Eigener Vater adoptiert Stieftochter

    • (1) 21.07.17 - 12:02

      Hallo,
      ich bin mir nicht sicher, ob diese Kategorie die richtige ist. Ich schreibe es einfach mal hier, wenn es falsch ist, bitte verschieben!

      Ich muss ein wenig ausholen, um euch den Sachverhalt zu schildern, also entschuldigt bitte den langen Text!

      Als ich 14 war trennten sich meine Eltern, und es kam zu einem richtigen Rosenkrieg, mein Bruder und ich blieben bei unserer Mutter, sie hat immer versucht uns aus allem herauszuhalten und war immer um ein gutes Verhältnis zwischen uns und unserem Vater bemüht - mein Vater leider nicht! Nach etwas über einem Jahr fand meine Mutter einen neuen Partner - mit dem sie heute noch zusammen ist (16 Jahre). Dieser lebte auch getrennt von seiner Frau, mit der er ebenfalls 2 Kinder hat. Das Patchworkleben war nicht immer ganz einfach, besonders im Bezug auf die Kinder meines Stiefvaters, aber wir haben uns mit der Zeit alle ganz gut arrangiert. Ein paar Monate später kam mein leiblicher Vater mit der Exfrau meines Stiefvaters zusammen - kein Zufall, die beiden wohnten zum damaligen Zeitpunkt über 150 km auseinander und haben auch tatsächlich gezielt gesucht, um eine "Zweckgemeinschaft" zu gründen! Von da an ging alles richtig bergab! Die neue Partnerin meines Vaters verbot ihm den Umgang zu uns Kindern. Und er hat es sich gefallen lassen. Er hat zugesehen, wie seine Freundin mich aus seiner Wohnung geworfen hat (und nein, nicht nur sprichwörtlich verbal, sondern sie hat mich tatsächlich gepackt und vor die Tür gestellt)! Das gleiche hat sie ein paar Wochen später auch mit ihrem eigenen, damals neunjährigem Sohn getan, so dass dieser von einer Sekunde auf die nächste bei uns lebte, 60 km von seiner Heimat, seiner Schule und seinen Freunden entfernt. Dass so etwas nicht spurlos an einem Kind vorbei geht könnt ihr euch denken, ihr war es völlig egal. Ihre Tochter lebte weiterhin bei ihr, durfte aber ab diesem Moment keinen Kontakt mehr zu Vater und Bruder haben. Mein Stiefvater hat natürlich weiterhin um den Umgang mit seiner Tochter gekämpft, aber alles aufzuschreiben würde den Rahmen komplett sprengen. Fakt ist, dass ich seit meinem 16. Lebensjahr keinen Kontakt mehr zu meinem Vater, seiner Freundin oder meiner Stiefschwester habe. Auch zu dem Rest seiner Familie hat mein Vater den Kontakt komplett eingestellt (Mutter, Schwester, Patenkinder etc...). Achso, Unterhalt hat mein Vater übrigens freiwillig noch nie gezahlt, obwohl er wirklich sehr sehr gut verdient (ca 7000 netto).

      Jetzt zu meiner eigentlichen Frage, ich habe heute ein Einschreiben von meinem Vater bekommen, mit dem Hinweis, dass er meine (mittlerweile erwachsene) Stiefschwester adoptieren wird und der Aufforderung ihm eine Erklärung der Kenntnisnahme zukommen zu lassen. Das entsprechende Schriftstück sowie ein frankierter Umschlag liegen bei. So, jetzt sitze ich hier, habe selbst aktuell große Veränderungen in meinem Privatleben hinnehmen müssen und hatte eigentlich mehr oder weniger mit meinem Vater komplett abgeschlossen. Jetzt muss ich mich doch irgendwie wieder mit ihm auseinander setzen... was bedeutet diese Adoption denn nun konkret für meinen Bruder und mich? Wir sind ja dann rechtlich mit seiner Adoptivtochter gleich gestellt, oder? Da ich ehrlich gesagt nicht davon ausgehe, dass ich ein sonderlich großes Erbe von ihm zu erwarten habe, weiß ich nicht genau, in wie weit mich diese Adoption tatsächlich betrifft, könnt ihr mich da vielleicht aufklären? Und warum sollte ich ihm diese Erklärung zukommen lassen? Er hat den Brief als Einschreiben mit Rückschein geschickt, das nur ich entgegen nehmen durfte, also weiß er ja, dass ich ihn erhalten habe...
      Danke für eure Antworten

      LG Kokosmilch

      • Hallo.

