Patchwork - immer die zweite Geige

    • (1) 03.11.17 - 10:37

      Hallo zusammen,

      ich bin wirklich verzweifelt und bin über jede Antwort froh, selbstverständlich auch Kritiken. Vielleicht bin ich ja mittlerweile auch auf dem falschen Dampfer...

      Also, ich habe im Februar diesen Jahres mit meinem Partner ein Mädchen bekommen. Soweit alles ganz prima.
      Mein Partner ist geschieden, hat 2 Kinder (7 und 9), die er jeden Dienstag und jedes 2. Wochenende bei sich hat. Die Kinder mögen sich alle 3 sehr untereinander. Ich komme auch gut mit den beiden hin.
      Seine Ex-Frau hasst mich wie die Pest, hat schon während der Schwangerschaft ständig irgendwelche miese Aktionen gebracht (das nur nebenbei).

      Mein Partner hat eine höhere, verantwortliche Arbeitsstelle und identifiziert sich auch mit seiner Arbeit. Aufgrund verschiedenster Umstände wird die Arbeit immer mehr und entsprechend abends immer später. Weiterhin werden die Auflagen der Ex immer mehr (denen gehorscht er wie ein Schoßhund). Deshalb ist es mittlerweile so dass er jetzt bereits seit Monaten keinen Abend mehr vor 20-22 Uhr nach Hause kommt und dann meistens später noch mal zur Arbeit fährt. Morgens ist er weg bevor wir aufstehen. Somit sieht die Kleine ihren Vater während der Woche eigtl gar nicht; ich nur sehr kurz da ich vor Müdigkeit oft früh einschlafe. An den letzten körperlichen Kontakt kann ich mich nicht mehr erinnern.

      Wenn er die Kinder hat ist alles anders. Er kann früh von der Arbeit weg, ist immer gut gelaunt. Wie er sagt kümmert er sich dann aber überwiegend um die beiden, weil er sie „ja so selten sieht“. An den Wochenenden an denen die Kinder nicht da sind ist er natûrlich auf der Arbeit.

      Ich weiß nicht mehr weiter. Gespräche darüber will er nicht führen, es ist so wie es ist. Ich soll es akzeptieren.

      Meine Familie gibt es nicht mehr. Ich fühle mich allein gelassen, ungeliebt und letzte Wahl.

      Sehe ich das alles falsch?

      Ssrpalt

      • (2) 03.11.17 - 10:50

        Wenn so ein Verhalten plötzlich auftritt steckt meist mehr dahinter, als tatsächlich nur mehr Arbeit. Kannst Du ein Verhältnis mit einer Kollegin ausschliessen? Oder eine andere Affäre? Da er sich Dir körperlich nicht mehr nähert und regelrecht zu fliehen scheint, wäre das mein erster Verdachtsmoment. Der zweite wäre, dass er auf der Arbeit seine Ruhe sucht und nicht mehr gerne daheim ist.

        Dieses Abblocken würde ich auch nicht hinnehmen, gerade weil er sich ja offenbar bewusst und von Herzen auch anders verhalten kann. Ich würde eine Antwort fordern, warum er sich gerne Zeit nimmt für seine älteren Kinder aber für seine Frau und das neue Kind nicht. Gibt er keine zufriedenstellende Antwort und ist nicht gewillt, eine Lösung für mehr Familienzeit zu finden, würde ich tatsächlich davon ausgehen, dass er schlicht kein Interesse mehr an der Familie hat und die entsprechende Konsequenz ziehen.

        Hallo,

        das ist aber wirklich eine blöde Situation und nein, Du siehst das nicht falsch oder zu eng. Ich würde das auch nicht aushalten, würde ihn dazu zwingen, mit Dir zu reden und zu schauen, wie es weiter geht. Je nach dem, was bei dem Gespräch heraus kommt, wenn denn ein Gespräch zustande kommt, würde ich dann meine Konsequenzen ziehen, der Zustand auf Dauer macht Dich kaputt.

        LG

        (4) 03.11.17 - 11:06

        Arbeit kann auch eine Sucht sein. Workaholic ist nicht nur einfach ein Begriff.

        Die Frage ist: wie wäre es ohne die andere Familie?
        Würde er sich dann AUCH hinter der Arbeit verkriechen? Würde er dann AUCH die "anderen Familientage" nicht bei dir verbringen?

