Erfahrung zu Englisch mit Baby

Hallo zusammen!

ich habe mich über die Vor- und Nachteile einer zweisprachigen Erziehung informiert. Ich stimme den Studien und Erfahrungen zu, dass man auch als Nicht-Muttersprachlerin, sein Kind in einer Fremdsprache erziehen kann / soll - SOFERN man sich dabei wohl fühlt und Durchhaltevermögen hat.

Kurz um wir haben uns entschlossen einfach mal einen Testmonat zu machen, in dem ich schaue, wie es mir und uns als Paar dabei geht: sprich ich spreche mit dem Baby ausschließlich Englisch und mein Partner Deutsch.

Da ich bisher nichts dazu im Forum gefunden habe, würde ich mich über eure Erfahrungen und Tipps dazu freuen. Es gibt ja leider auch kaum Literatur etc. Falls ihr zum Beispiel gute Reime, Lieder, Fingerspiele für Babys habt - wäre das super!

Danke

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Ich finde ehrlich gesagt nicht, dass man nur mit einer Sprache sprechen sollte, "nur" weil man sich wohlfühlt.
Wohlfühlen und sehr gut beherrschen ist auch nicht das gleiche.
Ich kann mit meinem spanisch überleben, fühle mich wohl, was äußern zu können, sodass mich mein Gegenüber definitiv verstehen kann, aber ich weiß, dass ich meinem Kind falsche Sachen beibringen werde, weil ich es nicht gut/perfekt beherrsche.
Hoffe, du weißt, was ich meine.

Ansonsten wie bereits erwähnt, auf Youtube Kids gibt x englische Programme auch zum Erleben vom Alphabet, Lieder, Reime etc pp

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danke für deine Meinung / Tipp

Eine Anmerkung: ich habe mich lange damit und auch mit anderen auseinandergesetzt.
wenn man eine Sprache nur weitergeben soll, wenn man sie perfekt spricht, dann sollten viele Eltern auch nicht Deutsch mit den Kindern sprechen :)
wohlfühlen heißt für mich - ich habe keine Scheu die Sprache im Alltag überall zu verwenden - insbesondere auch wenn Gefühle ins Spiel kommen

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Ja das habe ich schon verstanden und nebenbei Bemerkt, sieht man ja leider auch allzu oft, dass es eben genau deshalb in die Hose geht...
Mit Scheu etc hat das auch nichts zu tun...

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Einfach egal was - den ganzen Tag in englischer Sprache mit ihr reden. Dazu gibt's jedes Kinderlied in Englisch. The wheels on the bus. Twinkle twinkle little star etc pp.

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Hi,
einfach mal nach englischen Kinderliedern und Büchern schauen. Da gibt es ja wahnsinnig viel. Das Wichtigste ist aber mit dem Kind dann wirklich ausschließlich auf Englisch zu sprechen und das nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs, obs im Supermarkt, Kinderarzt, Spielplatz oder sonst wo ist. Dann gibt es auch kein deutsches Kinderlied, kein deutsches Vorlesen usw. Muss man eben durchziehen. Eine bilinguale Kita oder englischsprachige Spielgruppe wär evtl. auch was. Bein englischt hat man unzählige Möglichkeite. Wir erziehen auch zweisprachig, jedoch sind es in unserem Fall Muttersprachen. Ich kann sagen, man gewöhnt sich dran, aber wenns nicht die Muttersprache ist, fände ich es glaub ich schwierig.
Worauf ich achten würde, ohne natürlich dich oder keine Englischkenntnisse zu kennen, ist dem Kind die Sprache auch fehlerfrei beizubringen. Ich hab da ein ganz interessantes Beispiel im Freundeskreis, wo das Kind trotz deutscher Kita nur das mittelmäßige Deutsch seiner Mutter von sich gibt. Da meinte die Mutter, die muss mit dem Kind deutsch sprechen, um es auf die deutsche Kita vorzubereiten und das ging eher nach hinten los

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Danke - werde weitersuchen, bisher habe ich eher Materialien für Kinder ab 2/3 Jahren gefunden. Falls du konkrete Tipps für Babies hast, sehr gerne!

