Gibt es so etwas wie eine hormon/schwangerschaftsbedingte Morphea?

    • (1) 18.09.13 - 10:57

      Schoenen guten Morgen,

      Eine Diagnose hab ich schon, lokalisierte Morphea. Ich kann aber im Netz nur etwas dazu finden, wie eine bestehende Morphea durch eine Schwangerschaft beeinflusst wird. Meine Frage ist aber, ob eine Morphea auch durch einen Schwangerschaft ausgeloest werden kann und nach Ablauf der Stillzeit wieder verschwindet koennte?

      Zur Erklaerung, meine Geschichte ist folgende:
      In der ca. 12 Schwangerschaftswoche fand mein Mann auf meinem Rücken 2 dunkle Verfärbungen (ca. 10cm) die sehr wie Hämatome aussahen. Wir haben uns nichts weiter dabei gedacht und abgewartet, nach einem Monat waren diese Flecke jedoch unverändert, was ja eher untypisch für ein Hämatom wäre. Beim nächsten Kontrolltermin fragte ich meine Gynäkologin was das sein könnte, sie wusste es nicht und schickte mich zum Hausarzt, der mich zum Dermatologen schickte. Dieser diagnostizierte eine lokalisierte Morphea und empfahl Ultraschall, Hautbiopsie, Serologie (ANA, ENA etc.). Eine Therapie verschrieb er nicht.

      Da mir vor allem die Punch-Biopsie in der Schwangerschaft nicht geheuer ist, fragte ich einen befreundeten Spezialisten für Autoimmunerkrankungen und speziell Systemische Sklerose um eine zweite Meinung. Er stimmt mit dem Dermatologen überein, dass es eine lokalisierte Morphea ist, hält allerdings sowohl den Ultraschall als auch die Hautbiopsie für unnötig und würde, solange die Flecken sich nicht verändern, abwarten, was nach Geburt und Abstillen passiert. Auch die Serologie sieht er als wenig aussagekräftig, da manche Autoimmunitaetsmarker falsch-positiv in der Schwangerschaft sind.

      Seiner Meinung nach, wurde die Morphea durch die Schwangerschaft bzw. Hormonumstellung verursacht und es besteht eine relativ große Chance, dass diese sich von alleine zurückbildet.

      Liebe Grüße
      Rine
      (P.S. Ich bin Biologin/Immunologin und arbeite in der Forschung an SSc)

      • Guten Morgen Lepidottero,

        Sie haben völlig Recht, hormonelle Einflüsse bei der Entstehung einer Morphea sind immer wieder vermutet worden. Allerdings ist nicht genau bekannt, wie und wodurch die Erkrankung ausgelöst wird, und die hormonellen Veränderung während einer Schwangerschaft sind allenfalls ein Faktor von mehreren. Leider ist auch nicht zu erwarten, dass nach dem Abstillen die Hautveränderungen sofort verschwinden. Die Prognose der lokalisierten Morphea ist trotzdem gut, meistens bilden sich die Stellen langsam zurück und es bleibt nur ein stärker pigmentierter Fleck.
        Wie lange es dauert, bis die Hautveränderungen abgeheilt sind, kann man für den einzelnen Patienten nicht vorhersehen. Wenn es sich um einen typischen Befund handelt, kann, besonders in der Schwangerschaft, auf eine Biopsie verzichtet werden; diese kann jedoch sinnvoll sein, um andere Erkrankungen auszuschließen. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, müssten Sie mit Ihrem Hautarzt besprechen.

        Mit freundlichen Grüßen, ihr
        Team.derma

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