicht immer. Ansonsten habe ich einen Zettel mit Adresse und Telefonnummer von seinen engsten Freunden für den Notfall.

      (11) 05.09.19 - 06:11

      Hallo

      Ich bin Alleinerziehend und wir sagen beide Bescheid, also ich meinem Sohn und er sagt mir auch wenn er nach der Schule noch mit Freunden unterwegs ist.

      Ich habe es damit begründet das ich sagte das ja ihm auch was passieren kann und ich nicht sage ne ne mein Sohn ist zu hause

      (12) 05.09.19 - 07:43

      Meine sagen kurz Bescheid mit wem sie unterwegs sind, wann sie ungefähr kommen. Was sie dann machen erzählen sie nur bei größeren geplanten Aktionen.

      (13) 05.09.19 - 09:33

      Hallo,

      er war ehrlich und hat dir keine Lüge aufgetischt. Wenn er jetzt eine Strafe kassiert, ist er künftig vielleicht nicht mehr so offen und erfindet lieber eine Ausrede.

      Ich versuche immer, wenn mir etwas gebeichtet wird, weder zu schimpfen noch zu strafen, sondern nur bei der Wiedergutmachung zu unterstützen.

      In eurem Fall ist nicht wirklich etwas passiert, und er hat auch nichts angestellt in dem Sinne. Die Knackpunkte sind, dass er später als vereinbart nach Hause kam (und du dich vielleicht gesorgt hast), und dass du hättest wissen wollen, dass die Jungs in der Stadt waren. Genau das würde ich ihm auch erklären, und ihm sagen, dass er künftig einfach kurz eine Nachricht schreiben soll. Er möchte Freiräume, dann muss er sich dein Vertrauen verdienen, und den ersten Schritt dazu hat er mit seiner Offenheit getan.

      Du kannst ihn nicht durch Verbote von den falschen Kids fernhalten. Aber du kannst versuchen, den Kontakt zu ihm zu halten, und durch Vertrauen seine Offenheit so gut es geht zu erhalten.

      Was deinen Mann angeht, würde ich zur Vorsicht mahnen. Übermäßige Strenge kann leicht dazu führen, dass euer Sohn eher etwas verheimlicht und sich stärker abgrenzt.
      In den nächsten Jahren werdet ihr die Zügel ohnehin nach und nach lockerer lassen müssen. Das gehört nun mal zum erwachsen werden dazu. Eure Aufgabe ist es dann nicht mehr, euren Sohn zu kontrollieren und zu lenken, sondern ihn dabei zu unterstützen, seinen eigenen Weg zu finden. Er wird sich selbst von den falschen Kids abgrenzen müssen, und ihr könnt ihn am besten dabei unterstützen, wenn ihr in Kontakt zu ihm bleibt, und wenn er bereit ist offen zu erzählen.

      Viele Grüße
      Angel08

      Freiraum ist hier auch ein Thema. Ich/wir lassen ihn nicht bis 23.00 aufs Schützenfest - seine Kumpels dürfen....und das sind Lehrereltern und Rechtsanwaltskinder....ich finde nicht, dass man ohne ein Wort einfach später kommen kann. Das machen wir auch nicht. Absprachen treffen und einhalten das ist der Idealfall. Das klappt nicht immer aber meist.

      (15) 06.09.19 - 12:51

      Hallo,

      ich würde das mit meinem Mann gar nicht besprechen. Er hat was falsch gemacht, du hast mit ihm darüber geredet und gut ist. Frag ihn warum er dich angelogen hat. Wahrscheinlich weil er dachte, du erlaubst ihm das Kino nicht. Was würde nun passieren, wenn ihr ihn noch mehr einschränkt? Richtig, er würde noch mehr lügen.

