Heimlich Schulden gemacht

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 09:30 Uhr

Mein Mann und ich (beide in den Vierzigern) sind seit 10 Jahren verheiratet, wir haben zwei Kinder. Unsere Partnerschaft läuft gut, er ist der Mensch, mit dem ich alt werden möchte. Er ist ein guter Vater, Freund, Ehemann, (fast) perfekt. Zumindest dachte ich das bis gestern.

Auf der Suche nach Unterlagen bin ich auf seine Kontoauszüge (wir haben getrennte Konten) gestoßen und habe festgestellt, dass er offensichtlich mehrere Kredite laufen hat, von denen ich nichts wusste. Alles in allem werden es sicher so um die 7000 Euro sein (wenn ich alle Unterlagen gefunden habe), die er mit seinem nicht gerade üppigen Gehalt zu bedienen versucht. Seinen Dispo hat er auch ziemlich ausgeschöpft. Ich war und bin geschockt.

Ich bin mir sicher, dass das Geld ausschließlich in unser Haus geflossen ist, er hat also keinen aufwändigen Lebensstil abseits der Familie geführt oder so. Er hat sich offensichtlich nur nicht getraut, mir zu sagen, dass er nicht genug Geld hat, z.B. wenn wir zum Baumarkt sind u.ä. Seit wir uns kennen, bin ich der besser Verdienende. Das hat mir nie was ausgemacht, ich dachte auch, das sei für ihn kein Problem. Wir haben mit Hilfe meiner Eltern vor 4 Jahren ein Haus gekauft, ich habe das Geld eingebracht, er die Arbeitskraft, mit der er Stück für Stück unser Haus liebevoll renoviert. So war unsere Aufteilung, ich zahle den Hauskredit, er die Nebenkosten und „Kleinkram“, ebenso hat er sich mehr Zeit für die Kinder frei geschaufelt, weil es finanziell einfach sinnvoller war.

Er hat zwar immer gearbeitet, aber eben nicht viel verdient und einen Ausflug in die Selbstständigkeit musste er aufgeben, weil die Geschäfte einfach finanziell nicht liefen. Seit einem Jahr ist er wieder fest angestellt und so bin ich gestern aus allen Wolken gefallen, als ich die Kontoauszüge der diversen Baumarktkredite sah. Soweit ich das auf die Schnelle sehen konnte, zahlt er regelmäßig aber in kleinen Raten ab, das ist natürlich die teuerste Art, durch die langen Laufzeiten ist die Zinsbelastung hoch.

Wie oft hab ich ihn gefragt, ob er Geld braucht, wenn wir wieder irgendeine Renovierungsarbeit begonnen haben, er hat meist abgelehnt. Für mich war es immer schwer, die Hauptlast im finanziellen Bereich zu tragen, ich bin ein Mensch, der ein finanzielles Polster braucht, um sich gut zu fühlen, und das ist nach einem Hauskauf ja oft eher klein, so war ich froh, als er letztes Jahr seinen Arbeitsvertrag unterschrieben hat und dachte, jetzt geht’s bergauf… und er wollte wohl mehr dazu beitragen, als er konnte.

Er ist im Moment auf Dienstreise und kommt erst morgen wieder nach hause. Ich habe ihm eine Mail geschrieben, dass ich die Unterlagen gefunden habe, und dass ich von ihm eine detaillierte Aufstellung möchte, um mir des Umfangs der Verschuldung bewusst zu werden.

Jetzt stellen sich für mich zwei Fragen: a) wie kommen wir da wieder raus, denn es ist klar, dass es für mich jetzt oberste Priorität hat, diese Kredite so schnell wie möglich auszulösen. Soll ich jetzt darauf bestehen, Kontoauszüge und Co. zu kontrollieren (ein schrecklicher Gedanke), ihm Kreditkarte und Co. „abnehmen“ und die komplette Verwaltung unserer finanziellen Angelegenheiten übernehmen? Soll ich den Kredit (oder Teile davon) von meinem Konto ausgleichen und von ihm verlangen, mir die Beträge zurückzuzahlen, die ich dann für uns spare (denn so wie ich das sehe, kann er das nicht)?