        Wenn ja, ist es fast egal, ob er noch andere Kinder hat oder nicht. Es würde dir nur auf einer anderen Art von Ebene auffallen. Die Frage, ob es an den anderen liegt wäre weg.


        Würde er mehr Zeit mit euch verbringen, wenn es die anderen Kinder nicht gäbe.
        Hätte er dann mehr Zeit für euch übrig, weil er mehr Kraft/Nerven/Zeit für sich hätte, wäre die Ursache in deren Zusammenhang.

        Warum gehorcht er aufs Wort? Ist er froh, wenn die Auflagen schärfer werden? Z.B. als Flucht?
        Werden die Auflagen schärfer, weil er bei seinen anderen Kindern ebenfalls ähnliche Verhaltensmuster zeigt, wie bei eurer Tochter auch? Sprich: er macht es, weil er muss, aber er würde nicht, wenn er könnte?


        Was sucht / Sucht er in der Arbeit?
        Anerkennung? Zeit für sich?
        Hat er sich selbst längst verloren und lässt dort alles mit sich machen?
        Will er eine höhere Position?
        Ist auf direktem Weg in einen Burn Out? Wo er die Stufe schon überschritten hat, da nicht mehr rauskommt?

        Verhältnis?

        Angst seinen Job zu verlieren und nicht mit dir darüber reden will? Als Familienernährer nicht als Versager da stehen zu wollen?

        Er liebt dich nicht mehr und ist zu feige das zuzugeben?

        Er hat andere Probleme und über Probleme spricht man(n) nicht?

        Die erste Frage wäre wie gehabt: würde er sich euch gegenüber auch so verhalten, wenn er seine anderen Kinder nicht sehen würde/müsste/dürfe? Wäre er dann trotzdem bei mehr Zeit für sich, noch mehr bei der Arbeit?

        Oder würde er dann mehr Zeit mit euch verbringen?

        • (5) 03.11.17 - 11:26

          Also eine Beziehung kann ich sehr sicher ausschließen. Dafür hàtte er gar keinen Nerv mehr neben allem.
          Mit dem Burnout und Workaholik kommen
          wir dem Ganzen schon recht nahe, denke ich. Er macht sich kaputt.

          Zu der andren Frage: wenn es keine Kinder gäbe, denke ich würde er trotzdem viel auf der Arbeit sein. Bis er dort einschläft... ist schon öfter vor lauter Erschöpfung passiert. Er sagt selbst, er ist mit allem überfordert. Jeder will nur noch was von ihm.

          Wenn er nur konstant so wäre, könnte ich sehr viel besser damit umgehen. Aber dieser Wechsel zwischen Kindertagen und Alltag macht es mir sehr schwer...

          • (6) 03.11.17 - 18:17

            mir ist schon klar, dass es dir das schwerer macht, andere Gefühle auslöst

            aber es ist wohl nicht die Ursache.

            Für dich macht es anstrengend, dass er bei anderen kann, nur bei dir/euch nicht.
            Aber wenn die anderen nicht wären, könnte er trotzdem nicht

            Irgendwie ist es auch ein Kompliment. Bei dir kann er - nein sagen. Mutig sein. stopp sagen. Mal er selbst sein.
            Bei allen anderen - macht er.

            Befasse dich mal mit dem Thema Burn out und wie es sich entwickelt.
            helfen lassen kann nur er sich selbst
            aber für dich zum verstehen und auch für dich selbst um einen Weg zu finden damit umzugehen.

            Burn Out ist zwar einer, der dann krank ist. Aber betroffen ist die ganze Familie.

      (7) 03.11.17 - 12:08

      Hallo,

      wie war denn eure gemeinsame Zeit, bevor euer Kind geboren wurde? War er da auch schon so, oder hat es sich in den letzten Monaten eingeschlichen?

      Ihr solltet versuchen euch in Ruhe zusammen zu setzen. Jeder sollte vorurteilsfrei seine Ängste, Bedürfnisse und Wünsche formulieren dürfen. Dann sucht nach einer für alle tragbaren Lösung.
      Vllt könnt ihr euer Kind ja mal für 2/3 Stunden zu einem Babysitter geben und so euch Zeit frei schaufeln.

