Minijob und Kind krank - wer zahlt Ausfall?

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Beitrag von munirah 06.01.11 - 21:01 Uhr

Hallo!

Wenn ich beim Minijob ausfalle, weil mein Kind krank ist und niemand anders es betreuen kann, wer zahlt dann den Ausfall?
Die Krankenversicherung (bin familienversichert) oder der Chef?
Eine ärztliche Bescheinigung habe ich.
Wer hat dazu Infos?

Danke

Munirah

Beitrag von kati543 06.01.11 - 21:33 Uhr

"Lohnfortzahlung wenn Ihr Kind krank wird
Da Sie in der Regel nicht selbst Mitglied einer Krankenkasse
sein werden, haben Sie in diesem Fall auch keinen Anspruch
auf Krankengeld. Der Arbeitgeber muss Sie jedoch unter Fort-
zahlung des Arbeitsentgelts „für eine verhältnismäßig nicht er-
hebliche Zeit“ von der Arbeit freistellen, wenn Sie Ihr Kind un-
ter zwölf Jahren wegen einer Erkrankung betreuen müssen. In
einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (5 AZR 392/78) wird
dabei von einem Zeitraum von fünf Arbeitstagen pro Jahr
ausgegangen. Lassen Sie sich von der Kinderärztin bzw.
dem Kinderarzt eine Bescheinigung ausstellen, dass Ihr
Kind wegen einer Erkrankung betreut werden muss und
geben Sie diese im Betrieb ab.
Achtung:
Einige Tarifverträge schließen Gehaltsfortzahlungen aus, weil
davon ausgegangen wird, dass die Eltern von der Kranken-
kasse Geld erhalten, was für Sie als geringfügig Beschäftigte
aber nicht zutrifft. Lassen Sie sich in diesem Fall eingehend
rechtlich beraten. Nach Ansicht von Arbeitsrechtlerinnen wäre
hier das Bürgerliche Gesetzbuch anzuwenden (§ 616 BGB),
nach dem der Arbeitgeber zu Lohnfortzahlungen verpflichtet
ist."

Quelle: http://www.landkreiskassel.de/download/paper/info/frauen/minijob.pdf

Beitrag von munirah 07.01.11 - 21:14 Uhr

Danke! Das hört sich doch gut an!

Beitrag von seikon 06.01.11 - 22:32 Uhr

Wenn du familienversichert bist und du wegen eines kranken Kindes ausfällst, dann zahlt dir das niemand. Ist quasi Privatvergnügen.

Beitrag von kati543 06.01.11 - 22:53 Uhr

Super, da poste ich vor 1 Stunde sogar noch das Urteil und du kommst trotzdem noch mit deiner (falschen) Meinung. Ihre Kinder sind alle noch unter 12. Das Jahr hatte bisher genau 4 Tage. Also kann sie auf LOHNFORTZAHLUNG durch den AG bestehen. Krankengeld bekommt sie nicht, das ist richtig.

Beitrag von kleinehexe1606 07.01.11 - 08:02 Uhr

Sie kann darauf bestehen oder auch gehen...... wenn der AG nicht möchte dann möchte er eben nicht. Kommt immer auf den AG an, wenn er schon keinen Urlaub gibt und keine Kranktage dann würde er sicher nicht zahlen wenn das Kind krank ist. Meiner würde es jetzt bezahlen, aber was man hier als liest ist grausam.

Beitrag von kati543 07.01.11 - 08:58 Uhr

Es ist ihr Recht. 400€-Jobber bekommen Lohnfortzahlung, wie auch andere normale Vollzeitangestellte. Es sind die AN, die (entgegen der gesetzlichen Vorschrift und der einschlägigen Urteile) alles mit sich machen lassen. Nur darf man dann auch nicht meckern, wenn man nie Urlaub bekommt, tausende Überstunden hat, Gehaltserhöhung ein Fremdwort für den AG ist und Krankheit nicht bezahlt wird.
Der AG bezahlt sogar in eine Versicherung ein (Lohnfortzahlungsversicherung) für 400€-Jobber, dass er sich das leisten kann. Wo bitte ist nun das Problem des AG? Doch wahrscheinlich eher das Nicht-Wissen, oder?

Beitrag von windsbraut69 07.01.11 - 09:32 Uhr

Das ist doch eine total schwammige Regelung, auf keinen Fall vergleichbar mit dem exakt festgelegten Kind-krank-Anspruch über die Krankenkasse.

Davon mal abgesehen, wird es in einem Großteil der Fälle den Minijob kosten, solche Ansprüche durchzusetzen.

