Würfelaugen intuitiv erkennen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von ameliedavid 13.02.11 - 19:44 Uhr

Hallo!
Unsere Tochter ist 5 Jahre alt und uns und dem Kindergarten fiel auf, dass sie auf dem Würfel zwar intuitiv die Zahlen 1-4 erfasst und richtig benennt, aber die 5 und die 6 nicht erkennt, ohne dass sie die Augen laut zählt. Oft sagt sie einfach irgendeine Zahl (sogar 7 oder 8...) und guckt einfach in die Luft. Selbst wenn vorher die fünf gewürfelt wurde und sie gleich im Anschluss eine fünf würfelt, ist es genauso. Ich weiß nicht, ob es ein Kampf um Aufmerksamkeit ist oder ob sie es wirklich nicht kann bzw. weiß, aber vielleicht hat jemand einen Tipp für uns. Sie scheint auch allgemein ein Problem mit abstrakten Begriffen zu haben. Ein Beispiel aus der Vorschule: fünf Bilder nebeneinander, die eine Flasche in unterschiedlich gefülltem Zustand zeigen. Die Kinder sollen in Kästchen darunter mit den Zahlen als Würfelaugen eintragen, in welche Reihenfolge die Bildchen gehören. Unsere Tochter sagt und zeigt mir zwar richtig, wie die Bilder gehören, aber malt dann in die Kästchen darunter einfach die Zahlenaugen in aufsteigender Reihenfolge (ich hoffe, man versteht, was ich meine). Leider muss ich dazu sagen, dass es mir mittlerweile sehr schwerfällt, ganz ruhig und gelassen zu bleiben, wenn wir Würfelspiele machen oder die Hausaufgaben für die Vorschule, weil ich mir einfach Sorgen mache.
Wir sind für jeden Tipp oder Rat dankbar!

Beitrag von tauchmaus01 13.02.11 - 20:00 Uhr

Entspann Dich doch einfach mal. Dein Kind geht noch in die Vorschule, wozu der ganze Druck?
Und jetzt mal im Ernst....ihr habt doch nicht tatsächlich Hausaufgaben schon in der Vorschule oder?

Mona (mit Vorschulkind Tine und 2. Klässlerin Jule)

Beitrag von ameliedavid 13.02.11 - 20:10 Uhr

Ich wäre froh, wenn ich das noch entspannt sehen könnte, aber im Kindergarten machen sie mir da seit einiger Zeit schon ganz schön Druck (nicht nur deswegen). Unsere Tochter ist Ende September geboren und wir möchten sie aus diesem Grund gar nicht einschulen lassen, zumal sie auch sehr zierlich ist und noch sehr verspielt. Aber sie musste pro forma auf jeden Fall Vorschulkind werden und nun höre ich ein bis zwei Mal in der Woche, wie weit zurück sie im Vergleich zu den anderen Kindern ist (die ja fünf bis sogar 14 Monate älter sind als sie...). Mittlerweile perlt das einfach nicht mehr ab an mir und ich kann nicht mehr gelassen darauf hinweisen, dass es die Zeit schon richten wird. Und zum zweiten Punkt. ja, bei uns bekommen die Kinder schon in der Vorschule Arbeitsblätter, die zu Hause bearbeitet werden sollen, also Hausaufgaben.

Beitrag von tauchmaus01 13.02.11 - 20:15 Uhr

Du solltest dringend mal nachforschen ob Du Dein Kind nicht aus dem Vorschulprogramm nehmen kannst. Das ist nicht mehr normal dass einem Kitakind so ein Druck gemacht wird.
Und das mit den Hausaufgaben finde ich ja schon echt eine Frechheit, gäbe es das bei uns würde ich denen nen Vogel zeigen, gehts noch?

Nimm DU Dir den Druck, Dein Kind hat noch ein Jahr mehr Zeit als die Vorschulkinder die eingeschult werden. Und mach denen klar dass es sich um ein Kindergartenkind handelt und nicht um ein Schulkind.

