Beruf und Privates trennen? Freundschaften zwischen Kollegen (m/w)???

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von was ist normal 21.02.11 - 08:51 Uhr

Hallo,
Wie schon oben steht interessiert es mich, inwieweit ihr mit euren Arbeitskollegen befreundet seid. Welches zwischenmenschliche Verhältnis (über die Arbeit hinaus) ist für euch normal?

Ich frage das, weil mein Partner und ich gestern eine lange Diskussion darüber hatten, ob er Arbeit und Privatleben gut trennen kann oder nicht. Er hat seine beste Freundin bei der Arbeit kennen gelernt und arbeitet auch immer noch mit ihr zusammen. Desweiteren zählt er eine zweite Arbeitskollegin zu seinen besten Freunden. Er spricht mit beiden über alles,insbesondere auch über unsere Beziehung. Was mich ein wenig stutzig macht ist die Tatsache, dass er zwar auch männliche Arbeitskollegen hat, mit denen aber nie dermaßen gut befreundet war. Vor meiner Zeit hatte er auch mal ein Verhältnis mit einer anderen Kollegin.
Angestoßen wurde unsere Diskussion überigens dadurch, dass er mich bat ihm eine sms, die gerade ankam vor zu lesen (die - mal wieder- von einer der Kolleginnen war). Sie war rein privaten Inhalts und irgendwie bin ich langsam wirklich etwas unruhig. Ich mache mir einfach Sorgen, weil ich das so nicht kenne. Ich selbst habe zwar auch zwei gute Freundinnen, die ich von der Arbeit her kenne, aber das wars auch. Mit den Männern an meinem Arbeitsplatz habe ich ein rein kollegiales Verhältnis, fühlte mich noch nie zu einem sonderlich hingezogen und meine besten Freunde habe ich außerhalb meines Arbeitsplatzes.

Es ist für mich so fremd und irgendwie bin ich glaube ich auch ein kleines bisschen eifersüchtig, bzw. mache mir einfach Sorgen. Nicht akut, aber auf die Zukunft gesehen, weil mein Partner von der Arbeit aus immer wieder nette junge Damen kennen lernen wird. Ich habe einfach Angst irgendwann "ausgetauscht" zu werden.

Als wir gestern darüber redeten sagte er mir, für ihn sei das völlig normal und ich solle mir keine Gedanken machen. Ich gebe es zu: die mache ich mir aber sehr momentan.

Wie ist das bei euch? Trennt ihr berufliches und privates? Inwieweit? Wo ist bei euch die Grenze?

LG, heute lieber mal in schwarz

Beitrag von kennichumgekehrt 21.02.11 - 09:37 Uhr

Hallo,

das ist ein schwieriges Thema. Ich nehme an, er arbeitet Vollzeit, so dass er die meiste Zeit beim Arbeiten verbringt. Von daher ist es verständlich, dass er da jemanden kennenlernt und auch Freundschaften aufbaut.

Bei mir ist es etwas anders, weil ich meinen besten Freund vor dem Arbeiten kennengelernt und "lieben" gelernt habe. Seit letztem Sommer arbeite ich für ihn (er ist selbständig und ich erledige einige Arbeiten für ihn, allerdings auf Freundschaftsdienst, also ich bekomme kein regelmäßiges Gehalt, sondern wenn wir mal abends weggehen, werde ich eingeladen, ...). Wir erzählen uns auch sehr viel Privates, auch über unsere jeweiligen Partner (ich bin verheiratet, er hat eine langjährige Freundin).

Aber ich glaube, im Endeffekt ist es doch egal, wo man seine Freunde kennenlernt. Ich glaube, dich stört es ein bißchen, dass es Frauen sind und nicht Männer, oder? Würdest du dir auch Gedanken machen, wenn es männliche Freunde wären?

Ich kann mir vorstellen, dass es für dich schwierig ist, ich konnte mir vor meiner Freundschaft mit meinem besten Freund auch nicht vorstellen, dass es so eine tiefe Freundschaft zwischen Frau und Mann gibt ohne Hintergedanken. Aber es gibt sie tatsächlich. Allerdings hatten und haben unsere Partner teilweise Probleme damit, auch wenn sie im Grunde wissen, dass wir nichts voneinander wollen.

LG

Beitrag von ayshe 21.02.11 - 09:46 Uhr

#pro

Beitrag von ist das normal 21.02.11 - 10:09 Uhr

Danke für deine Antwort.
Genau das, was du schreibst denke ich ja auch immer. Ich selbst habe auch einen besten Freund, den ich schon über 10 Jahre kenne. Mich macht (wie du es treffend formuliert hast) einfach stutzig, dass es vor allem die Frauen sind, mit denen er sich so super versteht und kaum Männer, wobei er eigentlich fast mehr männliche Kollegen als weibliche hat...
Die beste freundin durfte ich auch schon kennen lernen (ich kenne meinen Partner schon länger, zusammen sind wir aber erst ein knappes Jahr) und finde sie auch super nett. Ihrerseits hätte ich auch Null Bedenken.

Irgendwie kompliziert das ales...