Und vor allem b) wie kann ich die Partnerschaft weiterführen, ohne dem Kontrollwahn anheimzufallen. Wie soll ich ihm wieder vertrauen? Hab ich ihn zu sehr unter Druck gesetzt, dass er mir nicht sagen konnte, dass es nicht reicht? Er war noch nie jemand, der über Probleme und Sorgen hat sprechen können, aber das sind jetzt nicht mehr seine sondern unsere Sorgen, weil er uns potentiell damit ganz schön reinreiten kann bzw. schon reingeritten hat. Wie kann ich ihn dazu bringen, mich an seinen Sorgen teilhaben zu lassen? Wie kann unser gemeinsames Leben weitergehen?

help wanted

Beitrag von Pass auf! 25.01.11 - 09:48 Uhr

Hallo,

bist Du Dir sicher, dass das Geld ins Haus geflossen ist?

Mein Ex hat auch heimlich Schulden gemacht und hat sogar noch die Dreistigkeit besessen, Lügen zu erfinden, wofür er/wir Geld brauchten, damit ich ihm noch meine Unterschrift unter einen gemeinsamen Kreditvertrag setzte.

Er hat das Geld auf Dienstreisen, teilweise fingiert, mit anderen Frauen durchgebracht.

Ich durfte dann, da ich teilweise auch als Bürge unterschrieben hatte (angeblich war das Geld auch für dringende Renovierungsarbeiten/Reparaturen/Arbeitsmittel die er brauchte/selbst zu bezahlende Fortbildungen), durfte ich noch Jahre nach der Scheidung dafür aufkommen, da er sich bequem zurückgelehnt hat.

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 10:03 Uhr

Hallo,

ja, ich bin mir ziemlich sicher. Denn der Grossteil der Kredite läuft auf Baumärkte und ich weiss ja, was wir in den letzten Jahren in unser Haus gesteckt haben. Ich habe natürlich jetzt noch nicht alles gesehen, das möchte ich mit ihm zusammen durchgehen. Ich habe auch nicht für irgendwelche Beträge gebürgt.

Wir haben getrennte Konten und eine mit Ehevertrag vereinbarte Gütertrennung, ich könnte mich theoretisch auch komplett raushalten und warten, wie er da wieder rauskommt. Aber das ist nicht mein Ziel.

Beitrag von darkblue81 25.01.11 - 10:32 Uhr

Hallo,

erstmal tief Luft holen :-)

Ich denke mir einfach, dass es deinem Mann peinlich war nicht der Ernährer zu sein.
So eine ähnliche Situation hatte ich mit meinem Mann auch:
Ich ging arbeiten (Schichtarbeit), er war zu Hause und damals auch selbstständig was aber nicht so gut lief. Er hatte mir damals versprochen sich so weit um alles zu kümmern, allerdings habe ich auch durch einen dummen Zufall erfahren das dem nicht so ist und Dinge nicht bezahlt wurden.

Wir haben viel und lange geredet, ruhig und sachlich, keine Vorwürfe und daraus gelernt.

Was du nicht tun solltest, ihn unter Druck setzen mit Kontrolle, versuch erstmal den Grund für sein Handeln zu erfahren und darüber reden.
Dann gemeinsam schauen wo es brennt und handeln.
Auch wenn es dir schwer fallen mag, bring ihm Veständnis entgegen und biete Hilfe an, dass ihr das gemeinsam schafft.

