Lohnsteuerklasse 3/5 oder 4/4

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Beitrag von fjfjf 22.03.11 - 08:37 Uhr

Guten morgen zusammen,

ich hoffe mir kann hier jemand helfen.

Also mein Mann und ich haben haben letztes Jahr im August geheiratet unsere gemeinsame Tochter ist 2,5 Jahre und ich bin nun in der 23 Woche schwanger.

Nun zu meiner Frage, momentan haben wir die Steuerklase 4/4 aber da ich ja ab April zuhause bin und ab September wieder in Elternzeit und nicht mehr arbeiten gehe haben wir uns überlegt, ob wir nicht dann die Steuerklasse auf 3/5 wechseln. Vorher hats sich nicht rentiert, da mein Mann und ich fast gleich viel verdient haben.
Meine bedenken liegen nun halt darin, wenn wir dann nächstes Jahr den Lohnsteuerausgleich machen, müssen wir dann viel zurück zahlen, wäre es also dann nicht doch besser bei 4/4 zu bleiben und halt monatlich nicht mehr zu haben?

Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.

Ganz viele liebe Grüße
Isabel
Ich hoffe ich habe mich vers

Beitrag von demy 22.03.11 - 09:03 Uhr

Hallo,
da müsst ihr euch hinsetzen und rechnen!

Nachzahlen muss man ja nur, wenn man über das Jahr gesehen zuwenig Steuern gezahlt hat, was bei Steuerklasse 3 recht schnell passieren kann.

Seid ihr aber auch gleichzeitig in der Lage, bei der Steuererklärung durch absetzen von Aufwendungen, euer steuerpflichtiges Einkommen stark zu reduzieren, dann muss eventuell nicht nachgezahlt werden.

Beachte auch bei euren Berechnungen, dass du Elterngeld beziehst und dieses eure Steuerlast durch den Progressionsvorbehalt erhöht.

Gruß
Demy

Beitrag von kati543 22.03.11 - 09:06 Uhr

"Vorher hats sich nicht rentiert, da mein Mann und ich fast gleich viel verdient haben. "
Doch, vorher hätte es sich rentiert. Aber da habt ihr wahrscheinlich nicht so weit gedacht ;-)
Das Elterngeld wird nach dem Netto berechnet: Du hättest sofort nach Bekanntwerden der SS in die 3 wechseln müssen. Dadurch wird dein Elterngeld höher. Wenn du jetzt in die 5 wechselst, dann kürzt du dein Elterngeld. Also warte jetzt lieber noch bis zum Mutterschutz. 2 mal im Jahr wechseln darfst du nicht, also bleibt dir jetzt nur noch das Abwarten bis zum Muschu. Ansonsten ist das Gemauschel mit der Steuerklasse egal. Durch das ELterngeld wird ohnehin eine Nachzahlung kommen - falls ihr das nicht irgendwie durch andere absetzbare Sachen ausgleichen könnt. Nur laß deinen Mann doch lieber dann in die 3 wechseln und ihr legt monatlich Geld zurück (und bekommt noch Zinsen drauf) als dass ihr dem FA was schenkt.

Beitrag von nicci-81 22.03.11 - 09:33 Uhr

Guten Morgen Isabell!

Da keiner von uns "Eure Zahlen" genau kennt, kann man natürlich nicht genau sagen, was für euch letztendlich die günstigere Variante ist. Das müsstet ihr euch individuell ausrechnen/ausrechnen lassen. Fakt ist jedenfalls eins: das Finanzamt hat nichts zu verschenken, will sagen, ihr zahlt auf jeden Fall die Steuern, die ihr auch zahlen müsst, egal ob in 3/5 oder 4/4. Es wird lediglich über's Jahr anders aufgeteilt.

Mein Mann und ich sind während meiner Schwangerschaft und auch danach bewusst in 4/4 geblieben. Klar hätten wir im Monat bei einem Wechsel mehr Geld zur Verfügung gehabt, das wir letztendlich zur Seite gelegt hätten, für den Fall einer Nachzahlung. Also eigentlich kein wirklicher Geldvorteil für uns. Bei den Steuerklassen 3/5 muss halt bedacht werden, dass, vermutlich deinem Mann, zwar mehr Geld "gelassen wird", bei der Zusammenveranlagung hinterher aber oftmals festgestellt wird, dass es zu viel Geld war und demnach zu wenig
Steuern gezahlt wurden. Es sei denn, wie hier schon im Vorpost erwähnt wurde, ihr könnt so viel geltend machen, dass eurer zu versteuerndes Einkommen deutlich gesenkt wird. Bei den Steuerklassen 4/4 werdet ihr im Monat fast wie in 1 besteuert, wobei hinterher vom Finaznamt "festgestellt wird: oh, verheiratet, x Kinder = zu viele Steuern gezahlt (grob gesagt).

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, die mir gezeigt hat, dass die Paare, die ich kenne, mit 3/5 immer nachzahlen mussten. Die in 4/4 hingegen immer was zurückbekommen haben. Und in den Jahren, in denen Elternzeit, Arbeitslosigkeit etc. dazukamen, die Rückerstattungen immer deutlich höher waren, als in "normalen" Jahren. So war es bei uns auch und ich persönlich würde es daher immer wieder so machen, in 4/4 zu bleiben. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich nach 1 Jahr wieder arbeiten gegangen bin und wir dann sowieso wieder in 4/4 gewechselt hätten. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße
Nicole

Beitrag von kati543 22.03.11 - 12:23 Uhr

"Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, die mir gezeigt hat, dass die Paare, die ich kenne, mit 3/5 immer nachzahlen mussten."
Die Kombi 3/5 ist ja für eine Nachzahlung ausgelegt. Allerdings muß ich wirklich sagen, wenn jemand die 3/5 wählt und nicht so viel anerkennen lassen kann, dass er wieder was raus bekommt, dann sollte er sich vielleicht mal etwas mehr mit der Materie beschäftigen. Es gibt genügend Bücher für Laien, was man alles in der Steuererklärung geltend machen kann - vieles auch ohne Nachweis. Mein Mann und ich haben die 3/5 und mussten noch nie Steuern nachzahlen. Vielmehr bekommen wir immer einen 4-stelligen Betrag wieder - auch während der Elternzeit.

