Wie wird ein Kind ein Integrativ Kind?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von sharlely 25.03.11 - 09:40 Uhr

Hallo,

ich weiß komische Frage, aber durchaus ernst gemeint. :-) Unsere Maus kommt im September in die KiTa. Die Leitung sprach mich jetzt an und meinte es wäre ihr lieb wenn unsere Maus, aufgrund ihrer Anfälle und Defizite als Integrativ Kind in die KiTa gehen würde. Somit könne man sie besser fördern, denn sie haben dafür speziell ausgebildete Heilpädagogen.
Nur wie wird ein Kind ein Integrativ Kind? Muss ich da mit dem SPZ reden oder mit dem normalen Kinderarzt? Wie läuft das ab? Und dann stellt sich noch die Frage ob ich sie in eine Gruppe mit ihrer großen Schwester schicke oder in eine andere Gruppe. Sie und ihre Schwester hängen aneinander wie Pech und Schwefel, sie sind praktisch unzertrennbar. Deswegen mein ich eigendlich es wäre gut, wenn sie in eine andere Gruppe geht, damit jeder die Chance hat sich individuell zu entfalten. Was meint ihr?

LG S.

Beitrag von andra35 25.03.11 - 11:08 Uhr

Hallo

Mein kleiner Sohn kommt im August zum Kindergarten. Ich habe ihn Integrativ angemeldet, weil er ein Handicap hat.
Ich musste ein Termin beim Gesundheitsamt machen und die haben dann jetzt im März entschieden, welche Kinder Integrativ aufgenommen werden.
Ein Formular musste ich auch ausfüllen, beim Landkreis, wegen der Kostenübernahme.
Bei uns ihn der Stadt hat der Integrative Kindergarten eine kleinere Gruppe, es sind glaube ich nur 15 Kinder in dieser Gruppe. Und es gibt eine Betreuerin mehr, also 3.
Es ist eine ganz tolle Sache.
Bei Fragen habe ich immer den Kindergarten angerufen. Die haben mir alles erklärt. Frage doch auch noch mal beim Kindergarten nach, welche Schritte du einleiten musst.
Alles Gute und viel Glück :-)

Beitrag von abrocky 25.03.11 - 12:32 Uhr

Hi,
ich bin Sonderpädagogin und muss leider öfter Kinder "integrativ" schreiben.
Wenn dein Kind als integrativ gilt, dann kann es später auch nur im integrativen Unterricht Unterrichtet werden! (Alternativ Sonderschule)

Wenn der Förderbedarf dann von der Schule wieder aufgehoben wird (ein Antragsverfahren beim Schulamt), dann kann ein Förderbedarf später nicht mehr eingefordert werden.

Ich will sagen: nur mal so, weil das Kind dann besser gefördert wird, sollte man sein Kind nicht als förderbedürftig hinstellen. Abgesehen davon ist das ein genaues Prüfverfahren, bei dem genau geschaut wird, welchen Bedarf dein Kind hat.

Umkehrfrage: warum fördert der Kindergarten dein Kind nicht so, wie es das braucht??


Gruß
Anja

Beitrag von krokolady 25.03.11 - 13:59 Uhr

das ist totaler Blödsinn!

Nur weil ein Kind als I-Kind in den KiGa geht hat es nicht automatisch den lebenslangen Stempel "behindert" auf der Stirn!

I-Kinder können auf ganz normale Regelschulen gehen!
Dafür gibt es ja vorher die schulärztliche Untersuchung.

Ein Kind mit nur einem Arm z.B. gilt als I-Kind.......und besucht ne ganz normale Grundschule danach - ohne I-Status!

Beitrag von luca2006 25.03.11 - 14:11 Uhr

Das stimmt ganz und gar nicht!!!
Die I kraft ist dafür da das dass Kind später ganz normal auf eine Regelschule gehen kann.
Zumindestens wird dies versucht!

