bin verzweifelt, unser sohn tyrannisiert die ganze familie

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von matti17 21.02.11 - 21:26 Uhr

achtung! es wird lang.

also,
wo fange ich an.
wir haben drei kinder ganz schnell hintereinander bekommen. (4,5 jahre alt, 3,5 jahre alt und 1 jahr alt). es ist wirklcih nicht immer einfach, allen gerecht zu werden und einen 4-jährigen auf den arm zu nehmen, wenn man auch noch ein krabbelkind hat und draußen -7 grad sind und man ohne kinderwagen nur mal schnell irgendwo rein wollte. ...

unser ältester ist mein sorgenkind.
er ist so anstrengend. er fordert ständig die komplette aufmerksamkeit. er schreit sofort los und hört auch nicht mehr auf.
momentan schreit er bei jedem pieps AUA und kann sich nicht mehr beruhigen. er lässt sich einfach fallen und sagt, er kann nicht mehr aufstehen.
ich weiß, alles ein schrei nach aufmerksamkeit. aber er kriegt definitv mit abstand am meisten von den dreien. es ist wie eine spirale. er fordert und fordert.
er ist tierisch unfreundlich und sehr oft schlecht gelaunt.
er pullert seit einigen wochen wieder jeden tag ein. er hat so ticks entwickelt. lippen lecken und hände reiben beim vorlesen. augen zusammenkneifen (das kommt meiner meinung nach von fehlendem schlaf). das macht mich alles wahnsinnig. wir haben ignorieren versucht, aber er ist so "angespannt", dass ich mir nicht mehr auf die zunge beißen kann, so wird natürlich auch dauernd an ihm rumgekrittelt ...
dann hatte er schon als kind immerwieder so nächtliche schreiattacken, wie nachtschreck, dass man auch nicht an ihn rankam. es ist wirklcih ganz furchtbar. und unsere nerven liegen regelmäßig blank. ein wunder, dass noch nichts passiert ist ... was ich auch nicht hoffe.
aber wirklich zärtlich sind wir in manchen extrem-situationen, wenn er nur noch rumschreit und seine geschwister gerade eingeschlafen sind auch nicht mehr. er tritt gegen türen und lässt sich auch nicht in den arm nehmen. schimpfen und schreien bewirken natürlich das gegenteil. heute abend hatte ich wieder so eine situation, bis ich nur noch geheult habe, da hat er aufgehört und mich angeschrien,ich solle endlich aufhören zu weinen. dann kam er irgendwann runter und war weich wie ein lamm.wir haben uns vertragen und er ist mit "gute nacht liebe mama" eingeschlafen ...

er hört nicht richtig zu, er ist verträumt und manchmal reagiert er gar nicht.
er hatte letztes jahr was mit den ohren, hat röhrchen bekommen, seitdem fand ich es eigentlich besser.
dann war es im mai ganz schlimm. dann haben wir eine cranio-sacrale behandlung begonnen und danach war es wirklich viel viel besser, es war geradzu harmonisch. aber jetzt ist wieder alles ganz schrecklich.
also wieder cranio?
was ist bloß los, warum pullert er jeden tag ein? warum hat er diese ticks? warum ist er so unfreundlich?
ich leide, mein mann leidet, es gab zeiten, da haben wir angst gehabt, wenn er an den frühstückstisch gekommen ist, welche laune unsere majestät heute hat.
unser zweiter sohn ist so ein sonnenschein. er ist (fast) immer fröhlich und albern und lieb (natürlich hört der auch mal nicht), das ist aber alles im rahmen. er hat immer solche angst, wenn der größere so "austickt".

ich mag schon keinen übernachtungsbesuch mehr bekommen, und auch nicht mehr übers wochenende zu anderen famiien fahren, ich weiß nicht wie wir damit umgehen sollen.

vor ein paar wochen, wollte er nur noch babybrei essen und einen schnuller haben und ich sollte ihn mit dem namen unseres babys ansprechen.

ich bin wirklich verzweifelt.
hat jemand rat und trost?
Auf Beitrag antworten

Beitrag von happy_mama2009 21.02.11 - 21:42 Uhr

"er pullert seit einigen wochen wieder jeden tag ein. er hat so ticks entwickelt. lippen lecken und hände reiben beim vorlesen. augen zusammenkneifen (das kommt meiner meinung nach von fehlendem schlaf). das macht mich alles wahnsinnig. wir haben ignorieren versucht, aber er ist so "angespannt", dass ich mir nicht mehr auf die zunge beißen kann, so wird natürlich auch dauernd an ihm rumgekrittelt ... "

Eben, alleine die Tatsache, wie du über ihn schreibst, vermittelt mir , alles, aber keine liebevollen Umgangsformen. Ich kenn dich nich, ich kann nur vermuten, und eben das vermute ich. DU bist schlicht udn einfach vollkommen überfordert. Und er ist der älteste und hat dadurch zu funktionieren....