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Allein wenn du bei Amazon sowas wie Baby / Infant Books eingibst, kommt einiges. Die Altersempfehlungen sind ja eh nicht immer relevant. Auch ein Bilderbuch mit kurzen Texten und klare Zeichnungen kann was sein. Wir haben ne Menge Bücher, die ab 2 sind und die wir schon mit 7-8 Monaten genutzt haben. Genauso “lese” ich sehr vieles frei übersetzt vor, da ich gerade Coronabedingt lange nicht mehr zuhause war und Bücher in meiner Sprache hier eine Rarität sind. Hauptsache die sind Grafisch nicht überladen und man erzählt was dazu.

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Ehrlich gesagt sehe ich es kritisch, wenn man ein Kind zweisprachig erziehen möchte, wo eine Sprache keine Muttersprache der Mutter oder des Vaters ist. Auch wenn man es nicht möchte oder es einem nicht auffällt: die Wahrscheinlichkeit ist doch recht hoch, dass man dem Kind mal etwas falsches beibringt (Vokabel, Grammatik etc.) oder ein Wort/mehrere Wörter einfach anders ausspricht, da man kein Muttersprachler ist.

Ich glaube die meisten Eltern würden ihren Kindern gerne mehrere Sprachen beibringen - ich schließe mich da nicht aus ;-) Dennoch habe ich mich dazu entschieden, dass mein Kind primär erst einmal Deutsch lernen soll und ich dann - wenn sie ca. 3-4 Jahre alt ist - regelmäßig Englischkurse für (Klein-)kinder mit ihr besuche bzw. die Tiptpi-Bücher zum Englisch lernen mit ihr machen. Damit die Kinder auch etwas davon haben muss man als Elternteil natürlich auch bereit sein, dass dann zu Hause zu unterstützen, auch regelmäßig Übungen mit dem Kind zu machen und vorallem auch dran zu bleiben! Ich hoffe dabei weniger, dass mein Kind die Sprache wie eine Muttersprache beherrscht, möchte ihr so aber den Einstieg in die englische Sprache erleichtern.

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Ich finde es super, dass du dich viel damit auseinander gesetzt hast und es praktisch nicht einfach mal so drauf los machen willst. Ich kann dir trotzdem nur raten, es dir nochmal gut zu überlegen.
Ja klar, es ist verlockend. Aber 2 Gründe sprechen für mich dagegen.
Grund 1: Ich habe mich im Studium viel mit zweisprachig aufwachsenden Kindern beschäftigt und ich kenne absolut niemanden, der guten Gewissens empfiehlt sein Kind im Alltag dauerhaft mit "Schulenglisch" zuzutexten. Man sollte, wenn man das wirklich möchte, vorher mindestens 1 Jahr in einem englischsprachigen Land gelebt und die Sprache neben der Schule nochmal von Muttersprachlern gelernt und viel gesprochen haben. Aber selbst dafür muss man sich wirklich ins Zeug legen und die Sprache vor allem grammatikalisch auch richtig lernen wollen, die meisten schaffen das z.B. während einem High School Jahr nicht, obwohl sie wiederkommen und behaupten sie können jetzt perfekt englisch. Die Selbstwahrnehmung stimmt da leider selten mit der Realität überein.
Und da komme ich auch zu meinem 2. Grund:
Ich erlebe es seit ein paar Jahren hautnah in der Familie, wie ein Kind mit Schulenglisch aufwächst, das angeblich 1a ist. Und leider ist es das so absolut gar nicht, ich könnte mir teilweise die Haare raufen. Da sind so grobe Vokabular- als auch Grammatikfehler an der Tagesordnung, ein richtiges Sprachgefühl kann so definitiv nicht entstehen.