      Keinem ist damit gedient, wenn beide Partner in einem Burnout o.ä. rennen.

      Ich kann verstehen, dass dein Partner sich um seine älteren Kinder gut kümmert. Vermutlich hat er Angst, dass seine Exfrau ihm noch mehr Stress macht.
      Aber auch da muss er seinen Mann stehen, wenns im Gespräch nicht geht, dann zur äußerten Not auch über Gericht.

      Ihr kommt um ein klärendes Gespräch nicht drumherum. Ersucht es zu führen bevor es zu spät ist.

      VG

      • (8) 03.11.17 - 12:16

        Es liegt nicht an der Kleinen. Die Oma wäre auch immer parat zum Babysitten. Und die Maus schläft sehr zuverlässig ab 20 Uhr. Es gäbe also Möglichkeiten, aber er ist halt nie da!

        Und unsere Tochter sieht ihren Vater ja so gut wie gar nicht!
        Klar ist es gut wenn er sich um die anderen kümmert, aber er sollte doch in zwei Monaten auch einmal Zeit für uns haben. Oder ist das zu viel erwartet?

        • (9) 03.11.17 - 12:22

          Ist die Oma seine Mutter? Hast du guten Kontakt zu ihr? Dann frag sie doch einfach mal, wie sie eure Situation sieht und was sie darüber denkt bzw. was euch helfen könnte, so dass ihr euch zumindest mal aussprechen könntet.

          Ich denke ein klärendes Gespräch ist von Nöten und du erwartest meiner Meinung nach nicht Zuviel, wenn du Zeit als Familie mit ihm verbringen möchtest.

          VG

    (10) 03.11.17 - 12:12

    Hallo

    Wenn er die Kinder dienstags hat - dann wird das für ihn als pflichtbewussten Mann bedeuten, dass er sie fix im Kalender eingetragen hat .Und daher kommt. Es ist ein Termin, ein geliebter, ein berechenbarer. Daher fällt es ihm leichter, den einzuhalten. PLUS er kann das nicht verschieben - das sind gerichtliche Anordnungen...
    Und er wird den ersten Kindern gegenüber wohl auch ein bisschen ein schlechtes Gefühl haben - er ist nicht mehr bei ihnen.

    Wenn er plötzlich mehr Arbeit hat, wird er das auf die anderen Tage umschichten. Nicht auf die, wo er die Kinder hat.

    Führ mit ihm ein Gespräch - entweder er macht für euch auch so einen früheren Abend (woebei er dann ggf. am WE noch weniger Zeit hat) oder er gibt dir einen Zeithorizont, bis wann er die Arbeit wieder im Griff hat. Es gibt mal Monate, wo man einfach durch muss - da musst du auch einstecken können. Er kann sich ja nicht zerreissen. Und ein verantwortungsvoller Job mit entsprechend gutem Salair, welches für Euch und die Alimente gut reicht, muss man eben auch erfüllen.

    Vielleicht bist du im Moment die 2. Geige. Aber ein Orchester braucht auch die. Und manchmal muss man sowas akzeptieren. Ich muss zu Kriesenzeigen auch am WE mal einspringen oder ähnliches. Aber meist habe ich einen Zeithorizont und kann das kommunizieren. Es ist erstaunlich wie viel mehr man verkraftet wenn man weiss, dass es nur für zwei, drei, vier Monate ist.

    Wenn es eine allgemeine Anhäufung von Arbeit ist: Kann er kürzer treten, kommt ihr mit weniger Geld klar - kannst du darüber hinweg kommen?
    Wenn es was anderes ist: Was ist es? Vlt. gar nicht mehr Arbeit? Versitzt er die Zeit im Job, weil er ein anderes Problem hat? Auch das muss man ansprechen dürfen.

    Meist ist es wohl harmloser: Der Mann hat einen fixen Tag pro Woche, wo er abends für die ersten Kinder daheim sein muss. Dazu jedes 2. Wochenende, dass er fix mit Euch und den ersten Kindern verbringt.... Sprich: Wenn es im Job hart auf hart kommt kann ein Manager eigentlich froh sein, wenn er einen fixen ruhigen Abend und ein fixes ruhiges Wochenende pro Zwei Wochen hat. Da liegt wirklich nicht viel mehr drin. Mein Chef würde jubeln, er hätte so viel Zeit...
    - nur dass dein Mann das auf zwei Familien aufteilen muss - wobei das eine fix ist. Also kann er die Zeit ja nur bei euch abknapsen.

