Liebgewordene Erinnerungen aus Kindheit - Rituale etc.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von hallosilvie 01.02.11 - 12:22 Uhr

Hallo Ihr!!
Mich würde mal interessieren, was ihr aus eurer Kindheit noch so mit euch rumtragt, in Gedanken, etwas, was ihr in liebevoller Erinnerung behaltet.
Gab es bei euch Rituale, Spielchen, Traditionen; welche Momente waren/sind euch viel wert?
Ich möchte meinen Kindern auch geren solche "Erinnerungen" mitgeben (obwohl vieles natürlich automatisch mitgegeben wird) und überlege, was man vielleicht hier und da noch "einführen" könnte. Ich hoffe, ihr versteht mich...
Mir fallen dabei so spontan Balgaktionen mit Papa auf dem Spielteppich, das freitägliche Baden in der Badewanne, dem Papa beim Fotoentwickeln zuschauen (in der Badewanne), den Rührkuchen jedes Jahr zum Geburtstag, die seltene Ausnahme mal nen Kakao trinken zu dürfen, wenn man abends gar nicht einschlafen konnte und ein paar Kniereiter und Fingerspiele ein. Was war´s bei euch?
Bin gespannt auf eure Antworten!
Sylvie

Beitrag von cinderella2008 01.02.11 - 13:16 Uhr

Hallo,

ich muss mit Erschrecken feststellen, dass ich nur wenig Erinnerungen habe.

Da wäre Weihnachten: Wir wurden mit einem Glöckchen ins Weihnachtszimmer gerufen.

Dann die jährlichen Familienurlaube.

Für den Alltag fällt mir nichts weiter ein. Aber ich hatte eine schöne Kindheit.

LG, Cinderella

Beitrag von joermungander 01.02.11 - 13:20 Uhr

Mein liebstes Ritual war für mich immer:
Mein Papa erzählte abends, wenn ich im Bett lag eine Geschichte und danach kam meine Mama und hat ein Schlaflied gesungen.

Außerdem:

- morgens von meiner Mama geweckt zu werden (auch noch mit 16)
- immer eine Dose mit Brot und eine mit Obst im KiGa/ der Schule
- unbedingt: GEMEINSAMES Abendessen. Und das jeden Tag
- Am Wochenende mindestens einen Tag etwas unternehmen
- jeden Dienstag Schwimmbad
- Jeden Samstag "Badefest" (alle 4 Kinder auf einmal in die Wanne)
- Jeden Freitag Kartoffelbrei, Apfelmus und Fischstäbchen
- zum Geburtstag IMMER so viele Kerzen wie man alt wurde und einen hübschen Blumenstrauß auf dem Geburtstagstisch
- Jede Weihnachten Kaffee trinken bei Oma und Opa mit Weihnachtslieder singen

.
.
.
das fällt mir spontan so ein...


Beitrag von braut2 01.02.11 - 13:21 Uhr

Mir fällt ein, daß ich mich Freitags nach dem Sport immer auf ein leckeres gewünschtes Essen gefreut habe. Samstags haben wir meist einen Fernseh-Abend oder Karten-Spiele-Abend mit Pizza-bestellen gemacht :-)
Sonntags gab es immer ein echtes "Festmahl" mit der Familie.
Deswegen koche ich meist unter der Woche nicht gern "große" Sachen, weil es das eben früher immer Sonntags gab.
Wir hatten leider nicht immer feste Tage für Unternehmungen, da meine Mum alleinerziehend war und viel arbeitete. Wir haben was gemacht wenn sie Zeit hatte. Das konnte anstatt Sonntags dann auch mal Dienstags sein.

