Fehlentscheidung Au Pair?

Hallo zusammen,

wir haben seit Februar ein Au Pair bei uns, weil wir demnächst Kind Nummer 2 erwarten und mein Mann beruflich viel unterwegs ist. Familie haben wir leider auch nicht in der Nähe. Als ich noch gearbeitet habe, hat alles relativ gut funktioniert. Jetzt bin ich jedoch seit Juni zu Hause und merke, dass mir meine Privatsphäre fehlt. Auch wenn ich mit meinem Mann abends auf der Couch liege und kuschle und weiß, dass sie jeden Moment reinkommen könnte, da wir einen großen Wohn-, Koch- und Essbereich haben, fühle ich mich immer unwohl.

Klar, darüber hätte ich mir vielleicht vorher mal Gedanken machen sollen. Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich sie noch bis zum Wochenbett „behalte“ und dann den Vertrag kündige. Natürlich werde ich mit ihr vorher das Gespräch suchen und ihr auch einen entsprechenden Zeitraum einräumen. Die reguläre Kündigungsfrist beträgt 14 Tage.

Kind Nr. 1 ist super pflegeleicht. Wenn das Baby nur annähernd so wird, könnte ich es vielleicht auch alleine gewuppt kriegen bzw. dann lieber nach einem Babysitter und/oder Haushaltshilfe suchen.

Wie macht ihr das denn mit Kleinkind und Baby ohne wirkliche Unterstützung? Wie organisiert ihr euch?

Ich freue mich auf eure Antworten!

11

Hallo,
ehrlich gesagt tut mir das Mädel leid. Sich macht eigentlich nichts "falsch" und jetzt wird ihr gekündigt und ihre Jahresplanung über den Haufen geworfen. Mal ganz abgesehen davon, dass eine abgebrochenes Au-Pair Jahr im Lebenslauf nicht gerade einen positiven Eindruck macht.....

Trotzdem alles Gute.

13

Das gleiche habe ich auch gedacht.

Ich würde sie behalten, da sie nichts dafür kann, wenn ich mir im Vorfeld nicht ausreichend Gedanken mache. Augen zu und durch. Die paar Monate gehen auch rum.

36

Genau, das dachte ich auch.
Ich würde dann tv im Schlafzimmer gucken, sodass das Mädchen abends in Ruhe in die Küche gehen kann.
Sie fühlt sich bestimmt auch nicht wohl, wenn sie dort hin muss, aber weiß, dass ihr zu zweit im Wohnzimmer liegt und sie nur stören wird.

1

Huhu,

Ich kann das nachempfinden. Nach der Geburt des ersten Kindes bin ich nach 1 Jahr wieder Vollzeit arbeiten gegangen und hatte aufgrund der vielen Verpflichtungen kaum noch Zeit für Haushalt. Das hat mich ziemlich genervt sodass ich mir eine Haushaltshilfe gesucht habe die einmal die Woche kam und geputzt hat. Der Nachteil daran ist, dass es in diesem Bereich scheinbar wenig Verbindlichkeit gibt und ich innerhalb 9 Monate 2 Hilfen hatte. Aktuell suche ich auch wieder seit 3 Monaten da bald Nummer 2 zur Welt kommt.
In der Zeit wo die Haushaltshilfe da war fühlte ich mich schon etwas eingeschränkt aber die paar Stunden sind sicher kein Vergleich zu einem Au Pair das immer da ist. Wenn dir eine Haushaltshilfe reicht ist das sicher eine gute Alternative sofern man eine zuverlässige findet 😉
Sollte ich keine finden werde ich wohl Richtung Gebäudereinigungsfirma gehen müssen.

VG eli

5

Ich werde auch nach einem Jahr wieder arbeiten gehen, allerdings 25h pro Woche mit einem freien Tag. Ich habe jetzt alle 14 Tage eine Putzfrau, die alles einmal grundreinigt. Aber da könnte ich mir auch vorstellen, etwas aufzustocken und das Geld lieber dafür auszugeben. Wir haben übrigens jemanden über Helpling gefunden, die wir jetzt schon knapp 2 Jahre haben. Aber davor auch schon diverse Wechsel 😒

2

Vielleicht könnte sie bei einem Nachbarn wohnen und nur bei euch sein, wenn sie "Dienst" hat?

42

Bei einem Nachbarn??
Warum sollte ein Nachbar denn das Aupair eines anderen aufnehmen.
Dann sollen sie ihr ein Zimmer in einer WG suchen oder eine kleine Wohnung für die anmieten.

3

Hey!

Ja, da ist der Grundriss leider nicht optimal.
Eine Bekannte hat über 14 Jahre mit Au Pairs überbrückt. Daher haben sie eine Einliegerwohnung gebaut, in der das Au Pair lebte. Nun sind die Kinder alt genug und eines davon bezieht die Wohnung.