Beitrag von ayshe 21.02.11 - 09:45 Uhr

Das kann man doch so pauschal gar nicht sagen.

Sicher verbringt man sehr viel Zeit bei der Arbeit und damit auch mit den Kollegen, aber es muß ja nicht automatisch so sein, daß dein Partner sich zwangsläufig dort verliebt und dich austauscht, abgesehen davon, kann das auch woanders passieren.

Und es gibt Menschen, die sich eher sehr gut mit dem anderem Geschlecht anfreunden, nicht mit dem eigenen.

Ich persönlich habe auch schon sehr nette Leute in den Firmen kennengelernt, mit denen ich privat befreundet bin oder war, eher aber Frauen, aber nicht nur.

##
Welches zwischenmenschliche Verhältnis (über die Arbeit hinaus) ist für euch normal?
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Generell finde ich alles normal, von der rein beruflichen Kollegenbeziehung bis hin zur Partnerschaft.
Ich habe auch mehrfach erlebt, daß sich eben auch Paare gefunden haben, die dann heirateten, kann doch vorkommen, warum nicht?

Beitrag von similia.similibus 21.02.11 - 09:50 Uhr

Hi,
es haben sich an jeder Arbeitsstelle, auch teilweise wirklich echte Freundschaften entwickelt aber ausschließlich zu Frauen - obwohl ich auch immer männliche Kollegen hatte. Aber bei den männlichen Arbeitskollegen, bei denen Sympathie im Spiel war und eine Freundschaft denkbar gewesen wäre, kam irgendwann immer "das andere" ins Spiel. Freundlichkeit und Symphathie wurde anders interpretiert als ich sie gemeint hatte. Und in einem Fall hatte ich mich auch in den Kollegen "verguckt".

Ich glaube, ich bin nicht in der Lage, rein kumpelhafte Freundschaften mit Männern dauerhaft zu führen. Zumindest hat es nie wirklich lange funktioniert auf rein kumpelhafter Basis zu bleiben - jedenfalls in der Realität. Wird mir gerade so bewusst! #gruebel

Aber du wirst jetzt bestimmt ganz viele Antworten bekommen, die dir bestätigen werden, dass sowas möglich ist.

Wenn dein Partner dich so ganz unbefangen seine SMS lesen lässt, ist das doch wirklich ein gutes Zeichen, dass er nichts vor dir zu verbergen hat.

LG
simsim

Beitrag von ist das normal 21.02.11 - 10:15 Uhr

Hallo,

##es haben sich an jeder Arbeitsstelle, auch teilweise wirklich echte Freundschaften entwickelt aber ausschließlich zu Frauen - obwohl ich auch immer männliche Kollegen hatte. Aber bei den männlichen Arbeitskollegen, bei denen Sympathie im Spiel war und eine Freundschaft denkbar gewesen wäre, kam irgendwann immer "das andere" ins Spiel. Freundlichkeit und Symphathie wurde anders interpretiert als ich sie gemeint hatte. Und in einem Fall hatte ich mich auch in den Kollegen "verguckt". ##

Eben genau so ist es bei mir auch immer gewesen. Die einzige richtige Freundschaft zu einem Mann, bei der undenkbar für mich wäre, dass mehr daraus wird ist die zu meinem besten Freund. Ich kann mir also schon vorstellen, dass es wirklich alles rein platonisch ist, trotzdem mache ich mir irgendwie Sorgen. Weil eben aus seinen beruflichen Beziehungen auch schon mehr wurde als nur eine Freundschaft.
Für mich war halt irgendwie immer klar: " NIE INTIM IM TEAM" und damit bin ich bisher sehr gut gefahren.

Aber cih will mal versuchen dieses Gespenst los zu werden und hoffe, es gibt viele gute Beispiele für gute Freundschaften am Arbeitsplatz.

Beitrag von lichtchen67 21.02.11 - 09:52 Uhr

Meiner Meinung nach sind das zwei verschiedene "Probleme", die Du hier ansprichst... zum einen ob und wieviel privates in die Arbeit gehört, zum anderen Deine Angst, ausgetauscht zu werden.

Zum zweiten.... das ist Deine Angst, da kann Dein Partner nur bedingt etwas für. Nur bedingt schreibe ich, weil er Dir natürlich durch sein Verhalten Dir gegenüber die Sicherheit geben sollte, dass Du die Frau seiner Wahl bist. Jemand "besseres" kennelernen könnte er theoretisch überall, nicht nur im Büro, Du kannst ihn ja schlecht von der Außenwelt abschirmen ;-).

Freundschaften unter Kollegen.. ich persönlich halte da überhaupt nichts von und trenne das strickt. Klar hab ich hier auch ein/zwei Kolleginnen mit denen man schon ziemlich privat erzählt, aber Freundschaft würde ich das nicht bezeichnen und private simse oder Treffen gibt es nie. Ich habe eine Freundin, die hat immer gleich super neue Freunde bei der Arbeit - führt aber oft dann doch zu Ärger oder Querelen, wenns dann doch nicht mehr so gute Freunde sind.....

