Sind alte Leute so oder ist nur meine Oma (77) so merkwürdig?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von winnie_windelchen 31.03.11 - 19:49 Uhr

Hallo.

Die Überschrift klingt vieleicht nach "hier gibts etwas zum schmunzeln" aber dem ist nicht so.

Folgendes: ich bin nur mit meiner Mutter und meiner Oma aufgewachsen, wir alle leben in einem Ort. (ca. 5000 Seelen)

Mein Verhälltnis zu meiner Ma war früher nicht so berauschend aber die letzten Monate jedoch, läuft alles recht gut, was daran liegt das wir mittlerweile sachlich und ruhig reden können und das nun auch ich mitbekommen habe, das ein getrenntes Beisammensein viel harmonischer ist. Damit meine ich ein Treffen zwischen mir, meiner Tochter und Uroma oder zwischen mir, meiner Maus und ihrer Oma, also nicht beide Omas zusammen.

Problem an der Sache ist, das die Uroma nicht damit zurecht kommt. Momentan treibt sie es sogar soweit das ich mich garnicht mehr freue mit meiner Maus zu ihr zu gehen, egal ob es sich um einen richtigen Kaffee-Besuch handelt oder Hilfe und Unterstützung die ich ihr unter der Woche gebe.

Kaum sind wir nachmittags da heißt es eine halbes Stunde später -> "ich muss doch noch mit meinem hund gassi gehen", für mich klingt das immer wie ein rauswurf, ihr hund geht vor. Klingt vieleicht banal aber das ist es nicht. Da gehen wir sie besuchen und ich helfe ihr und schwupps, kaum ist alles erledigt fängt sie wieder mit ihrem hund an und nein, ich habe nicht so oft Lust mit diesem spazieren zu gehen oder auch gemeinsam spazieren zu gehen, da es nur noch um ihn geht und wir uns alle vorkommen als wenn wir garnichts mehr wert sind. Sind jedoch andere Verwante da, fällt kein einziger Ton von ihren Hund, dann verhällt sie sich wie ein gastgeber, egal wer kommt.

Meine Nacht endet um 5, gegen 14:30 uhr komme ich nach Hause. Zwischen 3 und halb 4 hole ich meine Maus ab, vorher erledige ich noch Haushalt und Co.. Bin auch da schon ziemlich K.O., trotzdem, wenn sie hilfe braucht sind wir da, egal wie kaputt ich bin, egal wie mir bereits jetzt schon die Beine weh tun und momentan hab ich wirklich etwas zu kämpfen, bin selbst auch 2 fach krank.

Heute habe ich mit meiner Ma telefoniert und wir haben uns spontan entschieden Lini gemeinsam aus dem KiGa halb 4 zu holen, anschließend wollten wir noch Blümchen kaufen und sie dann vor ihrem Haus einpflanzen. War ein schöner nachmittag und so konnte ich auch mal meiner Ma helfen bzw. wir 3 einfach zusammen sein.

Sie telefonierte dann später noch mit Oma und erzählte ihr davon und was war die Folge? -> Oma war sauer. Sagte "mir hilft niemand aber dir schon" und weiteres.

Ich komme damit nicht mehr klar und es wird immer schlimmer, so schlimm das ich mich aus gesundheitlichen Gründen distanzieren möchte. Neurologisch gesehen ist Stress, egal ob körperlich oder psychisch, Gift für mich.

Ich versteh das ganze nicht....ich mein, psychologisch gesehen gibt es zig Gründe wieso, weshalb, warum aber warum denkt sie nicht erstmal nach, statt dann so zu tun als wenn alle Welt nur böses will. Dabei war ich so froh das alles eine zeitlang so super lief und jetzt das. Wieso freut sie sich nicht für uns, weil eben alles besser läuft als früher.

Ich habe meiner ma vorgeschlagen das wir zu dritt mal ein Gespräch führen sollten, ganz in Ruhe und ohne Vorwürfe oder ähnlichem aber sie ist der gleichen Meinung wie ich -> Oma wird wieder denken "alle Welt ist gegen mich" und das wars dann.

Egal wie man es macht, es gibt fast immer was zu ningeln.

Will man bei ihr den Staubsauger in die Hand nehmen heißt es "jetzt nicht" und wenn man weiter macht wird weiter "gezickt", statt sich eben einfach zu freuen.

Nimmt man den Besen in die Hand gehts "da hab ich doch gerade erst gekehrt". Komisch....wieso kehre ich dann noch eine volle Schaufel Hundehaare zusammen?

Will man das Bad putzen, "das hab ich doch vor 2 Tagen erst gemacht" und es wird so ausgelegt als wenn wir uns nicht wohl fühlen und es ein Saustall bei ihr wäre, dabei will man nur helfen denn anders herum, wie oben bereits geschrieben heißt es dann "mir hilft ja keiner".

Meine Oma ist mit ihren 77 Jahren wirklich noch gesund, wenn nicht sogar richtig fit. Sie schafft sogar 1 1/2 Stunden am Tag mit ihrem Hund zu gehen, geschweige denn 1x im Jahr (außerhalb unserer 2 geburtstage), zu uns zu kommen.

