Vom Partner im Stich gelassen

    • (1) 14.03.19 - 21:57

      Hallo Zusammen,
      ich muss mir einfach mal den Frust von meiner Seele schreiben. Ich bin quasi Alleinerziehend mit einem 6-Jährigen Sohn. Mein Sohn hat große Schwierigkeiten in der Schule aufgrund seines ADHS. Er braucht wahnsinnig viel Unterstützung. Eine zeitlang hat er die Schule gar nicht geschafft. Mit Mühe und Not schafft er gerade den Schulkindergarten 4 h am Tag. Aber es kommt immer wieder zu Zwischenfällen, wo ich ihn abholen muss. Ich arbeite 40 h/Woche um für uns zu sorgen. Die knapp 4 h, die ich auf der Arbeit verbringe schaue ich permanent auf mein Handy, ob wieder ein Anruf kommt, dass ich ihn abholen muss. Die restlichen Stunden arbeite ich im Home Office, da ich meinen Sohn ab 12:30 betreue. Ich arbeite teils bis Mitternacht, da wir tagsüber viele Termine haben, Ärzte, Therapie, Fußball, Schwimmen, Freunde... ich will das es meinem Sohn gut geht, aber ich bleibe auf der Strecke. Mein Haushalt wächst mir über den Kopf, meine Wohnung ist ne Schrottbude, mit nicht funktionierenden Heizungen, die Küchenschränke fallen auseinander, Schimmel etc. Ich habe seit eineinhalb Jahren einen Partner. Er verdient eigentlich richtig gut, aber davon profitieren nur Exfrau und Tochter. Denen geht es richtig gut. Aber als Zweitfrau und Stiefkind haben wir das Nachsehen. Er hat damals alles für sie gemacht, sie geheiratet, ihr ein Kind geschenkt, die Welt zu Füßen gelegt. Ich habe mir auch immer eine richtige Familie gewünscht, aber wir bleiben auf der Strecke. Ich habe selbst studiert, immer hart gearbeitet, nur das Familienglück blieb mir verwärt. Ich brauche einfach mehr Unterstützung. Seine Exfrau, obwohl sie weniger gearbeitet hat, hat immer Unterstützung von einer Putzfrau gehabt. Sie hat sein ganzes Geld verprasst. Ich habe nicht mal eine Spülmaschine und er packt null mit an. Wenn etwas kaputt geht, bin ich der Handwerker. Ich habe in seiner tollen Eigentumswohnung mit Putzfrau sogar seine Fliesen gestrichen, weil ich dachte wir helfen uns gegenseitig. Aber das kam nie zurück. Er arbeitet bis spät, geht zum Fußball oder Feiern, wir sind nur für den Spaß da. So habe ich mir Beziehung nicht vorgestellt. Vielleicht am Anfang, aber irgendwann möchte man doch etwas ernsthaftes.. ich fühle mich einfach wie eine Frau zweiter Klasse bei ihm und einfach total alleine gelassen. Und wenn jetzt der schlaue Ratschlag kommt mit ihm zu reden, dass habe ich schon zig mal, aber er fühlt sich immer angegriffen...

      • hallo
        für mich klingt es so, als wäre quasi ein neustart wichtig für dich und deinen sohn.
        umzug in eine neue wohnung, trennung von dem mann der dich eh nicht schätzt und unterstützt.
        ich denke du kannst das allein gut schaffen - mit einem ordentlichen neustart (ganze küchenschränke, kein schimmel,...) und vielleicht mit ein, zwei terminen weniger in der woche, dafür mit schöner mama sohn zeit? vielleicht "beruhigt" das deinen sohn auch etwas, wenn wieder ordnung rein kommt und sich mama auch wieder wohler fühlt.
        ich wünsch dir kraft aber du bekommst das alles sicher hin - egal welcher weg es werden wird 😊
        lg

        Hallo,

        also erstmal, jeder sucht sich seinen Partner selber aus und du alleine bist dein Glückes Schmied.

        Ich finde schon, dass man nicht bei einem Tief gleich sein Partner verlassen sollte, aber hier scheint es ja grundlegend nicht ganz zu passen. Ballast muss man eben auch mal abwerfen.👆
        Wieso sich mit Menschen aufhalten die einen wirklich nicht gut tun?
        Es scheint ja nicht nur irgendeine Macke zu sein oder eine Phase die ihr gerade dutchleben müsst, sondern es scheint einfach nicht zu passen. Du erwartest etwas völlig anders von deinem Partner, welches dir dein jetziger nicht bieten kann.
        Entweder du findest dich damit ab oder du änderst etwas daran.