LG und alles Gute

Beitrag von litalia 25.01.11 - 11:08 Uhr

redet mal offen und ehrlich miteinander.

ich denke nicht das dein mann das geld zum fenster rausgehauen hat sondern das eben dinge benötigt wurden wofür er das geld nicht hatte und sich eben dachte dann finanziert er es halt und zahlt es zurück, du merkst davon nichts.
bestimmt war es ihm unangenehm zu sagen das er kein geld hat oder evtl schlecht damit umgehen kann etc.

ihn nun unbedningt kontrollieren und ihn nicht mehr vertrauen würde ich nicht.
jeder mensch macht mal fehler, er bekommt bestimmt schweißausbrüche wenn er deine mail liest weil es ihm total unangenehm und peinlich sein wird.
er weiß bestimmt nicht wie er aus der nummer wieder raus kommen soll.

versuche ihm keine vorwürfe zu machen sondern redet offen darüber. passiert ist passiert.
vielleicht macht ihr noch ein extra konto wo das geld von ihm drauf geht was er "übrig" hat ohne ins minus auf seinem konto zu rutschen. so hat er und auch du besser den überblick und wenn dieses geld alle ist dann ist es alle, dann wisst ihr, es kann nichts mehr auf dem baumarkt gekauft werden, zumindest nicht von seinem geld.

alles gute :)

Beitrag von windsbraut69 25.01.11 - 11:28 Uhr

Entschuldige aber ich glaube, Du solltest über das Wort "Partnerschaft" mal in Ruhe nachdenken!

Ich denke nicht, dass Du mit den ins Auge gefaßten Forderungen ihn dazu bringen kannst, Dich an seinen "Sorgen" teilhaben zu lassen.

Gruß,

W

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 12:06 Uhr

Hallo,

Deshalb poste ich ja hier, denn ich will ja auch nicht jeden Schritt kontrollieren. So will ich nicht leben, keine Frage.

Aber was soll ich denn tun? Ich muss ihn ja jetzt quasi erst einmal zwingen, der Situation mit mir gemeinsam ins Auge zu sehen. Er kann sich doch nicht selber so an den Rande des Abgrundes treiben, das darf ich doch nicht zulassen, er ist der Mann, den ich liebe.

Gruss

Beitrag von sarosina1977 25.01.11 - 12:21 Uhr

Herrje, Du tust es schon wieder....

Du vermittelst schon wieder den Eindruck, eine Über-Frau zu sein, die ihren Mann irgendwann zerquetscht.

Allein Deine Wortwahl: "Ich muss ihn erst mal zwingen..." Wie willst Du das tun? Ihn auf dem Stuhl festbinden und mit Elektroschocker zu einem Geständnis treiben? Und Du sprichst vom "Rande des Abgrunds"... Da steht für mich jemand, der süchtig ist im Endstadium. Aber bestimmt nicht jemand, der Schulden in überschaubarer Höhe bei einem Baumarkt gemacht hat.

Also, wenn es bei uns Redebedarf gibt, dann findet das bei einem Spaziergang statt. In aller Ruhe. Und bei uns wird nie irgendjemand zu irgendwas gezwungen...

Bei Dir hätte ich auch Angst, mit offenen Karten zu spielen...

Frag Dich doch erst mal, wie es dazu kommen konnte, dass er sich Dir so wenig anvertraut.

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 12:28 Uhr

nein, ich arbeite nicht mit Foltergeräten, ich suche das Gespräch. Und ja, bei seinem Gehalt sind 7000 oder mehr Euro der Rand des Abgrundes, finanziell gesehen. Da kommt er leider so ohne weiteres nicht mehr raus.

Ich will ihn nicht zerquetschen, aber das scheine ich zu tun. Das ist schlimm, denn so will ich nicht sein, so soll unsere Ehe nicht sein.

Beitrag von sarosina1977 25.01.11 - 12:38 Uhr

Nochmal.

Ich verstehe Deine Beweggründe. Ich verstehe Deine Ängste. Und ich verstehe Deine Unruhe.

Ich verstehe aber auch Deinen Mann.

Du wolltest eine Meinung von Außenstehenden.

Und auf mich wirkt Dein Verhalten einfach ...einschüchternd. Vielleicht täusche ich mich - ich lese Deine Geschichte ja nur.

