Endlich mal Trecker fahren

Traktorenmuseum: Ein Abenteuerspielplatz

Zu einem richtigen Abenteuer für Jung und Alt wird ein Ausflug in das niederrheinische Sonsbeck: Dort befindet sich Deutschlands größtes Traktorenmuseum.

Autor: Andrea Grüten
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Traktorenmuseum Sonsbeck: Unimog und Straßenwalzen

Traktorenmuseum
Foto: © Traktorenmuseum Pauenhof

Was fasziniert Kinder besonders? Wenn sie etwas hautnah miterleben, was sie normalerweise nur in Büchern sehen: zum Beispiel Traktoren. „Booh, echt Klasse.“ Begeistert stürmen Jonas (3) und Marco (5) auf das Gelände. Wir stehen auf einem ehemaligen Bauernhof, einem Schmuckkästchen in der idyllischen Landschaft des Niederrheins: dem Pauenhof. Was die beiden Dreikäsehoch so aus dem Häuschen bringt: Hier in Sonsbeck bei Xanten verbirgt sich Deutschlands größtes Traktoren-Museum.

340 Traktoren: Ein Spielplatz besonderer Art

Über 340 Trecker aller Marken und Altersklassen stehen auf dem fünf Hektar großen Gelände und warten mit vielen anderen Attraktionen auf die Besucher. Doch der Pauenhof ist nicht nur etwas für eingefleischte Technikfans. Der Familienausflug wird gleich am Eingang des Pauenhofes unterbrochen - auf einem ganz besonderen Spielplatz: Eine Seilbahn mit Reifen, eine Riesen-Wippe sowie andere schöne Spielgerüste, zum größten Teil aus alten landwirtschaftlichen Maschinenteilen zusammengeschweißt, und natürlich ein Trecker zum Klettern sorgen dafür, dass wir die beiden Kurzen nur mit großer Überredungskunst in die Hallen locken können, in denen die zahllosen Ausstellungsstücke stehen.

Doch die Jungen beruhigen sich diesmal recht schnell wieder: Es gibt einfach noch zuviel auf dem Pauenhof zu sehen. Auf dem ehemaligen Bauernhof stehen nämlich nicht nur fachmännisch restaurierte Traktoren, die in der Sonne um die Wette blitzen. Alte Landmaschinen wie Pflüge, Häckselmaschinen oder Kartoffel-Lege-Automaten lassen die Geschichte der Landwirtschaft lebendig werden. Dazwischen steht dann noch der ein oder andere Unimog sowie mehrere Straßenwalzen. Man steckt auf jeden Fall die Nase in die Luft und es riecht überall nach Heu. Einbildung oder Realität? Egal. Was geboten wird, ist einfach spannend. Nicht nur für die Kleinen.
„Das ist eine lange Geschichte“, sagt Johannes Troost auf die Frage, wie er auf die Idee kam, dieses Traktoren-Museum aufzubauen. Dabei streicht der Landwirt liebevoll über sein wertvollstes Stück - einen weißen Traktor der Elektro Firma Zanker.

Auch Porsche stellte Landwirtschafts-Maschinen her

Bis 1988 wurden auf dem Pauenhof noch Ferkel gezüchtet. Dann entdeckte Troost, der 1960 vier Bundespatente in Landmaschinen erwarb, immer mehr seine Vorliebe für die alten Schätzchen. Doch bereits vorher brach in Troost der Sammler durch. Immer wieder durchforstete er Fachliteratur, hielt überall Augen und Ohren offen. Und so kam, manchmal auf recht unkonventionellen Wegen, das ein oder andere Schätzchen auf den Pauenhof. Darunter natürlich Klassiker wie Lanz oder, man glaubt es kaum, Porsche. Besonders die 50er Jahre, als in Deutschland der Trecker-Boom ausbrach und jeder Landwirt sein Fendt Dieselross oder einen anderen kleinen Traktor haben wollte, sind zahlreich vertreten. Schließlich gründete Troost das Museum, das auch schon Prominente wie Hans-Dietrich Genscher faszinierte. Und der Pauenhof ist ein Fulltime-Job. Nicht nur die Traktoren, deren Herkunft und Alter auf Tafeln genau belegt wird, wollen gehegt und gepflegt werden. Auch die vielen Gäste. Zu dem Betrieb gehört außerdem eine Gaststätte. Ein besonderer Clou sind die Übernachtungen auf dem Heuboden, die angeboten werden. In zünftiger Atmosphäre können bis zu 50 Personen in den ausgebauten Heuboden-Zimmern auf Bundeswehr-Betten campieren.

Treckerführerschein für die Kleinen

Doch was wäre ein Traktorenmuseum ohne Treckerfahrt. Das Schöne auf dem Pauenhof: Der Besucher fährt selbst. Auf einem auf ein Höchsttempo von 10 km/h gedrosselten historischen Deutz tuckert er über den Übungs-Parcours. Vorausgesetzt die Beine sind lang genug, um an das Gaspedal zu kommen. Bei Marco und Jonas war das noch nicht der Fall. Trotzdem sitzen sie stolz wie Oscar auf dem Bock. Und als Belohnung gibt es nach der Fahrt für sie auch noch einen Traktorenführerschein.

Anfahrt, Preise und Öffnungszeiten

Der Pauenhof liegt an der Balberger Straße 72, etwas außerhalb von Sonsbeck. Mit dem Auto fährt man auf der A 57 bis zur Ausfahrt Sonsbeck. Von dort geht es in Richtung Sonsbeck. Nach einem knappen Kilometer geht es nach links. Der Pauenhof ist ausgeschildert. Wer mit dem ÖPNV anreisen will, hat es schwer. Bis Xanten mit der Bahn, dann mit der Buslinie 36 bis nach Sonsbeck und schließlich mit dem Sammeltaxi zum Pauenhof.

  • Öffnungszeiten: Der Pauenhof ist Dienstags bis Sonntags von zehn bis 18 Uhr geöffnet.
  • Preise: Kinder (bis 16 Jahre): 3,00 Euro; Erwachsene: 5,00 Euro, Familien (bis 2 Erw. u. 2 Kinder) 13,00 Euro.
  • Sonstiges: Kinder können sich auf dem großen Spielplatz austoben. Im großen Restaurant wird zu fairen Preisen gutbürgerliche Küche geboten. Wer will, kann mit einer Gruppe im ausgebauten Heuboden auf Bundeswehrbetten übernachten.
  • Weitere Informationen: Traktorenmuseum Pauenhof

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