Darf die Polizei Wohnungen aufbrechen??

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Beitrag von saw123 05.05.09 - 09:56 Uhr

Hallo,

folgendes ist meiner Nachbarin passiert..

Wir Wohnen in einem Miethaus mit 8 Parteien..
Sie hat einen Hund der nicht alleine bleiben mag.
meistens richtet sie es so ein das immer jemand zu HAuse ist und aufpasst.
Am Donnerstag abend musste sie arbeiten und der Hund war alleine und fin gegen 20:00 an zu weinen..er hat nicht gebellt sondern wie ein WOlf geheult..
Es war nicht die ganze zeit aber immer mal wieder...um 22:30 war plötzlich Ruhe..

Nöchsten TAg erzählte sie mir, das Nachbarn die Polizei und Feuerwehr gerufen ahben und die Ihren Hund aus der Wohnung geholt haben und ins Tierheim gebracht haben.
Die haben die Wohnung aufgebrochen als niemand zu HAuse war und haben einfach den Hund mitgenommen..

Ich wohne direkt über denen und ganz ehrlich...so schlimm fand ich es nicht..Viel mehr stören mich die NAchbarn(Afghanen) wenn die ständig 30 Leute zu besuch haben, ihre Musik laut aufdrehen..
Das waren auch die, welche die Polizei gerufen haben..
Die haben erzählt der Hund würde total durchdrehen und sie fühlen sich bedroht durch das Tier..
Der Hund ist uralt und tut keiner Fliege was zu leide...und das wissen alle die bei uns wohnen..

Mein Freund der selber auch Afghane ist, hat mir dann erzählt das es in Afghanistan einen Abergleuben gibt..und zwar..wenn ein Hund so heult wie ein Wolf, stirbt jemand aus dem Familienkreis..und wahrscheinlich haben die aus Ihrem Aberglauben raus bei der Polizei angerufen und meine Nachbarin angeschissen...
Alle anderen Nachbarn hat das geheule von dem Hund nicht gestört..nur diese Leute müssen sich mal wieder aufmucken..
Übrigends wohnen noch mehr Hunde bei uns im Haus(einschliesslich meiner Hunde) und wir alle haben schon Beschwerden erhalten...
Der eine Hund bellt, der andere verliert Haare im Treppenhaus und der andere schüttelt sich bei nessem Wetter das Fell trocken...und sowieso stinken unsere Hunde#bla..

Weiss jemand ob die Polizei einfach ohne richterlichen Beschluss die WOhnung aufbrechen darf????

Beitrag von silkstockings 05.05.09 - 09:59 Uhr

>>Weiss jemand ob die Polizei einfach ohne richterlichen Beschluss die WOhnung aufbrechen darf???? <<

Erstens bekommt man schnell einen richterlichen Beschluss, es gibt auch da Notdienste und zweitens ist es Ermessenssache der Polizei. Bei Gefahr im Verzug dürfen sie das auch ohne Beschluss - gilt auch, wenn angenommen wird, dass ein Tier in Gefahr ist.

Die Polizisten kannten ja nur die Aussage deiner Nachbarn und vermutlich haben die das dramatisiert.

Beitrag von maryam1410 05.05.09 - 10:15 Uhr

ja, wenn zu vermuten ist, daß sich z.b. jemand in gefahr befindet. wenn die nachbarn also gesagt haben, da ist immer jemand zuhause, und nun heult der hund - und womöglich ist der bewohner noch alt und pflegebedürftig - dann KÖNNTE es ja sein, daß der bewohner einen unfall hatte. dann wird schon mal die wohnung aufgemacht.

hatten wir auch mal, fernseher seit mehr als 24 stunden laut aufgedreht, bewohnerin (schon sehr alt) reagierte nicht auf klingeln und klopfen....
wir haben die wohnung aufgebrochen und fanden oma auf dem klo vor. sie kam mit ihrem neuen hörgerät nicht klar und hat einfach nichts gehört !!!

in einem anderen fall hat uns ein mensch plausibel klargemacht, daß ein älterer bewohner vermutlich in der wohnung einen unfall hatte (ist immer daheim, schon recht alt, ich weiß gar nicht mehr, was noch alles..... jedenfalls war es glaubhaft. ist schon an die 10 jahre her, ich erinnere mich nicht mehr en detail, sorry).
später stellte sich heraus, daß der "vermutlich verunfallte" bewohner und der anrufer erzfeinde waren und der anrufer dem bewohner - der übrigens putzmunter, jedoch nicht daheim war - nur mal kräftig eins auswischen wollte.

es gibt also alle möglichkeiten..........
nur kein kollege bricht die wohnung auf aus reiner willkür. dann werden die nachbarn schon GLAUBHAFT gemacht haben, daß hier eine gefahr besteht. und wenn ich es für möglich halte, daß in einer wohnung jemand in seinem blut liegt, breche ich lieber die tür einmal zuviel auf, als aus falsch verstandener rücksicht jemanden verrecken zu lassen.