    Versucht im Alltag Zeitinseln zu schaffen. Die Kleine braucht ihn noch nicht so so sehr. Also schau, wie du die Zeit mit ihm umsetzt: Steh morgens mit ihm auf - trinkt Kaffee zusammen. Du kannst ja danach immer noch ins Bett... Bleib abends an einem fixen Tag länger auf und redet dann miteinander.... Macht für die strenge Zeit zwei, drei fixe termine am WE ab - wo ihr einen Babysitter nehmt und was abmacht. Entweder kauft ihr Theaterkarten oder ihr mietet ein Zimmer... das peppt auch die Beziehung auf.... und kostet nur ein paar wenige Stunden.

    • (11) 03.11.17 - 12:25

      @wort75: ich denke du hast es genau erfasst! So denkt und tickt er.
      Mir ist das Geld egal, lieber hätte ich Familie. Er würde nicht reduzieren; er liebt seine Arbeit. Und je mehr ich darauf herum reite desto sturer wird er!

      Was ich aber nicht verstehe: sind wir ihm so egal? Hat er keinen Bedarf an uns? Oder ist das zu weiblich oder egoistisch gedacht?

      • (12) 03.11.17 - 12:40

        Du bist auf die Frage noch nicht eingegangen die eine Userin zuvor schon gestellt hat:

        Wie war er vor dem Kind?

        Wie lange seid ihr schon ein Paar? Wie lange wohnt ihr zusammen? War das Kind auch von ihm gewollt?

        Für mich klingt sein Verhalten irgendwie nach Flucht vor der neuen Familie.

        (13) 03.11.17 - 13:06

        Du hast aber nicht so richtig begriffen, was wort75 geschrieben hat.

        Und das Geld ist auch nicht egal. Das ist Quatsch...

        und "drauf rum reiten" ist schon mal schlimmste was du machen kannst.

        • (14) 03.11.17 - 13:31

          Was genau meinst du nele? Was ich nicht verstanden habe?

          Und ja vor der Schwangerschaft/Geburt war es ähnlich, allerdings spitzt es sich momentan zu.
          Wir sind 4 Jahre zusammen, wohnen seit ca. 2 Jahren zusammen.
          Und ja, besonders er wollte noch ein Kind.

          • (15) 03.11.17 - 13:34

            Drauf herum reiten bringt nichts, das weiß ich. Aber was ist die Alternative? Alles so hinnehmen?

            • (16) 03.11.17 - 13:48

              Nichts ist ätzender als eine zeternde Frau zu Hause...

              Was ist denn deine Konsequenz, wenn sich nichts ändert?

              Bei meinem Ex war es ähnlich... immer beruflich weg und wenn nicht beruflich dann wegen eines Hobbys.
              Habe ich was gesagt, habe ich die Antwort bekommen, dass ich mir halt auch ne Beschäftigung suchen soll.

              Nun ja - wir sind nicht mehr zusammen...
              Jetzt allerdings kann er sein Kind mit mir im Wechselmodell betreuen, also rechtzeitig Feierabend machen etc.pp.
              Geht doch. Weil - es ist wie wort es sagt - es ist ein Termin. Hier kann er nix schieben. da muss er ran. Bei dir muss er nicht...
              Parallel kann bekommt er jetzt gesundheitlich die Klatsche... laboriert rum, kann seinem Hobby nicht mehr nach gehen. Tja... wir waren 7 Jahre ein Paar, es gab keinen Urlaub ohne Laptop, "selbst und ständig" halt. Jetzt bekommt er die Quittung.

              Wie es besser werden sollte - keine Ahnung. Ich habe aufgegeben. Ich wollte das nicht mehr.

              Zetern hat aber definitiv nicht geholfen....

              • (17) 03.11.17 - 13:52

                Ja da hast du vollkommen Recht.
                Nur das selbe hat er ja schon einmal hinter sich. Er ist ja nicht umsonst geschieden.

                Entweder ist es ihm egal oder er ist nicht lernfähig...

            (18) 03.11.17 - 15:24

            Hinnehmen tust Du es doch bereits und was passiert? Es wird schlimmer.

