Sohn weiß nicht wohin mit seiner Wut?!?

Hallo Ihr Lieben,

kurz zur Vorgeschichte. Ich bin seit 9 Jahren vom Kindspapa getrennt , unser Sohn ist 10 Jahre alt und aller 2 Wochen beim Papa. Laut Aussage vom Papa hat unser Sohn Probleme mit seiner Wut . wenn er provoziert wird (von einem anderen Kind) oder ihm etwas nicht passt rastet er aus und wird auch handgreiflich. Ich kenne das von unserem Sohn , als ich noch alleine mit ihm war. Ich war inkonsequent und habe viele Fehler in der Erziehung gemacht. Handgreiflich ist er mir gegenüber aber noch nie geworden, auch nicht in anderen Situationen. Diese Wutausbrüche gab es "nur"
Nun ist es so , dass ich seit 4 Jahren einen Partner an meiner Seite habe, der mich super unterstützt und Kraft gegeben hat, sodass ich nun konsequent bin und wir keine Probleme haben zu dritt. (klar gibts mal Auseinandersetzungen, aber nicht der Rede wert)

Nun ist es so, dass der Kindspapa ihn bei einer Art Coach anmelden möchte , damit unser Sohn lernt mit Wut umzugehen usw. .. Ein Gespräch diesbezüglich gab es schon gestern Abend. Nur leider nicht sehr zielführend , da er seine Mutter im Schlepptau hatte, obwohl ich dies ablehnte. Nun ja , meine Gedanken kreisen...Unser Sohn ist meiner Meinung perfekt wie er ist und es liegt nun an mir , ob ich dem zustimme oder nicht. Ich frage mich nur...warum muss es an unserem Kind liegen?!? Er ist ja augenscheinlich nur dort so , wieso das Kind dann von jemand Fremden "verbiegen" lassen?!?

Hatte hier vielleicht schon jemand so eine Situation und kann ein paar Tipps und Ratschläge geben? Bzw . ob jmd Erfahrungen mit so einem Coach hat?

LG Lisa

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Dein Sohn scheint ein Aggressionsproblem zu haben. Warum sträubst du dich so dagegen Hilfe anzunehmen?

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Bei mir zu Hause hat er eben kein Aggressionsproblem. Und ich denke daher , dass dies eventl. aus fehlender Konsequenz oder der anderen Situation beim Papa (2 weitere Kinder) entsteht. Die Ursache ist meiner Meinung nach nicht mein Sohn.

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Du schreibst, dass dein Sohn ausrastet, wenn ihm etwas nicht passt.

Ich vermute, dass du es deinem Sohn demnach oft recht machst, damit er keinen Grund dazu hat auszuflippen.

Des Weiteren seid ihr nur zu dritt. Es gibt keine anderen Kinder im Haushalt die ihn evtl. provozieren könnten.

Also hilf doch einfach deinem Sohn mit seinen Gefühlen besser umgehen zu können und stimme dem Coach zu.

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Solch ein Coaching soll ja nicht euer Kind "ändern" sondern wirft einen Blick auf das Gesamtgefüge, bestenfalls ändern sich dann Regeln, der familiäre Umgang und die Einstellung der einzelnen Familienmitglieder.

Wenn du Bedenken hast, erkundige dich nach dem Konzept.
Grundsätzlich sollte das positiv für euren Sohn sein.
Du darfst nicht vergessen, dass du ja nur einen Ausschnitt seines Lebens mitbekommst. Dasselbe wäre doch, wenn in der Schule Probleme auftreten, die du zu Hause gar nicht hast und deshalb nicht nachvollziehen kannst.
Ich würde dem zustimmen und zusammen mit dem Vater daran arbeiten.
Schon eine konstruktive Zusammenarbeit von euch Eltern ist ein guter Schritt.

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Ich habe mir ein Video zu dem Konzept angeschaut, es gefällt mir tatsächlich ganz gut. Dort geht es um Widerstandsfähigkeit, Selbstvertrauen u. a. auch um Mobbing online usw. Danke für den Tipp :)

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Mag ja sein, dass dein Kind bei dir durch ein anderes Auftreten von deinem Partner und dir anders reagiert als bei seinem Vater.
Mag auch sein, dass sein Vater Dinge falsch macht.

Aber egal wie: man hat nicht handgreiflich zu werden. Das weiß man mit 10 und er wird immer wieder in Situationen kommen, wo ihr Eltern gar nicht dabei seid.
Ich finde es gut, was dein Ex vor hat und du solltest dich zumindest ernsthaft damit beschäftigen. Niemand verbiegt dir dein Kind.

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Du hast vollkommen Recht. Lieben Dank dafür !