Gruß,

W

Beitrag von kati543 07.01.11 - 11:48 Uhr

Stimmt, die Regelung im Gesetz dazu ist tatsaechlich schwammig - aber, wir leben in Deutschland - welches Gesetz ist denn mal nicht schwammig? Daher müssen ja auch permenent Gerichte entscheiden - und das war eben ein Urteil. Und vor Allem zahlt der AG das zwar, aber er bekommt es wieder - auch für 400 euro jobber werden die U1 und U2 bezahlt. Also sollte man dem AG das Infomaterial einfach ausdrucken und ihn nett und freundliich bitten, das Geld zu zahlen. Wo ist da das Problem?

Beitrag von munirah 07.01.11 - 21:12 Uhr

genau das werde ich auch machen, das Infomaterial ausdrucken, meinem Chef vorlegen und dann dürfte es kein Problem sein. Für meinen Chef ist es nämlich auch ein Riesenaufwand, diese Infos zu finden.
Ich falle selten aus, weil die Kinder krank sind. Und ich habe einen guten Chef!
Nur bei der Minijobzentrale gibt es kaum brauchbare Infos außer dass ein Minijobber die Rechte hat wie ein normaler Arbeitnehmer! Und wie diese durchgesetzt werden, daran arbeiten wir nach und nach...

Beitrag von sassi31 06.01.11 - 22:47 Uhr

Hallo,

das zahlt dir keiner, weil du nicht versicherungspflichtig beschäftigt bist. Das ist wie mit Krankengeld, wenn du länger als 6 Wochen mit der selben Erkrankung arbeitsunfähig bist.

Du kannst nur unbezahlten Urlaub nehmen.

Gruß
Sassi

Beitrag von manavgat 07.01.11 - 16:19 Uhr

weder noch.

Gruß

Manavgat

Beitrag von munirah 07.01.11 - 21:15 Uhr

was heißt "weder noch"

Beitrag von manavgat 08.01.11 - 11:11 Uhr

du scheinst Dich an Deine eigene Frage nicht mehr zu erinnern:

wer zahlt dann den Ausfall?
Die Krankenversicherung (bin familienversichert) oder der Chef?


weder der eine, noch der andere.


Gruß

Manavgat

Beitrag von munirah 08.01.11 - 15:25 Uhr

das sollte nicht sein, denn
"Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer dürfen wegen der geringfügigen Beschäftigung nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer. Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen des Arbeitgebers und Vereinbarungen, die zwischen dem Arbeitgeber und Minijobber getroffen werden. Ausnahme: Es liegen sachliche Gründe für eine Ungleichbehandlung vor (§ 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz - TzBfG). Dazu können beispielsweise Arbeitsleistung, Qualifikation, Berufserfahrung und unterschiedliche Arbeitsplatzanforderung gehören."
aus http://www.minijob-zentrale.de/nn_38320/DE/2__AG/8__arbeitsrecht/1__Gleichbehandlungsgrundsatz/Gleichbehandlungsgrundsatz.html
Es war mal so, dass nichts bezahlt wurde, aber da wohl eher aus Unwissenheit, weil einer den Schwarzen Peter immer dem anderen zugespielt hat, und das hinterherlaufen mehr Zeit gekostet hat als die Stunden nachzuarbeiten

Beitrag von manavgat 08.01.11 - 16:52 Uhr

sie wird nicht schlechter behandelt!

wer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, hat Anspruch auf Kindkranktage.


wer lieber so einen Sch...ßminijob - weil mehr netto - machen will, der soll dann nicht heulen, weil die Krankenkasse das nicht zahlt.

Der AG hat mit einem kranken Kind nichts zu schaffen.

Etwas anderes ist es mit der 6-wöchigen Lohnfortzahlung durch den AG. Die gilt sowohl für Minijobber, als auch für andere Arbeiter und Angestellte.

Aber auch hier wird nach den 6 Wochen von der Krankenkasse kein Krankengeld bezahlt. Warum? Na, weil keine Beiträge gezahlt wurden.

Ich bin manchmal doch erstaunt, was hier an Wandermärchen kursiert.

Gruß

Manavgat

Beitrag von munirah 08.01.11 - 19:17 Uhr

Die Entscheidung, einen Minijob anzunehmen, hat nicht unbedingt was mit dem Geld zu tun! Manchmal kann man einfach nicht mehr aus dem Haus - der Kinder wegen! Und zum fit bleiben im Beruf ist das eigentlich ideal. Nur dass der Aufwand im Vergleich zum Vollzeitjob recht hoch ist (weite Wege für wenige Stunden, Arbeitskleidung,...)!

Übrigens bezahlt der Arbeitgeber dafür, dass er einen großen Teil der Lohnfortzahlung erstattet bekommt! Laut Beitrag oben sollte die sogar in diesem Fall greifen!