        Und... Kümmer dich um dich und dein Kind, sorg für eine neue Wohnung die nicht nur Arbeit bedeutet und wo ihr euch wohlfühlen könnt.
        Ich denke nicht nur dein Partner sorgt für deine Unzufriedenheit.
        Hast du Eltern oder Freunde die dir mal helfen könnten? Wo du dich mal öffnen kannst dass alles gerade zu viel ist?

        Ich wünsche dir alles Gute.

        • (4) 14.03.19 - 22:38

          Was ist denn mit dem Kindsvater? Ich finde ja, DER wäre doch in der Pflicht, Dich mit dem Kind zu unterstützen, so wie Dein Partner sich um SEIN Kind und seine Ex kümmert.

          Ganz ehrlich, ich bin selbst so eine Ex mit zwei Kindern, um die sich der Ex-Mann gut kümmert. Ich wäre ziemlich "pissed", wenn er eine Neue hat, die mir und den Kindern dann seine Unterstützung neidet und erwartet, dass er sich stattdessen um sie und um IHRE Kinder kümmert.

          Zum Glück sieht der Gesetzgeber das auch so. Also hol Dir das, was Du brauchst und was Dir zusteht, doch bei DEINEM Ex und erwarte nicht von Deinem neuen Partner, dass er sich so auf Euch einlässt, als hätte er selbst keine eigenen Kinder.

          Deine ganze Lebenssituation klingt so schlimm, ich glaube, das würden sich nicht viele Männer ans Bein binden wollen. Denke, du erwartest da ziemlich viel. Wenn Du meinst, Du findest einen, der das alles besser mitmacht, verlasse ihn, nur so wie Deine Lebenssituation klingt, glaube ich, es ist schon ziemlich schwer, einen Mann zu finden, der das überhaupt mitmacht, geschweige denn sich noch mit Zeit und Geld als Ersatzpapa einzubringen.

          Sorry, aber es gibt da draußen zig tausend andere Frauen, die einem Mann mehr geben als sie von ihm zurück wollen, das muss man sich ja auch mal bewusst machen, dass man mit der beschriebenen Ausgangssituation nicht gerade der Jackpot ist am Beziehungsmarkt. ;-)

          • Es geht darum sich in einer Partnerschaft gegenseitig zu unterstützen. Ich kümmere mich ja auch um seine Kinder und sage nicht, da ist doch die Exfrau für zuständig. Nur weil jmd schon mal verheiratet war und Kinder hat, hat er in seiner Folgebeziehung doch nicht den Freifahrtsschein sich nicht mehr zu bemühen, weil quasi ja schon erledigt.... Die Exfrau die alles in den Arsch gesteckt bekommt, kommandiert und bestimmt wie sie nur mag. Mit welchem Recht? Sie hat doch damals auch von ihrem Mann erwartet voll und ganz für sie da zu sein und die meisten tun das bis weit nach der Trennung und nehmen sich das Recht heraus aus Frust alle zu terrorisieren. Das ist nicht in Ordnung. Wobei es ja eigentlich traurig ist, dass alle beteiligten Frauen offensichtlich leiden, während die Herren das Spektakel noch genießen...

            • Tut mir leid, dass dein Leben nicht so läuft, wie du dir das vorgestellt hast. Du machst leider einen sehr verbitterten, missgünstigen und neidischen Eindruck. Wenn du gegenüber deinem Partner ähnlich argumentierst wie hier, wundert es mich nicht, dass er sich schnell angegriffen fühlt und diese Diskussion vermeidet.

              Du leistet doch einen tollen Job und könntest stolz auf dich sein! Krieg dein Leben ohne (unrealistische) Erwartungen an den Partner auf die Reihe.

      Hallo!

      Verstehe ich das richtig: ihr wohnt gar nicht zusammen, das Kind ist von einem anderen Mann, und Du willst, dass Dein Freund euch sowohl finanziell als auch durch aktive Mithilfe unterstützt? War das denn geplant mit zusammen wohnen und Mama-Papa-Kind-Beziehung?

      Aber er will eben offenbar wirklich nur eine Schön-Wetter-Freundschaft, nicht Frau und Stiefkind, für die er verantwortlich sein soll. Genau das will er eben nicht.

      Wenn ihr völlig unterschiedliche Dinge wollt von der Beziehung, dann klappt es eben nicht mit euch.

      Wollt ihr nicht zusammen ziehen? Dann würdest du auch Miete sparen und könntest das Geld in eine Putzfrau investieren. Ist er dir grundsätzlich zu egoistisch, oder will er keine gemeinsame Zukunft, trenne dich. Für eine nur halbherzig ausgelebte Beziehung bist du anscheinend nicht geschaffen. Mit einem Neuanfang hast du dann auch die Chance auf etwas Ganzes irgendwann. Ein Familienleben wünschst du dir ja anscheinend..