Mona

Beitrag von ameliedavid 13.02.11 - 21:05 Uhr

Ich hab mich schon erkundigt. Aus dem Vorschulprogramm kann ich sie nicht nehmen und das für mich schlimme ist, dass die Erzieherin auch immer wieder sagt "wie gut, dass du noch ein Jahr Zeit hast, bis dahin lernst du es schon noch". Ich merke, dass Amelie immer unsicherer wird und sich immer weniger zutraut. Neulich meinte sie zu mir "ich glaub, ich geh noch ganz lang in den Kindergarten. Hat die ... gesagt" oder "dazu bin ich noch zu klein" oder - ganz schlimm - "dazu bin ich zu dumm". Letztes Jahr waren wir auf Anregung dieser Erzieherin in Ergotherapie (wegen Mängeln in der Grobmotorik und mangelnder Konzentration). Ständig bekam ich Hinweise à la " ich hab in einem Fachbuch von der Störung XY gelesen und das passt genau auf Amelie, fragen Sie mal die Ergotherapeutin, ob sie das nicht hat". Die Ergotherapeutin meinte dann immer wieder, das wäre Unsinn und ob die im Kindergarten nicht auch mal die Fortschritte bemerken würden, die sie ja doch machen würde. Mittlerweile zucke ich schon immer zusammen, wenn sie auf mich zukommt und sagt "wir müssten mal kurz reden". Mein Mann meint auch, unsere Tochter wäre ganz normal und brauche eben einfach etwas mehr Zeit und Geduld; er macht sich einfach keinen Kopf und empfiehlt mir dasselbe. Aber ich bin die, die sie jeden Tag hinbringt und abholt und sich das anhören muss und ich kann das Gedankenkarussel gar nicht mehr anhalten und mache mir nur noch Sorgen über ihre Zukunft. Am liebsten würde ich sie aus dem Kindergarten herausnehmen, aber sie hat doch jetzt so viele Wurzeln und Freunde dort...

Beitrag von nicicolli 13.02.11 - 21:44 Uhr

Soviele Freunde sie auch hat, die findet sie ganz schnell woanders wieder! Mein Sohn wurde von seinen Freunden beim Schuleintritt getrennt, manche Kinder sind von einem ganz anderen Kindergarten gekommen und kannten gar niemanden!

Was ich damit sagen will, das sollte kein Argument sein! Wenn deine Tochter zu hören bekommt Sie sei dumm, nimm sie dort raus! Sie wird sonst psychich labil! Sie ist nicht dumm, sie ist auch nicht zu klein, momentan ist sie nur überfordert!

Wenn du kein gutes Gefühl hast, und selbst die Ergotherapeutin schon hinterfragen muss, dann ist das für deine Tochter nicht gut! Außerdem kann es nicht sein das eine Erzieherin irgendwelches Wissen aus irgendeinen Ratgeber auf deine Tochter projeziert! Wenn es möglich ist, nimm sie so schnell wie möglich dort raus! Momentan erlebt sie dort keine Förderung sonder nur die blanke Überforderung!

Beitrag von arthurmama 14.02.11 - 12:07 Uhr

Mit großem Krach habe ich mein Sohn, da war er 4 aus einem sehr "durchstrukturierten" KiGa mit entsprechend Programm rausgeholt.
Er hatte schon psychische Ausfälle und der KiA hat dringend zu einem "sehr langen KiGa-Urlaub" geraten.

Lass es bei Deiner Tochter nicht soweit kommen. Verlorenes Selbstwertgefühl, Demotivation lassen sich unglaublich schwer abstreifen.
Nimm es gelassen: "MEIN Kind passt nicht zur Institution und deswegen wird sich die Insitution ändern, also wird MEIN Kind einfach nicht mehr kommen!"

