Probleme in Deutsch....wie kann ich Ihm helfen.

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von mama2003-2009 24.02.11 - 14:23 Uhr

Hallo zusammen, ich hoffe das ich vernüftige Antworten bekomme..

Meinh Sohn geht in die 2.Klasse, wir haben hier Flexklassen und so bin ich mit dem Schulsystem auch zufrieden denke auch mal nicht das es daran liegt. In Mathe ist er Super, sein Lieblingsfach nach Sport. Aber in Deutsch macht mir mein kleiner Mann echt Sorgen.

Ich hatte nun auch ein Gespräch bei der Klassenlehrerin weil ich schon dachte das er ne LRS Schwäche hat was auch getestet wird.

Sein Problem ist eben das wenn er weis das er Lesen soll, egal ob zuhause oder in der Schule totale Angst bekommt und manchmal Ihm auch die Tränen kommen, Bekannte texte kann er dann fast auswendig aber neue Texte fallen ihm sehr schwer, was auch klar ist. Aber eben diese Angst das er panisch wird etc.

Beim Schreiben vertauscht er FAST IMMER das D und das B von Anfang an, wenn er Worte schreiben soll zum beispiel Drachen oder so das denkt immer an die Endung N und schreibt diese gleich, und vergisst dadurch dann was da eigentlich hinkommt weil er schon am Ende des Wortes ist.
Er ist viel abgelenkt und oft nicht bei der sache....

;( ich bin so traurig und frage mich dann warum mein Kind? Aber nun ist das nicht zu ändern und ich will Ihm helfen... Nur wie, von außen ist es immer besser zu sagen.....


Danke im vorraus

lg mama2003-2009

Beitrag von mimi1410 24.02.11 - 14:34 Uhr

Hi,

viel vorlesen - auch bei "Großen" Kindern! Unserer tut sich aufgrund einer Sehschwäche schwer beim Lesen und wir haben des Deal "er liest täglich 2-3 Seiten und bekommt im Gegenzug die doppelte / anfangs dreifache Menge Lieblingsbuch" vorgelesen. Klappt gut, man muss einfach dran bleiben, kleine Stücke lesen und viel Geduld haben! Hast du schon mal probiert, die Texte einfach ein bisserl größer zu kopieren, dann tun sich die Kinder anfangs einfach viel leichter!

LG Mimi

Beitrag von mama2003-2009 24.02.11 - 14:38 Uhr

Wir haben nächste Woche einen Termin beim Augenarzt und in 2 Wochen beim HNO Spezialisten eben Ausschluss LRS

wir haben uns ein Buch gekauft erst ich ein Stück dann ich.... das Lesen wir jetzt immer haben wir aber erst seit ein paar Tagen..

Danke ja ich denke mehr kann ich auch erstmal nicht tun, es tut mir aber schon sehr leid und weh wenn ich höre das wenn er lesen soll weint und Ängstlich ist...


Danke liebe grüße

Beitrag von 3erclan 24.02.11 - 15:56 Uhr

Hallo

wer testet bei euch die LRS???

ein HNO kann die LRS nicht testen.

Wir waren beim Kinderpsychiaterin,Ortoptistin,Pädaudiologen.

lg

Beitrag von mama2003-2009 24.02.11 - 18:04 Uhr

Nein getestet wurd das von der Schulspychologin..... Genau und die HNO Ärtzin ist eine Spezialistin auf der Überweisung steht Pädaudiologen nur eben die Praxis ist eine HNO Praxis......

lg

Beitrag von manavgat 24.02.11 - 15:24 Uhr

Versuch mal das Thema "Lesen lernen" an eine geduldige Oma/Opa/Nachbarin abzugeben.

Bei uns hat es ab da Klick gemacht. Vorher lief es wie bei Euch. Jetzt: 11 Jahre später wird sie Leistungskurs Deutsch wählen....

