Länger als 12 Monate voll stillen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von 11yvonne22 17.03.11 - 11:36 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich war vor kurzem mit meinem Kleinen bei der U6. Alles bestens...nur als ich erzählte, dass mein Bengel die Beikost verweigert, war der Arzt ein wenig ungehalten. Ich soll ihn jetzt entwöhnen, so dass er zumindest 2-3 Mahlzeiten am Tag isst und nur noch morgens und abends gestillt wird.
Ich habe auch meine Hebamme dazu befragt... sie sieht das auch so, obwohl sie bisher immer für das Stillen war. Aber, so sagt sie, mit 12 Monaten sei es an der Zeit "richtig" zu essen wegen der Spurenelemente und dem Eisen.
Ich soll nun also meinen Mann oder meine Mutter fragen, ob sie 2 Tage den Kleinen allein nehmen (ich soll nur morgens stillen, dann weggehen und abends wiederkommen um dann wieder zu stillen). Er soll in der Zeit lernen, dass man essen muss, um satt zu werden und dass die Brust mehr zum Kuscheln und Nuckeln ist.
Ich versuche seit 5 Monaten ihm Beikost anzugewöhnen, aber für ihn ist das nur Spielerei. Er nimmt mal 2-3 Löffelchen Obstbrei, mal ein bisschen Joghurt, mal knabbert er am Brot, aber essen ist das nicht und steigern tut er die Menge ebenfalls nicht. Manchmal will er wieder tagelgang gar nichts essen.
Mir tut es in der Seele weh, ihm die Brust zu entziehen :-( Allerdings muss es ja irgendwann sein...

Hat jemand von Euch ähnliches erlebt? Und wie seit ihr damit umgegangen? Habt ihr vielleicht andere Tipps?

Lieben Dank für Eure Hilfe & Antworten!

Liebe Grüße

Yvonne

Beitrag von sarahjane 17.03.11 - 11:59 Uhr

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Beitrag von 11yvonne22 17.03.11 - 12:09 Uhr

Ja, er sitzt bei jeder unserer Mahlzeiten in seinem Hochstuhl mit am Tisch und ich biete ihm dann auch Essen von meinem Teller an. Vorausgesetzt es ist möglich... also Kartoffelpü, gegarte Möhrchen o.ä.
Unverträglichkeiten sind durch Bluttest ausgeschlossen, Reflux nicht... wird aber auch nicht vermutet.
Ich sehe leider auch nur den einen Weg ihm feste Kost schmackhaft zu machen: nämlich ihm tatsächlich so lange die Brust zu verweigern, bis er isst. Wie soll es sonst klappen? Wenn er richtig hunger hat und ich ihm dann Brei geben will haut er mir gleich alles aus der Hand. Konsequent ist dann doch nur nach meinetwegen 15 Minuten wieder Essen anzubieten und nicht die Brust...

Beitrag von jumarie1982 17.03.11 - 12:52 Uhr

Das ist mal wieder absoluter Blödsinn!

Ich kenne zu Hauf Kinder, die mit knapp einem Jahr gerade mal homöopathische Mengen Beikost gegessen haben. Mal einen viertel Apfel hier, mal 2 Trauben dort, mal 2 Bissen Brot. Sonst Muttermilch.
Meiner war auch so.
Besser wurde es mit circa 18 Monaten, aber auch heute noch, mit 22 Monaten gibt es Tage, an denen er deutlich mehr stillt, als isst. Und das darf er natürlich!

Kinder holen sich, was sie brauchen.

Und solange sie mit Milch zufrieden sind und sich weiter normal entwickeln, ist der Gedanke, dass daran etwas falsch ist, total daneben!

Bitte hör doch endlich auf solchen Mist in die Welt zu schreiben.

Für diesen Beitrag gibt es mal wieder gern einen blauen Stift von mir!

Beitrag von lilly7686 17.03.11 - 12:14 Uhr

Hallo!

Also erst mal ist es keine Tragödie, wenn dein Kleiner noch nichts isst. Wenn doch alles bestens ist, er gesund ist und es ihm gut geht, warum sollte es dann soooo schlimm sein, dass er noch nicht isst?
Anstatt froh zu sein, dass er sich so toll entwickelt.... Ich verstehe hier weder Hebamme noch Arzt :-(

Dein Sohn wird irgendwann essen. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer! Jedes Kind wird irgendwann essen!
Und wenn du ihm jetzt Druck machst und so vorgehst, wie dir empfohlen wurde, dann ruinierst du ihm die Lust. Dann wird dein Kleiner möglicherweise nie gern essen.
Tu ihm das bitte nicht an.

