Phimose - Erfahrungswerte

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Beitrag von momo9580 09.03.11 - 11:37 Uhr

Hallo,
ich war jetzt heute beim Doc. Der hat sich das ganze angeschaut. Und meinte nur, dass das so verengt und dicht sei, dass da keine Salbe etwas helfen würde, zumal wir die ja schon einmal genommen haben und es doch wieder zu gegangen ist. D.h. es gibt eine OP.

Könnt ihr mir ein paar Erfahrungswerte zur OP geben? Habt ihr danach lange Schwierigkeiten gehabt? Schmerzen? Wie lang ist euer Kind "krank" gewesen? Wie sieht es mit Schule aus? Wie sieht es mit Sport aus (vor allem Fahrrad fahren)?

Viele Fragen...

Liebe Grüße
Momo

Beitrag von mama08012002 09.03.11 - 12:04 Uhr

Liebe Momo, also unser Sohn war 4 Jahre alt, als wir ihn operieren ließen. Er hatte die gleiche Diagnose, total verengt, keine Chance mit Salbe, mußte operiert werden. Er wurde im Juli operiert, hatte am Tag der Op ein wenig Schmerzen, aber gut behandelbar mit Schmerzmittel.

Er wollte nicht nackt rumrennen, da es ja hieß, soviel wie möglich frische Luft dran lassen. Also habe ich ihm ein Loch vorne in die Unterhose reingeschnitten, hinten war alles weiterhin bedeckt.

Was Schule und so betrifft, denke ich schon, dass er einige Tage nicht hingehen kann, genauso mit Sport. Aber solche Fragen klärst du am besten dann mit dem behandelnden Chirurg, bei uns war es eine Kinderchirurgin mit sehr viel Erfahrung.

Wie alt ist denn dein Sohn?

Viel Glück!

Beitrag von kati543 09.03.11 - 13:48 Uhr

Dein Sohn ist doch schon 6. Wieso habt ihr das nicht längst machen lassen?

Meine Söhne hatten eine Beschneidung Rahmen einer Hypospadie-OP mit genau 12 Monaten.
Eine Sportbefreiung wird er für eine Weile bekommen. Ein Fahrradverbot wesentlich länger (bei uns gab es ein 6-wöchiges Bobbycar-Verbot-aber wir hatten ja auch eine größere OP). Die Wunde ist ganz schnell verheilt. Nach einer Woche war es schon wieder in Ordnung. Die Pflege der Wunde ist natürlich dabei wichtig. Läßt dein Sohn dich denn noch da dran?

Beitrag von momo9580 09.03.11 - 13:52 Uhr

Ja noch darf ich kucken. Und ich denke, wenn was gemacht wurde, darf ich da auch was dran machen.
Ich hatte einen Arztwechsel und habe es ihm nicht gesagt. Wir haben es dann auch schon mit Salbe probiert, was gut geholfen hat. Aber nun ist es eben wieder zu.

Beitrag von marysa1705 09.03.11 - 22:22 Uhr

"Dein Sohn ist doch schon 6. Wieso habt ihr das nicht längst machen lassen?"

Weil sich selbst eine starke Phimose sogar noch bis weit in die Pubertät hinein von selbst legen kann und die meisten Operationen mit der richtigen Behandlung vermieden werden könnten.
Desweiteren weil viele Männer später unter der Beschneidung im Kindesalter leiden.

Aus diesen Gründen wird unser Sohn erst dann eine Phimose-OP bekommen, wenn es wirklich nicht anders geht, d.h. wenn er Probleme beim Urinieren oder Schmerzen hätte.

"Eine bloße nicht zurückstreifbare Vorhaut ist bis weit nach der Pubertät ein vollkommen normaler Zustand und ist keine pathologische daher therapiebedürftige Phimose. Eine spontane Weitung erfolgt üblicherweise mit wachsender Reife. Eine nicht oder nur teilweise zurückstreifbare Vorhaut bis zum Alter von 10 Jahren die Regel und bis nach der Pubertät normal. Entgegen dem langläufigem Glauben, gibt es kein bestimmtes Alter, ab dem sich die Vorhaut von der Eichel gelöst haben und die Vorhaut zurückstreifbar sein muss."
http://flexikon.doccheck.com/Phimose

Schau Dir mal die Prozentzahlen der repräsentativen Studie an!

Deshalb: NUR eine OP, wenn es Probleme gibt.

"Behandlungsbedürftig ist alleine die pathologische Phimose. Phimosen im Kindes und Jugendalter sind fast immer physiologisch, und sollten, solange keine schwerwiegenden Probleme auftreten, nicht behandelt werden."

