Einschulungs screening durchgefallen, brauche ein antworten

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von herzilein111 26.02.11 - 08:35 Uhr

Hallo erst mal,

mein Sohn wird am 01.07.11 6 Jahre alt und ist somit schulpflichtig. Er ist ein sehr lebhaftes Kind und malen hat bisher nicht sein interesse geweckt. Wenn wir so Vorschulübungen zu hause machen, und es steht dort, male die Bilder die doppelt sind aus, dann sagt er immer: Ach Mama, einkreisen reicht doch auch. :o) Bis vor einigen Wochen gab es von Seiten des Kindergartens und auch zu hause eigentlich keine Probleme. Er hat sich problemlos in den Kindergarten eingefügt (wir haben dieses Jahr noch mal wechseln müsen aus beruflichen Gründen) er hat keinen Stress mit anderen Kindern, er tut niemandem weh oder sonstiges.

4 Tage vor der Schuluntersuchung durch das Landratsamt hat mich die Kindergärtnerin zu einem Gespräch gebeten und mir mitgeteilt, dass mein Sohn zu hibbelig ist und "den Kaffee zum kochen bringt" (O-Ton) wir sollten mit Sport oder was anderem einen Ausgleich schaffen. Das machen wir auch, er geht jetzt im Verein zum Schlittschuhlaufen, das hat er sich selber ausgesucht.

An dem Wochenende hatten wir ein Mädchen zu besuch die auf ein Gymnasium gewechselt ist und die hat meinem Sohn ausführlich erzählt, wie schwer es in der Schule ist, sie schreibt nur noch 5er und 6er und hat soooo viele Hausaufgaben, dass sie gar nicht mehr zum spielen kommt. Das hat meinen Jüngsten arg zugesetzt und an der Einschulungsuntersuchung einen Tag später, hat er zwar ALLES richtig gemacht (ist für ihn eigentlich spielerei, zählt bis 100, kann plus und minus auch über den Zehner) aber in jeder kleinen Pause ist er unter den Tisch geschlüpft und hat er gesagt: er will nicht in die Schule, er schreibt da nur 6er und hat zu viele Hausaufgaben auf.

Also viel er unangehme auf und bekam ein Kreuz bei: Einschulung nur nach Rücksprache mit Kindergarten und Schule.

Wir wurden wegen Lispeln zur Logopädin geschickt und Ergotherapie soll er machen damit er im Unterricht sitzen bleiben kann und seine hibbeligkeit in den Griff bekommt, es sind aber alles mögliche lösbare Sachen die wir durchaus in den Griff bekommen können, lt. Fachkraft.

Ich war schon etwas geschockt und im Moment haben wir auch noch keine Ergotherapieplatz, weil ich es zeitlich nicht schaffe vormittags zu gehen. Wir warten also auf einen Termin vorraussichtlicher Start April/Mai.

Das war im Januar.

Mittlerweile will mein Sohn in die Schule. Er hat sich einen Schulranzen ausgesucht, und spielt mit seinem großen Bruder Schule. Vorschulaufgaben löst er problemlos (Fehler kann jeder mal machen) und er lässt sich auch zum ausmalen motivieren, obwohl er das eigentlich gar nicht gern macht, nach wie vor.

Jetzt war diese Woche das Screening mit einer Lehrkraft und mein Sohn hat mal wieder sein Temperament spielen lassen und wollte alles besonders schnell machen. Mal davon abgesehen, dass er ein paar Fehler in den Tests gemacht hat, hat er immer als erster fertig werden wollen und das dann auch verkündet. Er hat die Aufgabenstellung der Lehrerin laut wiederholt und er ging auch schon mal zum spitzen in dieser kurzen Zeit....:o(
Rückmeldung nun von der Schulkraft: sie sind dagegen, dass er eingeschult werden soll, weil er sich nicht lange genug konzentrieren kann, weil er nicht sitzen bleiben kann weil er ablenkbar ist.

Ich habe meine Sohn gefragt, warum er denn aufgestanden ist und er meinte er musste spitzen, das war aber gar nicht schlimm, weil ihn die Lehrerin die ganze Zeit angelächelt hat.

Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil bisher so dass keine gesagt hat und ich weiß von zu hause, dass er das alles sehr wohl kann. Die Kindergärtnerin hat dann noch einen oben drauf gesetzt und gesagt: in der Vorschule wären seine Arbeitsblätter unter aller Sau und er könne sich auch keinen kurzen Satz merken, den man ihm sagt. Mein Sohn stand neben mir und hat gleich gesagt. Aber den weiß ich doch jetzt noch. Erzähl keinen Quatsch, hat die KIGA-Leitung gesagt.

Ich habe mir die Arbeitsblätter kopieren lassen die in dem Schulscreening gemacht wurden und sie enthalten wenige Fehler aber sind sonst sauber und ordentlich. Ich habe eineige Blätter von zu hause kopiert und sie in den Kindergarten gegeben, als Beweis (und auch zur Beruhigung für mich) das mein Sohn das sehr wohl kann und ordentlich macht.

Mit der Lehrkraft habe ich bereits telefoniert und sie meinte, dass mein Sohn das vielleicht alles zu hause kann, aber er muss das mit 25 Kindern in der Klasse können und das sieht sie nicht so, deswegen will sie ihn nicht einschulen. Und sie kann jetzt im Februar nicht darauf warten ob er das noch lernt, weil sie die Klassenstärken feststellen muss.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass eine der Lehrerinnen letztes Jahr Weihnchten überraschend in den Ruhestand ging und dieses Jahr nur Lehrkräfte für 2 Klassen zur Verfügung stehen.

