Nur noch 35 Kilo-Wie kann ich meiner Mam helfen???

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von emilene75 15.03.11 - 21:42 Uhr

Guten Abend!

Möcht euch heut mal meine Geschichte erzählen, da es mich so langsam echt zermürbt. Es geht um meine Mam.

Sie ist 61 Jahre alt und wiegt noch knappe 35 Kilo #augen
Sie war noch nie dick aber die letzten 5 Jahre hat sie massiv abgebaut. Erst hatte ich es auf die Umstellung geschoben, da mein Papa vor 5 Jahren in Vorruhestand gegangen ist. Dann hatten sie ne Ehekrise, die immer noch nicht beendet ist.
Nach vielen Krankenhausaufenthalten bei denen jegliche körperliche Ursache ausgeschlossen wurde, war sie dann letztes Jahr in Kur, von Februar bis August. Sie hatte dann 42 Kilo. Danach hat es auch ne Weile gut geklappt und jetzt will sie wieder nix essen oder sie isst 3 Löffel Cornflakes zu Mittag!!!

Dazu kommt das sie raucht (seit 30 Jahren) nun haben die auf der Kur auch Lungentests gemacht und festgestellt das sie ne neue Lunge braucht, sonst hat sie noch 2 Jahre! Diese bekommt sie aber nur wenn sie aufhört, das tut sie aber nicht.

Ich hab schon länger das Gefühl das sie gar nicht will, das sie Selbstmord auf Raten betreibt. Ich/wir wissen das es n psychisches Problem ist aber haben keine Lösung nicht mal ne Idee!
Die Ärzte auf der Kur sagten mir auf massive Nachfrage das sie wollen das die Patienten ihren Angehörigen selbst mitteilen was ihnen fehlt. Und ich hatte die Patientenfreigabe!!!#aerger

Was soll ich den tun? Meine Mam sagt nix selbst das mit der Lunge hab ich nur erfahren, weil der Brief aus Versehen an unsere Adresse geschickt wurde und nicht ins Kurhaus!
Habt ihr mir n Tip? Ich kann dich nicht zu schauen wie sie sich zu Grunde richtet, aber ich kann sie weder zum Essen noch zum Rauchstop zwingen.

die verzweifelte emilene

Beitrag von xyz74 15.03.11 - 22:20 Uhr

Wenn gute Worte nichts helfen, helfen manchmal "böse" Taten.
Geh mit ihr zum Bestatter und lass sie ihre Beerdigung organisieren (Sarg, Grabstein aussuchen etc. )
Lass Sie Abschiedsbriefe für die Enkel verfassen, damit diese Erinnerungen an die Oma haben.
Vielleicht wird ihr dann klar was sie verliert.

Beitrag von emilene75 15.03.11 - 23:26 Uhr

He das ist echt krass aber wahrscheinlich hast recht!
Hatte mir au schon überlegt ob der sprichwörtliche Schuh im A.... die bessere Lösung ist wie der Samthandschuh
Da ich aber festgetsellt hab, das mit Druck gar nix geht wollt ich eben den Doc fragen.

Aber deine Lösung ist auch ne Idee! So hart es sich liest und auch ist ich glaub das versuch ich

Danke auf jeden Fall

Beitrag von gaia1976 16.03.11 - 00:31 Uhr

Kann es sein, dass Deine Mutter magersüchtig ist?

Das Essverhalten und auch das Rauchen nach solch einer Diagnose sind nicht "normal", denoch handelt es sich um SuchtERKRANKUNGEN.

Aus diesem Kreis kann sie nicht raus, sie wird einerseits wissen, was auf dem Spiel steht, ist aber nicht in der Lage, rational zu handeln.

Mit ihr zum Bestatter zu gehen, halte ich für die schlechteste Idee überhaupt, denn das kann auch komplett nach hinten losgehen.
Was Deine Mutter wahrscheinlich braucht, ist Selbstwertgefühl und das Gefühl, gebraucht zu werden. Lade sie zu Dir ein, kocht und esst gemeinsam, unternehmt etwas, lenk sie ab von dem, was ihr nicht gut tut. Aber lass sie keinen Sarg aussuchen! Stell Dir vor, Dein Verhalten passt jemadem nicht und Du sollst Deine eigene Beerdigung planen, möchtest Du das?
Wenn Du glaubst, dass sie sich zu Tode hungert (welchen BMI hat sie), kannst Du sie notfalls zwangseinweisen lassen, aber auch da wäre ich vorsichtig.

