An die schwangeren Krankenschwestern

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von 23sonnenschein23 13.02.11 - 19:37 Uhr

Hallo ihr lieben,

meine FÄ hat mich letztes mal darauf hingewiesen, evt. weitere Untersuchungen machen zu lassen, um eine Immunität gegen bestimmte (Infektions-)Krankenheiten auszuschließen/ zu bestimmen. Zb. Zytomegalie, (etwas, was ich mir nicht merken konnte) und weitere, sagte Sie.

Ich hab nicht näher nachgefragt, weil sie sagte, mein Betriebsarzt weißt mich darauf hin.

Zytomegalie hab ich bisher nur im Zusammenhang mit Kinder(betreuern) gehört, das wenn diese nicht immun sind, zb. ein BV bekommen.
Aber im KH ehrlich gesagt noch nicht.

Viel mehr machen mir MRSA, Pseudomonas und andere Keime sorgen, die hier rumschwirren, aber nicht durch Blutuntersuchungen und Immunität harmlos sind. #gruebel

Was habt ihr so für Erfahungen als Krankenschwestern (die im Krankenhaus tätig sind)?

Würde auch gern andere Erfahrungen hören, die nichts mit Infekten zu tun haben, sondern mit den normalen Stationsleben als Schwangere KS #schein


Vielen Dank schon mal,

ich mit #ei 9 SSW

Beitrag von sittich79 13.02.11 - 19:50 Uhr

Hallo!
Ich war vor meiner ersten SS in einem Krankenhaus in der Notaufnahme/ Endoskopie tätig. Als ich meiner Stationsleitung mitgeteilt habe das ich schwanger bin hat sie mir einen Termin bei der Pflegedienstleitung besorgt. Dort haben wir ein bestimmtes Protokoll ( Bestimmungen zum Mutterschutz oder so ähnlich) gemeinsam ausgefüllt. Es wurde besprochen welche Tätigkeiten ich noch ausführen darf, worauf ich achten muss usw. Ich habe dann noch 2 Wochen in meiner Abteilung gearbeitet und dann habe ich vom Krankenhaus ein BV wegen der Gefahr der Schweinegrippe bekommen ( war ja 2009 ein totaler Wirbel deswegen). Bei meinem FA habe ich mich wegen Toxoplasmose und Zytomegalie testen lassen.
Auf Station solltest du darauf achten das du keinen Kontakt zu Infektiösen Patienten hast, kein Kontakt zu Patienten die ein Szintigramm bekommen haben, nicht schwer heben usw.
Hattest du denn schon ein Gespräch mit deiner Leitung?
LG Sittich mit Hannah und #ei 7 SSW

Beitrag von kika1973 13.02.11 - 19:51 Uhr

hallo

Bei mir lief alles normal. und habe bis Woche 35 gearbeitet. Achte noch mehr auf die Händehygiene und meide Zimmer mit Ansteckungskrankheiten. Das liess sich bei mir immer regeln.

Alles Liebe dir !

Beitrag von francis1985 13.02.11 - 19:51 Uhr

Hallo,
also ich arbeite zwar nicht im KH, sondern in einer Dialyse aber von einer evtl. nicht vorhandenen Immunität gegen die von Dir genannten Krankheiten und dem daraus resultierenden BV weiß ich nichts. Wurde von meiner FÄ auf die iGel- Leistung zur Zytomegalie/ Toxoplasmoseerkennung hingewiesen und habs auch gemacht (Ergebnis steht noch aus) aber das dass berufliche Konsequenzen hat, davon weiß ich nichts...hätte sie mir ja ansonsten auch gesagt bzw. hätt ich den Test dann machen MÜSSEN und ihn auch bezahlt bekommen (?).
Ansonsten trag und heb ich nicht mehr schwer, keine Punktionen oder ungeschützter Kontakt mit Blut etc. (versteht sich von selber) und mit unseren isolierten Pat. (MRSA, Noro; Hep. A, B, C. etc.) hab ich überhaupt keinen Kontakt...bei uns werden ja alle Pat. regelmäßig auf diverse Sachen getestet - das erleichtert es natürlich erheblich. BV wurde mir vom AG angeboten, wollt ich aber nicht und so arbeite ich mit vielen Einschränkungen und Hilfe von meinen netten Kollegen.
Hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen...lg

Beitrag von biddepige 13.02.11 - 19:51 Uhr

Hey liebe kollegin,

ich arbeite zwar nicht mehr im Krankenhaus, habe das aber lange getan. Mir würden da die MRSA,Noro (usw) auch wirklich mehr Sorgen machen!

