Frau meines Chefs gestorben-Frage

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von quallerina 26.01.11 - 08:00 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine Frage an Euch und zwar arbeite ich seit gut 7 Monaten in einem kleinem Handwerksbetrieb im Büro. Nun ist von meinem Chef die Frau mit gerade mal 28 Jahren an Krebs gestorben.
Ich weiß nicht so recht wie ich mich verhalten soll, schreibe ich nur ne Beileidskarte oder gehe ich sogar zur Beerdigung und wenn ich gehe, nimmt man da ein kleines Gesteck oder ein Handstrauß oder lieber gar nichts mit????
Fragen über Fragen und die Beerdigung ist schon am Samstag.
Würde mich über eure Tipps und Ratschläge freuen.

LG Claudi

Beitrag von ronjaerika 26.01.11 - 08:04 Uhr

Also ich würde ihm erstmal persönlich mein beileid ausdrücken. Zusätzlich eine Karte mit einem Geldschein (ich mach immer 20€ bei sowas).

Wegen der eventuellen Blumen zur Beerdigung würde ich fragen, wie er es möchte. Kanntest du seine Frau? Ist bissl schwierig, da zu entscheiden, ob man mitgeht oder nicht. Aber wahrscheinlich würde ich schon gehen.

Beitrag von quallerina 26.01.11 - 08:26 Uhr

Danke für deine Antwort.
Ich habe seine Frau ganze 1x gesehen für max 10 min.
Ich habe mir eigentlich auch schon überlegt zur Beerdigung zu gehen.
Wie macht man das eigentlich mit dieser Beileidskarte, schickt man die nach Hause oder übergibt man die bei der Beerdigung?
Mit dem Handstrauß oder Gesteck bin ich mir allerdings noch nicht so schlüssig ob ja oder nein.:-(
Oh man für mich ist das totales Neuland und da ich noch so relativ frisch in der Firma bin, eine total blöde Situation.

LG Claudi

Beitrag von susisum 26.01.11 - 09:07 Uhr

Hallo,

ich würde es eine nette Geste finden wenn Du zur Beerdigung gehst. Für die Hinterbliebenen ist es schon in gewisser Weise ein Trost zu wissen, dass der Tod eines lieben Menschen auch anderen nahe geht.

Grundsätzlich ist es so, dass am Grab entweder eine Schale mit Sand oder ein Korb mit Blüten zum Nachwerfen steht. Ein Handstrauss ist also kein Muss. Wenn Du das aber möchtest, ist es eine schöne Geste.

Gibt es vielleicht noch andere Angestellte in der Firma? Wenn ja, tut Euch zusammen und bestellt vielleicht eine kleine Pflanzschale mit saisongerechter Bepflanzung. Sowas hält meist länger als ein Gesteck. Wenn Du als Einzelperson handelst, würde ich nichts Größeres bestellen, sondern wie oben schon geschrieben, Geld mit in die Trauerkarte stecken.

Die Trauerkarte schickt man an das Trauerhaus- nicht bei der Beerdigung übergeben. Du kannst sie auch einfach in den Briefkasten werfen. Normalerweise klebt man den Umschlag einer Trauerkarte nicht zu, wenn Du dich aber für die Geldvariante entscheidest, würde ich es trotzdem tun.

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen.

LG
Susi

Beitrag von maxundjan 26.01.11 - 12:47 Uhr

Die Karte kann auch bei der Beerdigung dem Bestatter übergeben werden, der leitet die dann weiter.

LG
Sandra

Beitrag von claudi2712 26.01.11 - 09:39 Uhr

Hallo Claudi,

ich würde im Namen der Belegschaft eine Trauerkarte schreiben, im Betrieb sammeln und davon ein Gesteck kaufen.

Viele Grüße
Claudia

Beitrag von parzifal 26.01.11 - 09:44 Uhr

Von Knigge habe ich bei Beerdigungen wenig Erfahrung.

Ich würde auf jeden Fall eine Beileidskarte schreiben.

Je näher man dem Chef stand umso persönlicher der Text. Je entfernter reicht auch eine gemeinsame Karte der Belegschaft.

Geld in die Karte legen mag zwar üblich sein. Ich halte davon nicht soviel, insbesondere wenn kein finanzieller Engpass besteht.

Was will man denn mit z.B. 20 EUR anfangen? Ich würde gerade im vorliegenden Fall auf keinen Fall Geld dazulegen.

Und das Mitgefühl sollte sich im Text der Trauerkarte ausdrücken und nicht dadurch das Geld beiliegt. Also bloß kein Standardtext verwenden.

