Liebe Mamis, liebe Papis - die Dauer Zuhause

    • (1) 14.08.19 - 14:40

      Hallo ihr lieben

      Ich lese immer öfters, das ihr euch Sorgen macht bezüglich nach einem Jahr wieder Arbeiten gehen, resp. ob es für die Kinder nicht zu früh ist in "Fremdbetreuung" zu gehen.

      Ich frage mich:
      - warum diese Sorge?
      - warum soll es zu früh sein?
      - warum ist es für euch zu wenig lang?

      Schätzt euch mehr als glücklich, das ihr solange Elterngeld bekommt, solange Zuhause bleiben könnt.
      Schätzt euch mehr als glücklich, das der Partner/Mann auch eine Zeitlang Zuhause sein kann.

      Ich komme aus der Schweiz.
      Was soll ich sagen, nach 14 Wochen heisst es wieder Arbeiten gehen, ausser man nimmt noch unbezahlten Urlaub.
      Wie schön wäre es für uns Schweizer, länger Zuhause bleiben zu können, länger als diese 14 WOCHEN, wo man das Kind erst anfängt zu verstehen, die Mobilität sich entwickelt, sie wacher werden usw.

      Geschweige denn die Väter...... 1 Tag bezahlt!


      Geniesst diese lange (dennoch kurze) Zeit.
      Für uns Eltern ist es viel schlimmer wieder Arbeiten zu gehen, die Kleinen machen das so gut und häufig ist es für sie überhaupt nicht schlimm.

      Liebe Grüsse
      Claudia mit Alyah (Samstag 1 Jahr alt😍)

      • (2) 14.08.19 - 15:02

        Ja, wo anders ist es vielleicht noch „schlimmer“. Da gebe ich dir Recht. Aber nichts desto trotz ist das System in Deutschland halt auch nicht perfekt.

        Ich möchte eben schon was von meinem Kind haben. Ich habe mich bewusst für ein Kind entschieden. Ich finde 1 Jahr auch noch zu klein, um mein Kind Vollzeit abzugeben. Ist ja aber eine persönliche Sache.

        Wir haben gespart und mit dem Elterngeld kann ich es mir leisten, 2 Jahre zu Hause zu bleiben. Für uns ist es eben richtig so und zum Glück möglich! Eigentlich finde ich nicht, dass ich mich für diese Entscheidung rechtfertigen muss!

        Elterngeld gibt es in Deutschland übrigens auch noch nicht immer! Meine Mama hat damals gar nix bekommen und blieb trotzdem 3 Jahre zu Hause (reich sind meine Eltern nicht!).

        Also, vielleicht solltet ihr Schweizer mal für ein bisschen mehr Familienfreundlichkeit „kämpfen“ ;)

        • (3) 14.08.19 - 15:44

          Schwierig für mehr Familienfreundlichkeit zu kömpfen, wenn die lieben "Höchsten" der Schweiz bei Abstimmung für 2 Wochen Vaterschaftsurlaub die Augen verdrehen🙈

          • Die meisten Schweizer dürften finanziell mit dem gesetzlichen Mindestanspruch plus dazu noch einigen Monaten unbezahltem Urlaub oder Pensumsreduktion netto und kaufkraftbereinigt langfristig deutlich besser fahren als Deutsche. In solchen Fragen (der Staat erlässt Regeln vs. Mitarbeiter und Arbeitgeber handeln sich ihre eigenen Regeln aus) sieht man vor allem den Mentalitätsunterschied zwischen Deutschland und der Schweiz, übrigens auch daran, dass Arbeitgeber in Deutschland die relativ grosszügigen Regelungen für Arbeitnehmer durch Dauerpraktika, befristete Arbeitsverträge, Scheinselbständigkeit, Erfolgsprämien mit sehr tiefem Fixlohn anstatt normalen Löhnen u.ä. zu unterlaufen versuchen.

            Hart ist es für allem für die, die keine Verhandlungsmacht besitzen, hauptsächlich Leute im Niedriglohnsektor. Letztlich ist es in Deutschland auch so. Leute in den schlechten Jobs oder auch gut ausgebildete Junge haben in Deutschland häufig für sie einseitig nachteilige Verträge.

      (5) 14.08.19 - 15:34

      Hi,

      Da gebe ich dir vollkommen recht!
      Es gibt so wenige Länder auf dieser Erde in denen es uns so gut geht wie in Deutschland.
      Nicht nur auf das Elterngeld/die Elternzeit bezogen!