Im Moment haben wir vereinbart, dass er noch mal getestet wird im April. Das gibt uns 4 Wochen für einen Entwicklungsschub. Und ich bin am überlegen, ob ich ihn trotzdem einschulen lassen kann, auch wenn der zweite test nicht so positiv wird. Immerhin haben wir fast noch ein halbes Jahr bis zur Einschulung.
Was meint Ihr? Übertreibe ich? Mein Sohn macht jetzt schon fleißig Schwungübungen und interessiert sich für das ABC ich fürchte, wenn wir noch mal ein Jahr warten, rechnet er noch wesentlich besser, liest bis dahin und wird dann den Unterricht erst recht stören weil er sich langweilt. In 12 Monaten wird immerhin kein neues Kind aus ihm das sein Temperament wechselt.

Was würdet ihr tun?

Beitrag von tagpfauenauge 26.02.11 - 08:54 Uhr

Hi,

schwer zu sagen, kenne euch ja nicht.

Aber nachdem, was du schreibst, ist dein Sohn in der sozialen Reife noch nicht so weit.

Es geht doch nicht um Übungen, zieh dich an den Blättern doch nicht hoch! #liebdrueck

Wenn seine Sozialkompetenz derart entwickelt ist, wie ich rauslese, tust du ihm keinen Gefallen, wenn du deinen Willen mit aller Gewalt durchsetzt.

vg#winke

Beitrag von reethi 26.02.11 - 09:23 Uhr

Hallo!

Erstmal den Test im April abwarten. Und dann entscheiden.

Allerdings würde ich schon darauf hören, wenn Dir erfahrene Leute aus verschiedenen Bereichen (Erzieherin, Lehrerin und Schuluntersuchung) alle das Selbe sagen-dass Dein Sohn noch nicht soweit ist. Es ist ja nicht so, als würden die sich untereinander absprechen und Dir das aus vorgeschobenen Gründen nahelegen.

Die Situation in der Schule ist eine ganz andere, als wenn Du mit Deinem Sohn Aufgaben löst. Und Dein Sohn wird dort ein ganz anderer sein, als bei Dir zu Hause.
Sicherlich wird in 12 Monaten kein neues Kind aus ihm, aber er kann im Kopf reifen in der Zeit. Was ich ganz wichtig finde-auch auf lange Sicht hin.

VG
Neddie

Beitrag von susasummer 26.02.11 - 09:31 Uhr

Das hört sich wirklich eher so an,als ob er in der Schule nicht zurecht kommen würde,mit vielen anderen Kindern in einer Klasse.
Ich hab selber ein Kind,das sich schwer konzentrieren kann.Aufgefallen ist es leider erst ein halbes Jahr nach Enschulung.Wir mussten also zur Ergo,1,5jahre lang.
Aufgaben lösen können ist leider noch lange nicht alles.Wenn alle dafür sind,noch zu warten,würde ich es tun.Auch wenn es schwer fällt.
lg Julia

Beitrag von luka22 26.02.11 - 10:31 Uhr

Wir hatte im Bekanntenkreis auch den Fall, dass ein Kind zurückgestellt werden sollte, weil dann eine 3. klasse hätte eingerichtet werden müssen #aerger. Das hat sich später herausgestellt. Finde ich das Letzte sowas! Bei euch hört es sich fast auch so an, obwohl ich die Bedenken der Erzieherinnen in der Regel schon ernst nehme, aber bei euch hat es doch einen faden Beigeschmack.
An eurer Stelle würde ich mein Kind an einer absolut neutralen Stellen testen lassen, die nicht mit den Umständen vertraut sind. Dann würde ich mich nach einer anderen Grundschule umsehen, wenn das möglich ist. 25 Kinder in einer Klasse sind wirklich eine ganze Menge! Daher verstehe ich die Schule nicht! Es wäre doch viel besser über den Teiler zu kommen und 3 kleine Grundschulklassen einzurichten. Wenn es das vorher schon gab, dann müsste es raumtechnisch auch gehen! Außerdem würde ich den Erzieherinnen und auch der Lehrerin ganz klar sagen, dass du den Eindruck hast, es ginge hier darum das Kind mit aller Gewalt zurückzustellen, damit die Schule keine Probleme hat.
Ansonsten finde ich zurückstellen an sich gut - aber natülich nur, wenn es sein muss.

Grüße
Luka

Beitrag von meringue 26.02.11 - 10:43 Uhr

Ich höre bei dir heraus, dass du meinst, dein Sohn sei so begabt, dass nur mal die Schule losgehen muss und alles wird gut. Leider sin die Schulen voll mit -vor allem- Jungs, die laut ihren Eltern kognitiv alles im Griff haben, nur der Lehrer, die Umstände, die anderen Kinder, schuld daran seien, dass es nur Ärger gibt.

Und es gibt viel Ärger in Grundschulen!

Vertraue auf die Meinung der Pädagogen. Wenn er erst mal in der Schulmühle drin ist, startet sein Lebenslauf. Nutz lieber die Zeit und bring ihm Benehmen bei. Er muss sich schließlich in die Klasse einfügen können, sonst wir er ewig allen auf den Wecker gehen und das wir ihn frustrieren.

Würde ich ihm ersparen wollen.

Beitrag von luka22 26.02.11 - 12:35 Uhr

Dass die Schule Probleme mit Jungs hat, ist nicht Schuld der Jungen!