Eher sollte man m.E. überlegen einen gemeinsamen Kranz der Mitarbeiter mit Schleife und Text in Auftrag zu geben.

Zur Beerdigung sollte man m.E. auf alle Fälle gehen wenn man dem Chef irgendwie nahe steht.

Wenn nicht, dann kann man gehen, wenn aber nicht ist das m.E. auch kein Fehler.

Gruß
parzifal


Beitrag von arkti 26.01.11 - 11:00 Uhr

Was hat denn das Geld mit einem finanziellem Engpass zutun?
Selbstständigkeit heißt nicht immer das man viel Geld hat.
Eine Beerdigung ist immer teuer.
Ich persönlicher finde Geld besser als 30 Kränze die nach kurzer Zeit verrottet sind.
Von dem Geld können die Hinterbliebenen lieber immer schöne Blumen für das Grab kaufen.

Beitrag von parzifal 26.01.11 - 13:59 Uhr

Mit finanziellem Engpass meinte ich, dass man das Geld benötigt.

Wie es dem Chef finanziell geht wird die TE wohl beurteilen können.

Mir wäre jedenfalls ein Kranz und/oder Karte der Arbeitnehmer wichtiger als anonymes Geld (außer man ist darauf angewiesen).

Beitrag von arkti 26.01.11 - 15:41 Uhr

Es ist doch kein anonymes Geld #kratz

Man kauft eine Karte, schreibt was rein und legt das Geld dazu.

Beitrag von parzifal 26.01.11 - 16:00 Uhr

Geld ist für mich per se anonym. Das der Angehörige weiß von wem es ist habe ich vorausgesetzt.

Wenn ich eine Trauerkarte bekommen würde, dann wäre mir das Geld darin vollkommen egal.

Vielleicht ist es auf dem Land auch etwas anders. Da kommen vielleicht sogar nennswerte Summen zusammen.

Hier ist Geld eher unüblich. Und ich finde auch nicht notwendig (immer vorausgesetzt man ist nicht darauf angewiesen).

Meinem AG 20 EUR in die Trauerkarte zu stecken auf die Idee käme ich im Leben (und auch im Tod) nicht. Wäre für mich eher sogar peinlich.

Die Karte an sich aber mit vernünftigen persönöichem Text und ein schöner Kranz der Belegschaft der bleibt in Erinnerung. Die 20 EUR sind 5 Minuten später vergessen.

Beitrag von froehlich 26.01.11 - 21:34 Uhr

Ich stimme Dir bzgl. des Geldes vollkommen zu. Geld in einer Trauerkarte?! Das habe ich ja noch nie gehört. Aber vielleicht sind die Bräuche da verschieden. Ehrlich gesagt, ich würde es als Beleidigung auffassen. Wenn schon Geld, dann lieber sammeln und ein schönes Gesteckt oder einen Blumenstrauß kaufen - aber 20 Euro reinlegen?! Never.

Beitrag von arkti 27.01.11 - 08:48 Uhr

Hier wird immer Geld in eine Karte gesteckt.
Die Tendenz geht hier heute zu Urnengräbern, die sind ca 1m breit und 1 m lang.
Da ist überhaupt kein Platz für viele Kränze/Gestecke.

Das Geld in einer Karte drückt hier niemals aus das derjenige finanzielle Schwierigkeiten hat.
Wie schon erwähnt ist es dafür gedacht das der Angehörige es für die weitere Pflege des Grabes benutzt, sprich er stellt neue Blumen hin wenn die anderen verwelkt sind.
den Angehörigen bringt es auch nichts wenn da 100 Kränze liegen die nach kurzer Zeit verottet sind.
Ich fände es eher beleidigend wenn mein Kranz als Familienangehöriger in den Hintergrund rückt weil er durch Mengen von Kränzen kaum noch zu sehen ist.

Beitrag von parzifal 27.01.11 - 09:02 Uhr

Die Kränze liegen aber bei der Trauerfeier aus!

Und sie werden auch so plaziert, dass der "Wichtigste" vorne gut sichtbar liegt.

Ich habe noch nie gehört, dass jemand wegen zuvieler Kränze und Blumen beleidigt war? Ist bei Euch alles anders als hier?

Und dass das Geld ausdrücken soll, das man in finanziellen Schwierigkeiten ist, ist nicht der Fall.
Ich sagte, dass dies für mich ein Grund wäre überhaupt Geld hineinzutun.

Es geht um die Erinnerung bei der Beerdigung. Da zählen Trauerkarten, Kränze und Blumen. An Geld hat man keine Erinnerung.

