Hilfe, ich bin völlig überfordert!

Wir haben 5 Monate alte Zwillinge, die seit der Geburt nur krank sind. Erst Frühgeburt, 3 Wochen Neo, dann Bauchprobleme, bereits 2 Krankenhausaufenthalte, Trinkprobleme seit 2,5 Monaten. Ich bin völlig überfordert, genervt und aggressiv, schon seit Wochen und seit Monaten zusätzlich noch isoliert, da die beiden nicht mehr im Kinderwagen fahren und ich mich mit ihnen nur auf dem Balkon aufhalten kann oder eben in der Wohnung. Freunde kommen nicht mehr und arbeiten. Mein Mann arbeitet, versucht aber zu unterstützen. Wir haben alles versucht, Ärzte, Tragen, nahrungsumstellung, frühe Hilfen. Alle spielen es runter, es seien Phasen, aber es wird nich besser. Bisher hilft nur die Unterstützung der Omas. Hat noch jemand eine Idee, sonst muss ich leider zum Jugendamt.

1

Hui das klingt heftig, fühle dich ganz lieb gedrückt, du leistest wirklich sehr viel 👍❤️! Ich habe jetzt über meine Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragt und auch genehmigt bekommen. Man braucht ein Attest von der Frauenärztin oder vom Hausarzt, der bestätigt, dass du nicht mehr kannst und dringend Unterstützung benötigst. Frage bei deiner Krankenkasse nach und lasse dir einen Antrag für Haushaltshilfe schicken. Eine Haushaltshilfe findest du wenn Dorfhilfe googlest.
Ansonsten ein Au pair? Oder eine Jungendliche in der Nachbarschaft oder Freundeskreis, die ab und zu aushelfen kann?

2

Hallo
Es liest sich als hättest du in den letzten Monaten viel durchmachen müssen. Das tut mir sehr leid. Gerade die erste Zeit ist sehr fordernd, auch wenn es den Kindern gut geht. Bei euch kommt ja noch einiges dazu.
Ob es Phasen sind oder nicht, du braucht jetzt konkret Hilfe. Als Aussenstehende ist es schwierig da Tipps zu geben, aber ich versuche mal dir zu schreiben was uns geholfen hat:

- synchronisieren wo immer es ging. Schlafen, essen, spielen

- Wiegen in denen sie "sitzen" konnten. Die habe ich immer überall neben mich gestellt. So konnte ich duschen, kochen, essen usw.

- Kinderwagen auf Sportsitze umgebaut und ganz flach gestellt. So konnten sie mehr sehen und waren abgelenkt.

- den Tagesablauf strukturieren. Fixe Zeiten fürs Kochen und Essen. Immer zur selben Zeit ins Bett oder spazieren.

- Unterstützung wenn du sie brauchst. Vorkochen und einfrieren je nach Gericht. Evt. eine Haushaltshilfe.

Vielleicht magst du etwas genauer darauf eingehen was besonders schwierig ist im Moment. Manchmal hat man das Gefühl man steht vor einem riesigen Berg und weiss nicht wo man anfangen soll. Da kann es helfen sich zu überlegen was den grössten Stress auslöst.
Bei mir war es der Schlafmangel. Alles andere hat mich dann umso mehr gestresst. Konnte ich etwas mehr schlafen waren die Tage auch entspannter.
Du schreibst ihr habt Unterstützung durch eure Mütter. Wäre es möglich das etwas auszubauen? Fix einen Nachmittag pro Woche für dich, ohne andere Verpflichtungen, Haushalt oder sonstiges?

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe es geht dir bald besser.
Liebe Grüsse

3

Hallo, neben der Haushaltshilfe könntest Du einmal schauen, was es bei euch lokal noch für ehrenamtliche Angebote gibt. Es gibt versch. Initiativen wie wellcome https://www.wellcome-online.de/ oder Frühe HIlfen https://www.elternsein.info/
Uns wurden diese Kontakte damals auf der Neo vermittelt und ich habe es im ersten Jahr genutzt, da kam dann jemand jede Woche und hat die Kinder für einige Zeit betreut und mit ihnen gespielt, so dass man mal zur Ruhe kommt. Insbesondere wenn du das alles ganz allein wuppen musst, können solche Zeitoasen sehr hilfreich sein.
Alles Gute euch!