Mein Tipp wäre: biete Fingerfood an. Es gibt einige Kinder, die nicht gefüttert werden wollen.
Biete deinem Kleinen bei jeder eurer Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen, sowie Zwischenmahlzeiten) etwas Fingerfood an.
Leg ihm zwei oder drei Stücke hin und lass ihn das Essen genau erkunden, damit spielen. Er wird das Zeug zermatschen, ablutschen, ausspucken, verteilen... Und irgendwann wird auch mal etwas davon in seinem Magen landen ;-)
Ich garantiere dir, dass dein Sohn irgendwann isst. Wann das sein wird, sollte er aber selbst entscheiden dürfen.

Du schreibst, dass es dir weh tut, ihm die Brust entziehen zu müssen. Dann tu es nicht! Das, was dir weh tut, ist dein Mutterinstinkt, der dir sagt, dass dein Sohn wahrscheinlich noch nicht so weit ist, zu essen.
Wichtig ist, dass du ihn am Familienessen teilhaben lässt und ihm etwas von eurem Essen anbietest.
Wenn du heut ne Lasagne machst, dann mach sie mit nur sehr wenig Salz und gib ihm ein bisschen was davon auf nen Teller oder sein Tablett, so eines beim Hochstuhl dabei ist. Lass ihn spielen!
Oder wenn du nen Faschierten Braten machst, gib ihm ein Stück davon hin.
Was auch immer du isst, lass ihn mitmachen.
Du wirst sehen, dass er irgendwann essen wird.

Aber mach das ohne Druck. Und bitte zwing ihn nicht, etwas zu essen, das er nicht möchte.

Übrigens: meine Kleine würde es vermutlich auch schaffen, den ganzen Tag nichts zu essen oder trinken, wenn ich nicht da bin ;-)
Letzte Woche war sie 6 Stunden mit Papa alleine. Ich hab extra Milch abgepumpt. Die wollte sie weder ausm Becher noch aus ner Flasche. Sie aß auch die sonst so geliebten Gnocchi nicht. Genauso wenig die Banane, die sie sonst gerne verdrückt.
Ich bin mir ziemlich sicher, würde ich sie mal nen ganzen Tag lang alleine lassen, dann würde sie es auch schaffen, den ganzen Tag lang zu fasten.
Was ich von den 6 Stunden hatte, war, dass Madame sich dann die ganze Nacht an meiner Brust festgesaugt hatte.

Lg

Beitrag von binecz 17.03.11 - 12:19 Uhr

#kratz#kratz#kratz
Also vorneweg, ich bin KEIN Arzt, aber ich würde mich im Netz noch einmal informieren.
Denn wenn ich dich richtig verstanden habe ist dein Kind richtig entwickelt und der Arzt ist nur auf das Vollstillen aufmerksam geworden als du es ihm gesagt hast.

Dein Mutterherz schreit NEIN, also lass es sein!
Ich schließe mich meiner Vorrednerin an, laß ihn selbst probieren. Vielleicht mag er kein KaPü vom Löffel, vielleicht mag er selbst was in die Hand nehmen und knuspern. Ich kann mir aber nicht vorstellen dass er langfristig nichts anderes als Brust annimmt und du ihn noch die nächsten Jahre voll stillen musst.
Ich würde ihm auch noch bissl Zeit geben so fern er körperlich fit ist....

Beitrag von 440hz 17.03.11 - 12:39 Uhr

Meine Mittlere hat 11 Monate mehr oder weniger voll gestillt. Seitdem sie sechs Monate alt war habe ich ihr regelmäßig Beikost angeboten, aber sie wollte nicht.
Sie hat sobald sie sicher sitzen konnte mit am Familientisch gesessen und Fingerfood von unserem Essen bekommen (gedünstetes Gemüse, Nudeln, Kartoffeln, etc.). Die Sachen wurden in der Regel aber nur angelutscht und zermanscht, minikleine Portionen sind vielleicht auch im Kind gelandet. Zusätzlich durfte sie natürlich stillen.
Sie hat dann nach und nach immer mehr Beikost gegessen und sich um ihren zweiten Geburtstag abgestillt.
Ich würde deinem Kleinen solange er sich gut entwickelt Zeit lassen und ihm einfach immer Essen mitanbieten.
Ich habe auch schon von Kindern gehört, die nach langem Vollstillen Mangelerscheinungen hatten, die dann wohl wiederrum auch den Appetit auf Beikost bremsen. Dann lag aber in der Regel auch eine schlechte Gewichtszunahme und sonstige Entwicklung vor.
LG 440hz mit drei Zwergen (10/05+04/08+02/11)

Beitrag von berry26 17.03.11 - 12:51 Uhr

Hi,

ich kann mich den anderen eigentlich nur anschließen. Am besten weiß dein Kind selbst was es braucht und wenn es noch soviel stillen will ist das ok. Solange keine Mangelerscheinungen auftreten, was in diesem Fall wohl sehr unwarscheinlich wäre, würde ich Arzt und Hebamme reden lassen.

