Studie beweist:

Menstruations-Mythen: Das stimmt nicht

„Hast Du Deine Tage?“ Kommt euch das furchtbare Statement bekannt vor?: Während ihrer Tage sind Frauen vermeintlich zickig und können nicht klar denken! Auch im 21. Jahrhundert halten sich Mythen wie dieser rund um die Menstruation noch immer hartnäckig. Wie gut, dass eine Schweizer Studie jetzt das Gegenteil beweist.

Autor: Heike Byn
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Hormone ohne Einfluss aufs Denkvermögen

Menstruations-Mythos-Teaser
Foto: © Colourbox

Über mehrere Monate hinweg hat ein Team aus schweizer, deutschen und italienischen Forschern mit Frauen während der Menstruation verschiedene Tests zum Check ihrer Aufmerksamkeits-, Wahrnehmungs- und Gedächtnisleistungen gemacht. Das Resultat der im Sommer 2017 veröffentlichten Studie ist eindeutig: „Grundsätzlich werden die geistigen Leistungen von Frauen nicht von den hormonellen Veränderungen durch Östrogen, Progesteron und Testosteron im Körper beeinträchtigt", erzählte die Studienautorin Professor Brigitte Leeners von der Universitätsklinik Zürich dem Fachblatt „Ärzte Zeitung". Während des untersuchten Zeitraums über mehrere Monatszyklen hinweg konnten die Wissenschaftler demnach keine Veränderung in den Hirnleistungen der teilnehmenden Frauen während der Periode feststellen. Es gab zwar bei ein paar Teilnehmerinnen während des ersten Zyklus' kleine Leistungsabweichungen, doch das wiederholte sich beim zweiten Zyklus dann nicht mehr.

Menstruation macht nicht blöd: Ältere Studien widerlegt

Von dem Ergebnis ihrer Studie zeigte sich sogar die Reproduktionsmedizinerin und Psychotherapeutin Brigitte Leeners überrascht: „In meiner Praxis begegne ich oft Frauen, die davon überzeugt sind, während ihrer Tage vergesslicher und beruflich nicht so belastbar zu sein." Ihre Studie stellt aber jetzt den Eindruck vieler Frauen, das immer noch verbreitete Vorurteil und die Ergebnisse älterer Studien zu diesem Thema in Frage. Die hatten nämlich bislang immer nur wenige Teilnehmerinnen lediglich über einige Wochen hinweg untersucht. Für die Ärztin ist das Thema damit aber noch nicht erledigt: „Wir wissen noch längst nicht alles über die Auswirkungen der Hormone auf Gehirn und Psyche von Frauen während der Periode. Weitere Forschungen dazu wären also wichtig."

Mythen über Menstruation halten sich hartnäckig

Doch auch andere Mythen über menstruierende Frauen halten sich im 21. Jahrhundert hartnäckig: Wie das Vorurteil der übelgelaunten Frau. Tatsächlich ist schlechte Laune aber ein typisches prämenstruelles Syndrom. „Wegen des Hormonabfalls vor der Periode sind Frauen weniger ausgeglichen. Das wird während der Blutung aber besser, weil der Hormonspiegel wieder ansteigt", erklärt Mirjam Roepke-Buncsak, Ärztin für Frauenheilkunde und Naturheilverfahren aus Frankfurt. Dass eine Frau während der Tage lieber auf Sport verzichten sollte, glauben nicht nur wohlmeinende Großtanten und -mütter. „Das Gegenteil ist richtig: Sport löst nicht nur Verkrampfungen, sondern kurbelt auch den Kreislauf an und damit die Produktion von Endorphinen, die gute Laune machen." Ins Reich der Legenden gehört auch die Behauptung, dass das Menstruationsblut Keime enthält, die für den Mann beim Sex gefährlich sind. Vielmehr unterscheidet es sich vom übrigen Blut nur dadurch, dass es nicht gerinnt.



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