Ehe annulierung für 2. kirchliche Trauung?

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Beitrag von mamimama123 05.02.11 - 16:08 Uhr

Hallo :-)

ich habe leider nicht so die richtigen Infos beim "googlen" gefunden. Weiß jemand, wie das mit einer Ehe annulierung bei der katholischen Kirche läuft?
Kurz zu meiner Situation:

Ich habe das 1. mal in 2003 geheiratet (evangelisch), haben uns Anfang 2005 getrennt und wurden im Feb. 2007 geschieden.
Nun habe seit 1 1/2 Jahren wieder einen Partner und wir haben hier und da schon mal über eine Hochzeit gesprochen. Allerdings ist er katholisch und möchte auf jeden Fall auch kirchlich heiraten. Das würde heißen, ich muss meine 1. annulieren lassen. Nur was muss ich dafür machen? Und hat jemand von euch damit schon Erfahrungen? Wie lange dauert ein solches Verfahren?

Danke euch schon mal! :-)
LG
mamimama123

Beitrag von hedda.gabler 05.02.11 - 16:13 Uhr

Hallo.

Wie kommst Du darauf, dass Du Deine Ehe annulieren lassen musst.
Diese ist vor der katholischen Kirche doch gar nicht anerkannt.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von pcp 05.02.11 - 16:16 Uhr

Man kann eine Ehe nicht so mir nix dir nix annulieren lassen, nur weil man ein 2. Mal kirchlich heiraten möchte. ;-)

lg

Beitrag von mamimama123 06.02.11 - 22:35 Uhr

Hallo pcp,

naja, ganz so mir nix dir nix ist es nicht, das war ja nur die Kurzversion zu meiner "Geschichte" ;-). Es wäre ein sehr sehr großer Wunsch meines Partners, katholisch zu heiraten und diesen würde ich ihm natürlich sehr gerne erfüllen....doch so wie ich das den Antworten entnehme, gibt es wohl keine Chance dafür :-(

LG
mamimama

Beitrag von hedda.gabler 05.02.11 - 16:22 Uhr

Nachtrag:

Und offensichtlich kennt die evangelische Kirche das Ehenichtigkeitsverfahren auch nicht, konnte im Netz dazu nichts finden.

Mal zu diesem Verfahren etwas aus einem anderen Forum:
>>> Die kath. Kirche kennt sieben Sakramente:
Taufe, Eucharistie, Firmung, Krankensalbung, Priesterweihe, Buße und die Ehe.
Die Sakramente Eucharistie, Krankensalbung und Buße kann man mehrmals empfangen, alle anderen Sakramente, also auch die Ehe, können weder aufgehoben noch wiederholt werden.
Auch wenn viele Ihnen erzählen wollen, dass unter best. Umständen eine Ehe in der kath. Kirche geschieden werden kann:
Wenn eine Ehe geschlossen ist, dann kann diese ZU KEINER ZEIT UND VON KEINER PERSON AUFGEHOBEN WERDEN, ES SEI DENN, EIN EHEPARTNER STIRBT!

Eine Ehe kann also nicht aufgehoben werden, aber: Eine Ehe kann niemals bestanden haben. Vielleicht klingt das etwas seltsam für Sie, aber die kath. Kirche fordert bestimmte Grundlagen für eine Ehe.
Wenn diese nicht zutreffen, dann ist die Ehe (auch wenn ein kath. Priester sie vollzogen hat) nicht gültig.
Einige Konsensmängel möchte ich Ihnen hier nennen:
-zu jugendliches Alter (Mann muss 16, Frau 14 Jahre alt gewesen sein)
-kein hinreichender Vernunftgebrauch
-ein Wesenselement der Ehe ist ausgeschlossen (Wunsch auf Kinder)
Impotenz des Mannes!
...

Wenn also nun Konsensmängel bestehen, z.B. dass ein Ehepartner keine Kinder haben will, oder keine zeugen kann, dann ist die Ehe ungültig.
Und was nie gültig war, das kann man auch nicht auflösen ;-) , genauso, wie es unmöglich ist z.B. eine Taufe aufzulösen! <<<

Würde es also diesen Vorgang in der evangelischen Kirche überhaupt geben, hättest Du trotzdem keine Grundlage, Deine Ehe als nicht gültig zu erklären ...

