Wochenbett

    • (1) 17.02.19 - 16:52

      Hallo zusammen

      Mein Mann hat bereits einen 11-jährigen Sohn, der alle 2 Wochen Freitag-Sonntag bei uns ist. Auch mal spontan oder in den Ferien. Das Verhältnis ist sehr gut und ich liebe den Jungen.

      Mein Mann und ich erwarten gemeinsam ein Baby und wenn ich ans Wochenbett (die ersten 10 Tage) denke, dann kann ich mir so garnicht vorstellen, dass der Junge dann dabei sein wird. Trotz unseres guten Verhältnisses. Er ist schliesslich auch der grosse Bruder dann. Aber irgendwie passt das nicht in meinen Kopf und ich wäre lieber mit meinem Mann erstmal alleine in der neuen Situation. Ich möchte aber auch nicht, dass der Junge gleich das Gefühl bekommt, dass er nicht mehr erwünscht ist. Und trotzdem muss ich irgendwie egoistisch sein und darauf hören, was ich dann brauche.

      Wie habt ihr das gelöst?

      • (2) 17.02.19 - 17:33

        Naja... Überall wo Geschwister sind, ist man nicht alleine im Wochenbett.
        Ist nunmal so.
        Ich weiß auch gar nicht was du dir da romantisches erwartest.

        Klar kann die Geburt hat sein, du wirst dich erholen müssen, aber dein Stiefkind wird ja einen eigenen Raum haben, dein Mann da sein und wir reden hier über drei Tage....

        • (3) 17.02.19 - 18:00

          Klar, da hast du recht mit den Geschwistern. Ich empfinde nunmal so, dass ich das erste mal Mutter werde und diese Phase für mich sehr intim ist. Und auch wenn ich den Jungen liebe, ist es nicht mein Sohn. Hast du ein Stiefkind? Mir wären Erfahrungen wichtig, die meiner Situation nahekommen und keine Verurteilung durch jemanden, der nicht in meiner Rolle steckt.. 3 Tage von den ersten 10 ist doch 1/3 der Zeit. Je nachdem, auf welche Tage sie fallen..

          Themen wie die ersten Still-Versuche oder vielleicht muss ich ständig weinen. Das möchte ich dann „nur“ mit meinem Mann teilen und „durchmachen“. Romantisch stelle ich es mir nicht vor. Wie kommst du darauf? Eher, dass ich Privatsphäre brauche und verletzlich bin. Finde ich schon etwas schade, deine abwertende Bemerkung mit der Romantik. Hattest du nie Gedanken oder sogar Ängste bezüglich dem Wochenbett?

          Die räumliche Situation ist so, dass mein Stiefsohn kein eigenes Zimmer hat. Er schläft bei uns im Wohnzimmer. Ausserdem könnten wir ihn auch nicht einfach sich selbst überlassen während ich meinen Mann vermehrt beanspruche in den ersten Tagen. Dann lieber beim nächsten mal und dafür die Zeit wieder intensiver geniessen. Ich werde auch keine Gäste einladen die ersten Tage. Erstmal zurecht kommen. Man macht sich eben so seine Gedanken..

          • (4) 17.02.19 - 18:06

            Nein, ich habe keine Stiefkind.
            Wurde aber auch zum ersten Mal Mama ;-)
            Fakt ist aber, dass die ersten 2-3 Monate hart sind.
            Nach meiner Erfahrung sind es eben nicht die ersten 10 Tage, das waren im Nachhinein noch die einfachsten. Das kann bei dir natürlich anders sein und wichtig ist, dass du einen Rückzugsort hast.
            Du wirst dein Stiefkind aber auch nicht solange ausquartieren können, bis ihr drei eingespielt seid.
            Das dauert länger, insofern würde ich mir da keine Gedanken machen.
            Aber wenn du es dir wünschst? Schonmal mit deinem Mann gesprochen? Auch euer Stiefkind ist nicht mehr so klein, hat er überhaupt Lust drauf die ersten Wochenenden bei euch zu sein, wenn eh keiner Zeit hat?
            Vielleicht löst sich dein Thema schon so in Luft auf...