Gibt es eine Möglichkeit, das Au Pair umzuquartieren? Eine Mietwohnung in der Nachbarschaft, eine Ferienwohnung?

Liebe Grüße
Schoko

6

Genau das gleiche hatte ich mir auch gedacht. Eine Einliegerwohnung wäre perfekt. Sie hat zwar ein eigenes Zimmer und Bad, aber eben keine eigene Küche. Das macht es dann logistisch schwierig. Mietwohnung/Ferienwohnung wären nochmal zusätzliche Kosten. Wir zahlen jetzt schon insgesamt 450 EUR (plus zusätzliche Kosten für Strom, Wasser, Essen...).

9

Kann man da vielleicht noch eine Singleküche installieren? Ich stelle mir das auch anstrengend vor. Sie merkt ja sicher auch, dass es für euch komisch ist und fühlt sich deswegen auch eingeschränkt.

weitere Kommentare laden
4

Ich hätte nicht gewusst, für was man groß Unterstützung braucht. Und wir haben in 4 Jahren drei Kinder bekommen, sind selbständig,…& vor allem mein Mann deswegen immer am arbeiten.

Also ich hätte sie gar nicht gebraucht. Wenn du aber schon bei EINEM pflegeleichten Baby Hilfe brauchtest,…warum glaubst du zwei Kinder sind einfacher?

7

Bei einem Kind hätte ich keine Hilfe gebraucht. Das habe ich jetzt drei Jahre sehr gut alleine hinbekommen. Allerdings war mein Hintergedanke dann das Wochenbett (erste Geburt war ein KS, bei dem ich sehr lange eingeschränkt war) und dass der Große ja irgendwie in die Kita gebracht und abgeholt werden muss. Das sind jeweils 30 min hin und zurück mit dem Auto.

Aber klar, man weiß immer erst, wie es ist, wenn man die Situation konkret erlebt. Mein Mann (GF) und ich (angestellt und selbständig) arbeiten auch sehr viel. Daher hatten wir uns Unterstützung erhofft, die allerdings momentan eher störend als hilfreich ist.

8

Ich hatte auch drei Kaiserschnitte und 3 Frühchen. Dennoch war das „normale“ Leben mit Sport für die Kinder, Kindergarten, Haushalt und Co kein Problem. Auch nicht im Wochenbett. Anstrengend sicher, aber da wäre mir die Anwesenheit einer fremden Person lästiger gewesen, als der „Nutzen“ den sie vielleicht bringt. Für mich wäre das eher ein Klotz am Bein gewesen.

Daher wüsste ich wie gesagt nicht, wozu ich irgendeine Unterstützung gewollt hätte.

Du schriebst, ihr habt eine Putzfrau. Das ist doch sicher Gold wert. Die würde ich höchstens aufstocken.

weitere Kommentare laden
12

Hallo
Das Ding ist, ein Au-pair ist nicht einfach eine Angestellte, sondern mehr ein Familienmitglied auf Zeit, das mit anpackt. Das miteinander, der kulturelle Austausch,... gehört dazu. Es ist nicht so dass ich dich nicht verstehen kann.
Wir haben auch schon darüber nachgedacht, könnten uns das aber auch aufgrund von negativen Erfahrungen und den Bedingungen eher nicht vorstellen.
Wenn euch das jetzt schon klar ist und ihr eine reine Arbeitskraft wollt, würde ich mit offenen Karten spielen. Dann bekommt das Au-Pair auch eine realistische Chance eine andere Familie zu finden.

LG

22

Unser Au Pair kommt aus Spanien und hat ihre Familie bereits gewechselt, bevor sie zu uns gekommen ist. Sie ist seit Oktober in Deutschland und will hier ein Praktikum im Rahmen ihres Studiums machen.

Wir haben vielleicht wirklich nicht richtig darüber nachgedacht und unseren Entschluss eventuell zu kurzfristig gefasst. So richtig ist es mir eben erst im Mutterschutz bewusst geworden, dass wir ja jetzt permanent jemanden im Haus haben.

Aber ja, wir werden auf jeden Fall mit offenen Karten spielen. Das wäre ihr gegenüber ja nur fair. Sie kann ja nichts dafür.

30

Huhu,
Du schreibst, dass sie seit Oktober in Deutschland ist. Dann bleibt sie doch auch nur noch bis Oktober und das sind ja nur noch 4 Monate. Das könnt ihr doch noch schaffen.
Das Mädel kann ja nichts dafür, sie macht ja nichts falsch. Klar, fehlende Privatsphäre ist blöd, ich würde auch kein Au pair bei uns aufnehmen, aber ihr vorzeitig zu kündigen wäre auch nicht in Ordnung, da sie ja nichts falsch macht.
Alles Gute, ihr findet bestimmt eine Lösung.