Deshalb hoffe ich , dass du sofort erzählst, dass du schwanger bist und EGAL was Kollegen sagen, weigere dich in diese Zimmer zu gehen, Blut abzunehmen, Verbände zu machen, Spritzen zu geben... (kannst wenn du willst alle Rchtlinien bei ver.di bekommen).
Ist echt erstaunlich, wie wenig man noch darf! und lass dich nicht bequatschen Dinge doch zu tun...

huch, wollt gar nicht so viel schreiben. Aber ist echt wichtig. ich bin praktisch gar nicht mehr bei Patienten (nur für beratungen etc)...fühl mich zwar manchmal etwas " sinnlos", aber ich weiß ja wofür es gut ist!

p.s. meine FÄ hat keine bestimmten Untersuchungen empfohlen

hoffe, ich hab dich jetzt nicht ganz verwirrt.

Alles liebe

Beitrag von kaka86 13.02.11 - 19:59 Uhr

In meiner ersten SS hab ich noch auf Intensiv gearbeitet, musste es somit schon in der 6. SSW mitteilen, weils mir einfach zu gefährlich wurde.
bin dann auf chirurgie versetzt worden, habe da aber nur ein paar Tage gearbeitet und hatte dann wegen starker Ischiasbeschwerden und ständiger Bauchschmerzen ein BV!

In dieser SS hab ichs acuh so früh erzählt, bin auf der inneren mit viel pflege und Isos!
Was du alles nicht darfst war ja schon beschrieben!
Zytomegalie wird glaub ich über stuhl und so übertragen, deshalb auch bei uns das risiko!

Nachdem ich meiner Stationsleitung von der SS erzählt habe, durfte ich fast nur noch frühdienste machen, oder spätdienste wenn wir zu 3. waren (sehr selten).
Und ich hab nur noch Dienstzimmer und visiten gemacht, weil man ja eh fast alles andere abgeben muss!

Seit der 18. Woche hab ich ein BV wegen vorzeitiger Wehen, weil wir auf Station so dermaßen unterbesetzt waren, dass ich mich nich weiter raushalten konnte. Und das wurd halt alles zu viel!

Ich würd dir raten es so schnell wie möglich bekannt zu geben und schleunigst einen Termin beim Betriebsarzt auszumachen!

Alles Gute
Carina

Beitrag von kruemelkalli 13.02.11 - 20:04 Uhr

ich hab ein bv bekommen.arbeite auf der geriatrie und bin durch fg (letzte im juni)vorbelastet.da bei uns irgendwie ständig irgendwer durchfall hat(noro,clostridien und was es noch so schönes gibt,von mrsa ganz zu schweigen)und die pflege der älteren herrschaften ja körperlich doch sehr anstrengend ist,gab es da keine schwierigkeiten.muß allerdings dazu sagen,daß ich bei kleinster körperlicher anstrengung schon braunen ausfluss bekam und ständig bauchschmerzen hatte.war in jeder ss so und fing diesmal auch wieder an .bin anfangs krank geschrieben gewesen und nun mit bv zu hause.schone mich und alles ist ok.
zytomegalie hab ich mir in der ersten ss geholt,auch im kh.war gsd bereits in der 32.ssw und alles ging gut.leider ist es im stationären bereich fast unmöglich ohn e pat.kontakt zu arbeiten und laut mutterschutzgesetz darf man ja theoretisch nicht mal mehr ne urinflasche ausleeren...
da ich bereits fast 37 bin und es meine letzte chance ist,doch noch ein baby zu bekommen hab ich diesen weg gewählt.
hab in meiner berufl. laufbahn schon so ziemlich alles durch....läuse,krätze usw. das muß echt nicht sein-mann kann gar nicht so dumm denken,wie es kommen kann...in der ss ist man anfälliger für sowas...
pass auf dich auf,mach alles mit handschuhen und halt dich von unklaren erkrankungen fern(dienstzimmer-visiten ausarbeiten,telefondienst..)war bei uns nicht möglich,weil die stationsschwester das alles macht...