... soweit ich weiß, dürfen doch Protestanten eh mehrmals heiraten und einen katholischen Pfarrer interessiert Deine evangelische Ehe nicht, da vor der kath. Kirche nicht gültig ... Du wirst als "Heide" allerdings zum Brautgespräch müssen und früher hat man sich da auch dazu verpflichtet, die gemeinsamen Kinder katholisch zu erziehen (und zu taufen natürlich).

Gruß von der Hedda.

Beitrag von anyca 05.02.11 - 18:26 Uhr

Da die evangelische Ehe kein Sakrament ist, sondern nur "ein weltlich Ding" (Zitat Luther), zählt das doch für Katholens eh nicht?

Beitrag von douvi 05.02.11 - 19:20 Uhr

Schau mal hier:
http://www.weddix.de/ratgeber-kirchlich-heiraten-trauung-je-nach-glaube.html

Beitrag von tagpfauenauge 05.02.11 - 19:39 Uhr

Hi,

du hast nie katholisch geheiratet und bist für die katholische Kirche demnach auch nie verheiratet gewesen.

Somit steht einer katholischen Hochzeit nichts im WEge.

vg

Beitrag von engelchen101 05.02.11 - 20:02 Uhr

Also, das was meine Vorschreiber geschrieben haben stimmt so nicht ganz. Die Ehe ist zwar in der evangelischen Kirche kein Sakrament, aber sie wird trotzdem von der kath. Kirche als solches anerkannt. Das bedeutet, dass deine Ehe für eine kirchliche Trauung sehr wohl annuliert werden muss.

Eine Annulierung kann nur dann stattfinden, wenn die Ehe schon nicht gültig geschlossen wurde, d.h. wenn es Formfehler bei der schließung der Ehe gab oder diese unter falschen Voraussetzungen geschlossen wurde. Diese stehen zum Teil schon oben.

Ich würde dir empfehlen, dich an das zuständige kirchliche Gericht bzw. Offizialat des katholischen Bistums, in dem du wohnst, zu wenden. Die können mit dir einen beratungstermin abmachen und dort kann dann geklärt werden, ob eine Annulierungsverfahren überhaupt Sinn macht. Du kannst dich aber darauf einstellen, dass das ganze unter Umständen nicht klappt und ganz sicher nicht einfach wird. Wie lange es dauert hängt auch ein bisschen von deinem Ex und seiner kooperation ab. Du kannst aber mindesten mit einem halben Jahr rechnen, eher länger.

Solltedas mit der Annulierung nicht klappen, könn ihr euch höchstens einen Pfarrer suchen, der bereit ist eure Partnerschaft zu segnen, das ist dann aber KEINE Trauung!

Beitrag von mamimama123 06.02.11 - 22:42 Uhr

Hallo engelchen101,

wie finde ich denn heraus, welches Offizialat für meinen Wohnort zuständig ist? Wie sind diese eingeteilt? Ich kenne mich leider überhaupt nicht aus :-( ... aber ich möchte es wenigstens versuchen, auch wenn die Chancen fast nicht vorhanden sind, so wie es aussieht.

Danke jedenfalls schon mal für deine Hilfe!

LG
mamimama

Beitrag von engelchen101 07.02.11 - 09:09 Uhr

schau mal in diesen Artikel, da sind in der Tabelle neben den Bistümernimmer so kleine Karten und da musst du dann schauen, wo du wohnst. Ich hoffe, du wirs so fündig.

Sonst kannst du evt. ja auch mal deinen Mann fragen, der weiß das bestimmt.

liebe Grüße!

Beitrag von marion0689 06.02.11 - 13:13 Uhr

Hallo.

Ich glaube kaum, dass das so einfach wird.

Man kann eine Ehe nicht einfach mir nix dir nix annulieren.
Ist auch gut so, wie ich finde.

