Selbstmord, er lässt eine Frau und zwei Kinder da

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von mamacova 19.03.11 - 17:37 Uhr

WARUM?

Ich bin total erschüttert, baff, fassungslos, ratlos, keine Ahnung. Mir ist nur schlecht.

Mein Schwager hat sich gestern abend das Leben genommen, aber warum?

Klar das kann mir hier keiner sagen, ich weiß sie haben sich oft gestritten es ging immer ums Geld, Geld, Geld bzw. das Haus wo er geerbt hat, mit einem Haufen Schulden.

Gestern Abend haben sie sich wieder gestritten, er hat es nicht verstanden, meinte sie liebe ihn nicht mehr. Wie es bei denen oft so war, ist er dann gegangen. Diesmal sagte er "Dann kann ich ja gehen" und ging.


Er ging in die Scheune und sie hat es in der Küche gehört. Wie schrecklich, wie in einem schlechten Film. Kurz drauf litt unser Telefon, meine Schwiegermutter und mein Mann sind sofort rüber gefahren. Da war auch schon der Sanka und die Kripo vor Ort.

Ich bin immer noch geschockt, was geht in einem Menschen vor, der sich das Leben nimmt? Er hat doch zwei Töchter 9J und 6J.

Wie kann ich ihr jetzt nur helfen? Außer da sein?
Sie kann nicht mal die Beerdigung zahlen, hat ein hoch verschuldetes Haus, das ganze Leben muss sich neu orientieren.

Vielleicht wollte ich es nur mal loswerden, daher musste ich es einfach tippen.

Tut mir leid

Beitrag von manavgat 19.03.11 - 17:50 Uhr

was in so jemandem vorgeht?


Vermutlich wollte er seine Frau bestrafen: Du wirst schon sehen, was Du davon hast.

An die Kinder hat er wohl nicht gedacht.


Was soll man dazu sagen?


Gruß

Manavgat

Beitrag von schnuffel0704 19.03.11 - 19:34 Uhr

Oh mann, das ist krass.

Was soll man dazu sagen, erstmal mein Beileid.
Vor allem für deine Schwester und die Kinder aber natürlich auch für den Rest der Familie.

Man kann sich in solche Menschen glaube ich nie hineinversetzen.
Ich glaube diese Menschen machen sich in dem Moment keine Gedanken um seine Umwelt.

Was ich jetzt schreibe klingt vielleicht hart und ich werde bestimmt gleich an den "Pranger" gestellt, aber ich finde diese Menschen sind einfach nur feige.
Sie sind zu feige sich mit dem Leben und den Problemen auseinander zu setzen.
Mutiger ist es sich mit den Sachen auseinander zu setzen und zu kämpfen.

T´schuldigung bin vom Thema abgekommen.
Für deine Schwester wird es ganz schwer werden aber auch für deine Nichten, sei für sie da, versuche sie zu unterstützen wo immer du kannst.

Ich wünsche euch allen viel Kraft

Tanja

Beitrag von gaia1976 19.03.11 - 20:23 Uhr

Na, ich denke nicht, dass Menschen, die Selbstmord begehen feige sind.
Sie sind einfach krank, und genau das ist auch der Grund, warum man sie nur sehr schlecht bis garnicht von ihrem Vorhaben abbringen kann.
Wahrscheinlich haben diesen Menschen schlimmste Ängste und / oder Depressionen geplagt, da von Feigheit zu sprechen, finde ich traurig. An den Pranger stellen möchte ich Dich trotzdem nicht, denn das, was Du sagst, scheint vordergründig richtig zu sein. Wenn es Dich interessiert, beschäftige Dich mal mit diesem Krankheitsbild.

LG
Gaia

Beitrag von chaosotto0807 19.03.11 - 20:39 Uhr

das war genau men gedanke....dass er vielleicht krank gewesen ist....mit feige hat so ein selbstmord sicher nichts zu tun....sondern ich denke es ist eher eine verzweiflungstat.

LG

Beitrag von schnuffel0704 19.03.11 - 21:10 Uhr

Vielleicht habt ihr Recht, aber so sehe ich das nuneinmal.
Ich sage ja nicht das er nicht verzwifelt oder am Ende war, ich wollte damit
nur sagen das ich es einfach nicht nachvollziehen kann warum man nicht
versucht das mit Hilfe seiner Familie und Freunden zu lösen.

Ich glaube einfach immer noch das es für alles eine Lösung gibt und so ein
Ausweg nicht sein muß.

Für alle die das falsch aufgefaßt haben tut es mir leid.

Tanja

Beitrag von syldine 19.03.11 - 21:52 Uhr

Ich möchte mich nur ganz kurz zu dem Thema äußern - grundsätzlich würde ich dir zustimmen, was die Sache mit "feige" betrifft. Aber: mein Cousin hat versucht, sich aufzuhängen. Zum Glück hat meine Tante ihn rechtzeitige gefunden und so konnte er gerettet werden.
Bei Gesprächen im nachhinein äußerte er sich dahin, dass er sich überhaupt nicht daran erinnern kann, warum und dass er sich umbringen wollte - hatte totalen Blackout in dem Augenblick. Zudem sagt er noch heute, dass er weder vorher noch nachher jemals wieder einen Gedanken an Selbstmord verschwendet hätte.
Ich kann mir vorstellen, dass bei vielen Selbstmördern einfach wirklich im Gehirn plötzlich was ausschaltet und dass sie dann das tun, was sie sonst nie tun würden.

