Wieviel erziehungsaufgaben Partner

    • (1) 22.01.19 - 12:41

      Hallo,

      Meine beiden Söhne sind 15 und 13 Jahre alt.

      Seit ca 1 1/2 Jahren bin ich vom Vater getrennt. Es läuft soweit auch ganz gut er holt die Jungs jedes 2 We und auch in den Ferien sind sie mal ein paar Tage bei ihm.

      Ich selbst habe einen neuen Partner seit ca 1 Jahr. Es ist so das meine Söhne nun nicht juhu schreien ihn aber ganz okay finden, solange die Hormone nicht übermäßig sind.

      Er hat noch seine eigene Wohnung verbringt aber viel Zeit bei uns und übernachtet auch meist hier.

      Gestern war ein Vorfall der zum Streit führte.

      Wir haben einen Jungen Hund der schwierig ist und wir viel Händeln müssen.
      Es ist so das wenn Hund bei uns im Wohnzimmer ist wir die Türe schließen damit er nicht ständig die Treppen läuft, er hat jetzt schon schwere Hüftdysplasie.

      Nun war ich gestern oben und Hu d mit Partner unten. Kind kommt ins Wohnzimmer schließt die Türe aber beim verlassen nicht.

      Ich habe meinem Freund ziemlich zum Anfang der Beziehung gesagt das Erziehung mir allein obliegt und dem Vater. Er kann gerne Meinungen mir gegenüber kundtun und ich denke darüber nach und evtl. Wird es umgesetzt.

      So nun war er gestern ein wenig stinkig Kinder immer wieder ins Wohnzimmer und Türe nicht geschlossen, Hund geistert durchs Haus Freund genervt.

      Ich habe ihm dann gesagt das eine Bitte den Kindern gegenüber die Türe zu schließen nichts mit Erziehung zu tun hat sondern quasi sein Bedürfnis.

      Er sieht es komplett anders.

      Wie handhabt ihr das im täglichen Zusammenleben mit den Kindern?
      Wie viel mischt/regelt euer Partner?

      Er soll hier kein Vaterersatz werden, der kümmert sich ja liebevoll um die 2, aber wie wir das hier weiter regeln wollen weiß ich noch nicht.

      • Hi,

        Du kennst doch sicher den Spruch "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen."

        Wie stellst du dir denn diese in meinen Augen hochmerkwürdige Trennung der Aufgabenkreise vor? Wenn er tatsächlich nicht erziehen soll, hat er auch zu der Sache mit der Tür nichts zu sagen. Dann ist er Gast. Damit bestärkst Du aber meiner Meinung nach die latente Ablehnung Deiner Kinder. Denn er hat keinen echten Platz. Auch wenn er nicht Vaterersatz sein soll, so soll er doch Bezugsperson werden, oder? Meine Kinder haben neben ihrem Vater und mir beide weitere enge männliche und weibliche Bezugspersonen. Dazu gehören auch die neuen Partner. Und selbstverständlich erziehen die auch mit. Jeder Erwachsene, der einem Kind oder einem Jugendlichen nah steht, erzieht. Das ist doch zwangsläufig so. Erziehen ist begleiten und die Welt erklären, auffordern, Dinge anders zu durchdenken, besser zu machen, ein Vorbild zu sein und sich zu reiben. Das sollte auch die Aufgabe Deines neuen Partners sein. Nur muss er sich klar sein, dass er eben nicht der Vater ist, sondern ein bisschen Abstand hat. Sein Wort und seine Werte sind nicht die am Schluss entscheidenden. Aber das ist ihm ja sicher klar.

        Liebe Grüße
        die Landmaus

        Ich finde Deine Trennung auch sehr seltsam. Wenn mein Partner mir dahingehend so eine Vorgabe machen würde, hätten wir aber heftige Diskussionen.
        Da verstehe ich schon, dass er dann gar keine Lust mehr hat, sich mit den Kids auseinanderzusetzen.
        Darf ich fragen, warum du ihn so ausgrenzt?

        (4) 22.01.19 - 16:24

        Ich sehe das wie du. Eine Bitte/Aufforderung die Tür zu schließen, hat nichts mit Erziehung zu tun. Seine persönlichen Belange kann der Partner auch jederzeit klären, ohne deshalb zu erziehen.