        Ganz ehrlich?? Der könnte mich mal.......
        Ignorier den Brief. Wenn es für dich relevant wäre, dann würdest du Post vom Amtsgericht, Notar, Standesamt o.ä. bekommen. #cool

        LG

        1769 BGB - ist der Grund.

        Eine Volljährigem Adoption kann nicht erfolgen, wenn dies den Interessen der Kinder des Adoptierenden oder Adoptierten widerspricht.

        Dies gilt inbesondere für Vermögensrechtliche Ansprüche wie Erbrechte, Etc..

        Ich würde mich an deiner Stelle mal anwaltlich beraten lassen.

      Ich würde es einfach erstmal ignorieren...

      Was ich mir vorstellen kann, was er vorhat, ist eventuell der "Adoptivtochter" eine Imobilie zu überschreiben. Damit spart er die Erbschaftsteuer und du würdest leer ausgehen. Vielleicht ist das ja von der Mutter der Adoptivtochter initiiert?? Denn warum sollte man sonst einen Erwachsenen adoptieren?

      Auf der anderen Seite ist sie dann aber mit im Boot falls er mal Pflege benötigen sollte und die Kinder herangezogen werden.

      Viele Grüße

      • Hallo, vielen Dank für den Hinweis! Mein Vater hat wohl tatsächlich vor einigen Monaten nochmal ein Haus gebaut. Ich werde den Brief wirklich erst einmal ignorieren und warten, ob da noch was von offizieller Seite kommt - müsste ja eigentlich.

        Lg

    Hallo

    bei dieser Adoption müsst ihr als erwachsene Kinder zustimmen.Irgendwann wird es einen Termin geben.
    Ich würde jetzt nicht reagieren.Ob ich dem zustimmen würde ? Auf jeden Fall wurde ich mich anwaltlich beraten lassen.

    L.G.

    Hallo,

    Wir sind pflegeeltern und unsere pflegekinder haben den Wunsch nach der Volljährigkeit auch im vollen rechtlichen Sinn zu uns zu gehören. Insbesondere unsere Töchter möchte dazu noch eine vollständige namensänderung um mit ihrer traumatischen Vergangenheit abschließen zu können. Zur der Adoption müssen dann unser adoptivkind zustimmen. Die leiblichen Mütter werden nur informiert. Unsere Kinder sind dann rechtlich alle gleich gestellt wie ein leibliches Kind.

    Wenn du aber zu deinem leiblichen Vater keinen Kontakt mehr hast warum gehst du den gleichen Weg nicht mit deinem sozialen Vater? Dann ist für alle beteiligten ruhe. Ebenso könnte deinen Mutter den Sohn deines sozialen Vaters adoptieren.

    Ich weiß ja nicht wie die finanzielle Situation bei deinem Erzeuger ist. Aber wenn ich das so lese dann wird die neue Frau deines Vaters alles dafür tun um dass du und der Sohn nicht viel von Kuchen abbekommen. Aber im Falle einer pflegebedürftigkeit müsstet ihr zahlen obwohl seit 16jahren kein Kontakt mehr ist. Einer bekannten ging es so. Obwohl seit 20jahfen kein Kontakt sollte sie die Kosten für das Pflegeheim mit tragen. Ihr Glück- sie hatte gerade ihr viertes Kind bekommen.

    Lasst euch als Familie beraten, reagieren würde ich auf das Schreiben nicht.