Aber das, was Du schreibst, kommt bei mir teilweise erniedrigend an. Nicht alle Männer können mit solchen Konstellationen umgehen.

Vielleicht ist das ein Ansatz für Eure Zukunft.

PS: Ich schreibe das deshalb so deutlich, weil ich selbst lange in einer Beziehung lebte, wo wir eine ähnliche Konstellation hatten. Allerdings ging mein Partner nicht auf die Bank, um Kredite für den Hausbau zu holen. Sondern für einen neuen Sportwagen. Und obendrein ist er fremdgegangen. Anstatt mich zu trennen, haben wir in mühevoller Kleinarbeit analysiert, warum alles so kam, wie es kam. Und die Erkenntnis, dass ich nicht unerheblich dran schuld war, tat sehr weh.

Beitrag von windsbraut69 25.01.11 - 14:52 Uhr

Du schreibst doch, er hätte die Kredite bislang ohne Probleme bedient?!

Beitrag von windsbraut69 25.01.11 - 14:51 Uhr

Allein Deine Gedankengänge klingen für mich befremdlich. Versetz Dich mal in seine Lage!
Er hat ja sicher genau deshalb "heimlich" diese Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen, weil er sich geschämt hat. Jetzt schickst Du ihm ne Mail in der Du ihn "zum Rapport bestellst"....

Kann es sein, dass Du übertrieben vorsichtig bist in finanziellen Dingen, wenn Du wegen 7000 Euro vom "Rand des Abgrundes" sprichst???

Gruß,

W

Beitrag von sarosina1977 25.01.11 - 12:05 Uhr

Puh, mir wird ja nur beim Lesen schon ganz anders... Du baust allein durch dieses Posting einen riesigen Druck auf. Wer weiß, ob Dein Mann diesem Druck bei Euch daheim auch gewachsen ist? Du kommst überstark bei mir an und vielleicht will dieser Mann einfach nur ein Stück weit mit Dir Schritt halten.

Andere Kerle brechen aus, suchen sich eine flotte Affäre, wo sie Bestätigung kriegen, und bringen ihr Geld mit anderen Dingen durch.

Aber Deiner...nimmt Kredite bei Baumärkten auf...um die Sanierung des Eigenheims voranzubringen. Was ist eigentlich Dein Problem???

Und damit ist sein (fast) perfektes (Deine Worte) Image so angekratzt, dass Du empört und entsetzt bist.

Du fährst nur eine Parade aus Druck auf: Kontrolle, Scheckkartenenzug, Finanzverwaltung in Deinen Händen...

Ich finde das total schlimm...

Ich würde meinen Mann - wenn wir in dieser Situation wären - einfach in den Arm nehmen, denn wahrscheinlich wäre ich nicht erfreut über die Sache, aber ich wäre zumindest gerührt. Auch wenn es vielleicht der falsche Weg war, das Familienleben mitzugestalten - er hat es getan, weil er gedacht hat, es sei richtig.

Und nachdem ich meinen Mann in den Arm genommen hätte, würde ich mich mit ihm zusammensetzen und überlegen, wie man die Kuh gemeinsam wieder vom Eis kriegt. Und wenn es mir finanziell möglich wäre, würde ich mich einbringen und Kredite ablösen - immerhin steckt das Geld nicht in irgendwelchen Nachtclubs, sondern im Eigenheim...

Das ist meine Haltung zu Partnerschaft und so praktiziere ich sie auch. Das heißt für mich "in guten wie in schlechten Zeiten".

Du dagegen machst Deine Ehe wohl nur von den guten Zeiten abhängig.

Beitrag von sarosina1977 25.01.11 - 12:11 Uhr

Und noch was:

Du schreibst was von Vertrauensmissbrauch usw...

Wer hat denn das Vertrauen missbraucht? Ihr habt getrennte Konten, Ihr habt Gütertrennung. Dein Mann kann mit seinem Konto machen, was er will.