            • (5) 17.02.19 - 18:19

              Mein Mann wird mir entgegen kommen. So oder so, das ist seine liebevolle Art. Schliesslich sind wir Frauen diejenigen, die gebären und die Hormonschwankungen haben etcetc.. natürlich unterschätze ich auch die Monate danach nicht. Ich bin 32 und war bisher immer unabhängig. Dies ist ein wirklich grosser Schritt und eine grosse Veränderung für mich. Gewollt aber ich hab echt Respekt davor. Mein Stiefsohn ist auch immer willkommen und ich unternehme auch Dinge mit ihm alleine und alles ist gut. Aber die ersten Tage dann auf ihn als Neu-Bruder einzugehen, während ich als Neu-Mutter versuche klarzukommen, das überfordert mich schon beim Gedanken daran. Ob man das vorher schon besprechen soll mit dem Jungen, oder situativ entscheiden oder klare Grenzen setzen? Das ist eben die Frage. Bei uns sein, will er immer. Dafür haben wir es zu gut. Nur will ich niemanden enttäuschen oder verletzen, aber auch mich selbst nicht übergehen. Schon blöd die Situation..

              • (6) 17.02.19 - 18:23

                Klare Grenzen finde ich schwierig...
                Was würde denn die Mutter sagen? Sie muss ja auch mitspielen.
                Wenn sie das tut, finde ich den eben gelesenen Vorschlag gut, dass der Sohn kommt, aber eben nur mal einen halben Tag, dafür vielleicht öfter, je nach Situation.
                Damit fühlt er sich nicht ausgeschlossen. Ich denke auch, dass man einen 10 jährigen auch schon was erklären kann...

                • (7) 17.02.19 - 18:30

                  Ja oder? So Grenzen sind immer beschlossene Sache. Du hast recht. Ich werde es ihm so anbieten, dass er dafür die folgenden Wochen öfter kommen soll. Aber nicht so lange. Das ist mir irgendwie sympathischer. Die Mutter ist gut auf uns zu sprechen. Sollte kein Problem sein. Die ganze Familie hilft uns da mit.

                  Danke für deinen Lösungsvorschlag :)

      Ich kann dich verstehen. Vielleicht kann der Bruder ins Krankenhaus kommen und sein Geschwisterchen dort kennenlernen und Zeit mit ihm verbringen?

      Dein Mann soll mit seiner ex reden, das ihr erstmal ein wenig Zeit alleine benötigt und er dafür gern zwei Wochenenden aufeinander kommen kann, wenn er mag.

      Ich finde auch als Stiefelternteil darf man mal an sich denken. Natürlich wäre das größere Geschwister in einer „normalen“ Familie auch da, aber es ist definitiv ein Unterschied, ob es das eigene Kind ist oder eben nicht.

      • Ja genau, wenn es das grössere Geschwister meinerseits wäre, dann wäre die Situation auch nicht gaaanz so neu für mich. Aber da es mein erstes Kind ist, kann ich den ganzen Verlauf noch überhaupt nicht einschätzen und davor hab ich zu sehr Respekt.

        Gott sei Dank haben wir es auch gut mit der Ex und die Grosseltern unterstützen uns auch sehr. Es wäre überhaupt kein Problem, eine Alternative zu finden. Dass er dann 2 Wochenenden zu uns kommt, wenn ich ready bin, finde ich sogar gut. Eventuell kann ich das genau so anbieten. Dann schiebe ich den Jungen nicht so taktlos ab. Ich will ihn nur nicht verletzen.

        Danke dir für deine Worte!

        • Gerne. Lass dir nicht einreden, dass du auf Exklusivität keinen Anspruch hättest, weil du ja wusstest, worauf du dich eingelassen hast.

          Alles Gute für die Geburt.

          Ah, was mir noch einfällt. Vielleicht kann der Papa ihn trotzdem abholen und alleine mit dem Jungen etwas unternehmen und ihn dann wieder Nachhause bringen? Das wäre vielleicht noch eine Idee.

          • Das mit dem Anspruch, da hast du recht. Ich brauch wirklich nicht viel und ich gebe immer viel. Es gibt wenige exklusive Momente im Leben und die Geburt meines ersten Kindes, ist so ein spezieller Moment.

            Ich werde vorschlagen, dass er lieber öfter aber dafür kürzer kommt. Für den Anfang. Oder wie du sagst, dass die Jungs ihr Ding auswärts machen und wenn mein Mann zu Hause ist, dass er dann 100% für mich da ist. Bis ich weiss, wo mir der Kopf steht :))

            Danke nochmals!