4

Danke für Eure schnellen Antworten! Das hat wirklich gut getan, dass mich jemand ernst nimmt. Wir haben bereits frühe Hilfen in Anspruch genommen, die Neonachsorge ist ausgelaufen und eine Ehrenamtliche kommt zum Glück einmal die Woche zum Aufpassen, rausfahren geht bei ihr auch nicht. Doch es ist immer noch zu viel. Das Schlimmste ist meine Überforderung und schnelle Genervtheit, weil es ständig Probleme gibt. Wir haben feste Rhythmen, viel synchronisiert, auch Wippen und allen nötigen Schnickschnack der helfen soll, trotzdem quengeln und weinen sie sehr oft, das geht im Minutentakt und sie stecken sich damit an. Die Trink- und Bauchprobleme führen dazu, das das Füttern manchmal 1,5-2 Stunden dauert. Das überfordert mich schon am Morgen. Dann noch abpumpen, Kinder bespaßen, Haushalt machen und sich damit alleine fühlen, weil ich kaum mehr Kontakte pflegen kann. Die Omas wohnen weiter weg, sodass es fester Tag die Woche nicht geht, ich aber sehr dankbar über deren Hilfe bin. Das Umbauen des Kinderwagens werde ich mal probieren….

5

1,5-2 Stunden ist wirklich lang. Davon wäre ich sicher auch gestresst. Meine erste Tochter habe ich gestillt, das war super praktisch. Die Zwillinge haben nach ein paar Tagen die Flasche bekommen. Abgepumpt habe ich bei den beiden nicht. Ich glaube, sonst wäre ich am Dauerstillen gewesen. Bekommen sie ausschliesslich Muttermilch? Wie sieht es mit Beikost aus?

Auch auf die Gefahr hin mich jetzt unbeliebt zu machen, meine hatten wesentlich weniger Bauchweh wenn sie in Bauchlage geschlafen haben. Natürlich ohne Decke und einer festen Matratze. Auch Kümmelöl nach einem warmem Bad hat Linderung verschafft.

6

Hallo, danke für den Tipp. Du machst dich nicht unbeliebt. Die beiden schlafen leider nicht auf dem Bauch und beim Baden weinen sie auch, sodass ein warmes entspanntes Bad nicht möglich ist. Es sind nicht die normalen Bauchschmerzen der ersten 3 Monate, sie hatten eine starke Magenentzündung, vielleicht noch eine Unverträglichkeit und definitiv ein Bakterium. Wir waren schon im Krankenhaus deswegen. Sie bekommen Mutter- und premilch, wobei anteilig mehr pre, weil ich nicht soviel Milch habe.

weiteren Kommentar laden
7

Oh je, du Arme. Das klingt wirklich übel. 1,5-2 Stunden finde ich tatsächlich sehr viel fürs Füttern. Wir hatten bei meinem Sohn mal eine Phase mit 20ml alle halbe Stunde. Das hat mich sehr viel Nerven gekostet. Wart ihr mal bei der Osteopathie oder einem Heilpraktiker? Habt ihr was für den Aufbau der Darmflora bekommen?

Ansonsten würde ich dir empfehlen, dass du mal was mit nur einem Kind machst, während das Zweite Zuhause von Oma oder Papa betreut wird. Es scheint mir, als müsstest du dringend sehen, wie schön Mama sein sein kann und vor allem musst du etwas für deine Mama-Seele tun.
Auf ein Kind konzentrieren ist meist einfacher und sie schaukeln sich dann auch nicht gegenseitig hoch. Und lad dir Freunde ein, geh raus irgendwie. Mal alleine in den Supermarkt oder zur Drogerie fühlt sich an wir Urlaub.
So blöd es klingt, aber nur wenn es dir halbwegs gut geht, hast du auch genug Nerven für deine Kinder.
Alles Liebe
blubb

8

Wie oft pumpst du denn? Ehrlich gesagt würde ich dir raten sofort das abpumpen einzustellen und komplett auf Pre umzustellen. Wenn du eh schon am Anschlag bist, dann raubt dir das doch sicher noch den letzten Nerv, oder?