Ich finde, man sollte sich dessen bewusst sein, dass man nur einmal kirchlich heiraten kann ( außer der Partner stirbt ) und nicht einfach mal heiratet, weil man Lust auf eine krichliche Trauung hat und sich nach 2 Jahren wieder trennt.

lg

Beitrag von violatorette 06.02.11 - 17:12 Uhr

Warum konvertiert dein Partner nicht?
So könntet ihr evangelisch heiraten...

Beitrag von mamimama123 06.02.11 - 22:32 Uhr

Hallo violatorette,

meinem Partner wäre eine katholische Trauung sehr wichtig. Und eine Konvertierung käme für ihn niemals in Frage.
Wenn ich mich nicht irre, könnten wir auch ohne Konvertierung wenigstens ökomenisch oder sogar evangelisch heiraten, aber es ging ihm um die katholische Trauung, da er im katholischen Glauben erzogen wurde.
Deshalb fällt diese Variante wohl leider weg....wobei wenn ich mir die Möglichkeiten (die wohl nicht vorhanden sind) so anschau, wird es wohl schwierig, seinem Wunsch nach zu kommen :-(

LG
mamimama

Beitrag von anyca 07.02.11 - 23:29 Uhr

Eine "ökumenische" Trauung gibt es strenggenommen gar nicht, es gibt eine katholische Trauung mit evangelischem Beistand oder umgekehrt. Es muß ja schon klar sein, in welches Kirchenbuch die Trauung nun eingetragen wird ...

Beitrag von lachris 07.02.11 - 14:39 Uhr

Also ich weis das die Katholiken die evangelische Eheschließung in diesem Fall durchaus anerkennen.

Und das die Katholische Kirche über eine Annulierung entscheidet.

Es soll ein ziemlich langes Verfahren sein in dem sehr intime und persönlich Dinge angesprochen werden und die Wahrscheinlichkeit, das annuliert wird, geht gegen Null.

Ich habe den Heckmeck mitbekommen, als meine Mutter Ihren Mann kirchlich heiraten wollte. Was die katholische Kirche sich da erdreistet hat ging auf keine Kuhhaut.

Meine Eltern wollten nämlich gar nicht katholisch heiraten sondern evangelisch, aber der Mann meiner Mutter ist Katholik und als dieser braucht er von der katholischen Kirche die Erlaubnis, um evangelisch heiraten zu dürfen. Da meine Mutter aber schon mal evangelisch verheiratet war, hätte sie Ihre erste Ehe bei den Katholiken! annulieren lassen müssen.

Das Ende der Geschichte: Sie haben ohne Erlaubnis evangelisch geheiratet und mein Stiefvater wurde daraufhin exkommuniziert.

Und jetzt der Hammer: Kirchensteuer darf er an den Verein aber weiterhin zahlen. Wenn er das nicht mehr möchte müsste er selbst austreten. Da fällt einem nichts mehr zu ein...

Frag mal beim katholischen Pfarrer Eures Vertrauens nach, ob es Sinn macht eine Annulierung zu erwirken. Aber entscheiden tut eh die übergeordnete Kirchenbehörde.

VG lachris





Beitrag von zaubertroll1972 08.02.11 - 20:12 Uhr

Hallo,

ich habe das erste Mal kath. geheiratet.
Nach unserer Scheidung hat mein Ex unsere Ehe annulieren lassen.
Dazu mußte ich im Bistum vorsprechen und einige ziemlich persönliche Fragen beantworten.
Selbst meine Eltern wurden telefonisch kontaktiert worauf ich meinem Ex dann klar und deutlich gesagt habe daß ich gerne bereit bin für ihn alles nötige zu klären aber daß er doch bitte dafür sorgen sollte daß meine Eltern nicht belästigt werden.
Schrieftlich wurde dann der Papst um sein Einverständnis gebeten #schein .
Schließlich wurde die Ehe auch annuliert.
Wie es nun in der evangelischen Kirche ist kann ich nicht sagen aber ich würde doch einfach mal den Pfarrer Eurer Kirchengemeinde ansprechen. Er wird sich auskennen und Dir sagen was Ihr tun könnt.
Auf jeden Fall besser als 1000 unterschiedliche Aussagen!

LG Z.