Und wenn das Geld für die "weitere Pflege" benutzt werden soll setzt das doch wieder voraus, das man bedürftig ist.

Beitrag von arkti 27.01.11 - 21:28 Uhr

Sehe ich wiederum auch anders.
Ich habe schon mehrere Beerdigungen erlebt von Familienangehörigen, ich könnte dir heute nichtmal mehr sagen wie die wenigen Kränze aussahen, denn die waren mir sowas von egal.
Persönlich fand ich es auch absolut daneben einen Kranz mitzubringen wenn vorher ausdrücklich drauf hingewiesen wird das auf dem Urnengrab kein Platz ist für weitere Kränze da der wenige Platz schon von der Familie gefüllt wird.
Blumen brauchte auch keiner mitbringen, denn dafür ist ein Urnengrab auch zu klein, in so ein Loch passen nur Blütenblätter die vom Bestatter bereit gestellt werden.


Nein es setzt nicht voraus das man bedürftig ist, die Menschen die geld geben denken einfach nur mit und wollen das von dem Geld immer wieder frische Blumen gekauft werden.
Hier gibt es auch Menschen die davon eine dauerhafte Grablaterne oder sowas kaufen, die sie sich sonst vielleicht sparen würden weil die auch nicht billig sind.

Natürlich weiß man noch von wem man Geld bekommen hat.
Nein ich bin nicht geldgierig aber ich weiß ziemlich genau wer Mama Geld mit in die Karte getan hat und wie schon oben erwähnt kann ich dir nicht mehr sagen wer einen Kranz mitgebracht hat.
Die Karten guckt man sich in Ruhe nach der Beerdigung an.

Beitrag von parzifal 28.01.11 - 08:50 Uhr

"Persönlich fand ich es auch absolut daneben einen Kranz mitzubringen wenn vorher ausdrücklich drauf hingewiesen wird das auf dem Urnengrab kein Platz ist für weitere Kränze da der wenige Platz schon von der Familie gefüllt wird. "

Das ist ein Punkt der überhaupt nicht Gegenstand der Diskussion war.

Wenn ausdrücklich keine Blumen gewünscht werden oder eine Feier im engsten Familienkreis stattfinden soll etc. dann hat man das zu repektieren.

Das ist aber eine ganz andere Frage.

Es geht auch nicht darum, dass man jeden Kranz etc in Erinnerung hat. Das hat man bei Geld doch noch viel weniger.

Es geht um die Beerdigung und deren Aufmachung. Allein die Trauerfeier in der Halle wird doch dadurch "aufgewertet".
Später kann man sich auch Fotos anschauen auf denen alles zu sehen ist.

Geld hat nie einen persönlichen Bezug zur Beerdigung.

Und wenn Personen das Geld zum Kauf einer dauerhaften (100 EUR?) Grablaterne brauchen zählen sie doch zu den von mir Zitierten, bei denen Geldgeschenke auch m.M. nach in Ordnung gehen.

Beitrag von sannchen1968 26.01.11 - 18:36 Uhr

Nabend,
also ich würde im auch af jeden Fall mein Beileid sagen!!
Eine Karte in der Geld steckt würd ich nicht machen(ist ja kein GEB.versteh das nicht falsch............).
Aber was auf alle Fälle gut ist,ist ein Kranz der Belegschaft und das jemand hingeht(abteilungsleter ect)müssen ja nicht alle!
Lg,Sanne

Beitrag von stubi 26.01.11 - 20:01 Uhr

Bei uns gibt es die entweder-oder Variante. Manchmal wird schon vorher gesagt, dass man auf zusätzliche Blumen und Kränze verzichten soll, dann kommt Geld in die Trauerkarte. Wird es ein Kranz oder ein Blumengesteck, dann ohne Geld in der Karte.

Beitrag von quallerina 26.01.11 - 19:37 Uhr

#danke für eure Hilfe, hat mir sehr geholfen #liebdrueck

LG Claudi

Beitrag von criseldis2006 27.01.11 - 07:35 Uhr

Hallo,

ich würde mit der Belegschaft gemeinsam eine Trauerkarte machen und Geld sammeln. Von dem Geld würde ich einen Kranz machen lassen.

Ich finde Geld in einer Trauerkarte immer doof.

LG Heike

Beitrag von lisa1408 27.01.11 - 19:44 Uhr

Hallo Claudi,

wie handhaben das denn die anderen Kollegen?? Vielleicht schreibt ihr zusammen eine Beileidskarte oder so?

LG Lisa