Rennt immer auf die Straße - was tun?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von selina9871 28.02.11 - 18:04 Uhr

Hallo,

meine Tochter wird diese 3 Jahre. Sie geht 2 x die Woche in eine Art Kindergarten. Da fahren wir mit dem Bus hin und müssen dann noch ca. 10 Minuten laufen.
Nun hab ich das Problem, dass es auf dem Heimweg immer das gleiche Drama gibt. Ich bin mit Kinderwagen unterwegs (Schwester ist 7 Monate) und Vivien rennt mir immer davon und rennt auch dann auf die Straße. Ich rufe, renne, schimpfe,... Nix hilft. Es ist jedes Mal das gleiche.
Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich kann sie ja nicht an die Leine nehmen.
Und wenn ich schimpfe, dann lacht sie einfach nur. Welche Konzequenzen soll ihr Verhalten haben? Was kann ich machen, dass sie nicht mehr wegrennt?
Ich bin wirklich ratlos.
Was würdet ihr machen?
Ich #danke Euch schon mal für Eure Tipps.

LG
Mel

Beitrag von arienne41 28.02.11 - 18:19 Uhr

Hallo

Ganz einfach

1. Sie muß an der Hand gehen (Kinderwagen kann man auch mit einer Hand schieben).

2. Sie muß den Kinderwagen anfassen.

3. schlechteste Lösung Kiddy Bord

Beitrag von annab1971 28.02.11 - 18:43 Uhr

Hallo Mel,

ich kenne das von Bruno.. er MUSS an der Strasse an die HAnd.Er ist total unberechenbar..Ich hab auch schon von anderen Müttern den Tipp mit so ner Leine bekommen, aber da hab ich doch etwas blödes Gefühl bei(wobei andere Mütter auch sagen, lieber blöde Blicke als ein überfahrenes Kind)..Also ich schaffe es mit ihm auch ohne Leine denke ich, er bekommt aber kein LAufrad oder so, also jedenfalls nicht in der Stadt.

Was mir Sorgen macht ist, wenn er es im Kiga auh so macht.Die können nämlich gar nicht so aufpassen..Wenn sie dort ausflüge machen weise ich immer extra daraufhin mit der Bitte das er an der Hand bleibt...

Ich bin gespannt was noch für Tipps kommen...

Anna

Beitrag von schwarzesetwas 28.02.11 - 18:45 Uhr

Erstmal würde ich einen Hörtest mit ihr machen.
Wenn der ok ist: Einfach mal an eine vielbefahrene Straße mit ihr gehen, vielleicht fehlt ihr ein Bezug.

In dem Alter sollten die Kinder m. M. nach schon längst können und im Ansatz abschätzen.
Den Verkehr können sie noch lange nicht einschätzen, dass soll wohl erst mit 13 Jahren der Fall sein.

Weiß sie denn was rot und grün bei einer Ampel bedeutet?

Meine Kinder sind schon seit sie 2 Jahre alt sind sehr fit, zumindest wenn ich dabei bin - was ich logischerweise immer bin.
Ob nun zu Fuß, mit Laufrad, Rad oder was auch immer.

Jedoch hat es mich einiges an Nerven und Brüllereien gekostet, da ich im Verkehr kein Spaß verstehe.
Wir wohnen auch in der Stadt, deswegen gibt es viele Gefahren.

Lg
SE

Beitrag von cori0815 28.02.11 - 18:47 Uhr

hi Mel!

WARUM kannst du sie nicht an die Leine nehmen???

Ich versteh immer die Scheu der modernen Eltern davor nicht.... Habt ihr lieber ein totes Kind als ein "angeleintes"???

Ich stand vor 3 Jahren vor der gleichen Situation: meine Tochter lag mit 6 Monaten im Kinderwagen, mein Sohn fuhr mit seinen gerade 2 Jahren Laufrad - und das ziemlich schnell. Klar - ich hätte ihm mitsamt dem Kinderwagen nicht in jeder Situation folgen können. Und die Gefahr, dass er vom Gehweg auf die viel befahrene Straße "abbog", war mir einfach zu groß. Hinzu kam die Erschwerung, dass er dank seiner fiesen Paukenergüsse sehr schwer hörte und mich schlichtweg an vielbefahrenen Straßen nicht hören KONNTE.

Was habe ich gemacht?

Ich habe kurzerhand eine Flexi-Hundeleine gekauft und ein kleines Geschirr für Kinder. Und dann habe ich ihm das Geschirr umgemacht und die Flexileine hinten dran. So konnte er Laufrad fahren (und auch mal Gas geben) und ich konnte ihn trotzdem jederzeit stoppen, wenn es brenzlig wurde. Klar habe ich ihn nicht wie einen unerzogenen Hund daran zurück gezogen. Aber wenn er mich wirklich nicht hörte und er der Straße ZU nah kam, habe ich die Leine "schleifen lassen", so dass er das "Rattern" spürte und sofort aufmerksam und langsamer wurde.

Auf ruhigen und übersichtlichen Straßen habe ich ihn "abgeleint".

Bei uns hat es gut funktioniert. Nach einer erfolgreichen Ohrenoperation und seiner ein halbes Jahr lang gesammelten Erfahrung konnten wir das Geschirr samt Leine eingemottet und es ging super ohne.

Ich habe in dieser Zeit viele seltsame Blicke und einige Nachfragen geerntet. Aber ich habe den Leuten immer erklärt, warum ich es machte. Und meist sagten die Leute dann "da haben Sie echt Recht, es sieht nur im ersten Moment so komisch aus."
UND: es gab auch einige Leute, die gelächelt haben und mir sagten "komisch, warum bin ich nicht darauf gekommen? Was hat mich das damals für Nerven gekostet..."