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Ich finde so ein Coaching eigentlich ganz gut. Es geht ja nicht darum, dass dein Sohn nicht OK ist, so wie er ist, und verbogen werden soll. Es geht darum, dass ihm, so wie er ist, in bestimmten Situationen die Werkzeuge oder Strategien fehlen, konstruktiv mit seinen Emotioenn umzugehen (zB wenn er laenger mit den Stief- oder Halbgeschwistern in relativ engem Kontakt klarkommen muss).

Egal wie toll wir sind, wir alle haben doch Dinge, die uns schwer fallen. Fuer deinen Sohn ist das zZt offensichtlich das Zusammenleben mit der Familie seines Vaters. Es ist gut moeglich, dass du recht hast, und das Problem darin liegt, dass der Vater nicht ideal mit der Situation umgeht, bzw nicht weiss, wie er das Problem am besten angeht. Also will er sich Hilfe holen. Das finde ich total OK.

Du sagst ja selbst, dass du auch Probleme in der Erziehung hattest. Dann kam dein Partner ins Spiel, hat dich unterstuetzt und dir geholfen das Problem zu loesen. Der Vater deines Sohnes ist nun in einer aehnlichen Situation. Da er offensichtlich nicht das Glueck hat, dass jemand Nahestehendes ihm da helfen kann, sucht er sich professionelle Unterstuetzung.

Soweit finde ich das Vorgehen gut und wuerde das unterstuetzen. Fuer dich ist es doch auch positiv, wenn es beim Vater zuhause besser laeuft.

Allerdings wuerde ich wohl den Ex darum bitten, den Coach kurz kennen zu lernen. Es gibt in dem Bereich auch ziemlich viele seltsame Gestalten, die mit Ansaetzen arbeiten, die ich nicht gut finde. Ich wuerde schon gerne wissen wollen, wer das ist.

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Lieben Dank für deine Nachricht :)

Ja das auf jeden Fall! Ich werde den Coach anrufen und fragen , was dort so gemacht wird. Und zum ersten Termin würde ich auch mit gehen, um den Coach kennen zu lernen.

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Hallo, einen Coach hatten wir damals nicht aber ein gutes Gespräch mit einem Klassenlehrer in der ersten Klasse. (Aber wenn Du die Chance hast, lass Dir natürlich ein Coachinggespräch geben.)

Unser Sohn hatte zeitweise auch ein kurzes Zündschnürle. Es war hier eher der Klassiker - wenn er beim Spielen verloren hat, ausgezählt wurde oder mal wegen einem Punkt an einem Sieg vorbeigescheuert ist.
Oder wenn andere ihn mal leicht frotzelten, da konnte der hochgehen wie Hades in „Hercules“.
Entweder wurde er wütend oder war schnell tödlich beleidigt und bockte dann bis in die Steinzeit und noch fünf Steine weiter.

Der Lehrer riet damals dazu, es mit Mannschaftssport und Kampfsport zu versuchen und so kam er ins Fußball und Ringen.
Beim Ringen gilt schon mal generell: es wird niemals außerhalb der Matte oder des Vereins gerungen. Wut oder Stress und Frust kann man beim Aufwärmtraining rauslassen aber niemals am Gegenüber.
Andere werden nicht grundlos angegriffen sondern nur im Ring, wenn man sich als Gegner gegenübersteht und dann nur mit Technik.
Es ist ein Sport, wo jeder mal gewinnen aber genauso auch mal verlieren kann.
Und dass man dort seine Emotionen im Griff haben muss, lernt mit Enttäuschungen umzugehen, fair ggü den Gewinnern zu sein und seine Punkte für das Team sammelt und nicht für sich alleine.
Ich zuerst/Ich will gewinnen etc gibt es da nicht.

Beim Fußball ist es genauso.

Und es hat wirklich viel gebracht. Er ist dort nicht das einzige Zündschnürl - aber wenn einem der Hitzkopf durchgeht oder geplärrt wird, dann geht es auch mal auf die Bank oder es müssen Liegestützen gemacht werden.

Ganz selten gibt’s hier und da mal eine Fehlzündung aber die regulieren die Jungs immer besser.
Diese beleidigte Tour hat aufgehört, er nimmt inzwischen Frotzeleien mit Humor und Ärgereien prallen immer mehr an ihm ab.

Eine Freundin hat ihren Sohn (auch ein Zünderle) ins Takewondo angemeldet. Auch mit guten Ergebnissen.

Bearbeitet von flamingoduck
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Lieben Dank für deine Antwort ☺️
Unser Sohn ist bereits seit über einem Jahr im Fußballverein, davor hat er Karate gemacht, aber das war überhaupt nicht seins. Der Fußball tut ihm sehr gut und er kann überhaupt nicht genug davon bekommen.. Ich bin bei allen Spielen dabei und auch so oft beim Training, ausgerastet ist er dort noch nie, obwohl er auch ein sehr schlechter Verlierer ist.

Ich werde das mit dem Coach angehen. Wie ich erfahren habe, ist mein Sohn dort aber immer alleine in den coachings, ich bin gespannt, ob er es gut annimmt ☺️