Überlegt am besten nochmal, ob es für euch nicht doch ausreicht, euer Kleines einfach spielerisch von Anfang an immer mal mit der Sprache in Kontakt kommen zu lassen. Das geht zum Beispiel über Fingerspiele, Bücher, Lieder, irgendwann englisches TV. Alles aber nur in Maßen, mit Spracherwerb sollte das meiner Meinung nach in den ersten Lebensjahren nichts zu tun haben. Den Sprachklang immer mal wieder zu hören, kann aber nicht schaden.
Es gibt auf YouTube viele Videos mit englischen Kinderlieder-Ohrwürmern. Die hört man sich ein paar Mal an und singt sie dann auf immer und ewig. 😉 Einfach mal danach suchen und "englische Kinderlieder" oder so eingeben.

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Ich stimme dir in einigen Punkten zu! Nur als Info: ich habe viele Jahre im Ausland gelebt und spreche täglich ausschließlich Englisch im Büro. Im Umkreis und in der Familie kenne ich viele Fälle von Zweisprachigkeit - ich war auch mehrfach Au-pair. Nur meist Spanisch, Französisch und eben nicht Englisch :)

Ich würde auch nicht ausschließlich mein Kind Englisch erziehen sondern später in zweisprachigen Kindergarten, Englischgruppen, Urlaub in englischsprachigen Ländern etc... wo ich noch nicht soviel gefunden habe ist für das Baby-Alter. Da bin ich genau auf der Suche nach geeigneten Materialien die du erwähnt hast, werde wohl noch weiter googeln :)

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Ich halte davon nichts. Ich lebe seit mehreren Jahren im englischsprachigen Ausland und würde trotzdem nicht auf die Idee kommen, mit meinem Kind Englisch zu sprechen. Natürlich ist mein Englisch nach der Zeit sehr gut und mir wird auch gesagt, dass man nicht hört, dass ich Deutsche bin, wenn ich Englisch spreche. Dennoch ist Deutsch nun mal meine (einzige) Muttersprache, sodass ich mit meinem Kind nicht Englisch sprechen würde, sondern eben nur Deutsch.

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Nicht falsch verstehen: aber ich finde es schade, dass nicht nur du sondern viele meine Entscheidung kommentieren - wobei ich eigentlich um Erfahrungen gebeten haben, wie es am besten funktioniert... vielleicht wurde das ja auch überlesen

Wir bleiben bei unserer Entscheidung nach reiflicher Überlegung, Austausch mit Experten und positiven Erfahrungen von Kollegen etc.

Und ich freue mich weiterhin über Tipps WIE MAN ES AM BESTEN UMSETZT. Danke!

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Ja, dann streiche den ersten Satz. Der Rest des Kommentars ist meine wertfreie Erfahrung. Meine Tochter wächst zweisprachig auf, ich spreche meine Muttersprache, mein Partner seine. Wenn ich mir vorstelle, mein Partner würde mit meiner Tochter Deutsch sprechen... Naja. Muss wirklich nicht sein und ich fände es schon etwas seltsam. Sein Deutsch ist gut, mein Englisch auch, aber es ist eben doch etwas ganz anderes, wie man beispielsweise Emotionen o.ä. in seiner eigenen oder eben einer anderen Sprache vermittelt. Ich finde es irgendwie erschreckend, wie viele Eltern sich heutzutage dafür entscheiden, quasi auf biegen und brechen ihr Kind zweisprachig zu erziehen, obwohl es ja auch überhaupt keinen kulturellen Hintergrund dafür gibt und man eine Fremdsprache einfach anders vermittelt als die Muttersprache.

Ein Erfahrungswert außerhalb meiner eigenen Kindererziehung: Ich kenne eine Familie mit drei Kindern. Vor der Geburt des dritten Kindes haben sie ein paar Jahre in den USA gelebt. Aus diesem Grund sprechen die Eltern mit dem jüngsten Kind Englisch, damit er nicht "ausgeschlossen" ist. Das Kind spricht jetzt Englisch mit einem deutschen Akzent...

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Hallo :-)

ich lebe mit meiner 15 Monate alten Tochter und meinem britischen Mann in England. Mit meiner Tochter versuche ich nur Deutsch zu sprechen, was mal mehr und mal weniger gut funktioniert. Sie versteht aber definitiv was ich ihr auf Deutsch und auch auf Englisch sage.