Beitrag von sunshine80404 10.03.11 - 07:49 Uhr

Volle Zustimmung von mir! #pro

"Desweiteren weil viele Männer später unter der Beschneidung im Kindesalter leiden. "
DAS ist genau der Punkt weshalb ich die OP bis jetzt (er ist fast 7) ablehne. Er hat keine Schmerzen oder so, warum sollte ich mir als Mutter also das Recht rausnehmen über seinen Penis zu entscheiden?!

Beitrag von marysa1705 10.03.11 - 08:50 Uhr

Genau! Man entfernt ja auch nicht sonst irgendein Körperteil VORSORGLICH, weil es VIELLEICHT einmal Probleme machen könnte.
Und in der Pubertät passiert noch so viel bzgl. Wachstum und Hormonen...

Beitrag von muckel82 09.03.11 - 16:20 Uhr

Hallo Momo

also ich habe meinen Sohn auch erst mit 6 Jahren operieren lassen. Unsere KiÄ schickt keinen voreilig zur OP und das fand ich auch immer sehr gut. Wir haben es immer mal wieder mit Salben versucht doch leider half nichts.
Wir haben dann eine vorhauterhaltene OP machen lassen.
Es wurde ein kleiner Keil der Haut entnommen und jetzt sieht es aus als wäre nie etwas daran geschnippelt worden.
Mein Sohn jaulte nur direkt nach der OP, wir sind 2 Stunden wieder nach Hause gegangen. Mein Sohn hat die es die ersten Tage ruhig angehen lassen, und so sah es nach 3 Tagen auch schon sehr gut aus.
Wir haben dann Sitzbäder gemacht und immer mit Bepanthen Augen-und Nasensalbe gecremt.
Ich bin froh das wir es erst mit 6 Jahren haben machen lassen. Er versteht nun selber wie wichtig die Hygiene ist und das er die Vorhaut auch regelmäßig zurückziehen muss. Das muss man wirklich häufig machen damit es nicht wieder zu einer Verengung kommt.

Die Total-OP finde ich persönlich nicht ganz so schön, aber das muss jeder selbst wissen.
Mein Sohn wurde auf einem Freitag operiert und ich war die ganze Woche danach noch mit ihm zu Hause, doch den Do war wirklich alles wieder ok.

Informiere dich gut, es gibt einige verschiebene Methoden. Und bitte erkundigt euch auch immer was ihr für einen Anästhesisten bekommt. Ich komme aus dem Bereich und an die Narkose wird immer wenig gedacht obwohl sie sehr sehr wichtig ist!

Alles Gute für euch!!!


Muckel

Beitrag von maupe 09.03.11 - 21:16 Uhr

Hi,

unser Sohn wurde mit 2,5 operiert. Kam zu häufig auf beiden Seiten der Familie vor (und ich habe erlebt wie es erwachsenen Männern geht wenn es in der Kindheit nicht richtig behandelt wird) und so waren wir recht früh beim Arzt - bis dahin hatte kein KiA uns drauf aufmerksam gemacht.

Er wurde ambulant operiert am Vormittag und spielt am Nachmittag mit seinem Fußball. Da er noch Windel trug, war das einzig kitzlige immer das Wechseln. Aber großartige Probleme gab es nicht.

Er ist jetzt zehn, spielt Fußball und entsprechend Duschen mit seinem Team, da kommt nicht ein Kommentar zu seinem Penis.

LG maupe

Beitrag von marysa1705 09.03.11 - 22:31 Uhr

Hallo Momo,

unser Sohn wird bald 8, hat eine starke Phimose und wird ERST DANN operiert, wenn es Probleme gibt.

Lies Dir mal den Artikel bei folgendem Link durch:

"Eine bloße nicht zurückstreifbare Vorhaut ist bis weit nach der Pubertät ein vollkommen normaler Zustand und ist keine pathologische daher therapiebedürftige Phimose. Eine spontane Weitung erfolgt üblicherweise mit wachsender Reife. Eine nicht oder nur teilweise zurückstreifbare Vorhaut bis zum Alter von 10 Jahren die Regel und bis nach der Pubertät normal. Entgegen dem langläufigem Glauben, gibt es kein bestimmtes Alter, ab dem sich die Vorhaut von der Eichel gelöst haben und die Vorhaut zurückstreifbar sein muss.

Nur 44% der zehnjährigen, 60% der zwölfjährigen, 85 % der vierzehnjährigen und 95% Prozent der siebzehnjährigen Jungen haben eine vollständig zurückziehbare Vorhaut.

Behandlungsbedürftig ist ALLEINE die pathologische Phimose. Phimosen im Kindes und Jugendalter sind fast immer physiologisch, und sollten, solange keine schwerwiegenden Probleme auftreten, nicht behandelt werden."

http://flexikon.doccheck.com/Phimose


Wenn Dein Sohn also keine Probleme hat, sprich keine Schmerzen, nicht andauernd wiederkehrende Entzündungen, ständige Probleme beim Urinieren, dann gibt es KEINEN GRUND für eine OP.