Beitrag von waschbaerbaby 13.02.11 - 20:18 Uhr

hallo ich habe auf einer intensivstation gearbeitet und vom arbeitgeber ein bv bekommen, weil die gesetzlichen bestimmungen so streng sind, das es sich kaum noch lohnt, eine schwangere zu beschäftigen. passiert was, kannst du fast immer erfolgreich klagen, das hat bei meinem letzten arbeitgeber eine getan und recht bekommen, daher hat sich diese praxis des bv für alle in unserer region fast überall durchgesetzt. oft wird das über den fehlenden immunschutz gemacht. ich habe ein heft bekommen von meinem arbeitgeber mit den gesetzlichen grundlagen und es ist echt so, das man fast nix mehr tun darf. ich denke auch, es ist doch oft so, die leute kommen ins kh und nach ein paar tagen stellt sich raus, der hat diese oder jene ansteckende krankheit, da war man aber schon ein paar tage ungeschützt bei ihm. und wenn ein notfall ist, dann muß man helfen. ich habe noch einen mit clostridien reanimiert- wenn der hilfe braucht, dann kann ich mich ja nicht wegdrehen. oder einer stürzt auf dem flur. am besten du redest ganz schnell mit eurem betriebsarzt, der ist da wirklich die beste adresse#winke

Beitrag von vollzeitmamaooe 13.02.11 - 20:35 Uhr

Hallo,

ich habe in einem großen Krankenhaus gearbeitet - Wachkoma - hab mich bei einem Notfall in der 4 ssw mit MRSA angesteckt.

Als mein FA in der 6 die SS feststellte wußte ich noch nichts von meiner Ansteckung - da mein FA aber generell jedes Med. Personal ab bekannt sein der SS freistellt und ein BV erwirkt, war ich dann zu Hause.

Ich erkrankte dann immer wieder an Blasenentzündung - welche nicht behandelbar war mit normalen AB.
Nach einem Abstrich dann der Schock - ich hatte von Mund bist Vaginal alles voll MRSA - bravo dachte ich mir.

Ich wurde in eine Spezialklinik Überwiesen und ich sag nur dazu bis zur Geburt HORROR.

Bitte schau das du so schnell es geht BV bekommst, mit den Keimen ist nicht zu Spaßen.

Bei mir ging es gut aus - mein Sohn ist gesund.

lg
vollzeitmamaooe

Beitrag von regi1986 13.02.11 - 21:06 Uhr

Ich bin zwar noch gar nicht Schwanger, arbeite allerdings auch auf einer Intensivstation und versuche nun Schwanger zu werden.

Nachdem bei uns MRSA grad ein rießen Thema ist, und jeder Pat. drauf gescreent wird, und bei Risikofaktoren auch getestet.
Hab ich mir da daletzt auch gedanken gemacht.
Da es heist das in Deutschland die MRSA quote wohl ziiiemlich hoch ist.

Und als Krankenhauspersonal hat man ja beste Karten sich einen einzufangen.

Aber man merkt ja "nix" davon wenn man Infiziert ist.

Kann man das vom FA wenn man SChwanger ist Testen lassen ob man Infiziert ist? Besteht bei MRSA eine Gefahr fürs Kind?

Viele Grüße Regina

Beitrag von vollzeitmamaooe 13.02.11 - 21:27 Uhr

Hallo Regina,

ich hab mich in der SS mit MRSA angsteckt.
Das blöde ist man merkt es erst wenn es zu spät ist.

Für das Kind besteht großes Risiko wenn es im Blut oder auch im Geburtskanal ist ein Ab-Risiko ist erhöht.
Die Medikamente Antibiotika wirken beim Kind wie eine Chemo - kannst dir vorstellen was das bedeutet.

Ich habe meinem Kind zuliebe jedes AB abgelehnt.
Mein Sohn ist gesund - nur die SS war HORROR.

lg
Vollzeitmamaooe

Beitrag von regi1986 13.02.11 - 22:11 Uhr

ich kenne es nur so das der MRSA mit Octenisan Waschlösung, sowie Octenidol Mundspülung und ner Nasensalbe behandelt wird, das würde ja das Kind nicht direkt betreffen. (sofern man den Kein wie meist nur auf der Haut, im Mund / Nasenraum hat.
Ansonsten sind ja nur Wunden, künstliche Körperöffnungen, wie PEG, SPBK ect angriffstellen für nen MRSA, oder kann man den tatsächlich auch Vaginal haben?

