Mobbing in der Schule

Hallo zusammen,

habt ihr Erfahrung mit Mobbing in der Schule?

Unser Sohn (12 Jahre) war bislang ein völlig unauffälliges Kind, ja, seine Noten sind sogar über dem Klassendurchschnitt. Sprachen und Biologie liegen ihm sogar so gut, dass er in seiner Freizeit anderen Klassenkameraden "Nachhilfe" gibt (oder sagen wir, sie machen zusammen Hausaufgaben und finden stets gemeinsam eine Lösung).

Man könnte jetzt sagen, es ist eher das was man früher als "Streber" bezeichnet hat. Das muss jeder für sich selbst bewerten.

Zur Mitte des vorherigen Schuljahres begann es Knall auf Fall, dass er mit einem zerrissenen Pulli nach Hause kam aber nicht so recht sagen wollte, was geschehen war. Er folgten seltsame Zwischenfälle, die wir nicht richtig zuordnen konnten. Im Ergebnis kann man sagen, er wurde durch Mitschüler schikaniert und geärgert.

Wir hatten mehrere Gespräche mit den Lehrern, die irgendwann sagten "er könne sich (eben) nicht durchsetzen" und besuchten einige Coachings "wie wird mein Kind selbstbewusst" und ähnliche.
Kommunikationsstrategien erklären lassen, Bücher gelesen... wir haben auch Gespräche mit den Eltern geführt, von denen wir wussten, was ihre Kinder in der Schule so treiben.

Letztendlich halt dies aber alles nichts. Es schien sich keine Lösung abzuzeichnen.

Ich bat meinen Ehemann, sich in den (nahenden) Sommerferien etwas zu überlegen und mit mir zu besprechen, was wir tun können.

Mein Mann schlug vor sportliche Aktivitäten vor, ich stimmte zu. Wir hatten Urlaub, welchen wir jedoch zu Hause verbrachten und die beiden waren jeden Tag unterwegs.

Ehrlich gesagt dachte ich mir nichts dabei.

Nach den Sommerferien rechnete ich mit keiner besonderen Veränderung, doch diese sollte sich schon bald ergeben.

Die Schulleiterin rief erneut an und berichtete, eine Mutter habe Belege, dass mein Sohn mehrere Kinder in einen Dornenbusch geschubst und getreten hat. Das war mir neu.
Es stellte sich heraus, dass diejenigen Kinder im Busch lagen, die im vorherigen Schuljahr meinen Sohn gemobbt hatten.

Nach Rücksprache mit meinem Mann hat sich herausgestellt, dass sie "ein bisschen Krafttraining" gemacht hätten und zum Geburtstag hat er ihm einige Hanteln geschenkt.

Kürzlich kam er mit einem Irokesenschnitt vom Frisör zurück und sieht nun ein bißchen aus wie ein Boxer.
Außerdem hat er ihm eine Bomberjacke gekauft.

Am Freitag rief die Klassenlehrerin mal wieder an, mein Sohn soll einem anderen Mitschüler seinen verschlossenen Tetrapak (diese kleinen 0,5 Literpackungen, hatte ich ihm morgens für die Pause in die Küche gestellt) auf seine Schulmappe geworfen und dann "von oben draufgehauen" haben. Grund war wohl eine verbale Auseinandersetzung.
Der Arbeitsplatz sei mit Milch überzogen gewesen.

Dies bekam die ganze Klasse mit und seit diesem Moment herrscht Ruhe.

Die Mutter meldete sich ebenfalls, ich fragte sie, ob sich ihr Kind "eventuell nicht durchsetzen" könnte.