"dann hatte er schon als kind immerwieder so nächtliche schreiattacken, wie nachtschreck, dass man auch nicht an ihn rankam. es ist wirklcih ganz furchtbar. und unsere nerven liegen regelmäßig blank"


Was mir hier sauer aufstösst ist, "als Kind" er IST tatsächlich noch ein Kind, und all das sind Warnzeichen die du dringend Ernst nehmen solltest. Deine Nerven liegen blank, das merkt er, und ist dadurch unruhig.

"er hört nicht richtig zu, er ist verträumt und manchmal reagiert er gar nicht.
er hatte letztes jahr was mit den ohren, hat röhrchen bekommen, seitdem fand ich es eigentlich besser.
dann war es im mai ganz schlimm. dann haben wir eine cranio-sacrale behandlung begonnen und danach war es wirklich viel viel besser, es war geradzu harmonisch. aber jetzt ist wieder alles ganz schrecklich.
also wieder cranio?
was ist bloß los, warum pullert er jeden tag ein? warum hat er diese ticks? warum ist er so unfreundlich? "

Er bekommt nicht genug Aufmerksamkeit, dass ist mit ihm los. Und ehrlich gesagt, würde ich dir zu einer Familenhilfe raten. Ich sags nochmal, ich kann nur vermuten, und leider vermute ich das, er derjenige ist der am meisten Leiden muss, unter deiner Überforderung. Und das ist so ungerecht dem kleinen gegenüber- Mir tut dein kleiner unglaublich leid.

"unser zweiter sohn ist so ein sonnenschein. er ist (fast) immer fröhlich und albern und lieb (natürlich hört der auch mal nicht), das ist aber alles im rahmen. er hat immer solche angst, wenn der größere so "austickt"."

Merkst du was? Du vermittelst deinem kleinen , dass er Angst haben muss. NEIN! Es ist ganz normal, dass man mal schlechte Laune hat, davor braucht kein Mensch zu haben.
Des weiteren, redest du so liebevoll von deinem kleinen, vom großen ganz im Gegenteil. Und GENAU DAS spürt der süsse kleine Mann...

"vor ein paar wochen, wollte er nur noch babybrei essen und einen schnuller haben und ich sollte ihn mit dem namen unseres babys ansprechen."

Und nichtmal diese Tatsache, hat dir gezeigt was los ist???
Entschuldige bitte, aber je weiter ich deinen Beitrag lese, umso wütender werde ich.

Beitrag von matti17 21.02.11 - 22:01 Uhr

hallo happy mama,
vielen dank für deinen kommentar.
da nehme ich gleich vieles mit.

dass mit dem kind, huch - ja ich meinte natürlich baby, aber das ist wohl tatsächlich ein "versprecher", der einen tieferen sinn hat.

natürlich ist es super anstrengend mit drei so kleinen mäusen und ja - ich fühle mich auch manchmal überfordert. aber ich denke, ich kriege das alles ganz gut hin. theoretisch.

dass mit dem wieder baby-sein-wollen, natürlich weiß ich was los ist und ich habe auch schon etliche stunden mit ihm baby gespielt, mit allem drum und dran. aber mein tag hat auch nur 24 stunden und da gibt es eben noch mehrere, die nach meiner aufmerksamkeit verlangen und die auch kriegen müssen. es ist wirklcih schwierig, da alle unter einen nenner zu bekommen.
kannst du dir vorstellen, wie ein ganz normaler ins-bett-geh abend aussieht bei uns?

schade dass du wütend wirst. ich habe mir hilfe erhofft und wollte nicht wut schüren.
deine sätze haben mir in jedem fall schon jetzt geholfen, ein wenig objektiver auf die situation zu blicken. ich bin hier relativ alleine auf weiter flur, deshalb hilft es immer, wenn mal eine von außen "draufblickt".

Beitrag von sinakeks 22.02.11 - 10:31 Uhr

Huhu...

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es hilft, wenn Du mit ihm 'Baby' spielst, denn so gibts du ihm ja die komplette Aufmerksamkeit nur, wenn er sich verhält wie ein Baby. Es würde ihm und dir vielleicht besser tun, wenn du ihm in seiner Rolle als großer Bruder und als Ältesten bestärkst. Was er schon alles allein kann, was Deine anderen Kinder nicht schaffen, wie toll es ist, dass er dieses oder jenes mit Euch / für Euch macht (beim Einkaufen helfen, Waschmaschine befüllen, etc.). Dass er bald als erster in die Schule kommt... das er nicht mehr in die Windel macht und Dir so Arbeit erspart.

Und dann eben altersgerecht mit ihm etwas machen. Raus gehen und Sachen entdecken (Wald, Spielplatz etc.), Zeit mit ihm allein verbringen etc... Räum ihm, trotz wenig Zeit feste Stunden ein, die nur ihm gehören!!!

Manchmal steckt man selbst zu tief drin und sieht wirlich nicht mehr, was eigentlich verkehrt läuft, wo es doch offensichtlich scheint.

Alles Gute
Sina

Beitrag von muckel1204 21.02.11 - 21:59 Uhr

Dein Kind scheint begriffen zu haben "Hör endlich auf zu weinen" und tu was. Dein Kind brüllt nach Aufmerksamkeit und nicht nach ner Cranio. Verbringt doch mal Zeit alleine mit ihm, nur ihr Eltern und das regelmäßig. Meine Güte er ist noch so klein, muss aber so springen, wie ihr "hüpf" sagt.