Beitrag von wemauchimmer 22.03.11 - 10:22 Uhr

Hallo Isabel,
für mich ist es immer wieder unverständlich, warum so viele Leute vor einer eventuellen (kleinen) Nachzahlung so einen Riesenhorror haben. Es zählt doch nur, daß am Ende genau dieselbe Steuerlast steht, egal wie hoch die Abschläge (Steuerklasse) waren. Und letztendlich geht es bei 3/5 um einen Zinsvorteil für Euch.
Wenn Du bei Beginn des Mutterschutz in die 5 gehst, habt Ihr mit Elterngeld und weiterem Kindergeld nachher praktisch dasselbe Nettoeinkommen wie vor der Geburt, als Du arbeiten warst. Das ist doch dann eine ganz entspannte Situation. Du kannst dann leicht auch ein bisschen was zurücklegen, wenn Du eine Nachzahlung befürchtest.
Aber so pauschal kann man es sowieso gar nicht sagen, daß eine fällig wird. Nach dem 1. Elterngeld hatten wir z.B. eine Nachzahlung im zweistelligen Bereich. Kein Grund für schlaflose Nächte.
LG

Beitrag von blahblah 22.03.11 - 11:34 Uhr

Die Nachzahlung ist oft nicht das Problem, sondern eher die Vorrauszahlungen die das FA dann gern haben will.

Und um das zu vermeiden würde ich immer die 4/4 vorziehen! Zinsen sind eh gen 0 und lohnen sich nicht wirklich...

LG
die#bla

Beitrag von kati543 22.03.11 - 12:25 Uhr

Das FA will keine Vorauszahlungen, wenn der Unterschied nicht enorm war. Und das FA läßt sich durchaus auch eine Begründung geben, warum es eben zur Nachzahlung kam. Elterngeld gibt es ja nun nicht ewig und wenn es deswegen zur Nachzahlung kam, dann kann man das damit begründen und fertig. Da zahlt man im nächsten Jahr auch nichts im Voraus.

Beitrag von nicci-81 22.03.11 - 11:50 Uhr

Hm, also ich persönlich betrachte einen Betrag von 1.700 EUR nicht als "kleine" Nachzahlung (mussten Freunde von uns nachzahlen). Das ist für mich schon eine ordentliche Summe. Mir für meinen Teil fällt es leichter im Monat auf sagen wir mal 100 EUR zu verzichten und am Ende was wieder zu bekommen als hinterher Nachzahlen zu müssen. Selbstverständlich auch unter der Berücksichtigung evtl. dann die erwähnten Vorauszahlungen leisten zu müssen, die zu den normalen monatlichen Steuerzahlungen noch "on top" kommen. Mich lässt die Sicherheit, wenn auch nichts zurück zu bekommen aber auch nichts nachzahlen zu müsen, deutlich ruhiger Schlafen, als die Ungewissheit, wie hoch eine evtl. Nachzahlung sein könnte.

Aber das liegt ja auch immer "im Auge des Betrachters" und ist sicher auch von Fall zu Fall unterschiedlich.

Lg, Nicole

Beitrag von wemauchimmer 22.03.11 - 12:46 Uhr

Für meine Begriffe ist das aber ein Extremfall mit den 1700. Die TE hat hier doch eher günstige Voraussetzungen, z.B. Elterngeldbezug verteilt sich auf zwei Jahre, 2011 haben sie bereits 3 Monate lang durch 4/4 zuviel Steuern bezahlt, sie haben dann 2 Kinderfreibeträge, die sie geltend machen können u.s.w.
Wie schon geschrieben, bei uns war nach ähnlichem Steuerklassenwechsel (also 4/4 vor Geburt, 3/5 nach Geburt) eine Nachzahlung in Höhe von ca. 1% des Elterngelds fällig.
Und selbst wenn eine Nachzahlung droht, ist die Höhe doch nicht das Problem, sondern das Überaschungsmoment. Also wenn Du es Dir eben frühzeitig ausrechnest und weißt, das in einem halben Jahr oder so eine derartige Zahlung ins Haus steht, dann sollte es doch kein Problem darstellen. Diese 1700€ standen ja zweifellos im Zusammenhang mit einem recht ordentlichen Elterngeld.

Und was das Thema Vorauszahlungen angeht, die wischt Du mit einem einzigen Telefonanruf beim Finanzamt vom Tisch. So war es jedenfalls bei uns (und das war vor dem Elterngeldbezug usw.). Du musst ja nur glaubhaft versichern, daß die Steuerschuld nur ausnahmsweise mal so hoch ausfiel. Das ist überhaupt kein Problem.
LG

Beitrag von susannea 22.03.11 - 11:49 Uhr

Das Problem ist, dass ihr ja noch keinerlei Erfahrungswerte habt, ob ihr zurückbekommt oder nicht. Deswegen würde ich wohl in 4/4 bleiben.

Allerdings ist wenn eine Wechsel erst sinnvoll, wenn du den kompletten Monat schon im Mutterschutz bist.