;-)

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 24.02.11 - 16:23 Uhr

Klar bekommt er Panik, wenn er etwas vor allen tun soll, wo er sich noch sehr unsicher ist: laut vorlesen. Das hat meinem Sohn auch die Anfangsschulzeit verdorben. Die Mitschüler sind da auch nicht zimperlich, da kommt es schon mal vor, dass andere kichern oder mit den Augen rollen und "mach mal schneller!" rufen. Besprech mit der Lehrerin, dass er nicht mehr laut vorlesen muss. Dann ist der größte Druck schon mal weg. Zum Lesenlernen haben wir dieses Programm gemacht. Es hat sehr gute Rezensionen.

http://www.amazon.de/Lesen-Rechtschreiben-lernen-nach-IntraActPlus-Konzept/dp/3540729348/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1298560943&sr=8-1

Grüße
Luka

Beitrag von gr202 24.02.11 - 20:21 Uhr

Dein Sohn ist fast wie meiner, Mathe gut, Sport super, Deutsch doof! Lesen kann er gar nicht leiden. Rechtschreibung geht eigentlich recht gut (wenn er die Worte vorher schon mal gesehen hat, er lernt so am besten).

Seine Lehrerin meinte auch: viel, viel vorlesen und selber lesen lassen. (komischerweise kann mein Sohn bei den Aufstellungen beim Fußball jeden Namen lesen!) Silbenspiele machen (auf einen Zettel ganz viele Quatschwörter aus ähnlichen Silben schreiben und Wörter suchen lassen). Unterwegs Schilder vorlesen lassen. Einkaufszettel schreiben lassen, etc.

Und Fragen wie "ich bin so traurig und frage mich dann warum mein Kind?" sind albern, wir haben auch nicht alles gleich gut gemacht als Kinder und auch heute nicht. Jeder hat halt seine Stärken und Schwächen.

Alles Gute, GR

Beitrag von mimi1410 24.02.11 - 20:35 Uhr

Hi,
ich nochmal :-) Kennst du das "Schimpfwörter ABC"? Animiert sehr zum Lesen!

LG Mimi

Beitrag von zanadu01 25.02.11 - 07:43 Uhr

Hallo, um eine LRS/ Legastnie festzustellen ist es aber sehr früh-. Mein Sohn worde in der dritten Klasse getstet. Auch das ist früh.
Er bekommt jetzt 2 Förderstunden in der Schule , außerdem werden seine Leistungen in Rechtschreibung nicht bewertet.
Also , mein Tip locker bleiben. Bei meinem Sohn hat es bis zur zweitenhälfte der Dritten gedauert hatte bis er gut Lesen konnte. Er liest jetzt allerdings gerne . Er hat diesen Monat 5 Bücher bei Antolin eingestellt.
Wir haben neben der Schule noch mit Lesen und Rechtschreiben lernen: nach dem IntraActPlus-Konzept geübt. Ich finde es aber wichtig ihn nicht zu stressen. Wir waren bei der Ergotherapie ,die beraten einen auch bei Problemen. Uns haben sie bei den Hausaufgaben gefilmt. Seh spannend, ich habe ihn immer im falschen Augenblick gelobt.Das wird in dem Buch "Positiv lernen von Jansen" näher erläutert.
Aslo, ffühl dich gedrückt, e sgeht weiter.

Beitrag von manavgat 25.02.11 - 09:08 Uhr

ich widerspreche.

Wir testen ab dem 2. Halbjahr der 1. Klasse. Das kommt zwar nicht so oft vor, aber es geht durchaus.

Die meisten Testungen sind in Klasse 3 und 4.

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 25.02.11 - 13:37 Uhr

"Mein Sohn worde in der dritten Klasse getstet. Auch das ist früh."

Warum das denn?
Ein erfahrener Lehrer erkennt schon im ersten Schulhalbjahr der 1. Klasse, welche Kinder gefährdet sind eine LRS zu entwickeln und leitet demetsprechend Maßnahmen ein. Sogar im Kindergarten werden Sprachtests durchgeführt, damit rechtzeitig geholfen werden kann. "Rechtzeitig" ist im Idealfall im Vorschulalter. Durch einfache Übungen zur sprachlichen Durchgliederung, zum Erkennen von Lauten und Reimen, werden Risikokinder vor einer LRS-Karriere in der Schule bewahrt. Dasselbe gilt übrigens für Dyskalkulie. Je länger man wartet desto schlimmer wird es und desto größer der "Reparaturbedarf". Abwarten und Tee trinken ist ein schlechter Rat.

