Frust am Arbeitsplatz: Kann man das so machen?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von moeriee 24.03.11 - 10:51 Uhr

Hallo ihr Lieben! #winke

Ich schon wieder... Ich hatte ja neulich ausführlichst über die Arbeitszeiten meines Mannes geschrieben (Kurzfassung: Seit Monaten über 100 Überstunden im Monat, ständige Anrufe, trotz Urlaub, etc.; Langfassung: http://bit.ly/eHuEXB) und angedeutet, dass er und seine Kollegen wohl noch bis zum Ende des aktuellen Projektes mit dem Chef an einem Strang ziehen wollten und danach ist Sense. Nun ist es so, dass es heute scheinbar den großen Knall gibt, zumindest bahnt sich da gerade etwas an. Mein Mann hat mich in 10 Jahren noch NIE von der Arbeit aus angerufen, aber eben klingelte das Telefon und er war stinkwütend. Zu Recht! Die Abnahme bei diesem Projekt sollte heute stattfinden. Alle haben sich ihren Allerwertesten aufgerissen, damit es klappt, denn eigentlich ist der Termin für die Abnahme schon vor 4 Wochen gewesen und bisher waren sie nicht fertig. Sämtliche Mitarbeiter dieser Abteilung haben wochenlang 12 bis 14 Stunden gearbeitet. Auch am Wochenende (am letzten sogar sonntags). Gestern kam mein Mann wieder nach 17 Stunden nach Hause. Seine Kollegen sind geblieben bis heute Morgen 3.30 bzw. 5 Uhr. Nur der Chef hat sich gestern schon um 16 Uhr aus dem Staub gemacht und war abends telefonisch auch nicht mehr erreichbar. #aerger Trotz allem ist das Projekt nun an die Wand gefahren. Die Abnahme fand zwar statt, aber die Firma, die das Ganze in Auftrag gegeben hat, akzeptierte den Ist-Zustand des Projektes so nicht und wie mein Mann sagt, zu Recht! Nun hat der Chef die Mitarbeiter dazu angehalten, die Firma auf's Derbste zu belügen. Mein Mann hat sich geweigert, weil er sagt, dass er und seine Kollegen schließlich die sind, die es auszubaden haben, denn der Chef macht sich immer vom Acker, wenn Ärger ansteht. Und mit den Lügen würden sie sich nur weiter in die Sch**ße reiten. Nun will er, dass ich heute Nachmittag dorthin komme und ihn (inkl. seiner Kollegen) abhole, weil sie nach 8 Stunden Arbeit streiken werden. Sie hängen nämlich auf der Baustelle fest, weil sie mit einem Auto dorthin gefahren sind, inkl. Chef an Bord. Sie wollen keine Überstunden mehr für den Chef machen und keine Lügen mehr auftischen!

Ich meine, laut Arbeitszeitgesetz ist es ja durchaus nicht rechtens, was der Chef da veranstaltet. Aber kann man das trotzdem einfach machen? Ich finde es ja gut, dass die Männer endlich mal den Mund aufmachen. Aber trotzdem ist mir etwas flau im Magen... #gruebel

Ich #danke euch im Voraus für eure Antworten!

Liebe Grüße #herzlich

Marie

Beitrag von fuxx 24.03.11 - 11:01 Uhr

Was ist denn das für ein ARSCHLOCHCHEF?
Lässt die Mitarbeiter arbeiten und macht sich aus dem Staub. Ist er nur Chef oder auch Geschäftsführer?

Def. würde ich streiken und wenn alle an einem Strang ziehen - was soll da passieren? Und dann holen sie sich für morgen alle einen gelben Schein und sollten mal zur Rechtsberatung gehen.

Und nichts wie ans Bewerben.
Seid Ihr da eigentlich schon voran gekommen?

Beitrag von moeriee 25.03.11 - 12:11 Uhr

Hey, #danke für deine Antwort! Wir sind gerade in der Vorbereitungsphase. Er hat sich die Stellenangebote durchgeschaut, die ich ihm rausgesucht habe. Da waren zumindest schon mal drei dabei, die ihm zusagen. Allerdings hatte ich bisher nur bei der Agentur für Arbeit geschaut. Bei Experteer muss er sich selber anmelden, da ich seine genauen Qualifikationen nicht eintragen kann. Das macht er besser selber. Schließlich hat ER die Fortbildungen besucht und kann Näheres dazu sagen. Letztes WE hatten wir hier Taufe, weshalb nicht viel passiert ist, aber für dieses WE ist bewerben angesagt. Da führt auch kein Weg dran vorbei. Zudem haben wir uns mal zum Thema "Headhunter" informiert. Da gibt's ja auch einige Punkte, die man beachten muss. Nicht dass auf einmal die Daten bei der aktuellen Firma auf dem Schreibtisch landen. #schock

Beitrag von caracoleta 24.03.11 - 12:21 Uhr

Wenn sie nach Ableistung ihrer vertraglich geregelten Arbeitszeit gehen, ist das kein Streik, sondern ihr gutes Recht.
Ein richtiger "Streik" ist allerdings arbeitsrechtlich nicht mal so eben gemacht-das kann eine fristlose Kündigung geben.

Beitrag von peanutbutter 24.03.11 - 12:30 Uhr

Hallo,

habe deinen anderen Beitrag damals schon gelesen...ist eine besch. Situation.

