Papa muss in den Einsatz

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von littlewinnie 15.01.11 - 09:16 Uhr

Hallo,

Ich muss mal was loswerden.
Mir geht es im moment so mies, ich denk nur noch an den Tag X.
Und in meinem Leben dreht sich nur noch alles um viel Zeit mit meinem Mann und den Kindern zu verbringen.
Habe einen tollen Beruf, diesen monat noch in Vollzeit und ab 1.2. dann nur noch 20 std woche. Ich bin froh so einen verständnissvollen Chef zuhaben.
Ich fühl mich so leer. Und ich muss doch stark sein für meine Mäuse 2 und 4 Jahre.
Er wird 4 lange monate nicht da sein, was für mich sehr hart werden wird.

Ich geb zu ich bin nicht gern allein ich hab immer gern jemand um mich herum.
Nun sind wir ja auch erst vor einem Jahr umgezogen, da mein mann und ich schon 2 Jahre eine Fernehe geführt hatten.
Und konnte dies nicht mehr die kids hatten den papa nur am Wochenende. Also der entschluss zum Umzug in Kasernen nähe.

Nun hatte ich das glück für meine grosse einen kitaplatz zu bekommen und für die mini maus eine Tagesmama.
Sodas ich meiner arbeit nachgehen kann, wenn auch nicht vollzeit.

Nun rückt Tag x näher und näher....und mein magen wird flauer und flauer.
Ich glaub ich schaff das nicht. Oder geht das gefühl noch weg, bzw wird weniger?

Ohwehhhh....ich steh mir selber so im weg....das ich mich selbst nicht mag.
Nun dachte ich ich tu meinem mann einen gefallen und erfüll Ihm noch nen kleinen Traum vor dem Einsatz und kaufte Ihm anfang der woche ein Motorrad weil ich wusste das soll es sein.
Er muss jetz eine Woche auf Lehrgang und am Freitag kommt er wieder, und wollte es Ihm als grosse überraschung übergeben. So als Trost geschenk....den er leidet auch...ohne uns für so lange zeit.
Die grosse bekommt es schon richtig mit, papa hat ihr alles kindgrecht erklärt.....warum...wieso...weshalb.

Ich bin gespannt was er sagt...und das gesicht möcht ich sehen wenn in der garahe sein traum Motorrad steht und auf Ihn wartet. Den er schlich im laden um das Motorraf herum. Nur leider war rs
schon verkauft. :-p An wen den nur *grins*


Ich würd mich freuen wenn jemand mit Erfahrung oder Tipps antwortet.
Den das ist unser erster einsatz...und hoffe der letzte in seiner laubahn.
#schmoll
Vielen dank fürs zuhören!

Lg winnie ( die auf arbeit sitzt und viel zuviel drüber nachdenkt)

Die negativen gedanken...stehen schlange....

Beitrag von lisa1408 15.01.11 - 10:50 Uhr

Hallo littlewinnie,

wie lange habt ihr denn noch bis er in den Einsatz muss?

Mein Mann war von Juni bis Oktober weg von uns. Das ging alles so schnell - wir hatten nur 7 Tage Zeit um alles zu organisieren... und 2 Tage bevor er weg ist, haben wir noch geheiratet :-) Da alles so schnell ging, hatte ich fast keine Zeit darüber nachzudenken (nur wenn ich alleine war, sind die Tränen runtergeronnen).

Dann der Abend als er seine Taschen gepackt hat... wir haben beide viel geweint.... und den Moment als er an diesem Sonntag in den Aufzug gestiegen ist werde ich wohl nie vergessen :-(

Die ersten Tage waren furchtbar... ich hab mich so einsam und verlassen gefühlt (wir sind erst 4 Monate vorher 500 km von unseren Familien weggezogen, somit kannte ich hier auch niemanden) und hab Tag und Nacht nur geheult. Irgendwann hab ich begonnen, Abschnitte zu machen... also zB 14 Tage noch KIGA, dann fahren wir mal 1 Woche zu meinen Eltern, danach wieder 10 Tage, dann kommt mich eine liebe Freundin für ein paar Tage besuchen usw. So hats eigentlich ganz gut geklappt und als er dann endlich Internet hatte, haben wir sehr viel über skype oder msn geschrieben oder gesprochen und natürlich mehrmals täglich telefoniert.
Nach 9 Wochen war ich dann für eine Woche bei ihm... das war wunderschön... aber die 8 Wochen die ich dann noch vor mit hatte... irgendwie ist die Zeit nicht vergangen, die Ferien waren vorbei und ich war mit meiner Tochter nicht mehr so flexibel. Aber trotzdem... die Zeit ist vergangen und man gewöhnt sich daran... was ich in der Zeit gemacht hab, ich hab meinem Mann ein Tagebuch geschrieben. Fast jeden Tag einen Eintrag, manchmal auch mehrere Einträge täglich über ganz banale Dinge. Das hab ich ihm geschenkt als er zurück war.

