Wer entscheidet ob Normal- oder Sprachheilschule? NRW

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von luna3105 18.03.11 - 19:45 Uhr

Hallo!

Wer hat denn das letzte Wort ob sein Kind nun in eine Normale oder eine Sprachheilschule kommt? Ich kenne mich da nicht aus, habe schon gegoogelt aber nichts passendes gefunden#kratz.

Wir haben unser Kind in einer normalen Grundschule angemeldet und sind da auch aufgenommen!

Vielleicht kann einer weiter helfen, die Logopädin wusste es auch nicht!

LG Luna

Beitrag von ma2004 18.03.11 - 20:02 Uhr

Hallo!

Wenn ihr euer Kind in einer "normalen" Grundschule aufgenommen wurde, ist die Entscheidung doch schon gefallen.#kratz

Oder habe ich das falsch verstanden.

Gruß

Susanne

Beitrag von alexandra74 18.03.11 - 20:03 Uhr

Hallo,

Meine Zwillinge waren zwei Jahre auf einer Sprachheilschule.Wir mussten sie an unserer Grundschule ganz normal anmelden.Von dort aus wurde
ein Antrag gestellt ,das sie zur Sprachheilschule kommen.Ich habe es nie bereut ,das sie dorthin gegangen sind.Für die beiden war es das beste.Das gute ist,das sie von der Sprachheilschule ganz normal auf die Grundschule
wechseln konnten als sie soweit waren.Falls du noch fragen hast,einfach melden.Ach ja wir wohnen in NRW:

LG Alex

Beitrag von ilva08 18.03.11 - 21:56 Uhr

Rechtlich gesehen haben seit dem 15.12.2010 in NRW die Eltern das letzte Wort bei der Entscheidung über den Förderort:

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Inklusion_Gemeinsames_Lernen/Integrative_Lerngruppen_an_allgemeinen_Schulen_der_Sekundarstufe_I.pdf

Mein Rat: Sprich dich gut mit allen am Gutachten beteiligten Personen ab, damit ihr die beste Entscheidung für euer Kind treffen könnt.

Ich habe gerade ein Kind in der Klasse, das nach dem ersten Schuljahr von der Sprachheilschule rückgeschult wurde. Es macht sich sehr gut bei uns, wird auch keine Klasse wiederholen müssen.
Doch wir sind uns alle einig, dass das Jahr an der Förderschule sehr gut für dieses Kind war!

LG #winke

Beitrag von luna3105 18.03.11 - 22:53 Uhr

Danke für eure Antworten!

Also unser Kind war bei dem Schularzt und sie hatte auch die Sprache bemängelt soweit mein Mann mir das berichtet hat, lag leider im Krankenhaus. Nun hat der Schularzt Rücksprache mit Logopädin gehabt und beide sind der Meinung er wäre besser in der Schule aufgehoben!

Mein Mann ist strikt dagegen, er sieht das als Makel an für später!
Er musste damals auch zur Sprachheilschule in den 70ziger/80ziger Jahre und als er runter kam hatte er nur Probleme, Schüler, Unterrichtsstoff...

Ich bin nicht strikt dagegen habe meinen Mann auch schon angeboten sich doch mal die Schule an zu schauen aber ich rede vor eine Mauer irgendwie!
Logopädin kam auch nicht richtig durch bei ihm, ich denke dann muss es wirklich hart für ihn gewesen sein#kratz.

Hier in der normalen Grundschule die haben so ein Konzept, weiss leider nicht wie es heißt, da kann man die ersten 4 jahre nicht sitzen bleiben sagt euch das was? Mein Mann meinte das wäre gut, dann hat er falls er die 1. Klasse nicht schafft den Stoff auf alle Fälle schon mal und mit der Sprache das entwickelt sich ja immer weiter! Wir gehen 2 mal die Woche zur Logopädin!

Fragen über Fragen...

LG und schönen Abend Euch noch Luna

Beitrag von luka22 19.03.11 - 00:02 Uhr

"...da kann man die ersten 4 jahre nicht sitzen bleiben sagt euch das was? Mein Mann meinte das wäre gut, dann hat er falls er die 1. Klasse nicht schafft den Stoff auf alle Fälle schon mal und mit der Sprache das entwickelt sich ja immer weiter!"

