unglücklich in meiner Ehe

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ratlose Mama 12.03.11 - 22:46 Uhr

ich bin zur Zeit wirklich ratlos, weil ich nicht mehr weiß, wie ich unser Problem angehen kann.
Mein Mann und ich sind seit Juni 2010 verheiratet (fast 3 Jahre zusammen) und haben einen 10 Monate alten Sohn. Ich bin noch in Elternzeit und mein Mann studiert.

Seit einiger Zeit gibt es bei uns fast täglich Streit wegen irgendwelcher Kleinigkeiten. Heute früh hatte ich ihn gebeten, mich einmal ein bischen ausschlafen zu lassen, da ich meist schon gegen 4:30 Uhr unseren Sohn stille und er das nächste Mal spätestens 6:30 Uhr kommt. Meine effektive Nachtruhe ist also ziemlich kurz. Ich habe ihm auch zugesichert, dass er morgen ausschlafen darf. Die ganze Zeit hat unser Sohn im Wohnzimmer rumgeheult, so dass ich nicht wirklich schlafen konnte, bis mein Mann dann nach 1.5 h mit ihm reinkam und meinte, ich solle ihn doch nochmal stillen, weil er offensichtlich noch Hunger hat. Ich habe mir dann erlaubt zu fragen, ob er sich denn wirklich mit ihm beschäftigt und nicht irgendwas anderes gemacht hat. Schon war er wieder böse und meinte ich wäre ungerecht, wenn ich ihm unterstelle, ein schlechter Vater zu sein. Ich könnte mich jetzt für meine Anschuldigungen bitte entschuldigen. Dabei habe ich mitbekommen, dass er mit der Programmierung der Fernbedienung zugange war. War jetzt nur ein Beispiel. Ich könnte davon Hunderte geben, was aber hier den Rahmen sprengen würde.

Ich bin oft wahnsinnig genervt von ihm und werde dann auch teilweise aggressiv, ob ich das nun will oder nicht. Annäherungen von seiner Seite finde ich oft nur belastend und versuche mich dann irgendwie aus der Affaire zu ziehen. Natürlich bin ich oft auch sehr zickig, kann in dem Moment aber einfach nicht anders. Ich ärgere mich ja auch über mich selbst.

Ich muss dazu sagen, dass ich ihn auf keinen Fall aufgeben will, auch wenn ich ehrlicher Weise teilweise über eine Trennung nachdenke (vor allem nach Zoff). Ich fühle mich mittlerweise echt schrecklich, da wir aus dieser Misere nicht rauskommen. Es ist wie eine Spirale, weil immer wieder ein Wort das andere gibt und die Unzufriedenheit beidseitig wächst.

Vielleicht liegt es auch daran, dass mir ein wenig die berufliche Bestätigung fehlt. Mir fällt zu Hause oft die Decke auf den Kopf und ich habe große Angst vor der Arbeitslosigkeit, da ich bisher nur einen befristeten Vertrag hatte, der einen Tag vor Geburt meines Sohnes ausgelaufen ist. Existenzängste kommen auch noch dazu, weil ich ja bisher Alleinverdienerin war.

Habt ihr vielleicht einen Rat, was ich machen kann. Vielleicht wart ihr ja auch schonmal in so einer Situation. Ich will wirklich nicht, dass unsere Familie auseinanderbricht. Würde mich echt über euren Rat freuen!

Beitrag von marina74 12.03.11 - 22:56 Uhr

Hört sich wirklich schrecklich an!!!
Ich kann gut verstehen, dass du mit den Nerven am Ende bist.
Da hast du ein Kind, das Tag und Nacht nach dir verlangt - und das ist bei allem Mutterglück auch sehr anstrengend.
Dann läuft es im Job auch noch so bescheiden.
Du leidest unter Schlafentzug und dein Partner ist dir keine Hilfe.
Im Gegenteil: er lässt dich auch noch hängen, wenn er mal wirklich helfen könnte.
Zudem warst du noch Alleinverdienerin.
Heißt: du machst alles, er macht nichts.
Du fühlst dich alleingelassen, bekommst keine Unterstützung finanzieller oder zeitlicher Art... von dem Menschen, der sagt, dich zu lieben.
Dass da die Emotionen für deinen Mann auf der Strecke bleiben, sollte dich nicht wundern.

Deine Wut muss wirklich groß sein. Schämen brauchst du dich für deine Aggressionen beileibe nicht!
Dass es sogar schon soweit ist, dass du über Trennung nachdenkst, zeigt, wie sehr du am Ende deiner Kräfte bist.
Der, bei dem du dich anlehnen solltest, fällt dir in den Rücken - wie soll das gehen?

Schick dir gleich ne PN

Gruß Marina

Beitrag von marina74 12.03.11 - 23:00 Uhr

Ups - das geht ja nicht.
Ich hätte dir gerne geschrieben, wo du anrufen kannst und was du konkret unternehmen kannst.
Ich bin neu hier, kenne also per se hier niemand, vielleicht magst mir ja ne PN schicken.

Beitrag von mamavonyannick 12.03.11 - 23:11 Uhr

Hallo,

das was du hier sagst: Deine Existenzängste, dass du nicht weißt, warum du genervt bist, dass dir die berufliche Anerkennung fehlt... Kennt er diese Ängste? Redet ihr darüber? Habt ihr nach Lösungen gesucht?

Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dich zu bewerben - auch jetzt schon? Dein Mann studiert, es sollte doch möglich sein, dass du zumindest teilweise dir eine Beschäftigung suchst.