      Lebst du in einer Eigentumswohnung oder zur Miete? Falls zur Miete: verlange vom Vermieter, dass er das Heizungs- und Schimmelproblem löst. Andernfalls: Mietminderung. Dann kommt er schon in die Pötte......

      Fussball, Hobbys, Freunde deines Sohnes würde ich etwas einschränken. Arzttermine und Therapien nicht. Es ist schön, dass du deinem Sohn alle bieten willst, aber Du darfst nicht so viel tun, dass du selbst auf der Strecke bleibst.Unterscheide das Wichtigere vom weniger Wichtigem. Stichwort Freunde: kann er nicht in der Nachbarschaft seine Freunde ohne deine Mithilfe sehen?

      Wie wäre es mit einer gebrauchten Spülmaschine? Schau mal bei Ebay Kleinanzeigen.

      Du arbeitest so viel - da sollte eine Putzfrau alle 14 Tage für 3 Stunden drin sein, oder?

      Hier ein Link: https://ratgeber.immowelt.de/a/mieterrechte-bei-defekter-heizung.html

      So einen Tro....würde ich ganz schnell entsorgen!
      DU bist selbst verantwortlich für Dich
      Deinem Sohn solltest Du( es kann jetzt auch ein Aufschrei kommen) auch mit Medikamenten helfen,nimmt es so ein Ausmaß muss für beide Seiten schnell Hilfe her
      Ganz viel Kraft Dir!

      (10) 15.03.19 - 11:37

      Ihr habt da beide ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung.

      Wie Du schreibst, sucht er wohl er nur den Spaß und die Leichtigkeit mit Dir. Verantwortung, Versorgertum, eigenes Kind hat er durch "Altlast" bereits am Bein.

      Du hingegen suchst eine andere Form von Beziehung, ein füreinander Dasein und Einstehen.

      Wenn Du ehrlich zu Dir bist, dann passen Eure beiden Vorstellungen nicht zusammen, so schön es vermutlich ist, Zeit mit Nähe und Sex zu verbringen. Zu dem was Du Dir wünschst, ist er der falsche Partner. Wahrscheinlich tut das am meisten weh, sich das einzugestehen und es gibt keine Projektionsfläche mehr.

      Würdest Du bei Deiner jetzigen Haltung bleiben, dann wirst Du Dich längerfristig immer schlechter fühlen, da Neid und Missgunst Dein Denken bestimmen.

      Entweder nimmst Du die Beziehung so wie sie jetzt ist, ohne etwas ändern zu wollen oder Du machst Dich auf die Suche nach einem der die "Versorgerrolle" gerne einnimmt.

      Nach 1 1/2 Jahren ist es doch noch kein Stiefkind, ihr wohnt auch nicht zusammen und er hat wohl keine Lust auf Verpflichtungen,... was ist denn mit dem Vater des Kindes? Kann der Dich nicht mal entlasten?

      (12) 21.03.19 - 06:39

      Hallo Steffchen
      Vor kurzem hat mal jemand geschrieben "den Kindern kann es nur gut gehen, wenn es den Erwachsenen auch gut geht" und ich finde das völlig korrekt. Wie bereits viele vor mir geschrieben haben, auch meine Empfehlung: Fahr hier die Termine deines Sohnes herunter. Was hat er denn von dir, wenn du irgendwann ein Burnout hast und nicht mehr für ihn da sein kannst?

      Und auch mit deinem Job, diese Aussage >>Die knapp 4 h, die ich auf der Arbeit verbringe schaue ich permanent auf mein Handy<< finde ich krass. Nicht jeder Arbeitgeber würde das mitmachen. Mal davon abgesehen, kannst du deinen Job so noch fehlerfrei und korrekt ausführen? Pass auf, dass du nicht auf einmal ohne Arbeit da stehst..

      Hol dir die dir zustehende Hilfe vom Kindsvater oder Amt und schau dich nach Möglichkeit schnellstmöglich nach einer neuen Wohnung um. Schon nur ein sauberes, funktionierendes, schimmelfreies Umfeld wird schon viel Erleichterung bringen.

      Bezüglich der Ex deines Partners: Halte dich nicht damit auf, was SIE hat oder tut oder eben nicht tut. Das geht dich im Grunde genommen gar nichts an. Es bringt auch nichts. Ändern kannst du es sowieso nicht. Du musst für DICH und deinen Sohn schauen. Auch was und wieviel dein Partner verdient hat hier nichts zu suchen. Oder warst du darauf aus dir einen Goldesel zu angeln? Mit ihm würde ich insofern ein Wörtchen reden, wenn er dauernd bei dir ist und nichts tut, sprich: Die Füsse hochlegt und sich bekochen und betüdeln lässt. Dann kannst du ihm gerne mal sagen er soll doch das Geschirr machen oder sonst was.. Wenn es denn so sein sollte.

      Nur du kannst deine Situation ändern. Viel Glück!

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