Grüße
Luka

Beitrag von meringue 26.02.11 - 12:45 Uhr

Stimmt!
Aber es stimmt auch, dass manche Jungs (natürlich auch Mächen - ich bin Mutter von Söhnen...) irgendwie nur fußballsozialisiert sind. Zuhören, nachgeben können, verbale Kommunikation- all das muss man nach dem Fußballspielen in der Pause dann auch können!

Beitrag von celia791 26.02.11 - 14:29 Uhr

Hallo,

ich finde, Du hast es treffend beschrieben, allerdings gibt es heutzutage auch viele Mädels, die sich nicht einfügen können.
Bei uns hier bekomme ich schon von Beginn der Krabbelgruppe meiner Tochter zu hören, wie "weit" doch die Kinder alle sind. Im Kindergarten, oft schon vorher wird von den Eltern alles mögliche gefördert in Richtung, lesen, schreiben, rechnen. Ich habe davon nie etwas gehalten und das alles nicht mitgemacht. Habe oft zu hören bekommen, dass das sicherlich nicht gut ist und dass man heutzutage "etwas für die Kinder tun muss".
Ich habe zwar oft gezweifelt, ob ich es richtig mache, aber nun sehe ich es. Vor unserer Einschulungsuntersuchung (wir waren vom Anfangsbuchstaben im letzten Drittel) haben 90% aller Mütter Horrorstories von dieser Untersuchung erzählt. Die Ärztin wäre eine total unfaire und superstrenge Ziege, die sich überhaupt nicht auf die Kinder einstellt und die absolut falschesten Diagnosen stellt. Die meisten Kinder haben die Aufgaben wohl nicht so richtig geschafft "weil sie ja fast so schwer waren, wie bei einem Intelligenztest".
Wir sind ein wenig ängstlich hingegangen. Aber ich muss sagen, die Ärztin war sehr nett und freundlich, meine Tochter hat alles ganz normal mitgemacht, hat Anweisungen befolgt und hat keinen Vermerk bekommen.
Vor uns war übrigens eine Bekannte mit ihrem Kind dran, und auch diese Mutter war der Meinung, dass die Ärztin einfach nur ein Drachen sei.
Ich unterhielt mich nach der Untersuchung noch ein wenig mit dieser Ärztin und fragte sie nach ihrer Meinung, was sie davon hält, Kindern vor der Schule lesen etc. beizubringen.
Da fing sie an zu erzählen. Sie wunderte sich, dass es immer mehr Kinder gibt, die sich das "alles alleine beigebracht haben". Das wäre der O-Ton von sehr vielen Müttern. Sie hält gar nichts davon, eher im Gegenteil, sie meinte, dass es vielen Kindern einfach an Benehmen mangelt, weil die Eltern ihnen keinen Respekt mehr beibringen. Und da nützt alles intellektuelle Wissen nichts. In der Schule müssen Kinder zuhören und mitmachen können und den Lehrer als Respektsperson betrachten.

Ich denke, dass sie selber wahrscheinlich schon direkt merkt, wie ein Kind tickt und dann wahrscheinlich genervt ist, wenn sie zum 100. Mal sieht, wie die Eltern einfach die Erziehung verfehlt haben, weil sie aus ihrem Kind einen kleinen Einstein machen wollten.
Und wir sind übrigens gut gefahren, ihr das alles nicht beizubringen. In den Tests hätte ihr das sowieso nichts gebracht, da geht es um logisches Denkvermögen und nicht ums Auswendiglernen. Intelligenz lässt sich nicht antrainieren. Spätestens ab der 3. Klasse sind eh wieder alle auf einem Stand.

Das ganze soll jetzt natürlich nicht auf die Post-Eröffnerin gemünzt sein!! Also, bitte nicht falsch verstehen, Eure Situation kenn ich ja nicht, da kann man sich auch kein Urteil erlauben.
Ich fand nur diese Antwort hier sehr interessant, weil sie einfach zu meinen bisherigen Beobachtungen und Überlegungen passt.

Lg Celia.

Beitrag von herzilein111 27.02.11 - 09:11 Uhr

Hallo Celia,

ich bin ganz deiner Meinung. Ich bin auch dagegen, dass Kinder so früh schon so viel lernen müssen. Mein Sohn kann mit Zahlen deshalb gut umgehen, weil er einen großen Bruder hat, der seine Hausaufgaben macht zu hause und dem kleinen hat das einfach spaß gemacht. Die Ärztin war bei uns auch kein Drache und mein Sohn hat alle gestellten Aufgaben richtig gemacht. Den Stift soll er etwas anders halten, hat sie gemeint, was ja nicht weiter schlimm ist. So was lernt man, wenn man malt und schreibt und malen ist nun mal nicht seine Lieblingsbeschägtigung.

Von Buchstaben habe ich Ihn immer noch ferngehalten (versucht) Vom Kindergarten wurde vor Weihnachten eine ÜBungsmappe für Vorschulkinder für zu hause empfohlen, da wird schon aktiv mit Zahlen gearbeitet (Zählen) was ihm keine Schwierigkeiten macht, weil er das vom großen Bruder her schon kennt. In einem Heft sind Schwungübungen für das Schreiben lernen drin, das habe ich aufgehoben bis zum Schluß weil nach den Schwunübungen kommen schon Buchstaben zum Schreiben und wie sie heißen. Ich wollte das eigentlich nicht vor der Schule.
Leider wurde eben bei diesem verpatzten Screening von den Kindern schon verlangt, dass sie aus einer Reihe Bilder die umkreisen, die mit dem Anlaut: T anfangen. (Turm, Tasche....)
Das hat mein Sohn prompt nicht richtig gemacht, weil wir noch nicht mit Buchstaben geübt haben. Er kennt die noch nicht. Die Lehrerin hat drunter geschrieben: Aufgabe nicht verstanden, weil mein Sohn lieber alles eingekreist hat, als nichs. Laut Ihrer Auslegung hat er nun eine Konzentrationsstörung, weil er sich nicht auf die Aufgabenstellung konzentrieren könnte.