Deine Mutter ist krank, nicht bösartig!
Du kannst Dir auch einen Termin bei Ihrem Arzt geben lassen und fragen, wie Du ihr helfen kannst.

Alles gute
Gaia

Beitrag von gg82abt 16.03.11 - 08:17 Uhr

Hi,

also die Idee mit dem Bestatter find ich gar net gut.

Es hört sich an als wäre deine Mutter Magersüchtig und normalerweise kann der Hausarzt sie bei einem Gewicht von 35kg Zwangseinweisen und Zwangsernähren lassen.
Das weis ich daher weil meine beste Freundin auch ständig am Untergewicht hängt und der Hausarzt sie am liebsten Einweisen würde zu ihrem eigenen Schutz. Aber das kann er erst wenn ein bestimmtes Gewicht erreicht wurde.

Setz dich mit dem Hausarzt deiner Mutter in Verbindung und schildere die Lage nur er kann was machen.
Zudem gehört deine Mutter ist Psychatrische Behandlung auch wegen der Ehekrise die sicher Hauptschuldig ist an der Misere.

Alles Gute

Beitrag von bruchetta 16.03.11 - 11:53 Uhr

Ich hoffe, sie hat einen guten Hausarzt!

Sprich mit dem, denn er hat eine andere Stellung als Du als "Kind".

Beitrag von lisboeta 16.03.11 - 12:20 Uhr

Hallo Emilene,

ich denke, dass sie hochgradig Magersüchtig ist. Ich würde mit ihrem Hausarzt sprechen und sie zur Not ins krankenhaus Zwangseinliefern lassen. Ich würde deiner Mutter auf den Kopf zu sagen, dass sie magersüchtig ist.

Lg
lisboeta

Beitrag von victorias 16.03.11 - 23:11 Uhr

Das Problem ist folgendes, solange ein Mensch nicht aus eigenem Wunsch eine Veränderung möchte egal mit welcher Erkrankung er zu kämpfen hat - solange wird es ein ewiger Kampf für alle Mitmenschen....und dem Menschen selbst.
...Deine Mutter bräuchte eine Motivation - etwas was sich für sie lohnt was ihr Antrieb und Lebensfreude wieder schenkt! Nur woher soll man wissen was genau das ist?! Überhaupt wenn sie nicht spricht.....das ist ein Teufelskreis.
Hast du sie schon mal ernsthaft gefragt was sie sich für ihr Leben noch wünschen würde? Ihre Träume und Sehnsüchte - egal wie verrückt und fern die sind?! Habt ihr versucht herauszufinden was für sie ganz besonders ist - oder kennt ihr etwas was ihr Freude bringt....ich würde besonders an diesen Dingen festhalten!

Ich weiß nicht wie man es als "Mitmensch" schaffen kann....ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sprechen, ich war ca. 8 Jahre lang "Borderliner" - für mich hatte nichts Sinn in dieser Zeit...
Dann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen mit dem ich mittlerweile knapp 6 Jahre zusammen bin. Ich weiß nicht genau wie oder was es war, aber er gab mir den Rückhalt und die Sicherheit und es kam mit Zeit der Wunsch auf etwas zu ändern. Und es hat sich was geändert. (Natürlich auch mit Hilfe von Therapie)
Ich bin seit ca. 2,5Jahren so glücklich wie nie zuvor und würde mein Leben gegen keines auf der Welt eintauschen. Ich habe die Lebensfreude neu entdeckt und werde sie auch sicher nie wieder "hergeben" =)

Ich hoffe ihr findet einen Weg und wünsche euch alles Gute, es ist bestimmt schwer mit einem "kranken" Menschen zu "leben" - kann es ja nur aus der einen Perspektive sagen....

Ganz Liebe Grüße
Victoria