Die meisten Phimose-Operationen könnten vermieden werden.

Der einzige Grund, warum viele Ärzte sie noch immer so früh empfehlen, ist, dass man meint, ein Baby oder Kleinkind würde es "besser verkraften" als z.B. ein Teenager in der Pubertät. Dafür gibt es aber keinerlei Beweise.

Wir haben mit unserem Sohn darüber gesprochen, weil unser KiA am liebsten auch gleich operiert hätte und haben ihm gesagt wie es aussieht. Er weiss, dass er Bescheid sagen muss, wenn er Schmerzen oder Probleme hat und dass es dann evtl. eine Operation geben könnte.

Mein Mann hatte selbst bis zur Pubertät eine Phimose, diese hat sich aber dann ganz von selbst mit dem Wachstum, den Hormonen, etc. in der Pubertätszeit gelegt.

Zu bedenken ist ausserdem, dass viele Männer im Erwachsenenalter unter der Beschneidung im Kindesalter leiden. Nachzulesen in den vielen Foren für Betroffene.

Ich kann Dir deshalb nur empfehlen, diese Entscheidung allein davon abhängig zu machen, ob euer Sohn Schmerzen oder Probleme durch die Phimose hat oder nicht.

LG Sabrina

Beitrag von hullifan 10.03.11 - 11:56 Uhr

Hi Momo,

wir haben die OP hinter uns als unser Lütter 4 Jahre war. Es gab keinerlei Probleme und heilen tuts auch ganz schnell. Eine Woche sollte man vorsichtig sein und dann geht eigentlich wieder alles ganz normal. Ich denk das ist bei jedem unterschiedlich. Was ich nicht raten würde, wäre eine Teilbeschneidung, da damit das Problem wiederkommen kann und Ihr dann nochmal ran müßtet, auch kann ich hier Meinungen die geschrieben worden, nicht beistimmen. Ich würd nicht warten ob sich das vielleicht irgendwann mal legt, wenn ich an die Hygiene denke wird mir schlecht. Auch ist definitiv nachgewiesen, dass das Risiko von Gebärmutterkrebs sinkt, wenn Männer beschnitten sind (ist dann mal gut für Deine Schwiegertochter ;-) ).

Lg

Beitrag von cinderella-79 11.03.11 - 21:41 Uhr

Mein Sohn hatte auch eine starke Vorhautverengung und musste operiert werden.

Und glaub mir, man macht sie als Mutter viel zu viel verrückt. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich konnte drei Tage vor der OP schon nicht mehr schlafen.
Am Tag des Eingriffs mussten wir um zehn dort sein. Essen durfte er nicht, trinken ja. Der Eingriff dauerte zwanzig Minuten. Eine halbe Stunde danach wachte er aus der Narkose auf. Nach weiteren zwei Stunden gingen wir schon wieder nach Hause. Abends musste er das erste mal auf Toilette, aber es ging alles Problemlos.

An diesem Tag sollte er so wenig wie möglich laufen. Er hatte keine Schmerzen. Die ersten Tage nach der Op durfte er nicht rennen. Nach vier Tagen durfte er wieder Fahrrad fahren, aber natürlich nicht zu lange. Sport sollte er eine Woche nicht machen, danach war alles vergessen.

Ich rate Dir lass es so bald wie möglich machen. Je älter die Kinder werden um so schwerer wird es. Und unsere Jungs werden es uns später danken.

Ich dachte am Anfang auch ich versuche es erst mit Salben, aber der Kinderarzt in der Klinik hat mich wirklich gut aufgeklärt und mir klar gemacht das eine Salbe bei dieser Verengung nicht helfen wird.

Ich war froh wie es vorbei war. Alles ging Problemlos vorüber. Nur das 24 Stunden sein Schniedel eingebunden war sah schon sehr verboten aus.

Wenn Du fragen hast melde Dich ruhig.

Lg Steffi

Beitrag von tath 13.03.11 - 21:10 Uhr

Hallo

Bei meinem großen Sohn wurde die OP bereits mit 3 Jahren gemacht. Er hatte ständig Schmerzen und konnte nur in Tröpfchen pinkeln.
Bei der OP wurde dann eine schwere Entzündung festgestellt. Eine zeitlang ging er nicht mehr in den KiGa und Laufrad fahren war auch nicht.
Mein Jüngster wurde mit 2,5 Jahren operiert, vorher wegen Hodenhochstand und doppelten Leistenbruch, drei Monate später wegen der Phimose, wegen dem einen war er 4 Wochen außer gefecht und wegen letzteres ca. 2 Wochen.

Du solltest mit dem dortigen Arzt reden, er kann dann genau sagen, wie lange er von der Schule und dem Sport befreit werden wird.

LG Tanja