Beitrag von janamausi 27.02.11 - 21:59 Uhr

Hallo,

bei solchen Test geht es oftmals nicht darum, dass die Kinder alles können müssen und richtig machen müssen sondern wie sie sich verhalten, wenn sie in eine "schwierige", "stressige" Situation kommen. Also, ob sie z.B. den Mut haben und fragen wenn sie etwas nicht verstanden haben, ob sie schnell aufgeben oder ob sie sich versuchen durchzukämpfen.

Ich hab keine Erfahrung mit Einschulungstests (vielleicht gibt es ja hier jemanden der sich mit so etwas auskennt) aber ich denke, es wäre besser gewesen, dein Sohn hätte mit viel Konzentration versucht, eine Aufgabe richtig zu lösen als einfach alles einzukreisen. Ich glaube auch nicht, dass die Lehrerin den Kindern einfach das Blatt hingelegt hat und gesagt hat "mach mal" sondern die Aufgabe schon mit ihnen durchgesprochen hat, zumindest den Kindern wörtlich erklärt hat, was zu machen ist.

Und ich glaube schon, dass wenn ein Kind - das die geschriebenen Buchstaben nicht kennt - ein Bild mit einer Tasche sieht und weiß dass es Wörter mit dem Anfangsbuchstaben "T" suchen soll, das mit Konzentration rausfinden kann. Wenn Du deinen Sohn fragst, mit welchem Buchstaben das Wort Mama anfängt, kann er doch auch sagen, dass Mama mit "M" anfängt ohne dass dein Sohn weiß wie man das "M" schreibt. Hier geht es ja nicht um Buchstaben lesen oder schreiben sondern um den "Klang" des Buchstabens.

Einstellungstests für Erwachsene sind ja auch so ausgelegt, dass man die gestellten Aufgaben zeitlich gar nicht schaffen kann. Damit will der Arbeitgeber sehen, wie man in "stressigen" Situationen reagiert. Ob man trotzdem konzentriert dabei bleibt und eine Aufgabe nach der anderen macht, oder ob man ins hudeln kommt und alles schnell und mit vielen Fehlern macht weil man unter Stress steht.

LG janamausi

Beitrag von janamausi 27.02.11 - 22:06 Uhr

P.S. nach dem Schema (d.h. mit der Anlauttabelle) lernen auch viele Kinder (u.a. auch meine Tochter) das Lesen und Schreiben in der Schule.

Beitrag von teufelchen67 26.02.11 - 10:45 Uhr

hallo

ich würde noch ein jahr warten, denn du tust ihm und auch dir keinen gefallen ihn jetzt auf teufel komm raus einzuschulen.

wir haben den gleichen fehler gemacht und jetzt sieht es so aus als müsse sie das 1 Schuljahr wiederholen.

denn zuhause ist sie wie euer KInd, sie kann alles und macht alles,
aber in der menge der klasse geht sie unter.

Förder ihn doch so, und sollte er wirklich dann im jahr danach so gut in der schule sein, das er super mitkommt und wirklich unterfordert scheint, gäbe es ja dann dort die möglichkeit vorzeitig in eine höhere klasse zu wechseln.

lg teufelchen

Beitrag von sillysilly 26.02.11 - 11:09 Uhr

Hallo

überlege genau ob du deinem Sohn wirklich einen gefallen tust, wenn du ihn einschulst

Klar kann er vielleicht alles schaffen - aber muß er es denn um jeden Preis schaffen.
Überlege einfach mal wie anstrengend so eine Schulalltag sein muß, wenn er sich immer zügeln muß, sich noch mehr anstrengen muß um sich zu konzentrieren während es für die anderen Kinder viel einfach ist.

Es würde für ihn knallharte Arbeit bedeuten wenn er jetzt eingeschult wird.
Klar könnt ihr es machen - er schafft es auch bestimmt
aber ihr müßt Euch klar sein, daß er dann wahrscheinlich etwas "auffälliger" sein wird, mehr ermahnt werden wird, mehr Druck bekommt ..... und eventuell die Sachen nicht so gut bewertet werden wenn er schluddert.

Wenn das für Euch Ok ist ...... ihr dann nicht von ihm ein angepasstes Verhalten erwartet könnt ihr ihn einschulen.

Aber ihr als Eltern könnt nicht erwarten, daß er dann alles mit links schafft.


Ist doch super, wenn sie bereit sind ihn nochmals anzuschauen.

Aber laß ihn da bitte so sein wie er ist
damit das Bild das er zeigt auch wirklich ein realistisches ist


Grüße Silly und viele Grüße

Beitrag von herzilein111 26.02.11 - 13:37 Uhr

Danke Silly,

deine Antwort ist auf jeden Fall mal Wertfrei gegenüber meinen Beweggründen. Diesen Test im April werden wir auf jeden Fall abwarten. Ich gehe mal von Anfang April aus. Wenn mein Sohn dann auch durch das Screening fällt, werden wir wohl damit leben müssen. Aber eine endgültige Entscheidung soll das jetzt noch nicht sein.