Das verstehe ich nicht. Man kann nicht sitzen bleiben? #kratz Gerade in den den ersten 3 Jahren spricht man auch nicht vom "sitzen bleiben". Unser Schulleiter sagt immer die ersten drei Schuljahre können in 2-4 Jahren durchlaufen werden :-). Und wenn man nicht wiederholen kann, was machen dann Kinder, die mit dem Stoff nicht zurechtkommen oder sich als unreif herausstellen? Zumindest bei uns haben von 35 Kindern 3 Kinder die zweite Klasse wiederholt.
Ich würde mir an eurer Stelle gut überlegen, ob ihr eurem Kind einen Gefallen tut. Ich verstehe es ja. Man möchte sein Kind in einer "normalen" Schule wissen. "Förderschulen" haben leider immer noch einen sehr schlechten Ruf. Ich kann dir nur sagen, dass es ein Kind mit speziellem Förderbedarf sehr schwierig in unserem Schulsystem hat. Die Klassen sind meist groß, es liegt auf der Hand, dass sich der Lehrer nicht um spezielle Probleme kümmern kann. Mein Sohn hatte am Anfang der 2. Klasse sehr große Schwierigkeiten beim Schreiben. ICH war es, die zu Hause tagtäglich üben musste. Die Lehrerin ist zwar nett, aber eine schulische Förderung gibt es eben nicht. Eine Sprachheilschule hat da ganz andere Möglichkeiten: Es sind sehr kleine Klassen wo Profis am Werk sind, die für die Schwächen deines Sohnes ausgebildet sind. Das ist eine riesen Chance, die sich im normalen Schulalltag nicht bietet! WAs bringt es deinem Sohn sich irgendwie durch die Grundschulzeit zu mogeln und quälen (?), wenn ihm dann grundlegene Fähigkeiten fehlen? Natürlich würde ich abwägen, wie schwerwiegend die sprachlichen Beeinträchtigungen sind. Nicht immer ist eine besondere Beschulung erforderlich, aber man tut auch nicht gut daran, diese Möglichkeit kategorisch auszuschließen!

Grüße
Luka

Beitrag von saccy 19.03.11 - 07:43 Uhr

meine tochter bekommt auch logo und wird dieses jahr eingeschult. sie kommt in eine "normale" grundschule. bei ihr ist es aber nicht so schlimm mit der sprache. sie macht gramatikalische fehler.

sie sagt zb
das auto ist kaputt gegeht
gucken ob da ranzen mit delfin gibt und kaufen

sie spricht also worte falsch aus und bildet die sätze falsch. laut logo kann sie aber in eine normale grundschule gehen. wenn die log gesagt hätte das eine sprachheilschule besser wäre dann würde meine auch da hin gehen. ich sehe da kein problem drin. ich bin selber von der 1-6 klasse in einer sprachheilschule gegangen. ich hatte hinterher keine probleme gehabt und habe dann als abschluss den quallifizierten haubtschulabschluss gemacht. leider ging bei mir realschulabschluss nicht da ich mit keiner fremdsprache zurecht gekommen bin.

also melde ihn in einer sprachheilschule an. in einer grundschule könnte er untergehen und wechseln kann er ja immer noch auf eine grundschule.

Beitrag von manavgat 19.03.11 - 10:43 Uhr

Kinder haben ein Recht!!!!! auf Förderung in der Regelschule. Sollte das Schulamt Probleme machen, empfehle ich den Klageweg.

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 19.03.11 - 15:18 Uhr

...sprach die Leiterin eines Nachhilfeinstituts, die sich über fehlende Kundschaft nicht beklagen kann ;-).

Grüße
Luka

Beitrag von manavgat 19.03.11 - 16:34 Uhr

Das hat mit meinem Job überhaupt nichts zu tun. Allerdings sehe ich viel und schüttel oft den Kopf über die Borniertheit in unseren Ministerien.

Aussonderung ist ein deutscher Einzelweg, der von der OECD schon mehrfach - um genau zu sein - regelmässig kritisiert wird.

Würden wir aufhören, Schüler als Mangelwesen zu sehen, wäre vieles leichter.

Gruß

Manavgat

Beitrag von meringue 19.03.11 - 16:47 Uhr

Und wie hilft die OECD diesen Kindern, die per Inklusion auf eine Regelschule kommen und fortan mit zu geringen finanziellen Mitteln nicht genügend gefördert werden können?
Da hilft ihnen die Gleichstellung wenig. Sie SIND eben nicht gleich, sondern brauchen mehr! Und bekommen es so nicht.

Sagen viele Lehrer, die per Inklusion unterrichten müssen.