        Mein Mann erzieht meinen Sohn (15) auch nicht, weil ich das nicht will. Er hat von Erziehung andere Vorstellungen, die für mich nicht diskutabel sind. Wenn etwas Grundlegendes nicht passt, klären wir das untereinander und ich handle dann je nach Sachverhalt. Natürlich haben seine Bedürfnisse auch einen Stellenwert. Aber Grundsätze meinen Sohn betreffend entscheide ich.

        Das heißt aber nicht, dass er ihn nicht auffordern darf, den Müll runter zu bringen, die Musik leise zu drehen oder den Tisch zu decken.

        LG

        • Hallo und danke für die Antworten,

          Wir haben zu Beginn der Beziehung eben ausgemacht, das Erziehung meine Aufgabe ist.

          Er ergreift auch Partei für die Jungs, wenn ich mal wieder ungerecht bin oder übertreibe.
          Er ist da immer sehr bemüht, aber mal ehrlich bei 15 und 13 wird nicht mehr viel erzogen, da geht es ja primär um das Miteinander im gemeinsamen Haushalt und das vorgegeben Regeln eingehalten werden.
          Diese Regeln sind mein Part alleine eben.
          Ich bestimme wann sie heim kommen und ich sage wie lange der Pc läuft usw.

          Und er darf jederzeit Ihnen mitteilen das der Teller eben doch in den Geschirrspüler gehört oder eben das Türe schließen.

          Er denkt halt es sei Erziehung, ich sehe es anders.
          Wir werden nachdem wir es heute nochmal besprochen haben versuchen anders zu gestalten.

          • Da es ja in dem genannten Fall primär um die Gesundheit und das Wohl des Hundes ging, sollten eigentlich ALLE ANWESENDEN ein Interesse daran haben, dass die Tür zu gemacht wird.
            Wäre ich also an deiner Stelle gewesen, hätte ich - trotz der getroffenen Erziehungsvereinbarung - zu meinem Kind gesagt: "Er hat recht, mach bitte die Tür zu, du schadest dem Hund!"
            (Der arme Hund ist in diesem sinnlosen Kompetenz-Konflikt nämlich der Leidtragende und kann am allerwenigsten dafür...)

      Ich bin selber Stiefmama und wir haben es ähnlich geregelt. Nur das mein Partner mir nicht gesagt hat, dass ich mich nicht in die Erziehung einzumischen habe. Da die Kinder auch schon im Teenageralter waren, habe ich mich in bestimmte Sachen schon von mir aus nicht eingemischt. In Alltagsfragen, wie zum Beispiel Geschirrspüler ausräumen und ähnliches, hatte ich natürlich genau so viel zu Sagen wie mein Partner. Wenn ich in Erziehungsdingen der Meinung war, mein Mann übertreibt oder ist ungerecht, habe ich ihm das gesagt. Er hat dann trotzdem die letzte Entscheidung getroffen, war aber immer offen für meine Ansichten.

      (8) 22.01.19 - 21:27

      Habt ihr darüber gesprochen, was das Wort "Erziehung" für euch beinhaltet?

      Ich bin beim Ersten lesen über folgenden Satz gestolpert:
      "Ich habe meinem Freund ziemlich zum Anfang der Beziehung gesagt das Erziehung mir allein obliegt und dem Vater."
      Ja, ganz allgemein ist das richtig, aber Erziehung ist für mich auch, was im Alltag teils ganz automatisch passiert: "XY, hilf mir, die Spülmaschine auszuräumen." "Bring bitte den Müll runter." "Räum doch mal dein Zimmer auf."
      Wenn man mir ohne weitere Erklärung sagen würde: "Du bist nicht für die Erziehung meiner Kinder zuständig.", dann würde ich wahrscheinlich zunächst denken, dass ich auch in diesen Dingen nichts zu sagen habe.