Viele Grüße Regina

Beitrag von vollzeitmamaooe 14.02.11 - 00:06 Uhr

hallo,

du kannst ihn im Blut, Hirnflüssigkeit, in der Blase (Harn), Vaginal und sonst wo haben. Nichts ist da unmöglich.

Das Problem bei mir war, wie bekommt man ohne starke Medis die Harnblase frei und wie bekommt man den Geburtskanal sauber.

Die Vermutung, das ich den Keim auch im Blut hatte konnte nicht bestättigt aber auch nicht ausgeschlossen werden da der Keim ja nur im Fieberfenster festgestellt werden kann und ich fieberte nie hoch genug.

Am AKH in Wien hatte man mir erklärt - Plazentagängigkeit ist nicht ausgeschlossen, da es kaum Erfahrungen so gibt. Die AB können aber sehrwohl das Kind schädigen.

Also hab ich meine Blase mit Preiselbeerensaft ausgeputz (4l in 12 Stunden) und man glaubt es kaum aber der Harn war nach 5 Monaten dann sauber.

lg
vollzeitmamaooe



Beitrag von frl.gerbera 13.02.11 - 21:34 Uhr

Hallo,

ich arbeitete auf einer Intensivstation und bei uns im Haus werden Schwangere sofort versetzt. So also auch ich, als ich es -ziemlich früh- in der 6.SSW erzählt habe. Ich habe Kolleginnen, die es länger "verschwiegen" haben und bis zum 5., 7.Monat weiter gearbeitet haben. Mir wurde die Entscheidung halb abgenommen, es zu sagen und im Nachhinein bin ich froh, jetzt die Verantwortung los zu sein und auf einer anderen Station zu arbeiten.

Meine "neue" Station hatte schon viele SS von der ITS und sie nehmen sehr viel Rücksicht. Ich ache aber auch selbst auf mich und mobilisere z.B. keine Pat. Ich habe mit der PDL eine Gefährdungsbeurteilung gemacht, wo quasi festgestellt wurde, was ich lt. MuSchuGesetz machen darf und was nicht. Ich messe BZ (Sicherheitskanülen), schiebe Betten (nur zu zweit) bring Pat in den OP (hole sie aber nicht ab), viel Papierkram, Essen austeilen und organisatorische Dinge. Alles ganz entspannt. Was ich in meinem eigenen Ermessen tue und natürlich mit Eigenschutz: Braunülenverbände oder Braunülen ziehen, Redons ziehen, aseptische Verbände, Kurzinfusionen anhängen. Wenn ich etwas nicht machen will, sage ich es. Ich lasse es im Allgemeinen einfach langsamer angehen und höre auf meinen Bauch. Ich muss aber dazu sagen, dass es mir sehr gut geht und ich keinerlei SS Beschwerden habe.
Ach ja, Isozimmer wie MRSA/MRSE sind natürlich genauso tabu wie Pat nach Szintigrafien. (MRSA soll ja nicht Plazentagängig sein, geh isch aber trotzdem nich rein). Chemos haben wir nicht. Was ich aber auf jeden Fall machen würde, ist: sobald wir Noro auf der Station hätten, würd ich zu Hause bleiben. Meine letzt schwangere Kollegin hat sich damit angesteckt, obwohl sie nicht in den Zimmern war und nur auf der Station gearbeitet hat.

Ich wurde bei meiner FÄ auf Toxo getestet und sonst nur die üblichen Titer. Die Betriebsärztin, zu der ich auch musste, war etwas verpeilt. Von zusätzlichen Krankheiten, bei denen ich meine Immunität testen sollte, hat keiner gesprochen.

So, jetzt hab ich eine Menge geschrieben.
Was noch fehlt, sind die Arbeitszeiten, glaub ich: Keine Nachtschichten mehr und Spätdienst nur bis 20 Uhr. Früh ganz normal ab 6 Uhr. Für den gearbeiteten Sonntag gibts es in der anschließenden Woche sofort einen Ausgleichstag.

Mir gehts -nach einigen berichten hier von anderen schwangeren kolleginnen- echt gut. Ach ja, jetzt arbeite ich Gefäß- und Extremitätenchirurgisch, wobei ich bei den Gefäßen höchstens Kaffee verteile oder RR messe, da die ja doch häufig, sagen wir mal, bäh (infektiös) sind. Sorry, is aber so...


Wünsche dir eine komplikationslose SS und alles Gute! #klee#winke