Selbstverständlich werden wir ihn so lassen wie er ist. Ich weiß noch ob eine frühre ERGO besser wäre aber wir werden definitiv keine so schnell bekommen. Schule spielen wird er wohl weiterhin, das verbiete ich ihm auch nicht, wobei ich denke, dass es dann umso härter wird für ihn, wenn er nicht gehen dürfte.

Ich werde auf jeden Fall deinen Rat beherzigen, und ihn so wenig wie möglich beeinflussen. Vielleicht löst sich das ja dann von alleine auf.

liebe grüße
herzilein

Beitrag von sillysilly 26.02.11 - 20:55 Uhr

Hallo

bin Erzieherin und bin so ein bißchen im Thema.

Und habe oft erlebt, daß eben Kinder die sich noch nicht so "anpassen" konnten schnell unangenehm auffallen und auch genauso schnell in eine Schublade gesteckt werden.

Und du hast Recht
es stellt sich immer die Frage liegt es am Charakter des Kindes -
oder
kann diese Verhalten sich innerhalb eines Jahres ändern.
Und genau das sollte man im Blick haben, wenn es um ein Jahr länger geht oder nicht.
Schau auf jeden Fall, daß sie für dich einen Kindergartenplatz aufheben, bis eine Entscheidung gefallen ist.



Meine Tochter ist 11/2004 geboren - und wäre letztes Jahr bei uns in Bayern sogar ein Muß-Kind gewesen. Die wollten alle Kinder bis Dez in der Schule haben.
Wir haben uns von vornherein dagegen entschieden, weil ich es nicht wollte.
Sie hätte alles geschafft, aber es hätte sie viel Überwindung gekostet den Umgang mit Lehrern und sich Hilfe zu holen.
Jetzt ein Jahr später kann sie sich vor eine fremde Gruppe stellen und sprechen ...... das wäre letztes Jahr ihr echt schwer gefallen.
Dieses Jahr haben sie den Stichtag wieder auf den 31. September gelegt, eben weil es nicht so viel Sinn gemacht hat mit dieser früheren Einschulung.

Und denke auch an später
er wird immer einer der Jüngsten sein und trotzdem orientiert sich das Leistungspensum immer an den stärksten Kindern.
Bei Spiegel-Online gibt es einen tollen Artikel warum früher eingeschulte Kinder später schlechtere Chancen haben aufs Gynmasium zu kommen.
Eben nicht weil sie "dümmer" sind, sondern weil sie wegen dem Altersunterschied einfach etwas abgeschlagen sind.

Und auch in der 3 und 4.ten Klasse wenn der Druck so richtig aufgebaut wird, merkt man einfach den Altersunterschied von einem Jahr.

Wir haben meiner Tochter es so erklärt, daß sie in die Schule gehen könnte ..... aber eben noch nicht muß.
Und das es doch was schönes ist, noch ein Jahr "frei" zu sein, spielen zu können, usw.

Liebe Grüße Silly

Beitrag von fraz 26.02.11 - 11:12 Uhr

Hallo

Ich frage mich, aus welchen Gründen du die Meinungen erfahrener Pädagogen nicht gelten lassen kannst?

Die kognitiven Fähigkeiten deines Sohnes sind das eine, das andere ist das Sozialverhalten.
In der Schule hat er keine 1:1 Betreuung, sondern muss zusammen mit vielleicht 25 anderen Kindern machen, was die Lehrerin sagt. Und die kann und will dann deinen Sohn nicht unter dem Tisch hervor holen müssen, wenn ihm etwas nicht passt.

Dein Sohn muss sich in eine Gemeinschaft einfügen können, das ist eigentlich wichtiger als schon das ABC können. Das ist eine grosse Herausforderung und genau daran würde ich nun arbeiten, damit er nächstes Jahr wirklich fit ist für die Schule.

Alles Gute

Fraz

Beitrag von herzilein111 26.02.11 - 13:09 Uhr

Hallo und vielen Dank für eure Meinungen.

Also eure Tendenz geht klar in die Richtung, ihn noch ein Jahr warten zu lassen. mhhh.

Die andere Seite ist, warum wird das jetzt erst festgestellt? Das Screening war grad erst, das ist mir schon klar, aber im Kindergarten ist er auch einer von vielen. Dort werden seit ein paar Monaten die Vorschul-Vorbereitungen gemacht auch in Gruppen mit mehr Kindern in einem extra Schulähnlichen Raum und mit ähnlichen Bedinungen. Ganz gleich kann es nicht sein, ist noch immer Kindergarten, aber trotzdem Schulähnlich. Ich habe beim ersten Gespräch mitte Januar, als es auf einmal hieß er ist zu hibbelig, gefragt ob er dort mitkommt. Damit meine ich, ich habe von meinem Wissensstand aus der Familie heraus gesagt, dass es dort keine Schwierigkeiten geben dürfte und die KiGa Leitung hat mir das bestätigt. Alles in Ordnung. Er kommt gut mit, er tut sich leicht.

Deswegen falle ich ja jetzt aus allen Wolken!!! Hätte das nicht vorher auch schon so sein müssen? Er verschlechtert sich doch nicht plötzlich. Ein Kind mit Konzentrationsstörungen hat nicht über Wochen keine, ist unauffällig und plötzlich hat er welche und kann auch kein Blatt mehr gescheit ausfüllen. Vielleicht gehe ich falsch an die Sache ran. Für mich sind immer Kinder, die noch nicht einen Lernwillen zeigen, eher zurückhaltender sind und lieber spielen als lernen noch nicht Schulreif. Die müssen vielleicht noch ein Jahr im Kindergarten verbringen und habe im darauffolgenden Jahr vielleicht eher die Chance den Stoff aufnehmen zu können. Ein Kind was lernen will, vielleicht nicht gleich ruhig sitzen bleibt, aber wissbegierig ist, sollte man doch nicht noch ein Jahr lang im Kindergarten lassen. Unsere Kindergärten hier, sind Gruppen gemischt von 3 -6 bzw 7 Jahren (wenn die kinder verspätet eingeschult werden) Bekommen wissbegierige Kinder dort genug Input?