Mich macht sowas wütend. Dein Sohn ist ein normaler bockiger 4 jähriger gewesen, bis er immer mehr vernachlässigt und immer mehr in eine Rolle gezwängt wurde, die er noch nicht inne hat, nämlich die eines Erwachsenen.

Klar bekommt er die meiste Aufmerksamkeit, aber wenn du ganz ehrlich bist, wird diese wohl meistens negativ behaftet sein. Spielt ihr? Puzzelt ihr, geht ihr mit ihm zum Sport, zum schwimmen, geht er zu Freunden????
Alles Dinge die ein Kind in diesem Alter macht und an denen Kinder Spaß haben.

Mein Sohn tobt, mein Sohn macht Sport, mein Sohn darf Kind sein und laut brüllend wie ein Dino durchs Haus toben. Er darf kleckern, laut sein, sich raufen, ja Wiederworte geben auch, denn er lernt das alles noch. Er hat auch einen kleinen Bruder, der darf genauso sein. Ich finde es so schön, wie die beiden zusammen agieren. Klar ist der Kleine noch süß und knuddelig, aber dr Große ist so clever, will alles wissen, wird langsam echt ein Schulkind und ich liebe ihn dafür. Du bevorzugst deine Kleinen, zu Lasten des Großen.
Versteh mal dein Kind und ja hör auf zu weinen und tu was, dein Sohn hat recht und das erschreckt mich, denn er ist erst 4!!!!!!!!!!!!!!!!

"vor ein paar wochen, wollte er nur noch babybrei essen und einen schnuller haben und ich sollte ihn mit dem namen unseres babys ansprechen."

Also wenn man da nicht merkt was los ist, hilft wohl nur noch der Holzhammer. Wach mal auf, aber schleunigst. Familienhilfe wäre hier wohl sehr angebracht.

Beitrag von meringue 22.02.11 - 09:49 Uhr

Tja, wenn man emotional aufgewühlt ist und schwach, sollte man nicht hier posten, in dieser Super-Mami-hölle. Gibts direkt eins auf die Nuss.
Frauen sind nicht die besseren Menschen.

Mein Tipp: Überall gibts Erziehungsberatungsstellen mit echt netten, kompetenten Gesprächspartnern.

Wahrscheinlich die bessere Wahl.

Beitrag von lisasimpson 22.02.11 - 10:28 Uhr

du schreisbt von einem 4- jährigen
"dann hatte er schon als kind ..."

Er IST ein kleines Kind!

Bitte behandel ihn so- und nicht wie den großen tyrann der familie.

Je nachdem wie du ihn siehst und wie du ihn behandelst- so wird er sich verhalten.


lisasimpson

Beitrag von kaffetante 23.02.11 - 07:33 Uhr

Also, wenn ich Deinen Beitrag zum ersten Mal lese, dann gehen meine Gedanken in die gleiche Richtung wie die der Anderen.

Beim zweiten Lesen allerdings kommen mir Zweifel an dieser "Standardargumentation". Warum? Nun, Deine Kinder sind zwar sehr knapp hintereinander gekommen - aber immerhin schon in einem Alter, wo die Beiden Großen miteinander spielen können und auch der Kleine mal zwanzig Minuten auf der Erde verbringen kann und nicht auf Deinem Arm.

Mit den Ticks kenne ich von meinem auch - bei ihm verschwinden die von selbst wieder. 4,5 Jahre ist halt auch ein heisses Alter - wir gehen viel raus und versuchen dann aber wieder in ruhiger Atmosphäre miteinander runter zu kommen.

Hier von Vernachlässigung zu sprechen finde ich übertrieben - aber du solltest schon schauen, dass Du den Großen auch altersgerecht behandelst - die wachsen dann auch über sich hinaus. Und vor allen Dingen nicht den Kleinen gegen den Großen aufbringen.

Vielleicht auch versuchen am Tag feste Zeiten einzurichten, in denen jeder Dich für sich alleine hat. Der Kleine hat Dich ja vermutlich jeden Morgen und die Beiden Großen könntest du Dir abends für ein Stündchen beiseite nehmen - wenn der Kleine im Bett ist spielen wir mit den Großen immer Gesellschaftsspiele oder Lesen vor oder er darf auch manchmal 20 Minuten nach dem Sandmännchen länger fern sehen. Danach bringen wir ihn ins Bett. Das ist unsere "Entschädigung" dafür, dass der Kleine manchmal einfach noch mehr Aufmerksamkeit braucht. Er weiß das als "Privileg" zu schätzen und freut sich den ganzen Tag darauf.

LG

Beitrag von sarahjane 23.02.11 - 21:25 Uhr

Wendet Euch an eine professionelle Erziehungsberatungsstelle und nehmt Euch mehr Zeit für Euren Großen, der noch zu klein ist, um sich wie ein "Großer" zu verhalten. Auch er braucht Liebe, Nähe, Zuwendung, Verständnis.