      Nach 14 Wochen wieder arbeiten gehen zu müssen ist echt hart 😢.

      Aber die deutsche Mentalität ist leider so...selten mit was zufrieden.

      Lg

      (6) 14.08.19 - 15:46

      Eine gute (!!!) Fremdbetreuung schadet zwar nicht, aber sie hat auch keinen Mehrwert... es sei denn, das Kind wird daheim vernachlässigt, aber das fängt eine Fremdbetreuung a la Kita nicht auf.

      Nur weil wir einen guten Standard haben, heißt es doch nicht, dass es für alle optimal ist.

      Ich verstehe diesen Post aber nicht ganz... es hat doch gerade niemand gejammert, oder?

      • (7) 14.08.19 - 15:52

        Kennst du die neuesten Studien zu diesem Thema?

        (8) 14.08.19 - 15:56

        Ich habe auch nicht geschrieben das es jetzt gerade war, man liest es einfach öfters. Es soll nur zum Vergleich sein, wie es bei uns Schweizer ist..

        Niemand soll sich angegriffen fühlen, aber einige verstehen danach das es auch viel schlimmer sein kann

        • (9) 14.08.19 - 16:03

          Dein Beitrag ist ein Appell an "die anderen", was man an der Häufung von Imperativen erkennen kann. Durch die mehrmalige Aufforderung, sich glücklich zu schätzen, erzeugst du eine Gefälle, das ich persönlich (also meine Meinung) nicht ok finde.

          Ich verstehe deine Not, finde das auch unter aller Kanone, wie es dir/euch geht.
          Aber dir geht's nicht besser, auch wenn wir weniger jammern. #liebdrueck

      (10) 14.08.19 - 21:09

      Unsinn!

Selbstständig - bis zur Geburt gearbeitet und auch gleich danach wieder.
Warum? Weil ich keinerlei Gelder bekomme.
Ich jammer aber trotzdem nicht..

Wir wohnen in der Schweiz, unter dem Strich sind wir beide glücklich, dass unsere Tochter nach einem halben Jahr zwei Tage pro Woche in Fremdbetreuung ist und meine Frau 60% sowie ich 80% arbeiten gegangen ist. Es gibt Vor- und Nachteile in verschiedenen Systemen, Mütter, denen der Kontakt zum Arbeitsumfeld fehlt, finden in Deutschland z.B. viel schwerer Verständnis oder artikulieren ihre Gedanken gar nicht erst. Meiner Frau ist z.B. durchaus die Decke auf den Kopf gefallen.

Abgesehen von der rein gesetzlichen Lage, würde ich die Situation in der Schweiz nicht als weniger elternfreundlich als in Deutschland erleben, vor allem, weil ich via die Verwandtschaft meiner Frau weiss, wie die tatsächliche Lage in Deutschland ist. Wir haben hier zwar keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz bei uns in der Nähe, haben aber mühelos einen gekriegt, bei einigen Freunden in Deutschland ist es genau umgekehrt.

Dazu kommt, dass man sich in der Schweiz durch die höheren Nettolöhne vielfach effektiv mehr leisten kann als in Deutschland, z.B. wie bei uns das Pensum dauerhaft zu reduzieren oder mehrere Monate unbezahlten Urlaub zu nehmen. Mir ist allerdings auch bewusst, dass das zwar auf viele zutrifft, besonders auf Schweizer Bürger, die an Volksabstimmungen teilnehmen können und die in der Regel nicht die schlecht bezahlten Jobs machen, nicht aber für die Leute in den schlecht bezahlten Jobs, z.B. in der Gastronomie. Für Leute, die wirklich nur das kriegen, was der minimale gesetzliche Anspruch ist, ist die deutsche Variante sicher besser.

(13) 14.08.19 - 16:46

Hi Claudia,

ich hab ja erst zu dem Thema gepostet. 14 Wochen finde ich extrem hart! Da hatte ich meinen Rückbildungskurs noch gar nicht fertig geschweige denn irgendeinen Rhythmus mit dem Baby. Da habt ihr meinen vollsten Respekt!

Genauso wie Eltern von mehreren Kindern, Mehrlingseltern sowieso, Alleinerziehende, Eltern von kranken oder behinderten Kindern - fühlt euch alle gedrückt 💓💓💓💓💓💓💓

Ich bin so eine privilegierte Mama, die im PEKiP mit den anderen Mamas darüber spricht, ob Kinder ausschließlich Bio essen sollten 🙈 und ich habe jetzt schon Mitleid mit den späteren Lehrern, der Helikopter steht schon parat 🤷‍♀️

Deinen Hinweis, dass die Kleinen es weniger schlimm finden als die Eltern, finde ich aber noch mal gut.