Probier es einfach immer wieder mit Fingerfood und lass IHN machen oder du versuchst es einfach mit genau dem was ihr auch gerade esst.
Irgendwann wird ihm die Milch nicht mehr reichen und er isst von ganz allein.;-)

LG

Judith

Beitrag von jumarie1982 17.03.11 - 12:54 Uhr

Huhu!

Ich kenne zu Hauf Kinder, die mit knapp einem Jahr gerade mal homöopathische Mengen Beikost gegessen haben. Mal einen viertel Apfel hier, mal 2 Trauben dort, mal 2 Bissen Brot. Sonst Muttermilch.
Meiner war auch so.
Besser wurde es mit circa 18 Monaten, aber auch heute noch, mit 22 Monaten gibt es Tage, an denen er deutlich mehr stillt, als isst. Und am nächsten Tag will er dann wieder nur zum Einschlafen stillen. Und das darf er natürlich!

Kinder holen sich, was sie brauchen.

Und solange sie mit Milch zufrieden sind und sich weiter normal entwickeln, ist der Gedanke, dass daran etwas falsch ist, total daneben!

Mach dir keinen Kopf #liebdrueck

LG
Jumarie

Beitrag von nisivogel2604 17.03.11 - 13:14 Uhr

Oh Gott. Mein armes verhungertes, mangelernährtes Kind.

Lioba ist 15 Monate und isst vielleicht 3 Esslöffel festes am Tag. Den Rest stillen wir.

Wenn es deinem Kind gut geht, dann mach einfach so weiter wie bisher. Was ist denn das für ein hirnloser Ratschlag, den die dir da geben?

Brustentzündung, Milchstau, schreiendes Kind... vorprogrammiert.

Richte dich nach deinem Gefühl und sag dem Kinderarzt nächstes mal: ich füttere so, wie es sich für uns richtig anfühlt und lasse mich auf keine Diskussion eín

lg

Beitrag von luci21 17.03.11 - 14:34 Uhr

Hallo !

Mach dir mal keine Sorgen, der Kleine fängt ganz allein an zu essen.

Meine Kleene ist jetzt 21 Monate alt und fängt seit 2 Wochen so langsam an etwas "handfestes" zu essen. Ansonsten wollte sie nur gestillt werden. Sogar im Kindergarten isst sie nix "vernünftiges" , sondern bekommt noch Milchfläschchen, bzw. knabbert mal ein bissl am Obst rum ... Meine Ki.ä. meinte, dass ist völlig in Ordnung solange sie keine Mangelerscheinungen zeigt und aufgeweckt und mobil ist !!!


Liebste Grüße
Luci + Milchmonster

Beitrag von cathrin84 17.03.11 - 15:25 Uhr

Hi,

mein Zwerg ist mittlerweile 15 Monate und er stillt noch mehr, als dass er etwas festes isst.

Seit Beginn der Beikost isst er nur wenig bis gar nicht und es wird auch nur schleichend mehr.

Ich denke, dass es vollkommen okay ist länger zu stillen und dass mit dem weggehen und Kind abgeben find ich völlig daneben. Ich glaube kaum, dass ein Kind in dem Alter dann den Zusammenhang erkennt. Das ist doch nur Quälerei für alle Beteiligten. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen.

Never change a running system!


Still weiter nach Bedarf, das Essen kommt irgendwann von ganz allein.

LG,
Cathrin

Beitrag von brautjungfer 17.03.11 - 15:26 Uhr

Hallo,

meiner Meinung nach wäre es das schlimmste was du deinem Kind antuen kannst ihm die Brust zu entziehen.
das ein Kind an Eisenmangel leidet wenn es zu lange vollgestillt wird ist ein Ammenmärchen. dein Kind füllt seinen Eisenspeicher durch die Muttermilch wieder auf. klar enthält Mumi wenig Eisen aber das kann dein Kind am Besten speichern.
Mein Kinderarzt sagte vor ein paar Wochen bei der U das man ein Kind ohne bedenken auch über das erste Jahr hinaus vollstillen kann. wenn es gut wächst und zunimmt kein Problem.
Bleib locker und vertrau deinem Kind. es weiß schon was gut für ihn ist.

lg

Beitrag von jackie-33 18.03.11 - 07:48 Uhr

Hi Yvonne,

genau das gleiche haben wir erlebt bei der Jahreskontrolle! Ich hab trotzdem weiter nach Bedarf gestillt. Mein Kleiner hat bis 14 Monate nur Spatzenportionen verdrückt und plötzlich hat er dann von sich aus mehr essen wollen - ganz ohne Druck! Und selbst wenn er mehr gegessen hat möchte er noch danach an die Brust :-D

Er isst aber an bestimmten Tagen immer noch wenig und dann wird er halt öfters gestillt, ich sehe wie gut es ihm damit geht!

Hab mal einen guten Tipp bekommen: Am besten dem Arzt nichts näheres erzählen, wieviel er isst ist eure Sache solange er zunimmt ;-)

Viel Spass!
Jackie mit Marc (15 Monate)