Wie würdet ihr weiter vorgehen?
Liebe Grüße
Birgit

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Sollte dein Post kein Fake sein....dann sag ich nur, nicht einstecken können, aber austeilen. Im Endefekt macht dein Sohn das Gleiche, als was ihm vor der Ferien wieder wiederfuhr. Frust mit Gewalt und mobben abzubauen, zeigt nur, dass solche Kinder Aufmerksamkeitsprobleme haben. Probleme mit austeilen und schlagen zu lösen......aus einem vorbildlichen, hilfsbereiten Streberschüler mit Krafttraining, Irokesenschnitt und Bomberjacke einen Schläger zu produzieren, könnt ihr voll Stolz auf euch Eltern sein#klatsch.
Die Geschichte klingt so unreal , dass ich sie nicht Glauben kann oder ihr als Eltern habt eine Klatsche. Oder du als Mutter suchst hier Aufmerksamkeit, weil der Sonntag so langeweilig ist.

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Ich musste hier leider wieder einige Beiträge entfernen. Ich würde die betroffen User bitten, sich den folgenden Post durchzulesen und danach zu handeln:

https://www.urbia.de/forum/147-urbia-aktuell/5149391-was-tun-bei-fake-verdacht

Solltet ihr Fragen dazu haben, stellt diese bitte dort, nicht hier.

Viele Grüße,

Raffael vom urbia-Team

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Wenn es euch möglich war, einen Gemobbten innerhalb der Sommerferien zum "Schläger" zu machen, dann kannst du das (oder dein Mann) auch wieder ausbügeln.
Ihr habt da alle Chancen der Welt.

Dein Mann hats übertrieben. So, wie man einen Hund "scharf machen" kann, hat er den Kleinen jetzt zu sehr motiviert, kein "looser" zu sein.
Ich kanns aber verstehen. Der Kleine von meinem Chef ist im gleichen Alter aus heiterem Himmel von Schulfreunden gemobbt worden, das Rad wurde demoliert, die Kleider geklaut... und da hat er ihn im Kraftsport angemeldet etc. Das finde ich grundlegend auch gut.

Lösungsvorschläge:
- Dein Mann macht ein Gespräch unter Männer und erklärt dem Sohnemann, dass er jetzt doch übers Ziel hinausgeschossen ist.
Und dass er Stolz auf ihn ist, auch wenn er kein Schläger ist
- Du redest mit deinem Sohn über Empathie, erklärst ihm, dass dasselbe ihn doch auch gefrustet hat.
- Du signalisiert sofort der Lehrerin, dass ihr das Problem erkennt und dran arbeitet und wo deiner Meinung nach der Ursprung liegt (sonst riskierst du, dass sie beim nächsten Verstoss ungute Massnahmen ergreift).
- Ihr macht mit dem Junior klare Regeln was passiert, wenn er wieder handgreiflich wird (oder wie weit er gehen darf bei der "Selbstverteidigung"
- Statt Kraftsport würde ich Selbstverteidiung wählen. Da lernt er zuerst mal Respekt vor den anderen und lernt auch die Regeln. Wenn dein Mann ihn (gut gemeint) nur anheizte ohne ihm rechtliche Grundlagen etc. aufzuzeigen, dann ists ja kein Wunder, wenn er drauflos geht.
- Die Frisur würde ich lassen. Der Sohn meines Chefs hat auch sofort das Aussehen verändert um gegen aussen souveränen zu wirken (naja, mit 12 hatte er noch Dino-Pullies und so an....). Daher würde ich ihm das zugestehen...

Und zu guter Letzt:
Du fragst nie, nie wieder die Mutter eines von deinem Sohn gequälten Kindes, ob dieses sich nicht durchsetzen könne. Gehts? Dein Kind war auch mal der Unterlegene. JETZT war dein Kind der Täter. Mach nicht das Opfer auch noch zum Schuldigen.
Stattdessen erklär die Situation oder sag zunächst einfach mal, dass du mit deinem Kind redest.
Echt jetzt : Hätte dein Sohn meinen angegriffen und ich bekäme von dir so eine Antwort, dann würde ich nicht mehr mit dir reden - sondern mit der Schule. Und auf Konsequenzen bestehen, die du (oben beschrieben) ja gerne noch aufschieben würdest.