Beitrag von kati543 25.03.11 - 16:21 Uhr

"Wenn dein Kind als integrativ gilt, dann kann es später auch nur im integrativen Unterricht Unterrichtet werden! (Alternativ Sonderschule) "
Sorry, aber das stimmt überhaupt nicht. Es ist keinesfalls so "einmal I-Kind, immer I-Kind". Bei uns im Kiga war ein Junge, der die ersten beiden Jahre im Kiga I-Status hatte. Im 3. Jahr nicht mehr. Er wurde ganz normal eingeschult. Du solltest solche Aussagen nicht machen, wenn du dir nicht sicher bist. Denn genau damit verunsicherst du Eltern.

"Umkehrfrage: warum fördert der Kindergarten dein Kind nicht so, wie es das braucht?? "
Wahrscheinlich, weil es eben mehr Zuwendung bedarf?

Beitrag von skbochum 25.03.11 - 22:08 Uhr


"ich bin Sonderpädagogin und muss leider öfter Kinder "integrativ" schreiben. "

Wieso denn leider? Und warum schreibst du das so bedauernd? Schreibst du ein Kind "kaputt"?

Bei allem Respekt, aber den Backround und die Kompetenz einer Sonderpädagogin wünsche ich mir für Kinder und Erwachsene anders.
Zum Wahrheitsgehalt deiner Aussage haben die Anderen hier ja schon geschrieben!

GrussGruss
Susanne

P.s. "Integrativ schreiben" gibt es im Übrigen nicht. Entweder ist dein Job den Förderbedarf fest zu stellen oder eine Integrationsförderung zu genehmigen.

Beitrag von basket 25.03.11 - 23:20 Uhr

Ich verstehe die Aussage auch nicht wirklich! Einen Intergrationsantrag im Kiga hat in meinen Augen nichts mit einen AOSF zu tun (Feststellung des Förderbedarfs in der Schule/ ja bin auch vom Fach).
Es kommt hat häufiger vor, dass I Kinder ihren Status in der Schule behalten, aber einen Antrag auf Integration im Kindergarten ersetzt nicht ein sonderpädagogisches Gutachten für die Schule! Keines der I-Kinder in unserem Kiga sind im letzten Jahr als Förderschüler in die Schule gekommen! Das sollte man als Sonderpädagogin eigentlich wissen!
Lg Basket

Beitrag von skbochum 25.03.11 - 23:42 Uhr

1000 Menschen; 1000 Möglichkeiten.
Schön, dass unser Fördersystem da flexibler geworden ist (könnte auch immer nochmal mehr sein;-))

GrussGruss#winke

Beitrag von sharlely 26.03.11 - 08:54 Uhr

Umkehrfrage: warum fördert der Kindergarten dein Kind nicht so, wie es das braucht??

Weil dafür eine Heilpädagogin notwendig ist, die dem Kindergarten dann zur Verfügung gestellt wird, wenn mein Kind als Integrativ eingestuft wird.;-) Ansonsten wird sie ganz normal von den Erziehern betreut, die durchaus die Kinder fördern können, aber eben nicht auf Kinder geschult sind die eine Behinderung haben, was bei meiner Tochter ja der Fall ist.

LG S.

Beitrag von golm1512 26.03.11 - 11:15 Uhr

Du erzählst Müll.

Wenn ein Kind einen I-Status hat, heißt das nur, dass es anders gefördert wird. Dafür bekommt der Kindergarten mehr Stunden für die Erzieher (!) und kann dafür vielleicht noch jemanden einstellen.

Mein Sohn geht als I-Kind -und der hat KEIN unkompliziertes Problem- in die normale Regelschule. Das funktioniert sehr, sehr gut. Wenn ich ihn als "normales" Kind eingeschult hätte, hätten wir größere Probleme. So wussten alle, worauf sie sich einlassen und gehen mit sehr viel Elan an die Sache heran.

Er hätte auf eine Förderschule gehen können, aber wir empfanden das nicht als sinnvoll. Die Entscheidung lag auch ganz bei uns. Das hatte nichts mit dem I-Status zu tun.