Kopf hoch... du schaffst das schon! Es sind "nur" 16 Wochen... und wenn er zurück kommt, ist es schon warm und die Sonne scheint! :-)

Beitrag von ida-calotta 15.01.11 - 11:24 Uhr

Hallo!

Ich stecke nicht in so einer Situation, allerdings war mein Vater Berufssoldat und ich bin damit aufgewachsen das er eigentlich nur zum Urlaub machen Zuhause war. Für mich war es normal das mein Vater 4-9 Monate am Stück nicht daheim war.

Ich kann dir nur raten dich nicht zu verschließen und zurückzu ziehen. Die Tips meiner Vorschreiberin find ich super. Plane die Zeit, damit du nicht nur nachdenken kannst. Vor allem die Wochenenden solltest du verplanen, mal wegfahren, Kino mit einer Freundin, evtl. auch mal eine Woche Urlaub mit deinem Kind in der alten Heimat machen usw. Für deine Tochter wäre es vielleicht auch schön wenn ihr einen Kalender bastelt wo ihr jeden Tag abstreicht und man so sieht wie Tag-X (Heimkehr) näher rückt. Ich habe meinem Papa damals auch ein Briefpapier-Set geschenkt auf dem er dann nur Briefe an mich geschickt hat.

Lg Ida

Beitrag von lisa1408 15.01.11 - 11:42 Uhr

Achja, da fällt mir noch ein... meine Tochter hat ihm täglich ein email geschickt, wobei ich jetzt nicht weiss, ob deine da nicht noch ein bisserl zu klein ist. sie haben fotos ausgetauscht - also er hat Kamele, Mistkäfer, Eidechsen usw. fotografiert und ihr dazu einen kurzen text geschrieben. Da Leonie selbst auch noch nicht lesen und schreiben kann, hab ich ihr eine eigene email adresse angelegt und sie hat mir täglich diktiert was ich ihm schreiben soll. Sie hat eine eigene Kamera mit der sie die lustigsten Dinge fotografiert hat, das haben wir ihm auch geschickt, oder wir haben etwas für ihn gebastet und fotografiert. Aber wie gesagt - bin mir nicht sicher, ob das mit 4 Jahren schon eine befriedigende Alternative für eure Tochter ist.

Beitrag von fruehchenomi 15.01.11 - 14:13 Uhr

Der beste Tip, den es gibt:

http://www.frauzufrau.de/joomla/

Lauter Partner/innen in der gleichen Lage. Ich hab schon gehört, dass hier sogar echte Freundschaften entstanden sind - unterstützen sich gegenseitig ganz toll !!
Zum kindgerechten Erklären gibt es das Buch/DVD "Karl der Bärenreporter" - aber bitte geh auf die Seite, die ich Dir empfohlen habe. Ich arbeite selbst beim Bund und ich weiß, dass sie gut sein soll.

Alles Gute !
LG Moni

Beitrag von lisa1408 15.01.11 - 14:24 Uhr

Schade, dass ich damals nicht gefragt hab als ich in der Situation war!

Find die Seite echt super!!!!

Beitrag von neugierig 16.01.11 - 22:39 Uhr

hey.. als unsere meine 14 tage alt war musste mein ex freund auch für 4 monate nach mazar...

ich kann dir auch nur die seite www.frauzufrau.de empfehlen.. ich habe mich da sehr wohl gefühlt und heute noch kontakt mit einigen frauen:) der einsatz ist nun über 4 jahre her...

wenn du fragen hast schreib mich einfach per VK an :)

Beitrag von muschu2 15.01.11 - 21:09 Uhr

Hallo!

Mir geht es genauso.Am 20.02. muß er für 6 Monate nach Afghanistan.
Meine Angst ist riesig,denn er muß nach Baghlan und da ist es nicht gerade ruhig.Desweiteren ist er in einem noch ziemlich ungeschützen Camp mitten in der Pampa.
Kontakt zu halten wird ziemlich schwierig.
Unsere Kinder sind noch klein,unser jüngster Sohn ist heute drei Monate alt.
Die Großen leiden jetzt schon so darunter,dass er so oft weg ist.
Mein Ältester meinte letztens :"Papa ist ja nie da."
Das ist schon schlimm.
Ich weiß nicht,wie ich dieses halbe Jahr überstehen soll.Es wird immer schlimmer und läßt sich auch nicht abschalten.Ich werde auch ständig gefragt,wann er weg muß etc.
Darf ich fragen,wo er stationiert ist?Kannst mirüber VK antworten.