LG

weiteren Kommentar laden
14

Hallo,
Das ist jetzt natürlich eine doofe Situation.
Wie lange hat das Au Pair denn noch ihren Vertrag?
Ich denke auch, dass eine kleine Einbauküche vielleicht praktisch wäre.
Wir haben eine Putzfrau und ein Kindermädchen, auch bei nur einem Kind, lass dich da nicht nieder machen. Warum sich keine Hilfe holen?
Die Entscheidung für das Kindermädchen und gegen ein Au Paar war ganz bewusst, weil diese ja schon recht häufig wechseln; wir wollten einfach eine dauerhafte Bezugsperson für unseren Knirps. Klappt super, die beiden sind ganz dicke Freunde 🤩

25

Danke für deine liebe Antwort! Ehrlich gesagt, überlegt man ja eine Weile hin und her, eben weil man nicht angefeindet werden will, wenn man etwas postet.

Mittlerweile bin ich mir auch bewusst, dass wir zu blauäugig an unsere Entscheidung herangegangen sind. Da sie sowieso in unserer Stadt bleiben (hat einen Freund hier) und ein Praktikum hier machen möchte, könnte ich mir auch vorstellen, dass sie erstmal hier wohnen kann und eventuell ihr Praktikum vorzieht.

37

Hallo du,

es ist völlig in Ordnung, eigene Entscheidungen zu hinterfragen, Rat und Lösungsansätze zu suchen. Klar, die Realität ist eben oft eine andere Nummer als die Vorstellungen davon...
Ich möchte die andere Seite beleuchten, wenn ich darf.
Meine beiden großen Töchter haben beide als Aupair gearbeitet. Selbst organisiert. eine Tochter reiste nach Irland und war dort sehr unglücklich. Sie selbst hatte sich das anders vorgestellt, aber die Gastfamilie hat sie eben auch leider nicht als Familienmitglied aufgenommen, sondern eher als eine Art Dienstmagd, die in einer Abstellkammer untergebracht wurde und zu funktionieren hatte. Alles sehr unschön. Meine Tochter hat abgebrochen, das war die beste Entscheidung. Meine andere Tochter hatte es in Amsterdam sehr viel besser getroffen und vermittelte ihre Schwester zu Freunden ihrer Gastfamilie. Dort lief es super. Meine beiden Töchter hatten noch etliche Jahre Briefkontakt zu "ihren" Kindern, "ihren" Familien.
Ich möchte dir damit sagen, dass es aus meiner Sicht überhaupt nicht schlimm ist, sich mal zu verschätzen. Dann muß man sehen, wie man die Situation auf einem für alle guten Weg bereinigen kann. Setzt euch doch mit dem Aupair-Mädel mal in Ruhe zusammen und redet offen! Das ist auf jeden Fall besser, als umeinander herum zu eiern. Und es geht ja nicht darum, wie man mal Möbel umstellt, sondern um Menschen. Dich, deine Familie und auch um das Mädchen. Ich bin sicher, ihr findet auf Augenhöhe einen guten Weg.
Alle sind um ein paar Erfahrungen reicher.
Viel Erfolg!

weitere Kommentare laden
16

Wäre es keine Möglichkeit (sollte eine kleine Einbauküche nicht gehen) ihr eine kleine Kühlgefrierkombination, einen kleinen Mini Backofen und einen Fake Thermomix von Aldi, Lidl etc zu holen (Kostenpunkt um die 600€)
So hätte sie wirklich alles, was sie braucht und das nimmt auch nicht viel Platz weg

19

Sie braucht Anschluss an die Familie und nicht das Gefühl das Zimmer nur zum (schlecht bezahlten) Arbeiten verlassen zu dürfen. Die Familie ist als Einsatzstelle absolut ungeeignet.
Was hier gesucht wird ist eine "Kinderfrau", die auch entsprechend entlohnt werden muss.
Mein Rat wäre der jungen Frau helfen eine gute Einsatzstelle zu finden, wo sie auch willkommen ist und das benötigte/gewünschte Personal einzustellen.
...so die Geschichte denn stimmt, klingt mir nämlich eher nicht danach.

20

Ich dachte jetzt eigentlich eher, dass sie sich da mal was kochen kann etc an totale Ausgrenzung habe ich gar nicht gedacht (wäre aber ja wahrscheinlich so, wenn die Familie sie nicht mehr haben möchte)

weitere Kommentare laden
17

Der Beitrag wurde ausgeblendet Der Beitrag wurde von den Administratoren ausgeblendet.