Mein Mann bekommt heute noch zu seinem Geburtstag "kalte Schnauze". Das ist schon Tradition :-) Da wurde Samstags immer gebadet, dann gab es mit Papa die Sportschau und von Mama kamen leckere Schnittchen.
Und vom wochenlangen Jahresurlaub an der Nordsee wird heute noch geschwärmt :-)

Lg b2

Beitrag von flamingoduck 01.02.11 - 13:36 Uhr

...ist "kalte Schnauze" nicht dieser leckere Kuchen aus Butterkeksen und mit Schoki überzogen? #koch

Beitrag von braut2 01.02.11 - 13:44 Uhr

jaja........dieses pappsüße Zeugs......*brrschüttel*, auch "kalter Hund" genannt ;-)

Beitrag von flamingoduck 01.02.11 - 13:35 Uhr

Oooh, mal ein schönes Thema #huepf

Bin gerade 3,5 Wochen vor der Geburt (und bevor ich in den kompletten Putzwahn verfalle und 1x täglich die Wohnung schrubbe, liste ich mal auf):

- bei Mama auf der Küchenanrichte sitzen und den Kochlöffel abschlecken dürfen (Kartoffelpürree, Teig, etc) #koch

- als das Haus ausgebaut wurde, sind mein Papa, mein Opa und ich am Samstag immer in den Nachbarort gefahren um im Baumarkt Holz und Schrauben etc zu kaufen. Dabei durfte ich mir immer eine "Pumuckl-Kassette" aussuchen, und diese wurde im Wohnzimmer eingelegt und mein Bruder und ich waren mal eben für 2 Stunden ruhig gestellt, weil wir ganz gebannt auf Pumuckl's Abenteuer gelauscht haben.

- im Sommer beim Einkaufen ein "Caretta"-Eis oder ein Sunkist abstauben (wenn man im Supermarkt artig war und nicht rumgezickt hat)

- im Sommer abends mit Mama die Runde durch den Garten gehen und Blumen giessen (mit meiner kleinen Entengießkanne - die habe ich heute noch) #blume

- immer Sonntags, wenn Opa zu Besuch kam, mit Papa in die Konditorei gehen und zusammen den Kuchen für alle aussuchen (und dabei immer eine weiße Schaumzucker-Maus vom der netten Verkäuferin geschenkt bekommen) #torte

- Freitag abends zum Bauernhof spazieren gehen, zum Milch-Holen und dabei die zutraulichen Kühe, Lämmer, Hasen, Gänse, Enten, Meeris, etc streicheln #hasi

- als Papa und Opa das Haus ausgebaut haben, im Sägemehlhaufen rumtollen und Holzabfallstücke, die wie Figuren aussahen, mit Filzstiften bemalen

- mit Mama und Opa im Advent Plätzchen ausstechen, backen und verzieren (und so richtig herrlich rumschweinern dürfen)

- ab und zu den Papa im Büro besuchen dürfen und meine Handflächen auf dem Kopierer kopieren dürfen und von den Sekretärinnen Naschereien abstauben

- Ostereier bemalen

- mit Strassenkreide Parcours auf der (ruhigen) Spielstrasse malen und zusammen mit anderen Kindern diese entlangfahren und "Stadt" spielen (Häuser aus alten Pappkisten bauen, Indianerzelte aufbauen, etc)

- am Geburtstag zum Frühstück der schokoüberzogene Marmorkuchen mit Smarties, später ein Mittagessen nach Wunsch und danach an den Nymphenburger Kanal (München) zum Enten füttern und später ins Eiscafe (wo ich mir einen Eisbecher nach Wunsch aussuchen durfte) #paket

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Und eine lustige Erinnerung (kein Ritual) gibt's noch, über die meine Mutter sich heute noch amüsiert, obwohl sie es damals überhaupt nicht witzig fand:

In unserer Spielstrasse waren im Sommer mit mir immer ca. 7-10 Nachbarskinder draussen und wir sind mit unseren Rädern/Rutschautos/Kettcars draussen rumgekurvt und haben gespielt.

