LRS- Wie geht es weiter? Erfahrungen?

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Beitrag von frauke131 11.01.11 - 09:03 Uhr

Hallo,

mein Sohn geht in die 2.Klasse und seit längerem steht der Verdacht auf LRS im Raum. Trotz Förderung sind die Fortschritte minimal und die Schwierigkeiten groß.

Demnächst wird er getestet, sowohl die Lehererin als auch wir denken aber, dass sich der Verdacht bestätigen wird.

Was bedeutet das nun für seine weitere Schullaufbahn? Wie funktioniert das in Klasse 3 und 4? Durch gezielte Förderung soll ja erreicht werden, dass er lesen kann, aber bis dahin ist es ein langer Weg. Da meine Tochter in der 3.Klasse ist, weiß ich, dass es faktisch unmöglich ist, ohne zu lesen dort zurechtzukommen.

Eine Zurückstufung steht auch im Raum, aber wird auch kritisch gesehen, weil in anderen Fächern keine Scxhwierigkeiten vorliegen und somit die Frage ist, inwieweit das überhaupt sinnvoll ist.

Wer hat selbst ein LRS- Kind und kann berichten, wie es dort weiterging. Wie gehen Grundschullehrer damit um?

Danke schonmal für Eure Antworten!

Gruß

frauke131

Beitrag von risala 11.01.11 - 09:46 Uhr

Hi,

gleiches Problem haben wir mit unserem Sohn auch (geht in die 2. Klasse).

WAS wird denn getestet?

Bei unserem Sohn wurde auf ADS und LRS getestet. Dabei wurde festgestellt, dass er große Konzentrationsprobleme hat, sehr intelligent ist (trotz massiver Einschränkungen IQ 114 - liegt lt Arzt [was uns aber egal ist]) und eben eine LRS hat mit Schwerpunkt RS - Lesen wird laufend besser.

Er bekam Ergo verschrieben - und hier wurde ein Audiogramm gemacht (Ergotherapeutin hat hierfür entschprechende Geräte und Ausbildung) und festgestellt, dass Fabian eine Hörverarbeitungsstörung hat.

Mein Mann und ich haben den test in Eizelteilen auch gemacht - in bereichen, wo wir zw. 85-98 erreicht haben kam unser sohn auf 25-45%. Der Vergleich sollte uns zeigen / deutlich machen, WO die Probleme liegen. Hat gut geklappt - wir können dies nun viel besser nachvollziehen. Durch diese Hörverarbeitungsstörung KANN Fabian z.B. Doppelbuchstaben nicht/schlecht hören, EU und ÄU nicht unterscheiden, etc. Laut unserer Ergotherapeutin kann man hier aber durch spezielle Übungen / Trainings etc abhilfe schaffen. Sicherlich wird er kein 1er Schüler in Deutsch, aber 2-3 ist durchaus möglich. Er hat also keine LRS im eigentlichen Sinn - es liegt am Gehör.

Sprich dies bitte beim Arzt auch an! Ein normaler Hörtest reicht NICHT aus! Den hatten wir mehrfach gemacht, weil keiner uns sagte, was genau getestet werden muss (obwohl ist die Probleme bereits im Kindergartenalter angesprochen habe - da konnte ich schon feststellen, dass er manch buchstaben nicht hört/unterscheiden kann - mir fehlte nur das Wissen WIE es richtig heisst). Lass auf jeden Fall ein AUDIOGRAMM machen.

Ach so, Fabian wird ab der 3. Klasse von der Rechtschreibnote freigestellt - entsprechenden Antrag stellen wir zum Ende des 2. Schuljahres.

Also, alles ist möglich - auch gute/durchschnittliche Noten in Deutsch!

LG
Kim

Beitrag von frauke131 11.01.11 - 10:00 Uhr

Danke für Deine Antwort!

Zunächst wird von einem Psychologen untersucht, ob eine LRS vorliegt, gleichzeitig wird auch untersucht, ob eine Lernstörung vorliegt, obwohl dies wohl ausgeschlossen werden kann. Auf AD(H)S wird er nicht getestet, da hat er keine Probleme. Da es bei ihm nur das Lesen ist, geht die Lehrerin schon davon aus, dass das sein einziges Probem ist. Er kann Wörter fehlerfrei abschreiben und Gehörtes verarbeiten.