      Ich denke, der neue Partner erzieht immer ein Stück weit mit, alleine dadurch, dass er den Alltag mit der Familie teilt. Er trifft vielleicht nicht die großen Entscheidungen wie: gibt es einen Zuschuss zum Führerschein? Wann gibt es das erste Handy? Wie viel Fernsehen am Tag ist okay?
      Aber da, wo es auch ihn betrifft hat er m. E. zumindest zu einem gewissen Grad ein Wort mitzureden.

      Und ich denke schon, dass er in gewisser Weise ein "Vaterersatz" ist. In dem Alter und bei funktionierender Beziehung zum Vater natürlich nicht der "neue Papa", aber 5 Tage die Woche ist er das männliche Vorbild im Alltag - das prägt auch.

      Du willst nicht, dass dein Freund deine Kinder erzieht.

      Gleichzeitig sagst du, dass seine Bitte an die Kinder, die Tür zu schliessen, keine Erziehungsmassnahme ist, sondern 'sein Bedürfnis'.

      Wo ist also das Problem? Er hat doch gar nicht erzogen........

      Abgesehen davon würde es mich auch nerven, wenn die Türen immer offen bleiben und der Hund, der keine Treppen laufen darf, dann munter hoch und runter läuft und seine Gesundheit geschädigt werden könnte. Und der arme Mann darf nicht einmal etwas sagen........so kann euer Zusammenleben nicht funktionieren.

      Man gibt doch eh soviel Erziehung an Erzieher 😜, Lehrer und Sporttrainer ab. Wieso darf ein neuer Partner dann nicht mitreden?
      Ich denke auch, dass eine Beziehung so nicht funktionieren kann auf Dauer.

      Mein LG und sehen das so, dass wir keine Unterschiede machen, mit welchem Kind wir gerade umgehen. Es ist ja schließlich auch wichtig, dass sie auf den Partner hören, wenn sie Mal mit ihm alleine sein müssen. Da hängt so viel dran...

      Die Trennung was gehört zu Erziehung und was nicht ist tatsächlich sehr schwer. Ich kann mir vorstellen, dass er da ziemlich genervt ist. Für mich gehört es nicht zu seinem Bedürfnis das mit der Tür zu klären. Denn es ist ja weder sein Hund, noch sein Wohnzimmer, noch seine Kinder... Es nervt ihn, weil er was mitangucken muss, was falsch läuft und nix sagen darf. Klar ist das Erziehung wenn er in der Situation deinen Kindern was dazu sagt.

      Ein Vaterersatz wird niemand weil er mit einem Kind Mal schimpft oder gut zu redet, was ja auch zur Erziehung gehört.
      Mal abgesehen, dass man in dem Alter eh nix ersetzen kann.

      Ich liebe den Menschen an meiner Seite und vertraue ihm, bin ihm manchmal sogar dankbar, wenn er meinen Jungs was sagt und einfach nur froh über die weitere männliche Bezugsperson.

      (11) 23.01.19 - 07:56

      Ich finde, Erziehung besteht ohnehin zu großen Teilen aus Vorleben und miteinander leben - und daran sind alle Menschen beteiligt, die relevant Zeit mit meinem Kind verbringen.
      Bei uns ist klar so, dass mein Exmann und ich die Entscheidungen über die wesentlichen Belange unseres Sohnes treffen - Bett-geh-Zeiten, Mediennutzung, Anschaffungen, etc. Aber da mein Partner hier mit uns lebt und auch häufiger mal mit meinem Sohn allein ist, hat er auch eine gewisse "Befehlsgewalt", ohne dass wir das genauer definiert haben.
      ich finde, sowas wächst zwangsläufig im Alltag.

      (12) 24.01.19 - 10:32

      Ich finde auch dass es keine große Sache gewesen wäre, wenn er den Kindern was gesagt hätte. Wenn er mal im Haus wohnen sollte, sollte er dann auch ein gewisses Miterziehungsrecht besitzen. Allerdings in einem Rahmen! Dieser sollte generell vorher möglichst genau abgesteckt sein. Was den Hund betrifft, baut doch eine kleine Tür ( wie bei Kleinkindern als Sicherung) vor die Treppe.

      (13) 27.01.19 - 21:19

      Mein Partner erzieht meine Kids genauso mit wie ich. Etwas anderes könnte ich mir nicht vorstellen.
      LG

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