    Alles gute geli

    • Hallo geli,
      deine Antwort hat mich gestern wirklich zum nachdenken gebracht. Ich verstehe, was du meinst, insbesondere im Hinblick auf eine eventuelle Pfelegebedürftigkeit meines leiblichen Vaters. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht mit dem Gedanken anfreunden, mich in meinem Alter adoptieren zu lassen. Vielleicht wäre es anders, hätte ich wirklich traumatische Dinge, Gewaltexzesse, Missbrauch oder ähnliches erleben müssen, so wie deine Pflegekinder. Habe ich aber glücklicherweise nicht. Mein Vater ist trotz allem, was vorgefallen ist und trotz seiner Abwesenheit ein Teil meines Lebens. Eine Adoption würde für mich bedeuten, dass ich etwas (in dem Fall meinen Vater ) durch etwas anderes (meinen Stiefvater) ersetze. Und dieses Konzept des Ersetzens oder Eintauschens funktioniert für mich nicht, wenn es um Familie oder Menschen ganz allgemein geht. Auch wenn ich vielleicht "Pech" hatte mit meinem leiblichen Vater und mein Stiefvater die Bezeichnung "Vater" viel eher verdient hat als er, so bin ich trotzdem der Meinung, dass es nunmal einfach mein Leben ist und die Umstände mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Meine Oma sagt immer: "das Wetter und die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen ". An diesen Spruch halte ich mich ;)
      Ich danke dir für deine Antwort, sie hat mich wirklich zum nachdenken angeregt.

      Lg Kokosmilch

      • Hallo,

        Was zum nachdenken: eine Adoption ersetzt keine Gene aber sie schafft eine gesetzliche Klarheit.
        Will heißen: Dein leiblicher Vater wird immer der sein der dir dein Lachen, deinen Bauch und so vieles andere gegeben hat. Er wird immer ein Teil in dir sein mit all den Erinnerungen.im Falle einer Adoption deines sozialen Vaters wird nur geklärt dass du und auch er in guten wie in schlechten Zeiten für einander da seit. Du bekommst im Falle einer Adoption eine Menge geschenkt. Sollte deinem leiblichen Vater was passieren würdest du halt nur nicht darüber informiert. So wie die familiären Situation bei euch ist bezweifle ich dass du überhaupt eine Info bekommst es sei denn es wird finanzielle Unterstützung benötigt.
        Meine Erzeugerin wollte als meine Oma im sterben lag ihre ungeliebte Schwester nicht am sterbebett der gemeinsamen Mutter haben und tat auch alles dafür. Pech nur dass ich zu dem Zeitpunkt schon volljährig war und dafür gesorgt habe dass alle die Info bekamen und sich sofern es die Entfernung zu ließ sich verabschieden konnten. Ähnlich war es bei der Beerdigung.

        Meine Kinder haben übrigens zwei Eltern. Die "baucheltern" haben unseren Kids ihre Wurzeln gegeben. Wir als soziale Eltern geben Ihnen die Liebe und auch die Flügel um groß zu werden. Mein großes Kind wird in ein paar Jahren seine Wurzeln aufsuchen und möchte auch Kontakt zu den großen Geschwistern haben. Dank der asozialen Netzwerke muss er dafür nicht mal mehr über Das Amt gehen.

        Viele Grüße geli

Ganz vorsichtig sein mit Erwachsenenadoptionen!

Die Unterhaltsleistungen entfallen NICHT zu den leiblichen Eltern!

Das heißt, man ist DOPPELT dran... für die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern dazu!!!

Du wirst noch von offizieller Stelle einen Brief bekommen denn ihr müsst zwingend zustimmen als leibliche Kinder.

Ich würde definitiv nicht zustimmen bei einem Vater der nie für mich da war und nie gezahlt hat. Nu soll sein "neues" kind garantiert was bekommen.....maximal würde ich ihm den stinkefinger zeigen

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