Einmal hat irgendeiner von uns das Wort "FRESS-SUCHT" aufgeschnappt und wir Kinder fanden es irgendwie so saukomisch, dass wir es lachend und quietschend nonstop am Spätnachmittag durch die Gegend gekreischt haben. (FRESS-SUCHT, FRESS-SUCHT, FRESS-SUCHT...!) #huepf

Unsere Mütter wetzten plötzlich alle aus den Häusern und zogen uns schimpfend rein und fanden das gar nicht komisch.#schwitz
(Grund: ein Nachbarsfamilie (Kinder, Eltern, Oma) war durch und durch sehr dick und die sassen gerade bei Kaffee und Kuchen im Garten) - klar, dass das unseren Müttern sehr peinlich war, obwohl wir Kinder daran gar nicht gedacht haben. #nanana

Aber meine Mutter muss heute auch darüber grinsen und freut sich schon, wenn ich mal so ein Erlebnis mit unserer Kleinen habe...

LG flamingoduck








Beitrag von skea 01.02.11 - 14:31 Uhr

Hmm viel Erinnerungen habe ich leider auch nicht.
Was ich aber schön fand das wir jeden Abend ein Gute Nacht Gebet gesprochen haben.


"Lieber Gott, ich schlafe ein,
laß mich ganz geborgen sein.
Die ich liebe schütze Du,
decke allen Kummer zu,
kommt der helle Morgenschein,
Laß mich wieder fröhlich sein."

Auch das tägliche Abendessen wird Pflicht werden.
Samstag gibts immer frische Brötchen.

Tischgebete haben wir auch gehabt ob ich das jetzt selber mache weiss ich noch nicht.

Ist jetzt nicht so das ich voll auf die Kirche oder Gott fixiert bin aber ich werde das weiterführen bei meinen Kindern.

Beitrag von nele27 02.02.11 - 10:11 Uhr

Meine liebsten Erinnerungen:

- Spielenachmittage mit meinem großen Bruder
- bei Oma im Sommer täglich im Pool baden
- Sommerurlaub mit dem Wohnwagen... die laaaange Autofahrt, das Aufstellen des Wowa, war immer n super Spaß #freu
- mal an der Raststätte was Gelauftes essen dürfen und nicht nur das Mitgebrachte #schein
- hinterher Urlaubsdias anschauen
- der tägliche Weg von der Schule in den Hort mit meiner "Gang"
- Am Geburtstag COLA trinken dürfen #schock

LG, Nele #winke
PS: Ich denke, schöne Rituale kann man nicht "mitgeben", sie müssen sich von selbst ergeben ...

Beitrag von hallosilvie 03.02.11 - 00:02 Uhr

Danke für eure Antworten!
Ja, es sind teilweise so einfache kleine Dinge, die man im Alltag vielleicht als gar nichts besonderes ansieht. Und doch bei jedem ziemlich individuell, authentisch zur Lebensgeschichte. Ich fands schön eure Erlebnisse zu lesen und musste öfter mal schmunzeln...
Vielleicht fällt euch ja noch mehr ein..
danke!

Beitrag von madmat 03.02.11 - 08:35 Uhr

Hallo,

es ist nichts dolles, aber mir lieb geworden.

Meine Mutter führte seit ihrer Jugendzeit ein Kochbuch. Geschriebene und ausgeschnittene Rezepte. Sie klebte unter anderem Rezepte von Backpulvertütchen, Vanilliezuckertütchen hinein.
Dieses Buch ist praktisch schon uralt. Also etwa 31/32 Jahre und älter. Und es duftet noch heute herrlich nach Vanille und Kuchen.
Und ich habe in der Zeit des www nichts anderes zu tun, als auch so ein Buch zu führen.

Beitrag von madmat 03.02.11 - 08:41 Uhr

Noch was,

es war in den 80-er ahren. Jeden Samstag (meine ich) lief die Schwarzwaldklinik. Ich als älteste von 4 Mädchen durfte die noch kucken. Meine Mutter mach uns dazu echte richtige Pommes!

Jeden Samstag war Putztag. Meine Aufgabe war meist Staubwischen und das Bohnern der Treppe und des Flures. Das Bohnern liebte ich,... der Boden strahlte danach immer besonders.

Schöööööön!

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