Ansonsten kann ich nur sagen: Den Haushalt kannst du oder dein Mann (jenachdem was dir lieber ist) am WE machen. Wenn du eh isoliert lebst, dann kann es dir auch egal sein wie es ausschaut ;)

Funktioniert denn Autofahren?

9

Hallo,
woher kommst du denn?

10

Ich habe nach 8 Monaten mit dem Abpumpen aufgehört, was mich im übrigen auch komplett zerstört hat, obwohl mein Mann und ich gemeinsam zuhause waren in den ersten Monaten. Das war eine riesige Erleichterung im Alltag. Vielleicht solltest Du das in Erwägung ziehen, gerade, wenn es ohnehin jetzt schon mehr Pre ist.

Die Idee, nur mit einem Kind etwas zu unternehmen, finde ich auch super. Das ist bei uns auch heute noch etwas, was wir und die Kinder sehr schätzen und sich meist sehr positiv auf die Stimmung aller auswirkt.

11

Hallo du Liebe,

lass dich mal fest drücken! Ich weiß leider sehr genau, wie du dich fühlst. Meine Zwillinge sind 8 Monate alt und die meiste Zeit seit ihren Geburten habe ich mit Überforderung, Tränen und Wut verbracht. Meistens Wut auf mich selbst, oft auf meinen Mann und, ja, leider auch manchmal auf die beiden.

Was mir auf den ersten Blick bei dir so einfällt:

- Abstillen, nur PRE geben!!!
- JEDEN Tag oder Abend eine Stunde nur für dich, in der dein Mann die beiden übernimmt
- Federwiege (bei uns leider erfolglos)
- Omni Biotic Panda für die Darmflora
- ausprobieren, ob es mit Spaziergang klappt, wenn einer in der Trage ist und der andere im Kiwa
- kiwa-Strecke mit Schotter finden- da schlafen unsere recht zügig ein


Erzähl mal, wie Euer Tagesablauf so ist, wenn du magst.

Wir finden bestimmt ein paar Stellschräubchen, an denen wir drehen können.

Liebe Grüße
Miezii (💗💙 8M)

12

Liebe Alle, da sind ja schon eine Menge Tipps zusammen gekommen.
Autofahren geht nur wenn man fährt, sobald man an einer Ampel steht ist schreien. Das macht sich in der Stadt unpraktisch. Und das Thema abpumpen ist wirklich ein leidiges. Ich habe es schon verflucht, ich versuche alle 3-4 Stunden, außer nachts, abzupumpen. Oft wollte ich aufhören, habe es bisher aber nicht gemacht, weil es wohl für die Gesundung der Magenprobleme so wichtig ist…aber das Aufhören muss ich trotzdem nochmal überdenken.
@Mietzie Du hast mich echt gerührt, ich finde es ganz toll, dass du zugibst, dass du wütend bist. Mir geht es auch oft so, aber ich komme mir damit so alleine vor, weil das viele andere Mütter nicht zugeben oder ganz vielleicht auch wirklich nicht haben. Unser Tagesablauf ist relativ gleich, 6 Uhr füttern (da sie noch müde sind, geht das ohne Probleme) , ca. 8-9 Uhr aufstehen, spielen, füttern ab 9.30 waschen bis etwa um 11.00 Uhr. Dann ist etwas Zeit zum aufräumen, die Kids schlafen 30 Minuten oder so, dann wieder spielen, wickeln, füttern ab 13.00 Uhr. Dann raus auf den Balkon, spielen, kuscheln, rumtragen und wieder füttern etwa ab 17.00 Uhr. Ab 19.00 Uhr mache ich die Kids verfertig, wir singen und etwa ab 21.00 Uhr schlafen sie. Mein Mann füttert sie dann 23.30 Uhr nochmal. Ich stehe etwa 5.30 auf zum pumpen und dann wieder füttern. Zwischendurch abpumpen, selbst was essen….

13

Achso und sie bekommen auch schon Aufbaukuren für den Magen und werden fleißig gewippt. Wie oben schon geschrieben, haben wir alles gegen bauchprobleme verducht (Lefax, Bigaja, Mutaflor, Fliegergriff, Kümmelöl, Kümmelzäpfchen, ausreichend rülpsen, Massage, Kirschkernkissen, Osteopath…)…..

weitere Kommentare laden