Mag sein, dass mein Kind unter anderen Kindern anders ist, als zu hause (wir haben selber 3 Kinder) mit Sicherheit sogar Aber ein halbes Jahr bis zur Schule ist für einen 5 Jährigen eine lange Zeit. Man kann ihm doch nicht im Februar, noch dazu plötzlich, bescheinigen, dass er das mit Sicherheit nicht schafft! Vor allem, wenn er konzentrationsschwächen hat, müsste er die zu hause doch auch haben. Die schaltet er beim heimgehen aus dem kindergarten doch nicht an und aus.

Ich denke ich muss auf jeden Fall noch mal das Gespräch mit der KIGA Leitung suchen und auf jeden Fall nachhaken, warum es nicht früher Informationen dazu gab.

Mütter, die vorbereitet in eine schwierige Situation mit ihren Kinder kommen, und schulrückstellung ist definitiv schwierig, gehen in der Regel besser damit um, als wenn sie ins kalte Wasser geworfen werden.
Etwas vorbelastet sind wir dazu auch noch, letztes Jahr wurde der Sohn einer Bekannten zurückgestellt, da er angeblich nicht schulreif sei, und die Mutter hat es trotzdem zur SChule angemeldet. Die beste Entscheidung ihres Lebens, wie sie mir neulich versicherte.

Wo wir wieder bei dem Punkt der fehlenden Lehrerin ankommen.
Ich muss da noch mal drüber nachdenken. Im Moment komme ich zu keinem für mich stimmigen Ergebnis.

Man vergleicht nach so einem Urteil die Kinder auch untereinander und wir haben in der Klasse meines großen Sohnes (4.) Kinder, die immernoch nicht sozial kompetent sind. Die stören, die nur schwer in die Klassengemeinschaft finden, die unter umständen auch schon mal nach hause gehen, wenn ihnen die anderen zu viel werden. ich rede hier von einser schülern, die vielleicht nicht immer einfach sind, aber definitv nicht länger hätten im Kindegarten bleiben können.

Ist es wichtig, dass das Kind überall perfekt ankommt? Oder geht es nicht darum, dass das Kind glücklich ist. Nicht alle Kinder passen in Schema F. Auch nicht nächstes Jahr.

Wenn mein Sohn sein Temperament behält, und da gehe ich von aus weil er als Baby schon so war, und er nächstes Jahr wirklich gelangweilt ist in der Schule, kommt dann als nächstes die ADHS Diagnose?

nach wie vor sehr ratlos

Beitrag von janamausi 26.02.11 - 23:46 Uhr

Hallo,

ich würde auf alle Fälle den nächsten Test abwarten und nicht jetzt vorschnell etwas entscheiden.

Ich finde, Du schreibst viel, dass er das und das schon kann. Aber nur weil ein Kind bis 100 zählen kann oder Schwungübungen kann, ist es noch lange nicht schulfähig wenn das Soziale fehlt.

Wenn ein Kind ständig von der Lehrerin ermahnt wird, dass es ruhig sitzen bleiben soll, den Unterricht nicht stören soll etc. kann das schnell demotivierend fürs Kind sein und dann lassen auch schnell die Leistungen nach.

Und ich finde nicht, dass das Vorschulprogramm im Kiga schulähnlich ist. Für ein Kind ist es etwas ganz anderes, ob es im Kiga nach paar Stunden spielen sich kurz hinsetzen "muss" und Vorschulübungen machen "muss" oder ob das Kind von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr in der Schule sitzen "muss" und das täglich.

Und zum Thema Konzentrationsschwäche: Was muss sich denn ein Kind im Kiga groß konzentrieren? Evtl. 30 Min. bis 1 Std. bei den Vorschulübungen oder mal zwischendurch beim Stuhlkreis etc. aber ansonsten müssen sich doch Kinder nicht groß konzentrieren und vor allem nicht über einen längeren Zeitraum.

Der Kiga hat sicherlich nicht vorher darauf geachtet, ob dein Sohn Konzentrationsschwächen hat oder nicht. Warum auch? Es gibt ja keinen Grund bei einem 3 oder 4jährigen Kind zu schauen, ob es Konzentrationsschwächen hat bzw. das kann man ja in dem Alter auch nocht gar nicht richtig beurteilen.

<<Etwas vorbelastet sind wir dazu auch noch, letztes Jahr wurde der Sohn einer Bekannten zurückgestellt, da er angeblich nicht schulreif sei, und die Mutter hat es trotzdem zur SChule angemeldet. Die beste Entscheidung ihres Lebens, wie sie mir neulich versicherte. <<

Jedes Kind ist unterschiedlich und "nur" weil es bei einem Kind die richtige Entscheidung war, heißt es nicht, dass es bei deinem Kind auch so ist. Auch wäre ich bei solchen Aussagen von BEKANNTEN vorsichtig ob es stimmt. Viele Mütter erzählen BEKANNTEN nicht unbedingt die Probleme des Kindes in der Schule.