      Zum anderen Thema. Natürlich will ich wissen wo meine Kinder sich aufhalten. Sie sagen mir auch immer Bescheid wo sie hingehen und wann sie wieder kommen. Bzw. sagen sie "ich geh mit xyz raus und bin um xy wieder da" oder "ich treffe mich mit xyz...". Meine Kinder müssen mich mit 14 nicht mehr fragen ob sie irgendwo hin dürfen oder ob sie raus dürfen. Sie kennen die Regel, dass erst sämtliche Pflichten erledigt sein müssen und, dass sie pünktlich Zuhause sein sollen bzw. anrufen sollen, wenn sie sich verspäten. Was sie machen, wenn sie sich treffen oder wo sie da hingehen, erfrage ich nicht. Meistens wissen sie es selbst nicht bevor sie los gehen. Das wird dann am Treffpunkt in der Clique entschieden.

      LG
      Michaela

      (16) 06.09.19 - 20:34

      Hallo,

      da kommt es bei mir aber auch aufs Kind an. Wir erziehen unsere Kinder sehr ,,mutig“. Dies merkte ich inbesondere im Sommer, als es darum ging, dass mein Kind zu anderem Kind gehen sollte. Die Mama behandelte das eigene Kind wie im Gefängnis.

      Auch bei Dir frage ich mich, ob dann die Luft noch zum Atmen da ist ?

      Vorausgesetzt ich kann mich an mein Kind verlassen, was keineswegs selbstverständlich ist, gebe ich dem Kind eine Freiheit. Bereits meine deutlich jüngere Tochter scheint mehr Freiheit zu haben, als dein Sohn, Ich will wissen, mit wem sie sich bewegen wird und wann sie nach Hause kommt. Ich vertraue ihr aber und sie wird nie unser Vertrauen missbrauchen.

      Etwas anderes ist unser Sohn. Der muss sehr genau kontrolliert werden und ich glaube nicht, dass es sich großartig verändern wird, wenn er größer ist. Nur wird es mehr Diskussionen geben.

      Bei deinem Sohn wäre ich bei ,mrichtigen“ Freunden deutlich lockerer, sonst rebelliert er irgrndwann und sagt es gar nichts mehr.

      #winke

      (17) 14.09.19 - 13:03

      Mein Sohn ist 15 und ja ich erwarte klare Absprachen von ihm. Ich möchte im Regelfall wissen mit wem er unterwegs ist, nach Möglichkeit ungefähr wo und vor allem klar abgesprochen wie lange. Mit dem spontanem Kinobesuch an sich hätte ich kein Problem, wenn dieser allerdings länger dauert...hat er das im Vorfeld mit mir zu klären.
      Und zum Papa...ein paar Geheimnisse zwischen Teenies und Elternteilen gibt es halt auch.

      Einen ungefähren Plan seiner Aktivitäten und wie er hin- und zurück kommt, werde ich auch weiterhin erwarten.

      (18) 14.09.19 - 13:06

      In dem Alter hat meine Tochter auch was sagen müssen. Vorallem da eh immer ein ja von uns kam. Bei zu spät kommen oder Lüge gab es Konsequenzen und das wußte sie, einmal hat sie es ausprobiert, dann nie wieder, weil wir immer sehr konsequent waren und sind. Das hat super funktioniert.

      (19) 14.09.19 - 21:10

      ich würde sagen es ist völlig ok zu wissen wo das Kind ist, heut zu Tage ist es so einfach mit ner z.b whatsapp kurz bescheid zu sagen das sich Pläne ändern,zwischen um Erlaubnis fragen und bescheid geben gibts in meinen Augen gr. Unterschiede.

      Wäre dein Sohn mein Kind dann würde ich wegen so einen Vorfall nicht schimpfen aber ich würde meinem Kind klar machen das ich gerne wissen möchte wo es sich aufhält und auch über Verspätung informiert werden möchte damit ich mir keine Sorgen machen muss.

      Du hast einen Sohn der Euch noch vertraut!
      Durch die strenge fängt er an Euch anzulügen,schade.
      Meine durften viel solange der Rest sehr gut lief,Schule usw...
      Eine kurze Nachricht reichte uns wo er ist und mit wem und was die Kinder machen und eine Zeit die aber überschritten werden konnte nach kurzem Melden.
      Elektronischen Müll hatten wir so gut wie nicht,war kein Thema.

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