MDK und Pflegetagebuch

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Beitrag von lithy 01.03.09 - 21:16 Uhr

Hallo,

demnächst kommt der MDK zu Besuch um über den Antrag auf Pflegegeld zu entscheiden.
Die Sozialarbeiterin des SPZ hat mir gesagt, ich solle das Pflegetagebuch besser nicht ausfüllen. Irgendwie trau ich mich aber nicht und möchte es lieber ausgefüllt bereit haben.

Leider weiß ich gar nicht, was ich da eintragen soll. Muss ich da den Mehrbedarf, der durch Isabelles Behinderungen entsteht eintragen oder die reine Pflegezeit, inklusive der Zeit, die ein gesundes Kind auch bräuchte? (versteht jemand, was ich meine? #kratz)
Kann ich da auch die Zeit eintragen, die wir für den Weg zur Krankengymnastik brauchen und für die Krankengymnastik selber?

Muss ich mit Isabelle dann eigentlich vor dem MDK füttern, wickeln etc.?
Gibt es irgendwelche Tips, was ich erwähnen sollte oder besser nicht sagen sollte?

Ich würde mich über Eure Erfahrungswerte freuen.

Vielen Dank schonmal vorab.
LG Sabrina

Beitrag von diefroschkoenigin88 01.03.09 - 21:51 Uhr

Hey, du musst da die Zeit die Du insgesamt brauchst eintragen! Das mit der Fahrtzeit weiß ich leider nicht!


Lg Verena

Beitrag von fruehchenomi 02.03.09 - 13:36 Uhr

Schreib ALLES ALLES rein, was zur Pflege gehört, jeden kleinen Hühnerkack :-p Meine Tochter musste auch 4 Wochen eines führen, als ihre Kleine im Hüftgips war über Monate, sie schrieb jedes Wickeln, Waschen, Füttern, KG, Weg zur und von KG, Transport und zurück zum Dok usw usw alles auf. Wird ein Buch, aber wenn der MDK Probleme macht (bei uns wurde einiges Wichtige einfach "vergessen") kannst Du alles nachweisen.
Besser nicht sagen: Dass Dir jemand hilft, Mann oder so - NEIN Du machst alles alleine.
Nicht viel denken- gesundes Kind, krankes Kind, einfach ALLES aufschreiben und nichts vergessen, besonders evtl Schwierigkeiten, die Isabelle macht.
Was die Frau vom MDK bei Dir sehen will, weiß keiner.
Wichtig ist im allgemeinen, dass Deine Kleine eben weitaus mehr Pflege braucht als ein "normales gesundes" Kind - das muss herausgearbeitet sein.
Ich habe keine AHnung, wie jemand drauf kommt, man solle keines schreiben......da dreht man sich selber einen Strick. Wir haben unseres sogar kopiert und der Tante mitgegeben, obwohl sie sich etwas zierte.
Aber so konnten wir später nachweisen, dass sie z.B. die komplizierte aufwändige Wickelei von Leonie vollkommen unterschlagen hatte - und dass man zum Baden 2 Leute brauchte usw.
Vordrucke für Pflegetagebuch gibts bei Rehakids.de
LG Moni

Beitrag von oma.2009 02.03.09 - 20:21 Uhr

Hallo,
ich kann Moni nur zustimmen. Schreib wirklich jeden Handgriff auf den du für die Kleine machst. Und am besten ist, du kopierst dir die Seiten aus dem Pflegetagebuch zu eigenen Kontrolle und wenn eine Entscheidung getroffen wurde, frag bei der Pflegekasse nach dem Pflegeprotokoll, was der MDK an die Pflegekasse schreibt. Sonst hast du keinen Vergleich, was der MDK mal soeben "vergessen" hat.

Ich wünsche viel Erfolg

lg Oma.2009

Beitrag von minimind 07.03.09 - 01:58 Uhr

Schreib alles rein. ALLES!

Nicht den Mehrbedarf sondern alles, was du tust.

Dokumentiere, wenn die Behinderung deiner Tochter normale Kinderpflege behindert oder verlängert.

Zermartere dein Hirn, ob du nicht noch irgendeine Kleinigkeit vergessen hast.
Nimm dir eine Stoppuhr und notier die Zeiten nachdem du 50% raufgerechnet hast.. (Für die meisten Pflegetätigkeiten gibt es sowieso Standartzeiten die angerechnet werden- aber eben nicht für alle...)

Das Problem ist das, wenn der MDK kommt und du KEIN Pflegetagebuch hast du die Hälfte vergisst zu erzählen oder zu belegen.

Deren Job ist es festzustellen, das du KEIN Anrecht auf Pflegegeld hast..... (ausser du hast ausserordentliches Glück)

Den Abzug wegen der normalerweise sowieso üblichen Kinderpflege ziehen die schon von alleine ab. Da kannst du sicher sein.

Es ist sehr schwer, für ein Baby oder Kleinkind eine Pflegestufe zu erreichen da die meisten Pflegarbeiten auch ohne Behinderung notwendig wären.

Ich bin ja schon sehr lange in der "Behindertenszene" und muss schmunzeln, wenn ich zurückdenke:

ich weiss von Müttern, die ihren Kindern am Abend vor dem MDK Cola gaben und sie erst zu wirklich später Nachtstunde schlafen legten.
Das hatte zur Folge das die Kinder am Besuchstag wahlweise völlig aufgedreht oder völlig aphatisch waren was den Prüfer nachhaltig beeindruckte.

Ich habe soetwas natürlich nie übers Herz gebracht.

Das hat mich- im Gegensatz zu ihnen- ebenso um Anerkennung meiner eigentlichen Leistung und Belastung gebracht wie um das Pflegegeld.... ;-)

liebe Grüße

Petra

PS: Fahrten zu Therapien werden anerkannt, ebenso deine Wartezeit.
PPS: Die Kilometer zu Ärzten, Apotheke und Therapien kannst du von der Steuer absetzen. LG.