Allerdings finde ich, dass sie mit 3 Jahren einfach auch begreifen MUSS, dass sie an deiner Hand zu gehen und nicht auf die Straße zu laufen hat. Und im Notfall wäre auch hier ein Geschirr die Alternative, an der du sie einfach im Griff hast. Ich würde mich lieber BLÖD von den Leuten angucken lassen als mitleidig, wenn meine Tochter vor einem LKW klebt.

LG
cori

Beitrag von kati543 28.02.11 - 18:55 Uhr

Bei uns gibt es die Regel, dass er auf Spielstraßen allein gehen darf und ansonsten den Kiwa anfasst und meine Hand ist über seiner. An besonders kritischen Stellen fasst er mit beiden Händen an den Kiwa. Mein Sohn ist schwerhörig. Wenn dann noch Paukenergüsse dazu kommen, kann er nichts mehr hören.
Warum willst du deine Tochter nicht anleinen?

Beitrag von tragemama 28.02.11 - 19:01 Uhr

Sowas gibts bei uns nicht. Ich würde an Deiner Stelle die Kleine in die Trage stecken und der Großen erklären, dass sie angschnallt im KiWa sitzen muss, wenn sie nicht zuverlässig direkt neben Dir bleibt. Bei uns war das noch nie ein Problem.

Andrea

Beitrag von zahnweh 28.02.11 - 20:21 Uhr

Hallo,

meine hatte vorübergehend eine Kinderleine.

Andere schimpften, weil ich sie gefälligst in den Buggy hätte packen sollen, damit sie es lernt.

öhm... im Buggy war sie noch mehr festgegurtet und festgezurrt als an der Leine. Im Auto genauso eng. Warum? wegen der Sicherheit.

Ja, meine hatte eine Leine und es tat uns beiden gut!

Sie brauchte die spürbare Grenze, die sie durch Schreierei und Rufe nicht als solche wahrgenommen/begriffen/gefühlt/direkt gespürt hat.
Sie merkte schnell, dass ich deutlich entspannter war und das war ich dann auch. Das hat sich auf sie übertragen und sie versuchte es weniger. Sie spürte ja ein Verlässliches "Bis hierher und nicht weiter"

Dann kam ein Entwicklungsschub und es wurde noch besser. Jetzt ist sie 3,5 Jahre und wir laufen ohne Leine. Schon seit über einem halben Jahr. Sie hat viel dazu gelernt und lernt noch sehr viel dazu.


Sie hat begriffen, dass wenn ich GEFAHR brülle, sie stehen bleiben und mir vertrauen muss. Was Gefahr bedeutet hat sie noch nicht verstanden

"Mama, ich bin Gefahr" "mama, was ist Gefahr?" zeigen mir, dass sie nur auf mein Brüllen, das Wort reagiert. Nicht aber versteht, warum sie stoppen muss.

Wie gesagt uns hat die Leine als Hilfsmittel gut getan. Ich wurde entspannter, sie lernte schnell, dass es kein Spiel ist. Sie entspannte sich und suchte nicht mehr nach noch mehr Aufmerksamkeit, weil ich durch mehr Ruhe/Gelassenheit wieder mehr Geduld für die Schönen Dinge Nerven hatte.

Klar, ich hätte sie auch in den Buggy schnallen können. Aber mal ehrlich: darin hätte ich sie weit mehr festgezurrt als so. Im Buggy hatte sie kaum mehr Bewegungsmöglichkeiten. So konnte sie laufen und AKTIV das an der Hand gehen üben. Das hab ich nämlich trotz Leine weiterhin gemacht und es wurde entspannter und eines Tages bestand sie von sich aus auf meine Hand :-)

Beitrag von chaos-queen80 28.02.11 - 20:40 Uhr

Meine muss entweder an der Hand laufen oder auf´s Kiddy Board stehen, wenn sie nicht hört und eben auf die Straße laufen will...

Meist dann unter Proteste, aber es muss sein.

Wenn wir mit dem Laufrad unterwegs sind, hänge ich das Laufrad über meine Lenkstange des KiWas und sie muss mich an der Hand halten.

Es wird besser. Meine ist jetzt 3 Jahre und 4 MOnate alt.

LG
Tina

Beitrag von almura 01.03.11 - 09:57 Uhr

Hi!

Wir haben auch so ein Flitzemodell...

Bei uns hilft der Grundsatz 'Wer wegläuft, muß an die Hand'. Hat mich einiges an Nerven gekostet, hat sich aber ausgezahlt.

Es gibt auch Rucksäcke, an die man eine Leine befestigen kann. Vielleicht ist das etwas für Euch?
Beim Wandern hat unsere auch immer ihren Rucksack auf mit Brustgurt. Dann kann immer mal beherzt zugreifen...

Mittlerweile geht sie auch mal ganz gerne an der Hand. Ich habe ihr zB auf Parkplätzen immer erklärt, warum sie an der Hand bleiben muß und warum ich manche Gefahren besser einschätzen kann als sie.
Oft hat sie einen Finger von mir in ihrer Hand und ich lege meine Hand erst um ihre, wenn ich sie an der Hand haben möchte.

Zum Thema weglaufen hat uns das Buch 'Conni geht verloren' gefallen.
Unsere Tochter ist nämlich auch gerne mal auf eigene Faust unterwegs und schert sich nicht, ob Mama hinterher kommt.

Viel Erfolg!

Almura

Beitrag von almura 01.03.11 - 10:00 Uhr

Ach ja, was ich vergessen habe: je mehr Aufstand ich gemacht habe, desto mehr hat ihr das Weglaufen gefallen...
Seitdem ich ruhig die Konsequenz ankündige und durchziehe, ist es irgendwie auch nicht mehr sooo spannend.