            Siehe mein Posting oben. Wenn Du Dich (räumlich) von ihm trennst, hast Du zumindest die Gewissheit, er wird sich mehrmals im Monat Zeit fürs Kind nehmen. So wie es bei seiner Exfamilie ja auch funktioniert. Traurig, oder?

            Ich würde es nicht "drauf herum reiten" nennen, sondern als Versuch, die Ehe zu retten, sehen.

            Versuchst du nicht, mit ihm zu sprechen, wirst du dich zurückziehen, resignieren - und dich innerlich lösen.

    Sorry aber ich halte deine Mann doch für etwas egoistisch. Man kann doch keine Familie gründen wenn man dann keine Zeit hat für sie. Und deine Forderungen sind nun nichts außergewöhnliches. Denn bei den ersten Kindern kriegt ers ja auch auf die Reihe!
    Fakt ist er liebt seine Arbeit, gut OK. Aber wenn er, wie du weiter vorne schreibst, schon sagt er ist an sich überfordert, jeder will was von ihm ist die Liebe zur Arbeit doch nicht soooo groß. Er schafft es nur nicht NEIN zu sagen. Also liegt das Problem meines erachtens auch bei ihm!!!!

    Ela

    (21) 03.11.17 - 15:30

    ...ich denke nicht, dass ihr ihm egal seid. Er scheint vom Wesen her ja ein verlässlicher, engagierter Vater. Es kann aber sein, dass er mit dem Baby noch nicht so viel anfangen kann wie mit den ersten Kindern. Die sind schon grösser...

    und du? Ich vermute, dein "drauf rum reiten" bringt ihn nicht nur dazu stur zu werden, sondern gerne von daheim wegzubleiben.

    Aber du musst dir schon auch die Frage stellen, die hier jede hat: wie war er vor dem Kind? Und was jeder vergisst: Wie warst DU vor dem Kind.
    Es kann für einen Mann auch schockierend sein, wenn die coole, lässige, sportliche, extrovertierte, karrierebewusste Freundin plötzlich zum dauernörgelnden Heimchen am Herd mutiert der er nebst dem fehlenden Austausch mit anderen Erwachsenen auch noch die Sandkasten-Gespräche abnehmen muss. Viele Frauen, die vorher gute Jobs hatten empfinden es als ein "zurückstecken" wenn sie daheim bleiben. Ein verdummen, ein vereinsamen... Da hilft nur :Gute Kinderkrippe suchen, Teilzeit oder Vollzeitjob und dafür wieder genug Selbstvertrauen und Kraft haben, sich selber zu sein.

    • (22) 03.11.17 - 15:52

      Du trriffst die Problematik sehr gut; vielleucht hast du Recht! Auch wenn die Kleine super ist fehlt mir meine Arbeit sehr; ich fühle mich total aus dem Leben geworfen. Nach 1 Jahr, also im Februar werde ich wieder arbeiten gehen.

      Leider ist die Situation momentan schon sehr eingefahren und ich weiß nicht ob da noch was zu retten ist! Ich werde versuchen einfach mal die Klappe zu halten und das Nörgeln einzustellen. Mal schauen ob sich da nochmal was ändert. So ist es auf jeden Fall nicht schön!

      Ich danke euch allen für die konstruktiven Antworten!

      • (23) 03.11.17 - 15:58

        ...vielleicht hilfts wirklich, wieder zu arbeiten.
        Viele Frauen machen den Fehler, sich daheim zurückgestellt zu fühlen, den Austausch mit anderen Erwachsenen zu vermissen, Gespräche, bei denen es nicht um Kinder geht... und doch daheim zu bleiben. Und dort zu nörgeln, den Frust abzuladen, den Partner als einzigen Ansprechpartner mit Bagatellen zu belasten die er für "deinen Job" ansieht weil du ja daheim bist... und das macht extrem unsexy.

        ...und ich denke, ein schlafendes Baby, eine Frau die gerade selber von einem Meeting kommt und spannendes erzählt - die ist eher ein Grund heimzukommen, als die Frau, die den Anschein erweckt, als wäre sie plötzlich zu Frau Baimer von der Lindenstrasse mutiert :-)

        Aber es gibt schon Männer, die einfach gerne arbeiten. Die gerne mal ein WE im Büro verbringen. Wenn er das früher schon hatte, wird das kaum anders. Aber es kann weniger werden, es kann sein, dass ihr zumindest wieder von derselben Ebene zueinander sprechen könnt. Nicht mal so sehr, weil ER dich jetzt nicht für voll nimmt - sondern weil du es nicht tust.

