In wie weit unterstützt euch euer Partner bei der Erziehung?

    • (1) 30.11.17 - 11:20

      Hallo,

      Ich lebe seit über einem Jahr mit meinem Partner zusammen. Ich habe 3 Kinder mit in die brzi gebracht im Alter von 11,10 und 6 Jahren.
      Der Kindesvater hat sich schon immer wenig um die gekümmert und ich war was die Erziehung angeht alleine auf mich gestellt gewesen. Mein Partner hält sich jetzt im Endeffekt auch wieder raus, er überlässt alles mir was die Kinder betrifft, bei wichtigen Terminen möchte er aber wieder rum dabei sein. Ich hab das Gefühl, er sucht sich nur das raus was ihm gefällt, das unangenehme soll ich erledigen. Ein Beispiel, letztens musste ich mit den zwei älteren für die Schule lernen und ich habe den Kleinen gefragt, ob er nicht meinen Partner kurz fragen könnte, ob er mit ihm das Blatt zusammen lesen könnte und ihm dann vorlesen und zudecken. Nein, mein jüngster wurde wieder zu mir geschickt, ich soll es machen. Ich musste die zwei Großen dann wieder warten lassen, weil ich den Kleinen ins Bett bringen musste. Haushalt mache ich auch komplett alleine. Nach dem Abendessen räume ich meistens den Tisch ab, die Großen machen dann entweder die Hausaufgaben fertig oder lernen bzw der Mittlere schaut nach dem Kleinen das er sich Bett fertig macht. Mein Partner steht auf vom Tisch, räumt sein Teller weg und dann fertig.

      Das gleiche hatte ich in meiner Ehe auch gehabt, jetzt fühle ich mich wieder allein gelassen. Ich steh immer unter Strom und wenn was ist, verweist er immer auf die Kinder, das sie helfen könnten. Klar können sie helfen, aber Schule hat für mich Vorrang, dann mach ich es lieber selber.

      LG,
      Aying

      • (2) 30.11.17 - 12:09

        Für mich liest sich das so, als ob nicht die Erziehung das Problem ist, sondern die Aufgabenverteilung. Wieso musst du den Haushalt alleine machen? Wenn du Hausfrau bist, find ich das okay, ansonsten solltest du mal ein ernstes Wort mit deinem Freund reden.

        Andererseits hat dein Freund durchaus recht. Wieso lassen deine Kinder ihr Geschirr stehen, damit du es später wegräumen musst? Sie sind alt genug, ihren Kram selbst in die Spülmaschine zu räumen, das kostet vielleicht eine Minute Zeit. Das ist nun echt kein Hindernis für's Lernen.

        Ansonsten finde ich, dass es echt drauf ankommt, welche Regeln ihr beim Zusammenziehen abgemacht habt. Hieß es "Deine Kinder, deine Arbeit" dann solltest du dich jetzt nicht beschweren. Wenn ihr gemeinsames Großziehen abgesprochen habt, solltest du das deinem Partner nochmal ins Bewusstsein bringen.

        Hast du denn überhaupt schonmal mit ihm darüber geredet? Was sagt er dazu?

        • (3) 30.11.17 - 14:24

          Sind nicht nur ein Bild Teller, das heißt meistens Spülnaschine einräumen bzw ausräumen. Mittags mach ich es, da sind die zwei älteren meistens nicht da. Wir sind beide Berufstätig, ich halt nur Teilzeit wegen den Kindern.

          Es war eigentlich immer die Rede davon gewesen, wir machen das zusammen. Um das alles alleine zu machen, hätte ich nicht zusammen ziehen brauchen.

          Geredet haben wir, bevor wir zusammen gezogen sind hat er sich auch wesentlich mehr um die Kinder gekümmert und mir geholfen, jetzt macht er gar nichts mehr, er geht ja arbeiten.

          • (4) 30.11.17 - 14:43

            Da hat er wohl mehr versprochen, als er jetzt hält. Wie wäre eine klare und vielleicht sogar schriftliche Haushaltsaufteilung? Oder Du sagst ihm, wenn Du Dich am Abend um die Kinder kümmern musst, dann kann er so lange ja den Rest im Haushalt erledigen.