Und Euer Shn konnte trotz der Lesestörung in die 3.Klasse? Wie löst er denn Aufgaben, wenn er sie ncht richtig lesen kann?


LG

frauke131

Beitrag von risala 11.01.11 - 13:02 Uhr

Hi,

der Test auf ADS wurde gemacht, weil das einfach alles umfasst - es war nicht eindeutig woher die Probleme kamen. Grundsätzlich ist Fabian zu Hause, in der Schule, etc überall ein echt pflegeleichtes Kind.

Fabian kann die aufgaben lesen. Er braucht manchmal etwas länger, aber das ist kein Problem. Unsere Klassenlehrerin hat 1x pro Woche Förderunterricht Deutsch eingerichtet (natürlich nicht nur für ihn). Hierdurch und weil Fabian grundsätzlich gerne liest (auch zu Hause) haben wir in dem Bereich kaum noch Probleme. Abschreiben ist auch kein Problem, aber Diktate z.B. sind ein großes Problem, weil er es eben nicht richtig hört.

Versetzung ist kein Problem, weil er in allen anderen Fächern gut bis sehr gut ist.

LG
Kim

Beitrag von delfinchen 11.01.11 - 13:43 Uhr

hallo,

es wird vom bundesland abhängen, wie die schule damit umgeht. in bayern gibt es einen erlass vom km, der den umgang mit lrs regelt. bei einer schwäche liegt der umgang mit nachteilsausgleich etc. aber im ermessen der lehrkrfat bzw. des kollegiums. bei einer störung muss er von der rechtschreibnote freigestellt werden.
in diesem zusammenhang ist es daher wichtig zu wissen/ zu testen, ob eine

isolierte leseschwäche
isolierte rechtschreibschwäche
kombinierte lese-rechtschreibschwäche
isolierte lesestörung
isolierte rechtschreibstörung
kombinierte lese-rechtschreibstörung vorliegt.

ohne eine genaue diagnose kannman nicht sagen, wie es an der schule weitergeht und selbst mit diagnose wird das von bundesland zu bundesland und innerhalb der bundesländer von schulamtsbezirk zu schulamtsbezirk unterschiedlich gehandhabt. innerhalb des bezirks sollten sich dann die schulen und lehrer einig sein, aber selbst das ist nicht immer der fall.

lg,
delfinchen

Beitrag von zanadu01 11.01.11 - 14:23 Uhr

Hallo, dein Sohn muß erst zum Ende der dritten Klasse lesen können.
Kann er garnicht lesen, liest er Silben, liest er stockend, wie gut versteht er was er liest. Uns hat das Lesen und Rechtschreiben lernen: nach dem IntraActPlus-Konzept [Loseblattsammlung] sehr geholfen.

Mein Sohn hat eine AVWS , außerdem eine Rechtschreibschwäche. Die Rechtschreib word am Anfang sder dritten Klasse festgestellt.
Damit können wir gut leben. Er ist in Diktaten von Noten befeit, außerdem schreib er seine Arbeiten alleine.
Damit ist der Druck erst einmal raus.
Schwirg war erst einmal Englisch, da hat er in der ersten Arbeit eine 6 geschrieben, hat sich jetzt aber auf eine drei verbessert.

Er bekommt eine Stunde Einzelförderung inder Schule , außerdem eine Stunde mit anderen Kindern.
Ansonsten ist er ein guter Schüler.

Beitrag von frauke131 11.01.11 - 18:47 Uhr

Hallo,

Danke für Eure Antworten, ich war beruflich unterwegs, daher antworte ich erst jetzt.

Der Test wird in den nächsten Wochen durchgeführt, also kann ich als Laie noch nicht sagen, welche Schwäche(n) genau er hat. Ich kann mir schwer vorstellen, wie er zurechtkommen soll ohne lesen zu können. Die Benotung würde bei einer Diagnose auch ausgesetzt werden.

Die Lehrer in seiner Schule sind engagiert und wollen ihn unterstützen, wo es geht. Das finde ich positiv! Er wird viel gelobt, aber ist ja nicht doof und merkt seine Scchwierigkeiten.
Dennoch blicken alle positiv in die Zukunft und glauben, dass er es mit Unterstützung lernen wird.

Ich bin "froh", nicht allein damit dazustehen und von Eltern zu lesen, deren Kinder auch Anlaufschwierigkeiten haben.

Danke und einen schönen Abend.

frauke131