Sie redet kein Wort im Kiga-nicht mal mit ihren Freundinnen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von handy12345 21.02.11 - 09:52 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist 4,5 Jahre alt und geht nun schon seit 1,5 Jahren in den Kiga.

Ich dachte das legt sich mit der Zeit, aber sie redet immer noch kein Wort.
Nicht mal mit ihren Freundinnen, geschweige denn Erzieherinnen.
Sobald wir in den Kiga kommen ist sie stumm.

Zu Hause ist sie ganz anders. Sie redet viel und ist ein aufgewecktes Kind.

Und wenn ihre Freundinnen bei uns sind, redet sie auch mit ihnen und sie spielen schön zusammen.

Was kann man dagegen machen?

Soll ich mal mit dem Kinderarzt sprechen?

Was meint ihr?


Beitrag von kolibri1202 21.02.11 - 10:29 Uhr

Hallo,

hast Du schon mal etwas von Mutismus gehört? Es gibt Menschen, die reden nicht in der Öffentlichkeit, aber mit ihnen vertrauten Menschen (Eltern, Geschwister,etc) und in einem geschützen Umfeld (elterliche Wohnung, etc).
Ich weiss natürlich nicht, ob Deine Tochter davon betroffen ist. Am Besten sprichst Du den Kinderarzt mal darauf an, der weiss dann, was zu tun ist und an wen man sich wenden kann.

Alles Gute,
Vanessa

Beitrag von biene1975 21.02.11 - 11:33 Uhr

Hallo,

das hört sich so an wie bei meiner Tochter.

Sie ist jetzt 6 Jahre und geht in die Schule.

Sie hat in der gesamten Kindergartenzeit mit keiner Erzieherin gesprochen und nur das letzte Jahr mit den Freundinnen. Sie ging gern in den Kindergarten und war zu Hause auch ein aufgewecktes Mädl.

Ich war mit Ihr dann bei einer Logopädin in Behandlung wegen elektiven Mutismus. Sie hat die ersten 4-5 mal kein einziges Wort geredet und dann ist der Knoten geplatzt. Sie hat mit Ihr geredet.

Aber was soll ich sagen Sie ist heute noch so, daß Sie anfangs mit niemanden redet, erst wenn sie den jenigen ( meißt Erwachsene) besser bzw. viel besser kennt.

Da sie ein Septemberkind ist wollte ich Sie auch zurückstellen, wegen Ihrer Schüchternheit, dem Mutismus usw. aber genau da als es um die Schule ging, hat sie mit den Ärzten usw. gesprochen. Tja, leider hatte ich keine Chancen und sie mußte mit noch 5 in die Schule. Und was soll ich sagen sie macht sich gut. Redet mittlerweile zwar leise, aber sie redet mit der Lehrerin, da Sie sich jetzt auch besser kennen.

Aber glaub mir, je mehr Druck du machst mit "komm schon, red doch mit..." desto schlimmer wird es.
Gib ihr die Sicherheit du stehst zu Ihr und dräng sie nicht.

Wenn Du noch Fragen hast, kanst Du dich gern über meine VK bei mir melden.

Schöne Grüße

Sabine

Beitrag von cosimaduma 21.02.11 - 13:33 Uhr

Hallo,

ich bin Sozpäd und hatte schon öfter mit Kindern mit selektivem Mutismus zu tun - bei Euch klingt es tatsächlich so. Die Ursachen können vielfältig sein, meistens ist es eine ausgeprägte Schüchternheit. Die Kinder sprechen zu Hause viel, sind aufgeweckt und überhaupt nicht auffällig. Nur "draußen" - da sind sie stumm. Geh auf jeden Fall zum Kinderarzt, je früher man deiner Tochter hilft, desto besser. Denn glücklich sind die Kinder mit ihrem Mutismus meistens gar nicht. Sie würden gerne sprechen, sind aber total blockiert.
Also, auf zum Kinderarzt, der wird Euch an eine Logopädin, Ergotherapeutin oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin überweisen, und dann wird Deiner Tochter sicher geholfen werden.

LG
Ma-Lu

Beitrag von handy12345 21.02.11 - 13:39 Uhr

Vielen Dank ! :-)

Beitrag von sunflower.1976 21.02.11 - 14:23 Uhr

Hallo!

Ja, ich würde auf jeden Fall mit dem Kinderarzt darüber sprechen und ggf. auch eine zweite Meinung einholen.
Es gibt den sogenannten elektiven Mutismus, d.h. dass ein Kind in bestimmten Situationen bzw. in Anwesenheit bestimmter Personen nicht spricht.
Sollte diese Diagnose zutreffen, kann z.B. verhaltenstherapeutisch unterstützt werden, wobei das Umfeld mit einbezogen wird.

So eine Situation kenne ich aus einem Bekanntenkreis. Eine frührere Freundin von mir hat in der 1. Klasse im Klassenraum kein einziges Wort gesprochen, wohl aber in der Pause mit den Freundinnen (aber nicht mit Lehrern). Eine Ursache konnte nicht festgestellt werden. Nach einem Schulwechsel und einer Therapie (welche weiß ich nicht mehr) hat sich das Problem gelöst, sie wurde eine gute Schülerin und man hat nie wieder was davon gemerkt.

Auf jeden Fall würde ich mir Unterstützung suchen, weil sich das Problem aus meiner Sicht nicht von alleine löst sondern eher verfestigt. Die Hemmschwelle, im KiGa was zu sagen wird mit der Zeit wahrscheinlich eher größer.

LG Silvia