            Da Du gefragt hast: Mein Partner und ich wohnen nicht zusammen, teilen uns aber an den Wochenenden den Haushalt (meist macht er sogar mehr als ich, weil er sich z.B. um das Abspülen reisst). Kindererziehung ist zeitbedingt eher mein Part, aber z.B. Mathe übt er mit ihm, weil er das liebt und ich es nicht mag. Meine Tochter benötigt keine Erziehung mehr, aber wenn sie etwas braucht, steht er ihr natürlich auch bei.

          • (5) 30.11.17 - 23:57

            "..., ich halt nur Teilzeit wegen den Kindern."

            Respekt! Ich persönlich kenne kaum jemanden, der es sich als Geschiedene(r) mit Kindern Ü3 leisten kann, nicht Vollzeit zu arbeiten.

            • Immer diese unterschwellig gehässigen Kommentare über Frauen die es sich "erlauben" in TZ oder "nur" Hausfrau zu sein. Zieht sich seit Jahren durchs Forum und ich vermute nach wie vor Neid 😞

              • (7) 02.12.17 - 19:21

                Interessant, wie Du meinen Kommentar liest.

                Ich meinte wirklich "Hut ab!". Denn sich trennen mit vielen Kindern, bedeutet (spätestens dann) für viele die Balance zwischen Vollzeitjob und Kindern. Wer es sich leisten kann, "wegen der Kinder" lieber auf Geld zugunsten der Zeit zu leben, hat meinen vollen Respekt. Irgendwas hat er/sie scheinbar richtig im Leben gemacht.

                • Dann möchte ich mich ehrlich bei Dir entschuldigen! Ich hab das tatsächlich anders verstanden.

                  Sorry!

                  Ich lese schon einige Jahre hier mit und der Tenor ist meist, dass auf Hausfrauen und TZ Mamas eingedroschen wird verbal. Vor allem im Forum "Trennung" weil die naturgemäß erst mal schauen müssen wie sie an Gelder kommen (Unterhalt etc, manchmal Alg2 )

                  Was früher normal war (Ehemann arbeitet Ehefrau ist VZ Mutter) ist heute schon "dumm", verpönt, und hier auf Urbia fast schon geächtet!

                  • Echt, findest du?

                    Ich habe zeitlebens VZ gearbeitet und eher festgestellt, dass TZ hoch gelobt wird...

                    Hausfrauen und VZ-Arbeitende hingegen müssen sich rechtfertigen - die einen sind dumm und faul und die anderen karrieregeile Egoistinnen :-p

                    LG, Nele
                    mit Junge (10), Mädchen (7) und Mädchen (37.SSW)

            (10) 08.12.17 - 12:44

            Ich hab niemanden der mir helfen könnte die Kinder zu betreuen. Familie wohnt 200km weiter weg und der Vater von den Kindern darf sie nicht haben. Er darf die Kinder nur in Begleitung sehen. Da verzichte ich lieber auf Luxus und wir Hauswirtschaften etwas mehr um über die Runden zu kommen. Den Kindern fehlt es an nichts und das wichtigste ist, das ich für sie da sein kann.

    (11) 30.11.17 - 14:36

    Hallo,

    mein Partner unterstützt mich nicht nur in Haushaltsaufgaben, er macht auch teilweise (von sich aus!!) Hausaufgaben mit meinem Kind, es ist auch schon mehr als einmal vorgekommen, dass ich einen Arzt-Termin mit meinen Kind nicht wahrnehmen konnte, da ist er für mich eingesprungen.
    Er geht regelmäßig für uns einkaufen, bringt mein Kind zum reiten und holt es dort wieder ab...
    Aber er erzieht eben auch in gewissem Maße mit, was von meinem Kind als auch von mir mehr als akzeptiert wird.

    Ich denke bei euch ist es wirklich ein Aufgaben-Verteilungs-Problem und das hat nichts oder nicht so viel mit den Kindern zu tun!

    LG coffea

    (12) 02.12.17 - 11:28

    Hallo,
    mein Mann und ich leben mit „meinen“ Kindern wie eine ganz normale Familie, d.h., als ob es auch seine Kinder wären.

    Wir gehen beide voll arbeiten, kümmern uns gemeinsam um Haus und Hof und ebenso gemeinsam um die Kinder.

    Mal gehe ich zum Elternabend, mal er. Er geht mit ihnen zum Bastelnachmittag, lernt mit ihnen etc. etc.

    Er bringt sich sehr viel ein, wie ein „richtiger“ Vater, würde von mir aber auch nie zu hören bekommen: „Das sind meine Kinder......., das hast Du nicht zu entscheiden etc.“

    Anders kann für mich persönlich Familienleben auch nicht funktionieren.

