Überfordert von den ganzen Möglichkeiten

Hallo Zusammen,

Bin jetzt 32+5 und habe am Wochenende mit meinem Mann zusammen einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht. (Vorgefertigte Videos ohne Betreuung)
Ich habe schon einen Sohn aus erster Ehe der bald 10 Jahre alt wird. Konnte damals leider nicht spontan gebären und musste eine Sectio bekommen. Daher bezeichne ich mich eher als unwissend was das Kinder bekommen angeht und habe einen Heiden Respekt vor der Geburt. Je mehr ich darüber lese oder YouTube durchforste, umso mehr Fragen kommen auf...
Wanne ja oder nein?
Vor und Nachteile.
Ambulante Geburt ist angedacht aber hab Angst mich zu sehr darauf zu fixieren und dann enttäuscht zu sein wenn es doch stationär wird.
Hätte gern ne PDA aber das geht dann nicht mit der ambulanten Geburt...
Geburtsplan schreiben oder nicht?
Was muss alles in die Kliniktasche? (Man findet sooo viele Listen aber gefühlt alle 25 Jahre alt)
Für meinen Mann ist das alles komplettes Neuland und ihm sind sie Fragezeichen ins Gesicht geschrieben... Bin momentan komplett überfordert. Haushalt, Kind, Mann, Schwangerschaft und niemanden mit dem man drüber reden kann...
Hebamme habe ich zwar, aber die macht nur Nachsorge. Gehe alle 4 Wochen zum Gyn und das wars dann...
Dazu kommt daß ich seit Dezember in BV zu Hause sitze. Kontakt zu anderen ist so gut wie eingeschlafen.

Wie macht ihr das alles und für was habt ihr euch entschieden beim Thema Geburt?

Danke für eure Hilfe!

LG Dani und Erbsi

1

Hi, ich hab einfach alles auf mich zukommen lassen. Ich hatte einfach gar keine Vorstellung, weil ich dann auch nicht irgendeiner Vorstellung nachtrauern muss, sondern mich wirklich unvoreingenommen in der entsprechenden Situation entschieden habe.

Beispiel Wanne: bei mir im Klinikum gab es 6 Kreißsäle, aber nur eine Wanne. Wenn die besetzt ist: Pech gehabt. Ich hatte das Glück, dass mir die Hebamme die freie Wanne zur Schmerzlinderung angeboten hat. War 2 h lang super. Dann ist die Fruchtblase geplatzt und die Wehen wurden heftiger: ich musste sofort raus aus der Wanne, ich fand es unerträglich im warmen Wasser. Hätte ich mich von vornherein auf eine Wassergeburt vorbereitet und gefreut, wäre nicht so toll gewesen. Und evtl wäre die Wanne ja auch besetzt gewesen…


Die einzige Vorstellung die ich hatte: direkt nach der Geburt mein nackiges Kind auf mir, kuscheln und einen ersten Stillversuch wagen. Tja, durch Saugglocke und Komplikationen bei mir hab ich mein Kind ca 2 sek auf der Brust gehabt, bevor er in die Arme der Kinderärztin kam. Danach musste ich 2 h operiert werden und der kleine lag in der Zeit bei meinem Mann im Arm und hat eine Flasche bekommen (ss Diabetes).
Meine Vorstellung wurde also sowas von nicht erfüllt. Dafür hatte mein Mann die ersten 2 h nur für sich und sein erstes Kind und er erzählt immer noch, wie sich die beiden, Neupapa und Kind, einfach 2 h angestarrt haben. All seine Zweifel, ob das so die richtige Entscheidung war für ein Kind waren wie weggeblasen und er hat die Liebe seines Lebens gefunden.
Ich will damit nur sagen: nur weil es nicht so läuft wie geplant, muss es nicht schlecht sein, aber man muss das akzeptieren können. Eine Geburt ist nicht planbar, für mich war es der richtige Weg, keine Vorstellung von der Geburt zu haben..,


Bzgl Klinikatsche: ich fand da YT Videos von Mehrfachmamas ganz hilfreich. Was ich selbst im Kreißsaal gebraucht habe: Flasche aus der ich im Liegen trinken konnte, ein kleines Päckchen Saft und das angebotene Wasser geschmacklich aufzuwerten, eine Packung Gummibärchen. Für den Papa ein paar Snacks, Handy samt Ladegerät, bustier (hatte ich in der Wanne an, nur das). Ich war ab Einleitung bis zur Geburt 25 h im Kreißsaal. Entbunden hab ich in dem TShirt, in dem ich das Kh betreten habe, sonst hatte ich nix mehr an. Die extra gekauften Shirts mit Knopfleiste liegen nach 19 Monaten immer noch ungenutzt im Schrank…

Für danach: wie beim Hotelaufenthalt, plus großes Duschtuch (unser KH stellt nur kleine, da fragen!), Messbecher zum Nachspülen auf der Toilette gab es im KH, ich hatte noch die Weleda Calendula Bad (braun, nicht das Cremebad), davon immer einen Spritzer in den Messbecher plus Wasser zum Spülen, war super). Snacks, Saft (hatte ich nachliefern lassen zur Einnahme der Eisentabletten, falls nötig).
Heimgehoutfit für Kind und Mama hab ich in die Babyschale gelegt, die hat Mann zur Abholung mitgebracht…
Was ich gebraucht hätte: offene Schlappen zur Heimfahrt, ich hab machender Geburt massive Wassereinlagerungen bekommen, laut Gebamme häufig der Fall für die ersten Tage danach. Kam kaum in meine Schuhe.