Grüße
Luka

Beitrag von zanadu01 26.02.11 - 10:46 Uhr

Hallo, das finde ich ja interessant. Mein Sohn besucht eine LRS Förderung dort bekam ich die Auskunft , das in unsererm Bundesland die Kinder normalerweise erst in der vierten Klasse getestet werden. An eingen weiterführenden Schulen gib es die Förderung erst ab der 8 Klasse.
Ich meinete auch nicht dem Kind nicht zu helfen, aber ihm auch Zeit für die Entwicklung zu geben. Es gilt als normal das Kinder bis zum Ende der zweiten Klasse zum Lesen Lernen brauchen. Ich wart ein Jahr Lesemutti(ich fand die unterschiede schon gewaltig) . Aber am Ende eder zweiten konnten die alle Kinder Lesen .

Beitrag von lauraklr 25.02.11 - 11:32 Uhr

Hallo,

ich antworte jetzt mal aus pädagogischer Sicht.
Der Legastheniebegriff ist ja inzwischen komplett veraltet, da er von einer Störung im Kind ausgeht. Die neue Bezeichnung "Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten" geht davon aus, dass die Lernumgebung nicht mit der Lernweise des Kindes harmoniert.
Versuch also mal herauszufinden, wie in der Schule Deutsch unterrichtet wird und mach es dann anders ;-) Ich weiß, dass kann man kaum leisten, wenn man nicht in der Materie ist.

Ich kann dir unbedingt folgende Bücher empfehlen. Mit denen arbeite ich auch. Sie wurden von Renate Valtin geschrieben, die sich seit Jahren mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten auseinandersetzt.

http://www.amazon.de/LRS-Klassen-1-10-Handbuch-Lese-Rechtschreibschwierigkeiten/dp/3407624956/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1298629644&sr=1-1

http://www.amazon.de/Klassen-1-10-Handbuch-Lese-Rechtschreibschwierigkeiten-Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten/dp/3407624905/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1298629776&sr=1-1-fkmr0

Lass dich nicht davon verwirren, dass "Legasthenie" auf dem Cover steht. Ich habe mit ihr darüber gesprochen und es steht da, da viele Menschen fälschlicherweise noch den Begriff verwenden und danach suchen.

Du musst versuchen, dass dein Kind so viel Spaß wie möglich am Lesen hat :-D

Du schaffst das!

Liebe GRüße
Laura

Beitrag von luka22 26.02.11 - 10:15 Uhr

Ich habe inzwischen auch einige Bücher zu dem Thema durchgeackert und einige Unterscheiden tatsächlich noch zwischen LRS und Legasthenie. So wie ich es verstanden habe hat eine Legasthenie biologische bzw. neurologische Ursachen d.h. bestimmte Areale im Gehirn arbeiten nicht richtig, um es mal salopp zu sagen.
Eine LRS ist im Gegensatz dazu nicht angeboren, sondern wird unter bestimmten ungünstigen Vorraussetzungen im Lese-REchtschreibprozess erworben. In einem Buch stand, dass es einen großen Unterschied darstellt, ob es sich um die eine oder andere Form handelt. Andere Bücher sehen die Unterscheidung als zweitrangig an, da die Übungen für beide Gruppen dieselben sind.
Ich verliere bei diesem Thema langsam aber sicher den Überblick :-D.

Grüße,
Luka

Beitrag von manavgat 26.02.11 - 10:39 Uhr

Etwa 3 % der Weltbevölkerung (auch Massai, Inuit und andere Naturvölker neben den Industrienationen) sind von Legasthenie betroffen. Es ist eine Schwierigkeit im Umgang mit Zeichen und Symbolen.