Jetzt habe ich noch eine mittlerweile 6 jährige Stieftochter, die ich kenne seit sie anderthalb ist. Mit ihr habe ich immer nur englisch gesprochen und mir da Anfangs auch Gedanken gemacht ob ich ihr da jetzt ganz viel Falsches beibringe. Im Endeffekt ist das nicht passiert, obwohl sie manchmal Wörter "Deutsch" ausgesprochen hat.

Aber ganz ehrlich, wen stört das denn? Alles was man seinem Kind extra mitgeben kann sollte man mMn auch machen. Und wenn du unterstützt von muttersprachlichen CDS, Videos, etc. bekommt deine Tochter ja auch die "Richtige" Version mit. Bei uns sind z. B. Alle CDS, Geschichten und Tonies für meine Tochter auf Deutsch. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dein Ziel nicht ist, dass dein Kind mit 3 Jahren fliessend spricht.

Und weisst du was? Nach so langer Zeit im Ausland vergesse ich auch öfter mal den deutschen Satzbau oder die richtigen Vokabeln und bringe ihr entsprechend auch nicht alles so bei wie man sollte ;-)

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Vielen Dank für deine Erfahrung und Tipps!

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Hallo,

Bei Kind 1 habe ich teilweise Englisch geredet. Teilweise deshalb, weil ich beispielsweise in der Spielgruppe Deutsch gesprochen habe. Falls du Netflix hast, kann ich dir "little Baby bum" empfehlen. Dort sind viele viele Kinderliederklassiker, bei denen man die Sprache auf Englisch umstellen kann. Mein Sohn konnte sich gut unterhalten, allerdings kam irgendwann (mit 4,5 etwa) plötzlich der Moment, an dem er immer sagte: "Mama sprich richtig mit mir" - er meinte Deutsch. Das habe ich dann respektiert und leider ging einiges wieder verloren. Es kommt aber schnell wieder, wenn wir unsere Verwandten besuchen.

Was die generelle Diskussion angeht: Auf die Gefahr hin, dass jetzt die Steine fliegen: Ich sehe es genauso wie du. Auch wenn das, was du weitergibst, nicht perfekt sein sollte, lernt das Kind mehr als wenn du es gar nicht erst anfängst, weil du nicht perfekt bist.

Ich bringe meinem Kind auch Dinge bei, die ich nicht perfekt kann... Gute Freunde von mir sprechen auch teilweise Englisch mit ihren Kindern obwohl sie keine Muttersprachler sind und diese verstehen wirklich viel auch wenn sie dann meist auf deutsch antworten... Sie sprechen auch beide wunderbar deutsch also sehe ich nicht, wo ihnen die zusätzliche Sprache "etwas weg nimmt".

LG :)

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Super vielen Dank für deine ehrliche Erfahrung - das hilft total weiter! Werde mir gleich deinen Netflix Tipp anschauen!

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Naja, meine Mutter hat auch in einer Fremdsprache (Deutsch) mit mir gesprochen. Das Resultat ist, dass ich muttersprachlich deutsch kann, weil das ganze übrige Umfeld deutschsprachig ist, mit meiner Mutter allerdings in meiner Kindheit und Jugend nie tiefgreifendere Gespräche führen konnte, weil ihre Deutschkenntnisse hlat limitiert sind und sie Feinheiten nicht mitkriegt und ihr Vokabular beschränkt ist.

Ich kann englisch auf Niveau C2, mein ganzes Arbeitsumfeld ist englischsprachig. In meinem Fachbereich kann ich mich präzise auf englisch ausdrücken. Ich wüsste aber nicht ohne nachsehen, wie Strampler auf englisch heisst. Das ist ein Wort, das in meiner englischsprachigen Realität schlicht nie vorkommt. Ich kann auch keine Kinderlieder, keine Abzählreime und auch sonst nichts, was für ein Baby oder Kleinkind von Relevanz wäre.