Alles Gute dir!

2

Hallo Liebes,

ich kann Dir nur raten, lass es auf Dich zukommen! Wenn Du jetzt viel planst, Wanne oder Kopfstand oder was weiß ich, und dann fühlst Du Dich mittendrin nur noch danach, Dich aufs Bett zu legen - dann ist das eben so. Und dann hast Du Dir umsonst den Kopf zerbrochen :-) Du weißt ja nicht, wie es wird, was kommt, wie Du DIch fühlst. Entspanne dabei, so gut es geht, denke eben NICHT an das, was Du EIGENTLICH tun wolltest, sondern höre BEI der Geburt gaaaanz tief in Dich hinein, was Dir wohl grad gut täte. Den Besuch in der Badewanne kannst Du auch "dazubuchen", wenn Du ihn nicht vorher planst. UNd auch der Gebärhocker steht ja meistens im Raum. Position wechseln, duschen, Tee trinken - das alles kannst Du auch mittendrin noch entscheiden.

Was willst Du denn in den Geburtsplan schreiben? Ich hab zwar mal gehört, dass es das gibt, aber ich wüsste tatsächlich (auch im Nachhinein nach zwei Geburten) nciht, was ich da schreiben sollte.

Beim Großen ging es schnell und unkompliziert, in zweieinhalb Stunden (von der ersten Wehe an) war er da. Allerdings mit einer leichten Wehenschwäche, sobald ich auf dem Rücken lag, sodass er "steckenblieb", aber das war gut zu beheben.

Die Kleine toppte dann alles. Ich hatte mir vorgenommen, es dieses Mal auf dem Hocker oder im Vierfüßlerstand zu probieren, weil ich mir das entspannend und von der Position her günstig vorstellte. Und was war? Ich gehe nach dem Einlauf duschen, mein Mann machte Tee, wir sitzen am Tisch - habe leichte Wehen... Ich sage, dass ich mich unwohl fühle, lege mich aufs Bett, warte auf die nächste Wehe, und samt Fruchtblaseplatzen ist schon der Kopf raus #rofl Ungefähr so: #fest

Und dann lag ich da und dachte so: "DAS WARS JETZT?" Warum zum Geier habe ich mir ewig nen Kopp gemacht? Am Ende kam es sowas von anders, als ich es mir vorgestellt hatte... Wir sind abends um 7 von der Wochenstation zum CTG in den Kreißsaal, 19.30 Uhr gaaaanz leichte Wehen bekommen, 19:50 Uhr geduscht, 20.05 Uhr: Kind da. :-D

Ich wünsche DIr alles Gute und dass es bei Dir genauso reibungslos läuft!! #klee

3

Plane am besten gar nicht so viel! Du weißt ja gar nicht, wie es dir unter der Geburt geht, das ist einfach ein Stück weit unberechenbar. Du wirst dann ja sehen, ob du in die Wanne möchtest oder nicht oder ob die Schmerzen so sind, dass du eine PDA möchtest.
Eine ambulante Geburt kann man meiner Meinung nach gar nicht anpeilen. Wer weiß, wie es dir und dem Kind hinterher geht, das kann man doch gar nicht planen. Ein Geburtsplan ist für mich daher der größte Quatsch überhaupt.
Stell dich einfach drauf ein, dass es ziemlich weh tun wird, dort aber kompetente Menschen um dich sind, die dir durch die Situation helfen. Und habe Vetrauen in dich. Du wirst das schon machen! Mach dich nur nicht schon vorher damit verrückt, dass du einen Plan haben musst.

4

Wie die Geburt verläuft kannst du nicht planen. Auch kannst du jetzt noch nicht wissen, welche Position dir in den einzelnen Phasen gut tut. Zum Beispiel wollte ich beim ersten Kind einfach nur liegen, beim zweiten konnte ich gar nicht liegen und bin selbst beim CTG aufgestanden.
Was für mich wichtig war, dass ich vorab für die ambulante Geburt alles fix geklärt hatte, ich bin dann jedoch trotzdem noch bis zur U2 geblieben. Aber ich hatte die Option.
Dann war alles für PDA und Kaiserschnitt unterschrieben. Und ich hätte mich auf jeden Fall über mögliche Schmerzmittel informieren und mir da Gedanken machen sollen, nach was ich fragen kann. Bei der ersten Geburt hat man mich da mit einem Schmerztropf etwas überrumpelt. Dafür war es dann aber eh zu spät. Bei der zweiten Geburt habe ich nach Schmerzmittel gefragt, wie ich dachte zeitiger. Ich wurde gefragt, ob ich Lachgas oder einen Tropf möchte. Als ich mich entschieden hatte, war 3- 4 Wehen später das Baby da. Also wieder zu spät.

5

Ja es gibt sooo viele Möglichkeiten und das SCHÖNE daran ist: Es sind auch alles "nur" Möglichkeiten, die Dir zur Verfügung stehen und für die Du Dich im Vorfeld ja gar nicht konkret entscheiden musst 😊
Wir bekommen bald Nummer 5 und meine klare Empfehlung lautet:
Freu Dich auf Dein Baby, lass die Geburt entspannt auf Dich zukommen und vertraue Deinem Körper. Er wird Dir zu gegebener Zeit sagen was Dir gut tut... 🤗

Alles Gute 🌸