Beitrag von saw123 05.05.09 - 10:22 Uhr

Ich habe geschrieben dass der Hund nicht alleine bleiben kann und deshalb immer jemand da ist..
Diesmal war es aber nicht der Fall und der Hund war alleine zu HAuse und hat deshalb geweint...

Ich finde diese Aktion jedensfalls total übertrieben

Beitrag von silkstockings 05.05.09 - 10:25 Uhr

Aber das konnten die Kollegen nicht wissen, wenn ihnen das keiner sagt.

Vermutlich haben die Nachbarn gesagt- der ist nie alleine und wenn der jetzt so heult, MUSS da was passiert sein.

Beitrag von freckle06 05.05.09 - 10:31 Uhr

Kollegen? #schock

Bist du etwa eine von denen? #schock#ole;-)

;-)

Beitrag von bezzi 05.05.09 - 10:38 Uhr

Wenn das doch allseits bekannt ist, warum wird der Hund dann alleine gelassen ? Dann muss man sich als verantwortungsvoller Hundebesitzer halt einen Hundesitter besorgen oder eben für die Kosten des Polizeieinsatzes aufkommen.

Ich jedenfalls hätte auch die Polizei gerufen, wenn ein Köter während der Nachtruhe im Haus rumjault.

Beitrag von saw123 05.05.09 - 10:43 Uhr

Also Köter schonmal gar nicht!!!

Wie gesagt, sie musste spontan arbeiten und hatte niemanden für den Hund...der hat ja auch nicht die ganze Zeit geweint sondern nur ab und zu..Alle anderen haben das nicht als schlimm empfunden..nur diese eine Familie die sich über alles aufregen..

Beitrag von glu 05.05.09 - 10:48 Uhr

Sag mal, geht es Dir wirklich um die Polizeiaktion oder vielleicht doch eher um die Familie?

Beitrag von saw123 05.05.09 - 10:58 Uhr

Um beides...

Beitrag von windsbraut69 05.05.09 - 11:50 Uhr

Du siehst doch, dass nicht nur die ausländische Familie, sondern auch die Polizei die Sache anders eingeschätzt hat als Ihr...

Ich verstehe auch nicht, wie sie den Hund erst so verpäppeln können und nicht ans Alleinsein gewöhnen und ihn dann eine komplette Nacht allein lassen.
Ist doch klar, dass er am Rad dreht und das Haus zusammen jault.

Wenn Du so besorgt bist, warum hast Du den Hund nicht zu Dir genommen?

Beitrag von saw123 05.05.09 - 11:52 Uhr

Weil ich selber 2 Hunde habe und ein kleines Kind...

Beitrag von windsbraut69 05.05.09 - 13:17 Uhr

Da kommt es doch auf einen mehr oder weniger in Ausnahmefällen auch nicht an.

Beitrag von saw123 05.05.09 - 14:04 Uhr

Für mich schon...

Ich bin alleinerziehend und hab mit meinem Kind und meinen beiden hunden genug zu tun..und auch keine Zeit um mich noch um andere Hunde zu kümmern..

Beitrag von freckle06 05.05.09 - 19:15 Uhr

Hallo,

verstehe ich nicht....

Ich bin auch AE, habe 3 Kinder (8, 4, 1) und habe tatsächlich noch "Zeit" bzw. Motivation, mich um die 2 Kinder (9, 4) meiner Freundin zu kümmern, wenn sie arbeitet (3x in der Woche von 14-20 Uhr). Weil ich GERNE helfe.....

Bis vor einem Jahr hatte ich noch täglich den Hund meines damaligen Nachbarn, weil er ihn nach der Trennung von seiner Frau nicht den ganzen Tag allein lassen wollte (konnte).

Gib doch einfach zu, dass du gar nicht helfen WILLST. ;-)

Gruß,

M. :-)

Beitrag von saw123 05.05.09 - 20:30 Uhr

Du ich arbeite den ganzen Tag...

Beitrag von freckle06 06.05.09 - 14:12 Uhr

Und was macht da ein Hund mehr oder weniger noch aus? Wenn du deine beiden eigenen eh daheim hast? #kratz

Beitrag von glu 05.05.09 - 10:48 Uhr

Ja, das hast Du hier geschrieben...hättest Du es mal eben der Polizei gesagt hätten sie vielleicht auf Dich gehört, aber auch nur vielleicht!

Gefahr in Verzug (gilt für Menschen, Tiere und sogar Sachen), Tür auf und gucken, da wird nicht lang gefackelt und das ist auch gut so!

Du glaubst gar nicht wie viel Türen täglich in D aufgebrochen werden #schein

Übrigens, einem Hund kann man das Alleinsein beibringen!

lg glu

Beitrag von saw123 05.05.09 - 10:56 Uhr

Ich habe nicht mitbekommen dass die Polizei dort war...das hat meine NAchbarin mir einen Tag später erzählt.

Beitrag von windsbraut69 05.05.09 - 11:48 Uhr

Es konnte doch niemand wissen, warum er jault - wie schon von anderen erwähnt.

Davon abgesehen kann es doch nicht angehen, dass der arme Kerl die ganze Nacht durchgehend jaulen muß...da hätte ich mir auch Sorgen gemacht.