Beitrag von mamimama123 10.02.11 - 13:24 Uhr

Danke für deine Antwort :-)

Wir möchten gerne katholisch heiraten (mein Freund ist katholisch), aber ich war evangelisch verheiratet. Insofern habe ich mich jetzt dann auch schon mal weiter informiert, da hier die Aussagen zu unterschiedlich waren. Manchmal braucht man erst eine Weile, bis man tatsächlich dann auch ernsthaft (nicht nur im Forum ;-) ) ran geht.

Ich kann mich beim zuständigen Bistum unverbindlich beraten lassen und dann folgen wie bei dir wohl auch diese Gespräche. Konntet ihr denn dann deine Eltern raus halten? Denn ich vermute, dass zumindest die Eltern meines Ex-Mannes auch wenig erfreut darüber wären.

Schöne Grüße
mamimama

Beitrag von zaubertroll1972 10.02.11 - 19:28 Uhr

Ja, sie wurden dann nicht weiter befragt.
Das würde ich im Vorfeld klären. Die Eltern haben damit nichts zu tun und möchten nicht dazugezogen werden.
Auch würde ich keine Fragen beantworten die zu persönlich werden.
Das habe ich auch nicht gemacht.

LG Z.

Beitrag von sunny2402 22.02.11 - 12:11 Uhr

Hallo,
habe gerade deine Frage gelesen...

meine Annulierung läuft zur Zeit und ich muß sagen, eigentlich ist es gar nicht soooo schwierig!
Ich muß sagen meine Eltern oder sonst jemand wurde noch nie kontaktiert! Nur die Zeugen die ich angegben habe...und die brauchst du!!
Dein Exmann, kann wenn er davon nichts wissen möchte sich aus allem raushalten, dann muß er nur in dem Schreiben, was er bekommt eine bestimmte Antwort ankreuzen!
Mein Exmann, hat allerdings auch ausgesagt! War aber alles kein Thema!
Ich würde dir raten, wende dich echt mal an euer zuständiges Offizialat und mach mit denen einen Termin aus, die beraten dich, und die sagen dir dann schon wie groß deine Chance ist.
Mein Nichtigkeitsgrund, liegt sogar in meiner Kindheit!! Meine Kindheit ist nicht prickelnd gelaufen! Und dies wird eben auf die vergangene Ehe projiziert, ich mußte aber Zeugen haben, die dies bestätigen konnten, bzw. die bezeugen konnten, dass ich vor der Eheschließung geäußert habe: "Wenn meine Ehe so uns so läuft, will ich keine Ehe, dann trenne ich mich"!
Dies nennt sich in diesem Verfahren Simulation.

das es allerdings ein gutes Jahr dauern kann das stimmt!
Aber wie gesagt, wende dich an das Offizialat und laß dich beraten.
Ich drück euch die Daumen und lass mal hören wie es gelaufen ist!

LG sunny

Beitrag von bolesta 09.06.11 - 08:44 Uhr

Guten Morgen,
wenn jemandem meine Antwort hilft, werde ich mich darauf freuen.

Ich befasse mich als kirchliche Anwaeltin mit Ehenichtigkeitserklaerung besonders in Polen.

Wenn Ihr Partner zur roemisch-katholischen Kirche gehoert, und Sie haben schon Ehe geschlossen, dann sollen Sie ins zustaendige Offizialat gehen. Besonders geht es um dieses Offizialat, auf dessen Zustaendigkeitsbereich die Ehe geschlossen wurde oder auf dessen zukuenftiger Nichtklaeger wohnt.
Gewoehnlich soll der kirchliche Eheprozess ein Jahr (I. Instanz) und 6 Monate (II. Instanz) dauern, aber das haengt von Zahl der Ehesachen ab, was im Praktikum bedeutet, dass die Prozesse ein bisschen laenger dauern sollen.

dr Arletta Bolesta

Beitrag von krisziska 18.09.11 - 13:15 Uhr

Hallo an alle die zu diesem Post geschrieben haben,

Wie sind denn Eure weiteren Erfahrungen mit der kirchlichen Eheannulierung?

Ich stehe nämlich auch davor!

Habe 2001 kirchlich (ev) geheiratet, bin seit 2011 rkr geschieden und möchte gerne kirchlich (kath) wieder heiraten.

LG Tina