Wird Zeit, dass ich wieder arbeiten gehe und meine Kollegen mit meinem Perfektionismus nerve, statt alles an meinem Baby auszulassen 😀

(14) 14.08.19 - 18:32

Hallo,

und in Afghanistan kämpfen junge Mädchen um Bildung und Selbstbestimmung, sei froh, dass du arbeiten gehen darfst.
Sorry, aber schlimmer geht immer.

Weißt du, das ist alles ein bisschen kurz gedacht. Ich sehe, was mein Mann jeden Monat an Lohnsteuern und Sozialabgaben zahlt. Da würde so mancher Schweizer wahrscheinlich weinen (oder lachen, dass wir das hier so machen).
Elterngeld und Elternzeit sind kein Geschenk an uns Deutsche.

Ich persönlich jammere übrigens niemals über meine Situation. Ich bin überaus glücklich darüber, dass ich bei jedem Kind drei Jahre daheim bleiben kann.
Das würden wir bei gleichem Verdienst aber sehr wahrscheinlich überall auf der Welt so handhaben. In unserem Fall hat es etwas mit Überzeugung zu tun (das heißt im Umkehrschluss nicht, dass ich gegen frühe Betreuung bin. Ich wollte es aber für meine Kinder nicht).

LG

(15) 15.08.19 - 01:38

Huhu,

man kann finde ich nicht urteilen, wenn man es nicht anders kennt.
Würdest du in Deutschland leben und wüsstest nicht wie es in der Schweiz ist, würdest du auch denken das die Zeit mit dem kleinen viel zu kurz ist.

Ich selbst habe nur 1 Jahr Elternzeit genommen und arbeite danach 1 Jahr von Zuhause aus. Ich möchte mehr Zeit mit meinem Kind verbringen und es nicht nach einem Jahr schon abgeben, ist für mich nicht einfach. Ich kann nicht mal das Kind an meine Eltern für eine Stunde abgeben ohne einen halben Herzinfarkt jedes Mal zu erleiden.

Außerdem hab ich Angst, da ich nie weiß wie es in den Kindergärten wirklich läuft. Ich male mir immer das schlimmste aus. Gibt ja genug Nachrichten über Freaks.

In meinen Augen ist es jedem selbst überlassen, wie lange er mit dem kleinen bleiben möchte und wenn ich in Deutschland lebe, kann ich dies auch nutzen. Egal ob 1 Jahr oder eben 2 Jahre. :)

Ich bin ein bisschen erstaund über die Antworten und den "Gegendwind", die du bekommen hast bzw. den dein Post hier verursacht hat.
Meiner Meinung nach hast du vollkommen recht. Wir haben es gut, aber ich denke es liegt einfach auch in der Natur des Menschen, tendenziell eher unzufrieden zu sein und dies dann vor allem auch zu kommunizieren. Zufriedene Working-Moms findet man wahrscheinlich eher selten bei urbia...
Ich bin eine von denen, die nach wenigen Monaten wieder arbeiten gegangen ist. Mein Sohn ist 10 Monate und gerade in der EIngewöhnung in der Kita, welche er sogar Vollzeit besuchen wird.
Ohne Elterngeld hätten wir jetzt noch kein Kind bekommen (können), weil einfach zu viel Geld monatlich weggefallen ist, selbst mit Elterngeld mussten wir für die wenigen Monate einiges ansparen. Ohne hätten wir noch sehr lange sparen müssen. Deswegen bin ich froh, dass es diese Möglichkeit gibt. Wenn ich allerdiings sehe, wie viel Steuern ich zahle, denke ich ab und an schon, dass ich das verdient habe ;-)

Übrigens gehe ich Vollzeit arbeiten und das sehr gerne. Wobei ich zugeben muss, dass ich gerne auf 35 oder 30 Stunden reduzieren würde, einfach um etwas weniger Stress zu haben. Das hat aber eher mit meinem Anspruch zu tun, alles unter einem Hut zu bekommen - Baby, Arbeit, Partnerschaft, Haus, Haushalt, etc.
Mir ist zu Hause die Decke auf dem Kopf gefallen, was mir erst wirklich bewusst wurde, als ich wieder arbeiten war. Mehrere Jahre "nur" Mama sein, würde mir absolut nicht reichen. Aber damit stehe ich oft alleine da.

Top Diskussionen anzeigen