LG

Mascha

Beitrag von a79 15.01.11 - 23:54 Uhr

Hallo,

ich kann mir gut vorstellen, wie Du Dich fühlst.
Wir haben schon 4 Einsätze zusammen durchgestanden, 2 ohne Kinder und 2 mit einem Kind und Schwangerschaft: diese zwei letzten Einsätze schlossen direkt -mit zwei Wochen Unterbrechung- aneinander an und dauerten insgesamt 4 Monate, von denen ich drei Wochen wegen Blutungen im Krankenhaus lag.
Ja, es war eine schwere Zeit, besonders im Krankenhaus. Mein Sohn war 2,5 Jahre alt und verstand nur, dass Papa lange und weit weg von uns arbeiten muss und nicht kommen kann. Wir haben ein Bonbonglas gefüllt mit Bonbons entsprechend der Anzahl an Tagen, die mein Mann weg war. JEden Tag durfte er eines essen und konnte zusehen, wie das Glas leerer wurde...und der Tag, an dem Papa kommt, näher rückte. Mein größtes Geschenk an meinen Mann, glaube ich, war die Geburt unseres zweiten gesunden Sohnes drei Monate nach der Rückkehr aus seinem Einsatz...
Auch wenn Du jetzt glaubst, alles türmt sich auf zu einem Riesenberg und Du kannst es nicht schaffen -Du bist sicher stärker als Du denkst und Deine positive Einstellung wird sich auch auf Deine Kinder auswirken!

Ich Mach Dir keine Illusionen -es wird sicher anstrengend- aber Du hast ja schon Erfahrung mit einer Wochenendehe MIT Kindern und jetzt kommen eben für 4 Monate noch die Wochenenden hinzu...
Wichtig ist der Kontakt -schreibt Euch Briefe, E-Mails, schickt Euch Päckchen, telefoniert mindestens 1x die Woche...und nehmt Euch was schönes vor für die Zeit nach der Rückkehr Deines Mannes! Für die Kinder überlegt Euch evtl., ob man etwas von Deinem Mann extra für sie dalässt -mein Großer hatte z.B. ein getragenes T-Shirt von meinem Mann im Bett liegen (er ist ein totales Papa-Kind). Schickt Euch gegensietig Fotos (wichtig auch für die Kinder!) und wende Dich an Deine Betreuungseinrichtung von der Bundeswehr -da werden regelmäßig Familientreffen und -Tage veranstaltet, wo teilweise auch Videokonferenzen ins Einsatzland geschaltet werden können...

Ach ja, noch was Wichtiges -sieh auf jeden Fall zu, dass Du -auch in den 4 Monaten alleinerziehend, Dir ein paar Freiräume einbehältst und mindestens 1x die Woche was freizeitmäßiges ganz alleine machst (frag doch die Tagesmama oder eine Oma/Opa oder sonstige Verwandtschaft in der Nähe) -mal nen Kaffee trinken mit ner Freundin, schwimmen gehen, ein Kinobesuch....sowas halt...danjn kannst du am nächsten Tag schon wieder viel relaxter auf typische Geschwister-Krisen-Situationen reagieren..

Fühl Dich gedrückt -ich wünsch Dir viel Kraft!
Wenn Du möchtest, kannst Du gern schreiben...

LG

Andrea

Beitrag von essa202 18.01.11 - 14:45 Uhr

Hallo Winnie!

Ich kann dich sehr gut verstehen, bei uns steht auch ein Einsatz an. Ende März geht es nach Afghanistan. Zum zweiten Mal<1

Diesmal für ein halbes Jahr,das letzte Mal waren es 4,5 Monate.

Auch wir haben einen Sohn, der drei Tage nach dem Start des Einsatzes vier Jahre alt wird. Auch nicht schön, der erste Geburtstag ohne Papa.

Aber ich versuche mir darüber nicht so viele GEdanken zu machen, denn du kannst es eh nicht ändern. Versuch dir klar zu werden, dass die Zeit irgendwie umgeht und das ihr die Situation niht ändern könnt.

Du musst stark sein, auch gerade für die Kinder. Lass sie nicht merken, wie sehr es dich bedrückt. Die Zeit geht um!!!

Würde mich freuen wenn wir in Kontakt bleiben könnten und Näheres austauschen könnten.


LG Petra