Beitrag von cinderella2008 22.03.11 - 14:11 Uhr

So denkt ein (psychisch) gesunder Mensch. In meinen Augen sind aber Menschen, die Suizid begehen psychisch nicht gesund. Sie haben Probleme (z.B. Depressionen), von denen ihre Umwelt in vielen Fällen nichts mitbekommt.

Beitrag von xbienchenx 21.03.11 - 10:13 Uhr

Menschen die sich das Leben nehmen, sind meißtens depessiv. Weisst du was das bedeutet? Sie sind krank. Und daher kann man diesen Schritt nicht unbedingt als Feige bezeichen. Sie haben in ihren Augen schon genug gekämpft-aussichtslos! Und aus diesem Grunde geben sie auf.
Und diesen Weg dann zu gehen, finde ich nicht feige. Denn sich umzubringen, ist sicherlich nicht einfach.

Mein Vater hat sich damals auch das Leben genommen, weil er Krebs hatte und wusste das er sterben muss. Ich fand den Schritt von ihm sehr mutig, denn so musste er diese grauenvollen Qualen, die noch gekommen wären, nicht mitmachen.

Für die Hinterbliebenen ist es immer schlimm, aber auch wir Hinterbliebenen überstehen das!

Beitrag von kris86 19.03.11 - 20:39 Uhr

Erstmal mein Beileid und eine #kerze für deinen Schwager!

Was in ihm vorging? Er war wahrscheinlich krank und niemand hat es gemerkt! Er wird sich gedacht haben, ohne ihn geht es deiner Schwester(?) besser.

Die meisten Leute, die sich das Leben nehmen denken nicht an die Hinterbliebenen. Sie sind meist wirklich krank und können überhaupt nicht so weit denken, dass ihre Familie sie schrecklich vermissen wird.

Vielleicht war es auch nur eine Kurzschlussreaktion.

Das kann dir aber niemand sagen, außer ihm selbst.

Ich wünsch euch viel Kraft und alles Liebe#klee

Beitrag von chaosotto0807 19.03.11 - 20:40 Uhr

mein beileid #kerze und ganz viel kraft für dich und deine familie #herzlich#liebdrueck

Beitrag von sally1409 19.03.11 - 21:28 Uhr

Mein Beileid für dich und deine Schwester und Kinder

#kerze

Mein Mann hat sich vor 2 Jahren das Leben genommen er war psychisch krank ( ausgebrochen nur 6 Monate zuvor) Er sagte oft dass er sich das Leben nimmt und ich wusste auch dass es irgendwann soweit sein würde.

Was deinen Schwager angeht ob er Krank war kann ich nicht sagen auf jeden fall war er zu dieser Zeit verzweifelt und sah keinen anderen Ausweg aus der Situation.

Ich denke es war eine Kurzschlussreaktion. Mein Mann z.B. hat einen Brief hinterlassen wo er beschrieb dass es uns dann besser gehen wird.

Vielleicht hat dein Schwager das auch gedacht oder er wollte einfach nur aus dieser Situation ( Streit Finanzieller Engpass ...) raus.

Man kann sich in so einen Menschen nicht hineinversetzen. Zumindest in dem Moment leben Sie in einer anderen Welt.

Wie du deiner Schwester helfen kannst. Sei einfach da wenn sie es braucht. Und akzeptieren wenn sie keine Hilfe will. Was z.B.gut ist,nimm Ihr die Kinder ab damit sie Behördengänge in Ruhe erledigen kann, und einfach Zeit hat für sich ( was sie in der Zeit mach ganz egal)

Sie muss Ihr leben neu Ordnen, Muss entscheiden was mit dem Haus passieren soll. Sie wird sehr viel die nächsten Monate zu tun haben.
Wegen der Finanziellen Situation : Sie kann sicherlich die Tilgung fürs Haus aussetzen und die beerdigungskosten kann man in raten Zahlen.
Einfach mit den keuten reden. (Info Beerdigungskosten können von der Steuer abgesetzt werden)

Was für mich wichtig war, Sucht euch für die Beerdigung einen Pastor der damit umgehen kann, ich denke es wird sicherlich viel geredet werden im ort ( so war es hier) und unser Pastor ist auf das Thema eingegangen und hat nichts " vertuscht" was mir sehr wichtig war.

Was ich auch noch für wichtig erachte. Die kinder müssen sich damit auseinandersetzen dass der Vater sich das leben genommen hat. Und wenn sie Fragen haben Ehrlich Antworten darauf geben.

Ich hoffe bei euch war ein Kriseninterventionsteam wenn nicht, ruft beim Roten Kreuz oder wo auch immer an und die sollen euch jemanden schicken.Diese Teams sind speziell ausgebildet für die direkte Psychologische betreuung nach einem Suizid

Viel Kraft für die nächste Zeit

Beitrag von selma1975 20.03.11 - 18:33 Uhr

hallo,
unserer familie geht es zur zeit genauso.
mein schwager hat sich vor knapp 2 wochen das leben genommen,sein sohn ist fast 10,die tochter 4,5 jahre alt,schick dir 'ne pn.
lg selma

Beitrag von mamacova 21.03.11 - 12:29 Uhr

DANKE.

Auch an all die anderen, die geantwortet haben.
Ich denke immernoch sehr viel darüber nach, aber werde nie eine Antwort bekommen.

Wir werden das schon schaffen

Beitrag von sally1409 21.03.11 - 16:30 Uhr

Was ein Tolles Forum ist für Angehörige

http://www.agus-selbsthilfe.de/

Mir hat es geholfen sich mit gleichgesinnten auszutauschen.

Ich war lange auf der Suche jemadnen zu finden der auch so etwas erlebt hat, da man einfach anderster schreiben kann, wenn man weiß dass jemand auch soetwas erlebt hat