Vorbild der Eltern entscheidend

Erziehung zu gutem Essen

Sein Kind gesund zu ernähren ist angesichts des Überangebots an zu süßen, zu fetten und zu salzigen Lebensmitteln nicht immer ein leichtes Unterfangen. Ernährungsberaterin Marianne Rudischer gibt Tipps.

Autor: urbia
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Kind Mutter Supermarkt
Foto: © iStockphoto.com/ kadmy

Sein Kind gesund zu ernähren ist angesichts des überall herrschenden Überangebots an zu süßen, zu fetten und zu salzigen Lebensmitteln nicht immer ein leichtes Unterfangen. Viel erfolgreicher als Moralpredigten zu halten ist hier das gute Vorbild der Eltern. Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der Barmer Ersatzkasse, gibt Tipps.

Warum sind jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland übergewichtig?

Rudischer: Es gibt viele Ursachen, aber die wichtigsten sind mangelnde Bewegung und eine unausgewogene, fettreiche Ernährung, die reich an Energie, aber arm an Nährstoffen ist. Besonders viel Fett versteckt sich in vielen Süßwaren, Chips und Nuss-Nougat-Creme, aber auch in diversen Wurstsorten, Käse und Fertiggerichten. Fett an sich ist aber kein Feind, es kommt auf die Menge und die Art an. So senkt ein maßvoller Genuss von Lebensmitteln mit bestimmten Fettsäuren, wie sie etwa in kaltgepresstem Raps-, Walnuss- oder Sojaöl vorkommen, im Zusammenwirken mit ebenfalls in Speiseölen enthaltener Linolsäure das Herzinfarktrisiko.

Wie lernen Kinder gesund von ungesund zu unterscheiden?

Rudischer: Entscheidend ist das Verhalten der Eltern. Die Betonung liegt auf Verhalten! Um es mit einem Beispiel zu sagen: Die Mutter kann noch so salzarm kochen oder Vorträge über die gesundheitlichen Vorteile salzarmen Essens halten - wenn der Vater bei Tisch zuerst nach dem Salzstreuer greift, wird sich das Kind maßlos dafür interessieren, dieses Ding ebenfalls über den Teller zu schütteln.

Aber kämpfen nicht Eltern angesichts vieler werbepsychologisch auf Kinder zugeschnittener Versuchungen gegen Windmühlen?

Rudischer: Keine Frage, es wird nicht einfacher dadurch. Aber bereits Kleinkinder reagieren, wenn jemand ernsthaft um ihr Wohlergehen bemüht ist und nicht einfach nur unbeteiligt Binsenweisheiten von sich gibt. Sie lernen ja auch, dass es besser für sie ist, nicht über eine rote Ampel zu gehen. Eine Erziehung zur Gesundheit braucht aber natürlich auch andere als gesundheitliche Argumente oder Verbote.

Welche zum Beispiel?

Rudischer: Ich kenne einen Fall, da hat ein fünfjähriges Kind von seinem Vater erklärt bekommen, dass manche Getränkehersteller die Leute betrügen, weil sie Zucker und Wasser so teuer verkaufen. Dieses Kind ist heute 36 und das Argument zieht noch immer. Wenn einem die Argumente ausgehen oder wenn das Kind noch sehr klein ist, kann man fabulieren oder Rituale einführen. So können Eltern eine Gewohnheit daraus machen, dem Kind beim Einkaufen einen gesunden Knabbersnack zu geben - etwa eine Möhre, einen Apfel oder eine Banane. Wenn es die Brotrinde nicht kauen möchte, kann man Zacken hineinschneiden oder eine kleine Geschichte dazu erzählen, wie die Rinde im Ofen entsteht. Wenn das Kind zum Beispiel grüne Kräuter ablehnt, können die Eltern mit ihm Petersilie pflanzen und das Wachstum beobachten. Es gibt keinen Königsweg, aber mit Vernunft, Geduld und List ist viel zu erreichen.

Welche Rolle spielen gemeinsames Kochen und Essen?

Rudischer: Gemeinsam Kochen ist für Kinder ein Ereignis. Dafür eignen sich zum Beispiel Suppen, Pfannkuchen oder Aufläufe, für die sie Gemüse schnibbeln oder Teig rühren können. So etwas ist oft nur am Wochenende möglich. Aber wenigstens einmal täglich sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind essen und es auch in die Unterhaltung einbeziehen. So lernt es, Essen als schönes und geselliges Ereignis wahrzunehmen. Wer nur ein Kind hat, sollte möglichst oft andere Kinder einladen oder dafür sorgen, dass das eigene Kind bei anderen isst. Wenn es sich das Essen mit Altersgenossen teilt, verschwinden Lebensmittelticks häufig von allein.

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