<<Die stören, die nur schwer in die Klassengemeinschaft finden, die unter umständen auch schon mal nach hause gehen, wenn ihnen die anderen zu viel werden. ich rede hier von einser schülern, die vielleicht nicht immer einfach sind, aber definitv nicht länger hätten im Kindegarten bleiben können. <<

Das finde ich ehrlich gesagt heftig und würde ich nicht als Vergleich nehmen. Auch denke ich, dass diese Kinder keine glückliche Schulzeit haben (auch wenn sie gute Noten haben), wenn sie ständig ermahnt werden, Ärger kriegen wenn sie heimgehen etc.

Wie schon geschrieben, warte den nächsten Test ab und dann sprech noch mal in Ruhe mit allen Beteiligten.

LG janamausi



Beitrag von aylin80 27.02.11 - 11:46 Uhr

Genau dasselbe denke ich mir auch jedesmal bei diesen postings.

Beitrag von platon 26.02.11 - 14:37 Uhr

Wegen der Konzentration empfehle ich dir das Marburger Konzentrationstraining (MKT)!

i.d.R. 8-10 Einheiten einmal wöchentlich 45 min. , kostet ungefähr 160-240€


Beitrag von prinz04 26.02.11 - 19:14 Uhr

Hallo,

das Für und Wider ist ja schon ausreichend erörtert worden. Aber ich möchte noch einen anderen Aspekt ansprechen. Ich habe den Eindruck, dass Du Dir selbst Vorwürfe machst, wenn Dein Kind nicht eingeschult wird, weil Du ihn nicht entsprechend gefördert hast - und willst das jetzt auf Biegen und Brechen nachholen bis April.

Das ist nicht bös gemeint, ich hatte auch so ein Versagensgefühl, als mein KiA bei der U 8 meinte, wir sollten uns bis zum nächsten Jahr überlegen, ob wir unseren Helden nicht zurückstellen wollen (weil er so schüchtern ist). Ich hab das erstmal ein halbes Jahr persönlich genommen, weiß auch nicht warum. Dann haben mein Mann und ich uns lange im Sommerurlaub unterhalten und für uns festgelegt, dass unser Sohn nur dann in die Schule (im nächsten Jahr) kommen soll, wenn ALLE (Erzieher, KiA, usw.) vollen Herzens meinen, er schafft das. Im Kindergarten hat ihn die Erzieherin dann zwar in die Vorschulgruppe genommen, aber sie hat zu mir gesagt, sie ist sich nicht hundertprozentig sicher. Nach ein paar Monaten bekam ich die Rückmeldung, dass er super mitarbeitet (besser als ältere Kinder).

Als bei uns in Bayern dann der Einschulungszeitpunkt zurückgesetzt wurde und er zum Kann-Kind wurde, war für mich und meinen Mann klar, dass unser Sohn auf keinen Fall in die Schule gehen wird. Die Erzieherin war richtig erleichtert, dass sie keine Aussage zu seiner Schulreife geben musste.

Wir haben ihn dann bei uns im Schulkindergarten angemeldet. Da geht er jetzt mit Begeisterung hin. Und als wir kurz vor Weihnachten beim Schulscreening waren, hat er den Test innerhalb von 20 Minuten fehlerfrei bestanden. Die Frau war richtig begeistert von ihm (wäre sie vor einem Jahr nicht gewesen). Ich kann jetzt diesen September meinen Helden mit dem besten Gewissen in das Schulleben starten lassen.

Es ist mit Sicherheit Deine Entscheidung, aber wenn Du Deinen Sohn zurückstellen lässt, brauchst Du Dir selbst deswegen keine Vorwürfe machen oder Versagen vorwerfen.

Viel schlimmer finde ich hier die Postings, in denen von Kindern in der 1. Klasse berichtet wird, die jeden Morgen weinen und nicht in die Schule wollen. Da zerreist es mir beim Lesen schon das Herz. Das möchte ich nach Möglichkeit nicht erleben.

Viele Grüße
Bettina

Beitrag von xmarcix 26.02.11 - 19:29 Uhr

hallo herzilein,


ich frage mich was so schlimm daran ist noch ein jahr in den kiga zu gehen?

ich bin der festen überzeugung das ein guter schulstart viel über die laufbahn entscheidet. wenn er ein jahr später eingeschult wird, ist es vielleicht kein problem zu springen. habt ihr flexklassen? also klassen in denen 1. und 2. klasse zusammen unterrichtet werden, da ist es schnell möglich zu springen und mit kindern aus dem klassenverband zu wechseln. besprich die möglichkeiten mit der schulleitung!

1 jahr länger kiga hat noch keinem geschadet, aber negative erfahrungen und mißerfolge können grade am anfang viel kaputt machen!

erforsche deine motive, warum soll er umbedingt in die schule? erstelle eine pro und contraliste, vielleicht bringt dir das etwas klarheit.


gruß marci

Beitrag von urmel09 26.02.11 - 21:27 Uhr

Von dem was du so schreibst würde ich auch noch ein Jahr warten.
Wenn er dann schon lesen kann ist das in der Regel auch kein Problem, auf welche Art von Schule kommt er denn ? Gibt es vielleicht die Möglichkeit ihn nächstes Jahr in eine Flexklasse einzuschulen (1 und 2 Schuljahr gemischt), wenn er dann ein bisschen mehr könnte würde er dort abgeholt wo er steht.
Ihr könnt euch die Entscheidung aber euch noch ein bisschen offen halten denn bis zum Schulstart sind es ja noch ein paar Monate.
Aber ich denke schon das Sozialkompetenz in der Schule sehr wichtig ist, mein Sohn ist jetzt in der ersten Klasse -hat keinerlei Probleme- findet es aber voll doof solange still sitzen zu müssen...und er ist ein Kind was überhaupt nicht hibbelig ist.