Du dagegen schaust seine Kontoauszüge durch, obwohl die Dich bei dieser Konstellation nichts angehen.

Wenn er sein Geld nun für irgendwelchen Firlefanz verbraten würde, könnte ich Deinen Groll verstehen.

Aber Du regst Dich über Kredite für Baumärkte auf...das ist irgendwie komisch - und gleichzeitig furchtbar tragisch.

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 12:24 Uhr

ja, ich empfinde diese Sache als Vertrauensmissbrauch. Denn er hätte mit mir reden sollen, als er merkte, dass es finanziell nicht hinhaut. Denn wie du so schön sagst, die Ehe ist für die guten und die schlechten Tage geschlossen und er versucht, nur gute Tage zu leben. Das geht aber im wahren Leben nicht. Da gibt es auch mal Kummer und Sorgen, die steht man gemeinsam durch, dafür ist man doch zusammen. Man findet Lösungen und arbeitet gemeinsam.

Und natürlich kann mein Mann mit seinem Geld machen, was er will, keine Frage. Das ist doch nicht der Punkt. Aber er kann mit nicht vorhandenem Geld eben nicht machen, was er will, denn damit bringt er unser komplettes finanzielles Gleichgewicht in Gefahr.

Beitrag von sarosina1977 25.01.11 - 12:33 Uhr

Nun gut, dann sehe es doch jetzt einfach so:

Du hast es entdeckt, vielleicht zu spät, vielleicht gerade noch rechtzeitig.

Aber verurteile ihn doch bitte nicht so herb.

Es fällt mir einfach auf, wie ungemein hart Du über ihn redest und Du zweifelst ihn total an. So kommt das halt hier an.

Dass er einen Fehler gemacht hat, ist keine Frage. Aber befasse Dich doch mal mit seiner Motivation. Warum kam es soweit? Warum hat er Projekte umgesetzt, die rein theoretisch verschiebbar gewesen wären? Und warum hast Du dann diese Projekte nicht von vorneherein kritischer betrachtet, wenn Du doch eh über seine Einkommenssituation Bescheid weißt?

Oder hat er Dich angelogen und gesagt, er hätte gerade ein Sümmchen übrig, weil die Oma gestorben ist?

Weißt Du, ich denke, dass immer ein Stück weit beide daran Schuld tragen, wenn etwas in einer Beziehung nicht so rund läuft.

Und ich wiederhole mich: Du kommst bei mir über-dominant an. Du verdienst besser, Du bist erfolgreicher, Du hast alles im Griff, Du kannst sparen, er offensichtlich nicht usw. usw.

Manchen Männern tut das weh. Und oft geben sie das nicht zu. Sondern brechen auf die eine oder andere Art aus.

Ich erlebe Dich ja nur hier in diesem Forum - aber vielleicht bist Du "da draußen" noch taffer??? Ich kenne Eure Krisen-Bewältigungskultur nicht. Bist Du eine, die bei jeder Kleinigkeit die Beziehung in Frage stellt? Fragen über Fragen.

Deshalb mein Rat: Schaut, wie Ihr gemeinsam konstruktive Lösungen finden könnt. Die in Deinen Augen unnötigen Projekte wären ja so oder so irgendwann mal gekommen - also ist doch kein Geld verschwendet.

Und dann solltest Du vielleicht mal betrachten, was in Deiner Kommunikation schief läuft, um künftig solche Desaster zu vermeiden.

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 12:19 Uhr

nein, ich mache meine Ehe weiss Gott nicht nur von den guten Zeiten abhängig. Im Gegenteil, ich will ja mit meinem Mann gemeinsam einen Weg aus diesem Schlamassel suchen. Selbstverständlich werde ich ihm helfen, auch finanziell. Aber das hätte ich vorher bereits tun können, ohne dass er sich selbst so gegen die Wand stellt.