        (24) 10.11.17 - 12:22

        Hallo,
        ich habe im Moment noch nicht ganz verstanden, was dich am meisten bedrückt bzw was eigentlich deine (Haupt)Sorge ist. Bist du generell unzufrieden und fehlt dir "einfach nur" dein Job oder Erwachsenen-Gespräche..?
        In dem Fall würde ich den meisten Antwortenden hier recht geben und sagen: das kannst du nur lösen, wenn ihr gemeinsam eine Kinderbetreuung organisiert (Oma/Opa, Krippe, Babaysitter..) und fange wieder an zu arbeiten. Dein Mann kann in dem Fall nicht wirklich viel tun und es brächte dir auch nichts, wenn er in seinem Alltag irgendetwas ändern würde.

        Ich habe deinen Eingangspost nun aber so verstanden, dass du einmal generell unglücklich bist über die viele Arbeitszeit deines Mannes und lieber etwas weniger Geld in Kauf nehmen würdest aber dafür mehr Familienleben. Das ist nicht weltfremd, ich ticke auch so. Lieber den Ford in der Garage und dafür einen Mann, der MIT und nicht NEBEN mir lebt, anstatt zwei Mercedes im Stall und Einsamkeit.
        Weiterhin habe ich verstanden, dass es dich stört, dass dein Mann für seine zwei Erstgeborenen kürzer treten kann, dagegen für euer gemeinsames Kind und seine Frau nicht. Dass du und deine Tochter praktisch die "Erstgeborenen-Zeit" ausbaden müsst.

        Und sollte das der Fall sein, dann nützt es doch an der Grund-Situation nichts, wenn du nun ebenfalls Karriere machst..🤔
        Dann bist du nicht häufiger mit deinem Mann zusammen, sondern eher noch weniger weil du plötzlich selber auch Dienstzeiten hast.
        Dann hat eure gemeinsame Tochter auch nicht mehr von ihrem Papa, sondern einfach nur einen Babysitter mehr.

        In meiner Familie (Mann hat 2 Söhne, 11 und 14, aus erster Ehe und wir gemeinsam eine 2-Jährige) gibt es auch quasi eine Rollenverteilung. Ist bedingt durch unsere Selbstständigkeit als Landwirte. Als die Kleine ein Säugling war, habe ich die Hauptaufgaben an ihr übernommenen: stillen/wickeln/nachts aufstehen..dazu Hausarbeit und nur hin und wieder mal im Stall ausgeholfen. Mein Mann dagegen hat sein Engagement auf dem Betrieb nahezu verdoppelt, um mein fehlendes auszugleichen.
        Das war eine nicht einfache Zeit für ihn und mich aber ok so.
        Damit seine beiden großen Jungs dabei nicht zu kurz kommen, habe ich ihn auch in seiner knappen Freizeit unterstützt und eben noch ein wenig mehr alleine gemacht.

        ABER: das war die Säuglingszeit, so ca das erste Jahr. Die weitere Zeit der "Kinderaufzucht" werde ich bestimmt nicht so weitermachen.
        Wenn es absehbar ist, dann hält man das durch..so ähnlich hieß es auch in einer anderen Antwort.
        Mittlerweile spreche ich mich deutlich gegen eine weitere Aufstockung unserer Milchkühe aus, auch wenn wir mit dem damit verbundenen Landkauf unser Eigentum vergrößern würden. Ich möchte einen Mann, der am GESAMTEN Familienleben teilnimmt und nicht nur die Zeit für seine Söhne (50:50 Modell) aus den Rippen schneidet.
        Ja, ich bin sogar deutlich ärgerlich, wenn er vom Trecker steigen kann, um zwischenzeitlich immer mal wieder einen kleinen Schnack mit den Jungs zu halten, während ich mit der 2-Jährigen im Schlepp und Schweißperlen auf der Stirn alleine in meinem betrieblichen Arbeitsbereich werkele.