Ich finde es jetzt ein bisschen strange, dass du als Sonderpädagogin solch Schubladendenken an den Tag legst. Ich glaube, wir hatten großes Glück an die richtigen Leute geraten zu sein.
Im Übrigen wird den Kindern das "I" nicht auf die Stirn tätowiert und ich bin sicher, ich weiß von den wenigsten Kindern, dass sie einen I-Status haben. Das sagt ja auch nichts über das Kind aus.

Beitrag von cashmere0815 26.03.11 - 17:01 Uhr

wurde das Wort integrativ nicht getauscht mit inklusiv?! #gruebel

Beitrag von tapsie70329 07.04.11 - 13:00 Uhr

@ ANJA

hmm also unser Tim ist auch ein integrativ Kind gewesen (Morbus Crohn) und hat durch eine Sonderschulpädagogin 3 x die Woche Förderung im Regelkindergarten erhalten,er ist dann auf eine Regelgrunschule gekommen und bis heute (er ist jetzt 11 Jahre und geht in die 4. Klasse) ein guter Schüler und hätte im Sommer aufs Gymi wechseln können(werden aber in 2 Jahren aufs Gymi wechseln da er erst noch die Reaschule besuchen soll -ist für ihn körperlich einfacher und auch seine Besten Freunde sind da )

Wir leben in Stuttgart -vielleicht ist das bei uns anders???

LG Steffi & Emma 30 ssw

Beitrag von kati543 25.03.11 - 16:24 Uhr

Bei uns kam der Anstoß die Jungs mit I-Status anzumelden vom SPZ. Ich habe dann im Internet ein Formular (Antrag auf Eingliederungshilfe) ausgefüllt und ans Sozialamt geschickt. Der Kiga mußte einen Förder- und Hilfeplan aufstellen. Irgendwann kam einen Einladung vom Gesundheitsamt und das wurde abgenickt.

Beitrag von skbochum 25.03.11 - 22:13 Uhr

Hallo,

bei uns lief es nochmal anders ab, aber das ist ja von Ort zu Ort bzw. Bundesland verschieden.
Der Kindergarten hat den Antrag auf Integration an den Landschaftsverband geschickt und ich wurde aufgefordert einen aktuellen Bericht vom SPZ einzureichen ( nicht älter als ein halbes Jahr )
Die Integrationskraft führt mit uns Eltern dann Gespräche und stellt einen Förderplan auf.

Alles Gute für euch
Susanne

Beitrag von sharlely 26.03.11 - 08:50 Uhr

Danke ihr lieben!
Hab mich mit dem Kinderarzt in Verbindung gesetzt und nächste Woche bei der U6 wird er mir erklären wie sowas abläuft und ob unsere Kleine das auch wirklich braucht. Wenn es so ist, wird er ein Attest schreiben und das muss ich dann im Kindergarten abgeben und die regeln alles andere. So hab ich es jetzt vorerst erstmal verstanden.
Hatte erst einen Schreck bekommen, weil jemand geschrieben hat einmal Integrativ immer integrativ, das würd ich so nicht wollen, denn bis zur Schulzeit sind es ja noch einige Jahre und da fände ich es blöd wenn man schon im Kindergarten bzw. KiTa wüsste, das Kind kann nur auf eine Sonderschule. Aber Gott sei dank ist das nicht so.#schwitz

LG S.

Beitrag von scrollan01 26.03.11 - 17:30 Uhr

Hallo,

meine Tochter wird ab August KEIN I - Kind mehr sein!
Sie kam als I - Kind in den Kiga und bekommt den Status im Sommer weg weil sie super aufgeholt hat!

Wenn dein Kind als I - Kind dort in den Kiga geht heißt es nicht, das sie ein solches ewig bleibt!
Macht sie super Fortschritte, dann führt man wieder ein Gespräch mit euch - wie eh immer regelmäßig mit I - Kind - Eltern. Und dann sagen sie dir, er kann weg fallen!

Meine wird das letzte Jahr als Regelkind gehen und normal eingeschult werden!