Der Begriff "Gefahr im Verzug" ist Auslegungssache und besser einmal zu früh ein Tier oder Kind aus einer Wohnung geholt als zu spät, oder?

Gruß,

W

Beitrag von nightingale1969 05.05.09 - 10:45 Uhr

Die Antworten hast du bereits erhalten, die Polizei darf auch ohne richterlichen Beschluss in eine Wohnung eindringen, wenn Gefahr im Verzug (= wenn mit dem Handeln gezögert wird, passiert etwas Schlimmes) zu befürchten ist.

Es hätte schließlich wirklich sein können, dass a) das Frauchen des Hundes verletzt und bewegungsunfähig in der Wohnung liegt und der Hund deswegen jault oder das b) der Hund verletzt ist. Einen Menschen hilflos liegen lassen ist genausowenig statthaft wie ein (Wirbel)tier der Gefaht von (weiteren) Qualen aussetzen. Die Polizei handelte IMHO korrekt.

Ch.
..die in einem solchen Fall auch die Polizei gerufen hätte - ganz ohne Afghanin mit angeblichem Aberglauben zu sein. Gerade auch, wenn eigentlich alle wissen, dass sonst immer jemand beim Hund ist und er nun plötzlich Theater macht....

Beitrag von seikon 05.05.09 - 12:11 Uhr

Jetzt magst du das vielleicht albern finden. Aber wenn der Hund sich in der Wohnung verletzt hätte, weil er wirklich am Rad gedreht hat, dann wärst du sicherlich eine der ersten gewesen, die hier laut rumgeschrien hätten, warum denn keiner Hilfe geholt hat, oder?

Ich schließe mich den anderen an. Die Polizei wird ja sicherlich erst mal zur Wohnung gefahren sein und vor der Tür gelauscht haben. Es kommen ja nicht sofort Polizei, Feuerwehr und Schlüsseldienst zum Einsatzort, sondern im Normalfall erst mal eine Polizeistreife. Und die werden sicherlich, nachdem der Hund weiterhin gejault hat und niemand die Tür geöffnet hat, die Öffnung der Wohnung angeordnet haben.

Ich finde das gut. Und es wird ja keine Wohnungsdurchsuchung gemacht o.ä.
Die Wohnung wird geöffnet. Dann haben sicherlich Polizei und Feuerwehr geschaut ob jemand verletzt ist, ob Gefahr im Verzug ist. Haben den Hund mitgenommen und gut.
Der Schlüsseldienst setzt dann in Beisein der Polizei einen neuen Schließzylinder ein, damit die Wohnung vor unbefugtem Zutritt geschützt ist. Und dann wird ein Siegel aufgeklebt mit dem Hinweis, dass der Wohnungsbesitzer sich die neuen Schlüssel bei der Polizei abholen kann.
Und den Hund kann sie sich dann im Tierheim wieder abholen.

Ganz ehrlich. Lieber so, als dass der Hund sich dann tatsächlich stranguliert hätte, oder sich die Pfoten aufgeschnitten, oder sonst wie verletzt.

Und anstatt dich hier aufzuregen hättest du vielleicht selber mal nachsehen können/sollen, warum der Hund über 2 1/2 Stunden erbärmlich jault.
Wenn deine Nachbarin das schon weiss, dass er nicht allein sein kann, warum hat sie dann nicht dir den Ersatzschlüssel zur Wohnung gegeben, wenn du doch so verständnisvoll bist?

Ich kann mich jedenfalls nur wundern. Ich hätte in der Situation auch die Polizei gerufen. Neben einer möglichen Gefahr für Mensch und Tier ist ein jaulender/heulender Hund um 22:30 nämlich auch eine Ruhestörung, die ich nicht dulden wollen würde.

Beitrag von glu 05.05.09 - 14:05 Uhr

< Die Polizei wird ja sicherlich erst mal zur Wohnung gefahren sein und vor der Tür gelauscht haben. Es kommen ja nicht sofort Polizei, Feuerwehr und Schlüsseldienst zum Einsatzort, sondern im Normalfall erst mal eine Polizeistreife. >

Je nachdem was der Anrufer sagt, kommen sofort Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Feuerwehr macht die Tür auf, die Polizei sichert, der Rettungsdienst kümmert sich um die verletzte Person. Jedenfalls läuft das hier so, soll ja schnell gehen und keiner weiß was hinter der Tür los ist!

Nen Schlüsseldienst hab ich hier noch nie gesehen am Einsatzort, will das aber nicht ausschließen, allerdings sind die ja nicht unbedingt schnell!

lg glu

Beitrag von silkstockings 05.05.09 - 14:19 Uhr

Schlüsseldienst kommt nicht bei "Gefahr im Verzug". Nur wenn man Zeit hat - dann wird der gerufen.

Beitrag von glu 05.05.09 - 17:19 Uhr

Mein Reden ;-)

Kann nur nicht für alle Städte sprechen, wer weiß was die sich so einfallen lassen, hier fahren ja sogar die Verkehrsbetriebe mit Blaulicht, warum dann nicht auch ein Schlüsseldienst? ;-)