Mein Problem ist , dass wir diese Kredite im Grunde genommen nicht gebraucht hätten (so es sich dann herausstellt, dass es sich lediglich um Kredite bei Baumärkten handelt und nicht doch noch mehr dahintersteckt). Projekte, die zumeist von ihm initiiert sind, hätte man ohne weiteres verschieben können, wir haben alle Zeit der Welt, bzw. ich hätte mehr dazu beisteuern können. Es ist keine Lösung, einfach Kredite aufzunehmen, zumal wenn nicht gesichert ist, dass man sie auch bedienen kann.

Mag sein, dass ich jetzt super kalt daherkomme, aber das ist nicht so. Ich habe im Moment einfach Angst, nur die Spitze des Eisberges entdeckt zu haben. Ich habe Angst um unsere Zukunft, um es mal krass darzustellen. Und mit unsere meine ich die meiner Familie, meinen Mann selbstverständlich mit eingeschlossen.

Und ja, vielleicht fühlt er sich unter Druck gesetzt, das mag sicher sein, aber das ist ja genau der Grund meines Postings; ich erhoffe mir, von "neutralen" Lesern, mir die Augen zu öffnen und vielleicht ein paar Lösungsansätze. Aber ich kann ihn auch nicht einfach so weiter in sein finanzielles Unglück rennen lassen, das müssen wir jetzt angehen.

Beitrag von bunny2204 25.01.11 - 12:42 Uhr

Ich würde die Konten zusammenlegen..da haben wir gemacht, als unser Sohn vor 7 Jahren zur Welt kam.

Seitdem gibts nur ein Konto, es gibt kein "dien-Geld, mein-Geld" - es ist unser Geld, unser Haus......entweder wir können es von unserem Geld bezahlen oder wir lassen es.

Mein Mann verdient seit der Geburt unseres Sohnes deutlich mehr, aber ich sehe das als UNSER Geld an, schliesslich könnte er mit drei (bald) vier Kindern gar nicht arbieten gehen, wenn ich mich nciht um alles kümmern würde...

Lg BUNNY #hasi

Beitrag von nick71 25.01.11 - 23:04 Uhr

"Wie oft hab ich ihn gefragt, ob er Geld braucht, wenn wir wieder irgendeine Renovierungsarbeit begonnen haben, er hat meist abgelehnt."

Dir war nicht klar, dass dein Mann das Geld für die Renovierungsarbeiten aufgrund seines eher geringen Einkommens nicht flüssig haben kann? Oder wolltest du das nicht so wirklich sehen?

"Für mich war es immer schwer, die Hauptlast im finanziellen Bereich zu tragen"

Ich schätze, das wusste dein Mann...und deshalb wollte er die Renovierungen aus eigener Tasche zahlen. Das war nicht besonders weitsichtig, aber menschlich durchaus nachvollziehbar. Niemand fühlt sich gerne als "Loser"...und ich schätze, das Gefühl hast du ihm irgendwie gegeben (ohne dir zu nahe treten zu wollen).

Beitrag von help wanted 25.01.11 - 23:58 Uhr

ja, das ist sicherlich alles richtig und trotzdem...ich habe jetzt den ganzen Abend mit ihm zusammen gesessen und wir haben geschaut und gerechnet. Die Summen, die er aufgenommen hat, liegen WEIT über den von mir vermuteten 7000 €, die Baumarktkredite waren leider doch nur die Spitze des Eisberges...wir werden jahrelang brauchen, bis wir da wieder rauskommen. Er hat sich während der Zeit seiner Selbstständigkeit verschuldet, um seine Betriebskosten zu decken und seinen Traum nicht aufzugeben, da es aber nicht lief, musste er dann immer weiter Kredite aufnehmen, um die Schulden zu begleichen, ein klassischer Teufelskreis.

Bei einem der Kredite hat er sogar meine Unterschrift gefälscht, der läuft also auf unser beider Namen. Ich bin sehr traurig und verzweifelt.