Im Übrigen hatte Sohni dann doch nicht den sooo langen Kiga-Urlaub, er hat einfach gewechselt und von jetzt auf gleich war er ein anderes Kind, das plötzlich überhaupt keine "Defizite" mehr hatte.
Im Alter von 5 sind die Freundschaften und Wurzeln noch sehr lose, das war zu keinem Punkt irgendeine Betrachtung wert.

Das Wohlergehen Deines Kindes geht vor und dazu gehören in dem Alter nur bedingt die Freunde und die "Wurzeln". In dem Alter ist der Lebensmittelpunkt und die Bezugspersonen hauptsächlich zuhause, bei den Eltern zu finden.

VG, I.

Beitrag von nicicolli 13.02.11 - 20:59 Uhr

Also ich würde diesen Kindergarten mit dieser Vorschulgruppe mal ernsthaft hinterfragen! Zwar wurden bei uns auch im Vorschuljahr Mengen geübt, aber das sie das auch noch in eine Reihenfolge bringen mussten, ist mir neu! Das hat mein Sohn jetzt in der 1. Klasse angekratzt! Als sie die Aufzählung (Ordnungszahlen) gelernt haben! Und Hausaufgaben im Kindergarten, sorry aber die tät ich gleich gar nicht machen! Bei uns haben sie Mengen zugeordnet! Sprich drei Bonbons (aus Holz) sind genau so viel wie drei Stäbchen!


Mein Sohn zählt jetzt beim Rechnen auch manchmal noch die 5, oder 6 und er ist ja schon über 6! Ich würde wenn sie so jung ist, schauen ob du ne Rückstellung für ein Jahr erwirken kannst, evtl. in nem anderen Kiga und ohne diesen Druck! Sie bekommt ja Angst vor der Schule!

Für mich klingt das als will der Kindergarten dem Ruf gerecht werden, das nur superKinder von dort in die Schule gehen!

Beitrag von zahnweh 13.02.11 - 22:50 Uhr

#schock

sorry, wenn ich so frage: ist das ein Kindergarten oder eine Kinderuni? Oder was wollen die damit erreichen?

Da ging es ja sogar in unserer Grundschule entspannter zu (ich mochte sie nicht, aber deutlich entspannter als das)


Gibt es die Möglichkeit sie wechseln zu lassen?
In einem deiner weiteren Beiträge hast du die Freunde angesprochen. An sich sind Freunde super. Aber wie sind die vom Alter her - würde sie mit denen in die Schule kommen (was für deine Tochter zu früh wäre, so wie ich das von dir lese) oder sind die Freunde jünger und sie würde von ihnen getrennt, weil sie zur Schule müsste?

Ich meine damit: wird sie sowieso von ihnen getrennt?
Gibt es die Möglichkeit den Kindergarten zu wechseln und sie sieht ihre Freunde später in der Schule wieder, weil Einzugsgebiet.

Das mit dem "dumm" würde ich nicht durchgehen lassen. Hat man mir vom Kindergarten an gesagt und alles was ich anfange traue ich mir nicht zu, egal wie motiviert ich bin. Vieles hab ich auch schon abgebrochen, weil ich immer wieder Angst habe, es sowieso nicht zu schaffen. Dann lieber von mir selbst aus aufgeben, das ist nicht so peinlich wie es nicht zu schaffen. #zitter es prägt. Länger als man glauben möchte :-(

Frage deine Tochter, was sie möchte und hau dort mal kräftig auf den Tisch.
Entweder sie lassen dein Kind endlich in Ruhe. Immerhin hast du ja die innerliche Absicherung durch die Ergo. Oder du schaust, dass sie wechseln kann.

Nichts gegen Übungen und Vorschule. Aber richtige Hausaufgaben und Leistungsdruck - dafür dass noch nicht mal sicher ist, dass sie wirklich eingeschult wird. Das geht gar nicht!

Stell dich auf die Hinterbeine und stell dich hinter deine Tochter oder vor sie.
Die Uni kommt noch früh genug. Die muss nicht schon im Vor-Vorschuljahr anfangen :-(