Ich persönlich neige dazu, dies als nicht behandlungsbedürfig anzusehen, solange man den geschriebenen Texten einen Sinn entnehmen kann. Der Grund liegt darin, dass wertvolle Lebenszeit dabei draufgeht, die man für anderes verwenden kann und ich nichts davon halte, jede Abweichung von der Norm als Krankheit zu therapieren.

LRS bedeutet nur, dass ein Kind keine altersentsprechende Lese- und oder Schreibleistung zeigt. In meinen Augen ist die Schule lehrschwach. Wir haben hier regional schon LRS-Anteile von 50 %. Das kann es doch nicht sein! Auch wenn in dieser Gruppe Kinder sind, die Wahrnehmungs-/Hör-/Seh-/Konzentrationsprobleme haben, so muss doch in erster Linie die Schule dafür sorgen, dass jeder ordentlich Lesen und Schreiben lernt! Die Kinder sind doch nicht blöd.

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 26.02.11 - 12:59 Uhr

"Ich persönlich neige dazu, dies als nicht behandlungsbedürfig anzusehen, solange man den geschriebenen Texten einen Sinn entnehmen kann."

Okay, das lege ich der Lehrerin meines Sohnes vor! ;-)

Leider finde ich es selber auch wichtig die Normschreibung zu erlernen. Es ist zum einem Kulturgut und zum anderen DAS Zeichen einer guten Allgemeinbildung. Denn wer schreibt denn in der Regel grottenschlecht? Diejenigen, die in der Schule versagt haben, aus welchen Gründen auch immer.
Was die "Gründe" angeht, wäre ich selber mehr als neugierig diese zu erfahren. Es bleibt mir ebenfalls ein Rätsel, warum so viele Kinder große Probleme haben, die Normschreibung zu erlernen. Jetzt, da mein Sohn in die Schule gekommen ist, wird es mir ein wenig klarer. Sie arbeiten nicht einmal mit der verpönten Anlautmethode, einen strukturieren Aufbau des Lese/ Schreibprozesses gab es jedoch auch nicht. Sie haben in der ersten Klasse vor allem abgeschrieben. Pech für meinen Sohn, dass ihm dies aber auch gar nichts gebracht hat. Er schreibt perfekt ab. Nur leider liest er nicht, was er abmalt. In der zweiten Klasse ging es dann von jetzt auf gleich mit richtigen Diktaten weiter! Und zwar mit allem drum und dran: Groß- und Kleinschreibung, ie, Dehnungs-h, Doppelkonsonanten... mein Sohn hat da vollkommen versagt und ich konnte ihn sogar verstehen. Inzwischen geht es, weil er eine gute Auffassungsgabe hat und schnell in der Lage war, sich in der Normschreibung zurechtzufinden oder sich einfach gut Wortbilder merken kann. Trotzdem finde ich, dass in so einem Unterricht keine vernünftigen Grundlagen geschaffen werden. Themen wie z.B. "ie" werden mal in einer Stunde gemacht und fertig. Ebenso die Wortarten! Zwei STunden Verben und das war es. Das reicht meinem Sohn hinten und vorne nicht. ER braucht viel länger - Sprache liegt ihm auch nicht besonders. Die Schüler lernen von Diktat zu Diktat und wenden REgeln an, von denen sie noch nichts wissen. Das wird kein gutes Ende nehmen, spätestens dann, wenn ungeübte Diktate geschrieben werden müssen.

Grüße
Luka

Beitrag von manavgat 26.02.11 - 13:57 Uhr

Ich glaube, Du hast mich nicht verstanden.


bei den echten Legasthenikern würde ich auf "Therapie" verzichten, wenn sie sich noch verständlich schriftlich äußern können, da es wahnsinnig viel Lebenszeit- und Freude klaut. Für was eigentlich?


Bei LRS, d. h. das Kind hat nicht gelernt, altersgemäß zu Lesen und zu Schreiben, da bin ich absolut dafür diese Lücken zu schließen, was wir - mein Lehrerteam und ich - auch tun.

Dass Diktate Nonsens sind - und das sage ich schon seit 30 Jahren - konnte man letztens einer großen Untersuchung entnehmen. Stand übrigens in Focus/Focus Schule.

Gruß

Manavgat