Beitrag von herzilein111 27.02.11 - 10:01 Uhr

Danke für deine Meinung.

Wir sind hier leider in einer Dörflichen Gegend. Hier gibt es keine Flexklassen. Es gab mal zwei Jahre eine Integrationsklasse, für Kinder die vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit brauchen, aber die wurden wieder abgeschafft. Die Gründe weiß ich leider nicht.

Der allereinfachste Weg für mich wäre, meinen Sohn ein Jahr im Kindergarten zu behalten. Mir wurde dieses Jahr schon gesagt, dass er wahrscheinlich keinen Hortplatz bekommt und somit mir in den Ferien die Betreuung für ihn fehlt, weil ich beruftstätig bin. Es gibt wohl eine Schulische Einrichtung die die Kinder "aufbewahrt" nach der Schule, aber dort gibt es wohl kein Mittagessen, die Kinder machen nur Hausaufgaben, wenn sie das selber wollen und in den Ferien ist die Einrichtung leider geschlossen. Also keine Alternative.

Bei meinen anderen Kindern habe ich immer auf mein Bauchgefühl vertraut und darauf, was die Kinder wollen. Meine Tochter hat sich nach der Grundschule für die Hauptschule entschieden. Leistungstechnisch hätte sie auch die Realschule geschafft, aber ihre Freundinnen sind nicht mitgegangen, also ist sie der Masse hinterher. Wir haben lange Gespräche geführt und sie hat sich nicht überzeugen lassen, also haben wir ihren Weg akzeptiert. Im Nachhinein oft mit einem schlechten Gefühl, weil sie unterfordert war und zum Störenfried wurde. Wir hatten viele Gespräche mit den Lehrern und haben die letzen zwei Jahre eigentlich nur durchgehalten.

Mein mittlerer Sohn ist ganz normal eingeschult worden. Der ist vom Typ her der ruhige, ausgeglichene der immer zwischen den Parteien vermittelt. Er ist ganz gerade mit einem Notenschnitt von 1,9-2.0 durch die Grundschule gegangen ohne zu lernen und will jetzt aufs Gymnasium. Wir haben auch da mit Ihm Gespräche geführt, ob das die richgige Schule ist. Letzten Samstag ware wir beim Tag der offenen Tür im Gym und er ist begeistert. Er will dort unbedingt hin. Also geht er auch und sollte er es nicht schaffen, ist die Realschule die Alternative.

Mein jüngster Sohn möchte gern zur Schule. Das war eine entwicklung seit mitte Januar die er ganz alleine gemacht hat. Von : iCH WILL NICHT zu JETZT WILL ICH!
Da meine Tochter schon unterfordert war, möchte ich diese Erfahrung meinem jüngsten eigentlich ersparen. Ich möchte auch nicht, das er im Notfall eine Klasse überspringt er soll den selben gerade Weg gehen, wie sein Bruder. Ganz normal, wie alle anderen Kinder auch. Er hat jetzt diesen Leistungswillen entwickelt, dass er lernen möchte und es wäre sehr schade, wenn ein Kind lernen will, aber nicht darf.

Sicherlich macht man sich als Eltern Vorwürfe. Hätte ich ihn mehr bremsen müssen? Hätte ich das überhaupt können? Wobei ich nicht der Typ von Förderunterricht für Kindergartenkinder bin. Sie sollen selbst entscheiden. Vor einigen Jahren, wäre mein Sohn noch nicht als Muss Kind eingestuft worden da er im Juli Geburstag hat sondern als Kann Kind, dann hätte er aber auch im Kindergarten die ganze Vorschule noch nicht mitgemacht, aber die Gesetze sind nun mal so geändert worden, dass er jetzt schulpflichtig ist. Wenn er noch ein Jahr in den Kindergarten geht ist er praktisch degradiert, weil für ihn kommt nichts neues mehr. Er hat das alles schon mal durchlaufen. Da wird es keine Steigerung mehr geben.

Die Lehrerin hat gesagt, dass es die Möglichkeit von Vorschulkindegärten gibt, die aber nicht bei uns an der Schule stattfinden, sondern im Nachbarort. Mein Sohn ist eher ein aufgewecktes Sensibelchen, der hat noch immer den letzten Kiga wechsel nicht ganz verkraftet, obwohl das schon einige Monate her ist. Ich kann ihn unmöglich im September schon wieder zu neuen Betreuern und neuen Kinder schicken und das Jahr drauf muss er zurück in seine Grundschule hier am Ort mit wieder neuen Betreuern und Kindern. Er sollte doch, wenns geht mit seinen Freunden zusammenbleiben, die er zumindest schon ein Jahr kennt. Woraufhin die Lehrerin sagte, dass sie das für meine Sohn nicht gemeint hat, weil er wäre für den Vorschulkindergarten viel zu intelligent. Aber für den Kindergarten nicht?

Meine Tochter macht jetzt eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Ihr fehlt ein Teil Rechnugswesen, der in der Realschule schon angesprochen worden wäre. Oder Sie hätte die Wirtschaftsschule besuchen müssen, damit sie als Hautpschüler trotzdem einen guten Start in der Berufsschule haben konnte. Sie hat sich für den direkten Weg entschieden. Und geht nun in Buchführung zur Nachhilfe damit sie den Anschluss hinbekommt. Wir hätte Sie viel mehr fordern sollen, statt immer nur den leichtesten Weg gehen zu lassen. Und bei meinem Jüngsten möchte ich einfach nicht den selben Fehler noch mal machen.

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