Das, was du hier berichtest, kenn ich. Im Endeffekt liegt aber das Problem bei dir. Du bist unzufrieden mit deiner Situation. Völlig legitim. aber anstatt zu erwarten, dass dein Mann hellsehen kann und dir die Lösung präsentiert bzw. an DEINER Lage was ändert, solltet ihr 1.) darüber reden 2.) GEMEINAM nach eine Lösung suchen. Denn mal ehrlich... selbst wenn du heute hättest ausschlafen können, dann würde morgen irgendwas anderes sein, was dich nervt, einfach, weil du mit deiner Gesamtsituation unzufrieden bist. Die Ursache liegt aber - meiner Meinung nach - nicht in deiner Beziehung.

vg, m.

Beitrag von gh1954 12.03.11 - 23:23 Uhr

Das sehe ich auch so.

@TE: Das erste Jahr mit einem Kind ist nicht einfach, manche Partnerschaften geraten dabei fast ans "Aus".

Wenn du so oft stillen musst, dass du kaum Schlaf bekommst und das Kind nicht richtig satt wird, solltest du dir velleicht eine Alternatve überlegen.

Beitrag von marina74 12.03.11 - 23:25 Uhr

Wirklich? Glaub ich nicht. Wenn mein Partner mir auf ganzer Linie keine Unterstützung bietet, dann muss ich mich nicht fragen, was mit MIR los ist, sondern was mit IHM los ist.

Am Ende muss man sich höchtens fragen, was MICH geritten hat, mit so einem Mann ein Kind in die Welt zu setzen.

Wenn das mal kein Beziehungsproblem ist, dann weiß ich auch nicht.

Beitrag von ratlose Mama 12.03.11 - 23:39 Uhr

Natürlich reden wir auch darüber, was wir anders machen können. Wir versuchen Lösungen zu finden. Aber irgendwie halten die guten Vorsätze zugegebener Weise beidseitig nicht sehr lange an. Ich müsste auch mehr Verständnis für seine Situation aufbringen, ihm den Rücken freihalten, damit er sich auf sein Studium konzentrieren kann, er könnte mir mehr im Haushalt helfen und nicht nur dann, wenn ich schon total fertig bin, weil es bei uns aussieht wie Kraut und Rüben, da ich tagsüber, wenn mein Sohn wach ist, zu nichts komme.

Natürlich habe ich mich auch schon beworben. Bisher nur leider noch nicht erfolgreich. Ich habe mich auch noch während der Schwangerschaft und nach der Geburt weiterqualifiziert und jetzt meinen Abschluss in der Abendschule gemacht, um bessere Chancen zu haben. Hat bisher nichts gebracht.

Es geht bei mir sicher nicht darum, dass wir keine Lsöungsansätze finden. Allerdings sind die irgendwie nicht ausreichend oder lassen sich nicht durchsetzen.

Beitrag von KannDichVerstehen 12.03.11 - 23:48 Uhr

Hi,

ich kenne deine Gefühle, denn so ging es mir in der ersten Zeit nach der Geburt unserer Tochter auch.

Nur der Unterschied besteht darin, das mein Mann der Hauptverdiener ist.

Ich habe im Schichtdienst gearbeitet, 85 km weit weg von meinem Zuhause.. war also immer mindestens 12 Stunden ausser Haus.
Und dann von jetzt auf gleich nur noch zuhause...

War so angenervt, von meinem Mann, von meiner Tochter, von meiner Arbeit, von mir - einfach von allem.
Mein Mann ging mir schon auf den Wecker, wenn er mich nur angeschaut hat..
Habe mich oft gefragt ob es richtig war eine Familie zu gründen... wollte meine Freiheit wieder..

Irgendwann habe ich ihm dann auch das Wort "Trennung" um die Ohren geschmissen und ihm alles an den Kopf geknallt, was in mir vorgeht!
Danach ging es mir sehr viel besser...
Seit dem reden wir ständig miteinander.

Mittlerweile ist meine Kleine knapp 22 Monate alt und ich würde sie nie wieder hergeben.#verliebt
Meinen Mann natürlich auch nicht, da er der Beste Papa der Welt und mich unterstützt wo er nur kann.#verliebt

Du solltest mit deinem Mann über deine Gefühle reden, über alles was in deinem Kopf vorgeht, damit ihr darüber reden könnt.. und ihr dann eine Lösung - wie auch immer die aussehen wird - finden könnt.

Drücke Euch ganz fest die Daumen.. - ihr schafft das schon! #ole

LG

Beitrag von mary1986 13.03.11 - 10:51 Uhr

Hallo.
Du, ich stecke im Moment in der gleichen Phase wo ich nicht weiß was ich tuen soll ( hatte hier auch schoin gepostet vor ein paar tagen):

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=16&tid=3064557

Gut,ich kann dir keinen allzu großen Rat geben, weil ich noch kein Kind habe!
Aber ich wollte auch shon öfters den ganzen "Rotz" hinwerfen. Bei uns ist es auch das sich an manchen Tagen über jedes kleine bisschen gezofft wird. Dann hat er schlechte laune und meint ich müsste der puffer sein dafür usw.

Ich würde an deiner stelle mit ihm reden und versuchen vielleicht regeln aufzustellen bzw. das er sich auch mal nachts um euer kind kümmert soweit wie es geht und dich ruhig mal ausschlafen lässt. Denn durch wenig schlaf wird die laune ja auch nich besser! Werde ich jedenfalls auch machen, ein klares wörtchen reden und ihm sagen was sache ist...

Ich liebe ihn ja auch und möchte unsere ehe nicht gleich in den Sand setzen obwohl die Verzweiflung manchmal doch echt groß ist...

Hoffe es wird bald bei uns wieder besser!

Sonnige Grüße aus NRW