Bevor ihr Überstunden verweigert, laßt euch bitte beim Anwalt beraten:

Siehe hier:

http://www.steinsblog.de/2010/10/22/koennen-wir-diesem-ueberstunden-verweigerer-nicht-endlich-kuendigen/

In Notsituationen darf der AG Überstunden ansetzen. Ich denke zwar, daß die bei euch über das verträgliche Maß hinausgehen, aber laßt euch zur Sicherheit beraten, damit ihr euch richtig verhaltet...

Alles Gute

Beitrag von montgomery 24.03.11 - 12:34 Uhr

In einem Land, in dem Millionen Menschen gerne eine gut bezahlte Arbeit hätten, machst du so einen Aufstand wegen PROJEKTBEZOGENER und demnach ZEITLICH BEGRENZTER Überstunden.

Willkommen in der Welt der Erwachsenen!

Wenn dein Mann sich weigert, weiterzuarbeiten, dann bin ich mir sicher, dass auf dem Arbeitsmarkt genug richtige Männer warten, die wissen, dass Arbeit auch mal mit erhöhtem Einsatz zu tun hat.

"Arbeitsrecht" nützt dir da wenig: Wenn der Chef einen renitenten Mitarbeiter loswerden will, dann wird er ihn los, da gibt es Gott sei Dank Mittel und Wege.

Beitrag von fuxx 24.03.11 - 13:15 Uhr

Wenn Du die Geschichte der TE richtig verfolgt hättest dann wüsstest Du, dass es sich nicht um "ab und an mal ein paar Überstunden" handelt, sondern dass ein gut ausgebildeter Ingenieur hier Stunden für einen Hungerlohn schiebt.
Wenn Du ausreichend Männer kennst, die sich darauf freuen derart verarscht zu werden, kannst Du ja mal Kontakt mit dem Chef aufnehmen.

Beitrag von montgomery 24.03.11 - 13:36 Uhr

Wen er so gut ist, dass er seinen Lohn für einen Hungerlohn hält: Warum kündigt er nicht und fängt irgendwo an, wo er angemessen bezahlt wird?

Wenn er keine Alternative hat, dann ist 1. der Lohn angemessen, dann kann sich 2. der Arbeitgeber es leisten, mit den Leuten so umzugehen und 3. hält er in Sachen Arbeitsverweigerung besser den Ball flach.

Beitrag von fuxx 24.03.11 - 13:55 Uhr

ich sagte ja bereits: Du hättest mal die ganze Geschichte lesen sollen, bevor Du sowas vom Stapel lässt.
Demy hat das schon ganz richtig kommentiert.

Beitrag von montgomery 24.03.11 - 14:00 Uhr

Ja, aber es bleibt doch die Frage, wieso jemand, der so gut und so unterbezahlt ist, sich so behandeln lässt, oder?

Selbst schuld, würde ich sagen.

Beitrag von fuxx 24.03.11 - 14:04 Uhr

Da gebe ich Dir recht.
Wir haben Anfang der Woche der TE auch schon nahe gelegt, dass Ihr Mann unbedingt wechseln soll. Soweit ich weiss, wird das Thema angegangen.

Beitrag von demy 24.03.11 - 13:35 Uhr

"In einem Land, in dem Millionen Menschen gerne eine gut bezahlte Arbeit hätten,"

Hallo,
das siehst du etwas falsch.

Richtig müsste dein Satz lauten.

In einem Land, wo Arbeitgeber über 300.000 Leute wie den Mann der TE suchen, kann man sich sicherlich erlauben, nicht alles zu machen, was Chefchen gerne möchte.

Das ist nämlich die tatsächliche Lage des Mannes der TE.
Der traut sich nur noch nicht so richtig ;-)

Gruß
Demy

Beitrag von manavgat 24.03.11 - 16:16 Uhr

Ich finde es gut, dass sich mal jemand wehrt. Allerdings sollten sie entweder gewerkschaftlich organisiert sein oder sich von einer Fachanwältin für Arbeitsrecht beraten lassen. Als Vertretung für alle zusammen ist das nicht so teuer.

Gruß

Manavgat

Beitrag von shopgirl68 26.03.11 - 09:05 Uhr

WEnn der Frust an der Tagesordung ist hat man trotz der vielen Mehrarbeit keine Erfolgserlebnisse und das ist das A u. O. Mir geht es zur Zeit ähnlich und ich bin total Lustlos habe nur noch schlechte Laune und kann mich an nichts mehr erfreuen und vor allen nicht mehr lachen. Man wir traurig, kraftlos, das Wochenende reicht zum Batterie aufladen nicht mehr aus.

Auf die Dauer geht sowas nicht! Es muss auch was pos. Folgen sonst resigniert man. Wird krank.

Das kann auch nicht im Sinner der Chefs sein.

Zur Not hilft evtl. nur noch krank machen, sorry aber das ist das Ende vom Lied. Der Mensch braucht Erholungsfasen darür gibts ja schließlich auch das Arbeitsschutzgesetz. Wir sind keine Maschinen.

Für deinen Mann würde ich sagen, wenn er echt nicht mehr kann erst mal krankschreiben lassen und sich während der krank Tage anwaltlich beraten lassen, am besten mit den Kollen gemeinsam.

Drück euch die Daumen