    Allerdings helfen bei uns auch die Kinder in gewissem Rahmen mit, bei uns trägt jeder nach seinen Möglichkeiten dazu bei, dass es hier rund läuft.

    LG
    Miss Li

    (13) 05.01.18 - 08:33

    Moin!

    Ich hab da etwas andere Einstellung und halte alle deine Kinder für längst alt genug um im Haushalt mitzuhelfen... meine Kinder mussten schon als Kleinkinder Teller abräumen etc.
    Und was hat die Schule damit zu tun - sie müssen ja nicht ausgerechnet dann aufräumen, wenn sie gerade über den Büchern sitzen, aber dann eben im Anschluss.

    Ein Partner, der im Haushalt nichts macht, ist blöd, das stimmt. Es kommt natürlich auch drauf an, ob du berufstätig bist etc. Aber zumindest am Wochenende sind beide zuständig.

    Mein Partner kümmert sich auf freiwilliger Basis um meine "mitgebrachten" Kinder, ich verlange nichts - außer, dass es verlässlich sein soll, also die Kinder wissen, er macht z.B. mit ihnen Mathe und übernimmt manche Termine und nicht mal so und mal so.
    Da die Kinder einen leiblichen Vater haben und auch Kontakt würde ich ihn nicht als Komplett-Ersatzpapa einspannen, aber wenn er sie jetzt grundsätzlich wegschicken würde, wäre es für mich auch keine richtige Familie, zumal wir jetzt ein gemeinsames Kind bekommen.

    Am besten ihr redet noch mal über Eure Vorstellungen! Oft ist es ja so, dass man im Alltag sein eigenes Verhalten gar nicht reflektiert, geschweige denn die Wünsche des Partners...

    LG, Nele
    mit Junge (10), Mädchen (7) und Mädchen (37.SSW)

    • (14) 05.01.18 - 09:13

      Ist zwar schon ein paar Tage her das du gefragt hast, aber bei uns läuft das auch anders.

      Mein Partner macht mit meinen Kindern die Hausaufgaben, lernt mit ihnen, macht ihnen Ansagen. Den Haushalt machen wir gemeinsam. Wer zuhause ist, räumt auf oder putzt. Wir sind 4 Personen, aber der Tisch ist nach dem essen in Windeseile erledigt. Der eine räumt die Teller und Tassen in die spülmaschine, der andere die Lebensmittel in den Kühlschrank, einer putzt den Tisch ab und der vierte saugt einmal schnell um den Tisch. Das dauert...Da alle 4 anpacken, keine 3 Minuten!
      Meine Kinder sind 10 und 8. Und nach dem abendbrot gibt es auch nichts mehr zu lernen. Dann heißt es duschen, Zähne putzen, etc.

      Er geht auch zu Elternabenden, wenn ich nicht kann, bringt die Kids zum Sport und fährt selbst an Papa-Wochenenden zum Spiel, wenn Filius darum bittet. Müssen Sie zum Arzt und er hat Zeit, kümmert er sich drum, wenn ich nicht kann.

      In der Zeit in der er Arbeitslos war, hat er fast alles übernommen, so dass wenn ich von der Arbeit kam, ich nur nochmal ein wenig Mathe oder deutsch mit ihnen üben musste...und selbst das war oft bereits erledigt. Der Haushalt war gemacht, die Wäsche gewaschen, der Boden gewischt.

      Jetzt arbeitet er seit Mitte Dez wieder und wir sind dabei, uns neu zu finden. Ich hab es genossen, wenn er sagte, dass ich mich ausruhen soll, solange er das alles noch alleine machen kann. Da ich nur in TZ arbeite konnte ich in den paar Wochen ordentlich an meiner BA weiterschreiben. Jetzt bin ich halt diejenige, die sich wieder mehr einbringt.

      Wir sind im März 3 Jahre zusammen und waren zwischendrin mal 3 Monate getrennt.

      Ehrlich gesagt ist es toll gerade mal so aufzuschreiben und zu merken, wie gut es bei uns doch klappt. Es sind "unsere Kinder" und auch der Papa gehört mittlerweile so dazu, dass wir mit ihm gemeinsam einen 2 Tages Ausflug und sogar ins neue Jahr gefeiert haben.

      Aber bis hierhin war es ein langer, oft sehr steiniger Weg. Bin aber froh, nicht aufgegeben zu haben!

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