Mein Partner hält das ähnlich wie ich. Privates erzählen ja, Probleme mit Partnern durchkauen, Treffen außerhalb der bürozeiten nein. Dazu habe ich meine Freunde und er seine und die sind klar außerhalb des Büros, das sind lange gewachsene Freundschaften die seit teilweise 20 Jahren und mehr bestehen.

und noch was anderes grundsätzliches... gegengeschlechtliche Freundschaften Mann-Frau, Frau-Mann gibts bei uns nicht. Halten wir beide nichts von, persönliche Einstellung.

Was normal ist oder nicht muss halt jeder für sich definieren.. schwierig wirds dann, wenns so ist wie bei Euch, einer empfindet normal was dem anderen nicht gefällt. Dann muss man meiner Meinung nach viel reden, viel im Kontakt mit dem Partner sein und der Partner darf aus seiner "Freundschaft" auch keine Geheimniskrämerei machen.

lichtchen

Beitrag von borstie2000 21.02.11 - 09:53 Uhr

...sei doch froh, daß er diese Freundschaft vor Dir nicht verheimlicht - und Dich sogar eine SMS dieser Freundin lesen lässt.

Viel bedenklicher finde ich es wenn Du diese beste Freundschaft nur durch Zufall mitbekommen hättest, z.B. indem Du hinter seinem Rücken nachforschen müsstest, damit Du was drüber erfährst.-

Er scheint Dir ja recht viel über diese Frauen zu erzählen, das finde ich vertrauenserweckend und daher völlig harmlos.

Ich wünschte manchmal, ich hätte solche ehrlichen Männer gehabt....

Borstie

Beitrag von was ist normal 21.02.11 - 10:22 Uhr

Hallo,
Ja, er ist wirklich mein Traummann #verliebt und ich bin froh, dass er so ehrlich ist!
Würde ich nicht immer versuchen deutlich zwischen Privatem und beruflichem zu trennen, dann gäbe es mein Problem wahrscheinlich auch nicht.
Ich kann mich einfach nur schwer in seine Situation hinein versetzen, bzw. nachvollziehen warum seine Freundschaften fast alle über die Arbeit laufen.

Ich versuche jetzt einfach etwas mehr Vertrauen zu haben. Ich denke, das hat er verdient!

Beitrag von mistkenneich 21.02.11 - 10:49 Uhr

Hallo,


ich kann dich gut verstehen, wir haben genau das selbe, nur mein freund ist in einer führungsposition und flegt auch privaten kontakt zu seinen mitarbeitern. mein freund ist 26jahre und hat zum größten teil nur mit weiblichen frauen kontakt.

mich macht es wahnsinnig, denn ich bin der meinung, dass es sich nicht gehört. ich trenne sowas auch strickt und kann damit auch nicht umgehen.

Beitrag von joy1975 21.02.11 - 11:07 Uhr

Also ich kenne beides. Ich war bei Firmen, da habe ich das immer getrennt, weil sowieso niemand da war, mit dem ich mehr haette zu tun haben koennen.
Es kann aber auch anders sein und ich finde das nicht "unnormal" oder "bedrohlich", sondern einen echten Gluecksfall. Ich verstehe mich mit einigen meiner Kollegen sehr gut, sowohl Maennern als auch Frauen. Ich habe kein Interesse an ihnen ausser rein freundschaftlich. Wir verbringen halt einfach viel Zeit durch die Arbeit miteinander. Das ist doch viel netter, wenn man sich da versteht als wenn nicht. Wir grillen auch schonmal zusammen oder machen sonst was (da sind dann auch die Partner dabei, klar).
Wir schreiben auch schonmal private SMS, meinem Mann erzaehle ich auch immer alles davon. Es sind einfach Freunde, die "zufaelligerweise" auch Kollegen sind. Ich finde, Du uebertreibst bzw. merkt man halt, dass diese Konstellation in Deinem Berufsleben noch nicht vorgekommen ist. Es muss nicht immer alles auf eine Affaere oder so etwas hinauslaufen.
Freu Dich fuer Deinen Freund dass er so nette Kollegen gefunden hat (wenn auch zufaelligerweise Frauen sind) und mach Dir nicht soviele Gedanken. Er bezieht dich doch ein und macht kein Geheimnis draus.

Beitrag von badguy 21.02.11 - 13:34 Uhr

Berufliches von Privatem zu trennen, ist nicht immer leicht. Wir hier auf der Arbeit haben ein extrem gutes Miteinander. Ich hüte z. B. die Katzen meiner Kollegin, wenn sie in Urlaub ist, wir hören einander zu. Gerade eben hat ein Kollege mir den neuesten Sachstand in seinem Rechtsstreit anvertraut, ein anderer Kollege bespricht mit mir seinen Scheidungskram und wieder eine andere Kollegin vertraut mir sehr sehr private Details an. Ich ihr auch, ebenso meinen Kollegen hier im Büro.

Wir freuen uns miteinander, wenn es etwas zu feiern gibt und wir leiden auch miteinander, wenn es Sorgen zu teilen gibt. Meine Kollegen kann man nur mit einem Wort beschreiben. Super. Meine beste Freundin habe ich auf der Arbeit kennen gelernt. Teilweise macht man auch privat was miteinander aber mehr ist da nicht.