Beitrag von manavgat 19.03.11 - 16:55 Uhr

Und wie hilft die OECD diesen Kindern, die per Inklusion auf eine Regelschule kommen und fortan mit zu geringen finanziellen Mitteln nicht genügend gefördert werden können?



Das ist ja der Trick. Die Eltern müssten klagen, damit die Förderung ausreichend zur Verfügung gestellt wird. Nur mit dem Argument, dass wir besser aussondern, weil wir keine Mittel für die Inklusion zur Verfügung stellen wollen! wird das System der Sonderschule weiter gestärkt.

Wir haben Schulen für Kinder mit

Sprachproblemen

Sehbehinderung

Hörbehinderung

sonstige Körperbehinderung (wo ist hier der Grund - kann man nicht barrierefrei bauen, zum Kuckuck!?)

Hochbegabung

ADS

sonstige "Doofe", die einfach nicht ins System passen (Migranten, Kinder aus schwierigen Verhältnissen, Kinder mit Trauma, intelligenzgeminderte Kinder, sozial unangepasste usw.).

Was generieren wir in diesen Sonderschulen? Die Geringverdiener oder gleich die Arbeitslosen von morgen.

Hinzu kommt, dass wir durch diese frühe Selektion die Gesellschaft spalten. Der Otto-Normalbürger ist besonderen Menschen (altes Wort dafür: Behinderte) gegenüber völlig gehemmt, weil er keine kennt, niemals Berühung mit ihnen hat. Das ist doch ein Verlust!

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 19.03.11 - 22:19 Uhr

Du redest im Konjunktiv ;-).

Ansonsten bin ich ganz bei dir! Es wäre alles möglich. Es ist eben nur eine Frage des Menschenbildes/ Gesellschaftsbildes und des Geldes. Bei uns in Baden-Württemberg ist es ja noch ganz schlimm, was Selektion angeht. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.

Grüße
Luka

Beitrag von geli0178 19.03.11 - 18:39 Uhr

Hallo,

theoretisch habt Ihr als Eltern das letzte Wort, aber ich würde zum Wohle des Kindes entscheiden. Mein jüngster Sohn hat eine schwere Sprachstörung und wenn nicht ein Wunder geschieht wird er auch nicht auf eine reguläre Schule gehen können. Wir müssen uns also schon jetzt ein wenig damit beschäftigen was mit den kleinen Kerl passiert.
Die Sprachheilschulen sind (zumindest bei uns) reguläre Schulen mit einem extra Sprachförderteil. Die Klassen sind deutlich kleiner (15 Schüler) als in den meisten Grundschulen und wenn das Sprachdefizit aufgeholt ist, kann das Kind problemlos wieder in eine reguläre Grundschule gehen. Die Plätze sind bei uns begehrt und nicht jedes Kind was eine Sprachauffälligkeit hat muss in die Sprachheilschule gehen.
Der Werdegang ist bei uns so, das an der geplanten Grundschule ein Einschulungtest erfolgt. Mein großer Sohn kommt dieses Jahr auch zur Schule und was sprachlich dort abverlangt wird ist nicht wenig.
Wenn dort festgestellt wird das Defizite vorhanden sind, wird überlegt was für das Kind am besten ist. Dann wird ein Beratungsgespräch mit der alternativen Schule vereinbart und es findet bei uns ein Aufnahmetest statt. Bei unserer Sprachheilschule dauert das einen Tag und danach wird entschieden wie stark die Sprachstörung wirklich ist und was getan werden kann um das Defizit zu beheben. Wenn die Sprachstörung nicht zu arg ist, kann zumindest bei uns, das Kind auf eine reguläre Schule gehen und bekommt mehrmals die Woche an der regulären Grundschule Nachhilfe von einem Lehrer der Sprachheilschule. Sollte die Sprachstörung zu groß sein besucht das Kind solange die Sprachheilschule bis wieder umgeschult werden kann.

Die Entscheidung müsst Ihr treffen, jedoch finde ich die Variante erst Sprachheilschule und dann Umschulung auf normale Grundschule günstiger als umgekehrt. Ich sehe das bei meinem kleinen Sohn. Im Kindergarten kommt er mit den paar Wörtern noch mit, aber wenn ich mir vorstelle das der Bub in zwei Jahren mit dem Sprachvolumen in eine reguläre Grundschule kommt, dann ist zumindest (wenn nicht ein Wunder geschieht) die Entscheidung zu seinem Wohle getroffen. Denn nichts ist schlimmer wenn Dein Kind nicht mitkommt und die Schule keinen Spaß mehr macht.

Viele Grüße

Geli