        Familie sind in meinen Augen ALLE und nicht nur diejenigen, die man seltener sieht.
        Es mag ja sein, dass dein Mann dich und eure Tochter jeden Tag unterm selben Dach hat...aber zählt nicht eher die Qualität als Quantität..?
        Wenn du 50 Std die Woche neben ihm schläfst und ansonsten kaum ein Wort mit ihm wechseln kannst und er mit seinen großen Kindern dagegen nur 10 Std die Woche hat, dafür aber intensiv: darf er dann wirklich noch behaupten, dass du das hinnehmen musst? Dass er natürlich für seine Kinder jede freie Zeit nutzen darf und die anderen beiden Mitglieder seiner Familie dafür büßen lassen..?
        So etwas trägt dazu bei, dass du zu einer "bösen Stiefmutter" wirst und eure Kleine zu einer neidischen Halbschwester.
        Dass die Zeit mit seinen Großen nicht noch mehr gekürzt werden darf, das ist klar.
        Aber dann MUSS einfach beruflich kürzer getreten werden.
        Zumindest sollte diese Situation dauerhaft bestehen bleiben. Bei einer mehrmonatigen Ausnahmesituation kann man wahrscheinlich dann auch Abstriche machen.
        Viel Erfolg!

        • (25) 10.11.17 - 14:50

          Und wenn ich die Ausdrücke "Männer wollen keine zeternde Frau zuhause.."..."lass das Nörgeln"..."nicht so viel drauf herum reiten".., dann frage ich mich a) ob du denn überhaupt zeterst oder nörgelst..? Denn das konnte ich aus deinen Posts gar nicht entnehmen..🤔
          Und ich frage mich b) wo fängt das Kundtun eventueller Unzufriedenheiten an (über alles reden ist doch sehr wichtig für eine Beziehung) und wo hört nörgeln auf..?
          Außerdem c) möchte ich persönlich so sein und so agieren, wie mein Mann mich gerne hätte oder wie ich nun mal bin? Mein persönlicher Auftrag ist eigentlich nicht, dass ich mich so verbiege, nur um meiner besseren Hälfte möglichst gut zu gefallen. Männer mögen vieles: eine hübsche Frau, eine Frau mit guter Figur, eine Frau die intelligent ist, eine Frau die Familie und Karriere wunderbar unter einen Hut bekommt, eine liebevolle Mutter und aufregende Geliebte, außerdem eine, die sich rar macht, wenn man grad mal mit den Kumpels weg möchte und in deren großem Herzen auch Platz für Stiefkinder, Schwiegermütter, Exfrauen und möglichst auch Geliebte ist.

          Sollte ich mich selber bekomm Zetern ertappen, dann würde ich mich als allererstes fragen: warum zetere ich..? Weil ich einfach eine geborene Zicke bin (dann sollte man tatsächlich mal an sich arbeiten) oder weil sich über einen längeren Zeitraum massive Unzufriedenheiten aufgebaut haben, über die mein Mann stumpf drüber weg sieht, anstatt sie sich anzuhören und ggf Änderungsvorschläge miteinander zu erarbeiten.
          Man hat doch nur dieses eine Leben (so denn man nicht an Wiedergeburt glaubt) und sollte das Recht haben, dieses Leben möglichst glücklich verbringen zu dürfen und nicht möglichst angepasst.

          Würde ich meinen Mann darauf ansprechen, dass mir Familienleben fehlt und dass ich traurig darüber bin, wie er für zwei seiner Familienmitglieder Freiräume schaffen kann aber für mich und unser gemeinsames Kind nicht - und würde er dann lapidar sagen: das ist eben so, nicht zu ändern - dann würde ich aber auch gehörig "Nörgeln"!

          Es ist ein ehernes Ziel, sein eigenes Glück zu opfern, um dem Partner für dessen geliebte Arbeit und die Zeit mit seinen "Umgangskindern" den Rücken freizuhalten. Und es ist natürlich jedem selber überlassen, mit einer andauernden Unzufriedenheit durchs Leben zu gehen. Ich persönlich würde aber nicht zu diesen Selbstlosen gehören und für mich selber auch ein Stück vom Kuchen fordern. Mit gingen Menschen schon immer vor Arbeit und Besitz.
          Ich drücke dir alle Daumen!

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