    (13) 17.02.19 - 18:49

    Es ist zwar schwer, aber man sollte sich auch Mal überlegen was in dem Jungen dann vor geht, wenn er quasi zur Seite geschoben wird. Er darf dann plötzlich nicht mehr seine Zeit so mit Papa verbringen wie vorher " nur" weil jemand neues da ist? Wir haben damals den großen " gezwungenermaßen" sogar bei der Geburt bei uns gehabt, da die Mutter besseres zu tun hatte. Wir haben ihn einfach von vorn herein mit einbezogen. So Sachen wie "magst du Mal die Pampi holen" oder Feuchttücher oder Fläschchen oder was auch immer. Wir wollten einfach nicht daß er sich ungeliebt fühlt und abgeschoben. Ist ja schon so nicht einfach Mal bei Mama Mal bei Papa. Und irgendwann geht so ein Kind ja auch bald ins Bett oder beschäftigt sich auch Mal alleine. Auch meine Kinder sehen mich Mal weinen und glaube auch nicht das man das verstecken muss. Kinder in dem Alter verstehen schon eine Menge aber missverstehen genauso viel. Ich würde ihn auf jeden Fall mit einbeziehen

    • (14) 17.02.19 - 19:24

      Du hast recht. Es soll ja auch kein Dauerzustand sein. Eben nur das eine Wochenende ganz am Anfang. Solche Schiebereien gab es auch ohne Baby schon mehrmals. Und den Rest sehen wir weiter. Ins KKH wird er natürlich direkt am ersten Tag kommen und dabei sein und kennenlernen. Und ich finde es überhaupt nicht schwer, mich in den Jungen zu versetzen. Es ist sicher nicht optimal, aber bisher gab es gute Tips, dass er dafür 2 aufeinander folgende WE kommen kann oder statt 3 Tage nur 1 Tag und dafür unter der Woche nochmal zum Abendessen zbsp. oder mit Papa alleine ins Kino.

      Was ich furchtbar fände, für uns alle, wenn er dann 3 Tage da ist, Papa ein schlechtes Gewissen, weil er entweder mich oder Sohn oder Baby vernachlässigen muss. Sohn fühlt sich von mir auf Distanz, weil ich mit mir selbst und Baby beschäftigt bin und ich habe auch ein schlechtes Gewissen wegen allen und fühl mich sonst schon nicht fit und unwohl. Da hat doch keiner was davon. Und gezwungenermassen kann bei uns nicht passieren. Wir haben Eltern und Geschwister die uns unterstützen. Da ist ganz schnell eine liebevolle Lösung gefunden. Auch mit der Mutter des Kindes.

      Wie alt war dein Stiefkind bei der Geburt? Hast du vor seinen Augen dann gestillt oder musste er aus dem Zimmer?

      Wenn es mein Kind wäre, dann würde ich oben ohne in der Wohnung rumspazieren um meine schmerzenden Brüste zu lüften, aber der Junge ist nicht mein Kind und meine Wochenfluss-Binden und Reizbrüste muss er echt nicht presentiert bekommen. Und mich in meinen eigenen 4-Wänden „verstecken“ will ich auch nicht müssen im Wochenbett. Auch wenn ich einen verletzlichen Moment habe, teile ich den normalerweise nicht mit dem Jungen. Schon nicht einfach alles..

      • (15) 17.02.19 - 21:02

        Ja einfach ist es alles nicht - man muss es wirklich gucken wie man jedem gerecht wird. Der jung war damals drei und litt schon sehr darunter das seine Mutter ihn abschob. Wir hatten ihn statt alle zwei Wochen 256 Tage im Jahr 😕 - sie sollte den jung wieder bekommen wenn ich ins Krankenhaus komme und dann war ein Zettel an der Tür - bin nicht da. So war es oft. Na ja andere und längere Geschichte 😉 Wir fanden es eben dann besser ihn komplett mit einzubinden - uns blieb aber eben auch nichts übrig- er war richtig stolz so ein großer Bruder zu sein und zu helfen. In deinem Fall ist es ja günstiger, wenn alles so läuft. Ich würde trotzdem gucken das, falls es die erste Woche ( Besuchswochenende) ist, vielleicht gucken daß er dann das zweite we dann kommt so hast du schon Mal eine Woche zum eingewöhnen zu Hause. Oder vielleicht ihn fragen ob es okay ist wenn es einmal ausfällt und er dann evtl. Zwei we hintereinander kommt. In jedem Fall würde ich definitiv mit ihm reden und ihn in die Entscheidung einbinden, so fühlt er sich bestimmt nicht abgeschoben. Ich Wette ihr findet eine Lösung 💪 und bzgl. stillen - hab ich keine Erfahrung mit, konnte lediglich 4 Wochen stillen - meine Tochter war da sehr speziell 😬 - aber in dem Alter von dem jung , vielleicht mit einem Stillschal arbeiten - 11 ist da ja schon etwas weiter auch was eben die Intimität betrifft. Wünsche euch alles Liebe 💋💋

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