Irgendwie nagt das ganze doch recht stark. Lieb haben wir sie schließlich alle und wir würden uns für sie auch ein beinchen ausreißen, genauso gern haben wir ihren Hund aber was zu viel ist ist zu viel.

Was meint ihr dazu?

Lieben gruss

PS.: Am Samstag wollen ich und meine Ma gemeinsam shoppen gehen und freuen uns darauf aber wir trauen uns schon garnicht mehr auch nur ein Wort gegenüber Oma davon zu erwähnen. Das ist traurig. :-(



Beitrag von ellannajoe 31.03.11 - 20:48 Uhr

Hallo,

ohne jetzt detailliert auf dein Post einzugehen, ich finde du übersiehst deine Oma ist 77 Jahre alt, selbst wenn sie körperlich topfit ist, sind manche Menschen geistig halt nicht mehr so fit. Ältere Menschen können nun mal komisch werden.

>>>Nimmt man den Besen in die Hand gehts "da hab ich doch gerade erst gekehrt". Komisch....wieso kehre ich dann noch eine volle Schaufel Hundehaare zusammen?<<<

Einerseits ist ihr Alter für dich kein Grund und andererseits entmündigst du sie und fängst dort ungefragt an zu fegen. Würde ich bei meiner Oma ungefragt anfangen ihren Haushalt zu schmeißen wäre Polen offen.

Sie möchte vielleicht auch einfach nur gefragt werden, ich finde es sehr respektlos einfach drauf los zu putzen.

Ich denk du musst dir ein dickeres Fell zu legen und nicht alles was deine Oma sagt auf die Goldwaage legen, habe immer im Hinterkopf, sie ist 77 Jahre alt. Aber viel wichtiger finde ich, auch du musst auf deine Gesundheit achten und das bedeutet, wenn du müde und kaputt bist, sich auch einmal Ruhe zu gönnen.


>>>Kaum sind wir nachmittags da heißt es eine halbes Stunde später -> "ich muss doch noch mit meinem hund gassi gehen", für mich klingt das immer wie ein rauswurf, ihr hund geht vor. Klingt vieleicht banal aber das ist es nicht. <<<

Das klingt für mich einfach danach, dass ihr der Besuch dann zu viel wird.
Willst du wirklich wie ein Gast behandelt werden. Der Hund ist ihr wichtig, so wie dir dein Kind wichtig ist, freu dich, dass sie diese Freude in ihrem Leben hat.

Tja jetzt ists doch länger geworden. #hicks

#winke

Beitrag von winnie_windelchen 01.04.11 - 14:15 Uhr

Hi und danke für deinen Beitrag, wollte nur dazu "Das klingt für mich einfach danach, dass ihr der Besuch dann zu viel wird. " etwas schreiben. Er kann im Grunde nicht zu viel werden denn 2x im Monat seine Oma zu besuchen ist doch nicht zu viel. Sie möchte es sogar und falls es doch mal etwas häufiger wird, was nur passiert wenn irgendetwas ansteht und sie Hilfe benötigt, dann ist sie wenn wir gleich nach der Hilfeleistung wieder gehen, auch nur entäuscht.

Ist alles so verzwickt und man weiß nicht wie man es richtig machen soll.

Lg

Beitrag von ellannajoe 01.04.11 - 15:42 Uhr

Hört sich alles ein bißchen nach Alterstarrsinn an. Wie mans macht ist es verkehrt.

#winke

Beitrag von frau-pepsi 31.03.11 - 20:51 Uhr

Alte Menschen sind so. Kommst du nicht heisst es nie hast du Zeit, kommst du wird gleich erzählt das nicht lang Zeit ist. Wunder dich darüber aber ärger dich nicht.

Beitrag von lieblingsmami27 31.03.11 - 21:24 Uhr

Ich finde das jetzt ehrlich gesagt auch nicht so dramatisch.
So sind ältere leute halt. Meine Oma erzählt seit zehn jahren ständig, dass sie ja bald stirbt. Wir lassen sie reden.
Also wenn du wirklich ungefragt bei deiner Oma putzt, würde ich das auch nicht so super finden. Das kommt wirklich so rüber, als ob du es dort dreckig findest.
Stell dir doch mal vor, eine Freundin würde das bei dir machen.
Ärger dich doch nicht so über deine Oma, sagst doch selbst du hast sie lieb. Überhör doch einfach ihre Sprüche.

Beitrag von winnie_windelchen 01.04.11 - 14:19 Uhr

Das mit dem einfach so putzen mache ja nicht ich, sondern meine Mutter also ihre Tochter, das hätte ich dazu schreiben sollen, stimmt, aber eure Meinung dazu finde ich richtig, habe ich bisher noch nicht so gesehen.

Wenn ich es mache, dann ist es geplant.

Mancher ihrer Sprüche tun jedoch weh, doch das sieht sie nicht. Es ist oft sehr verletzend obwohl man wie schon geschrieben alles mögliche versucht um ihr zu helfen und für sie da zu sein.

Lg

Beitrag von schullek 31.03.11 - 21:47 Uhr

hallo,

ich denke es liegt am alter. leider erlebe ich das auch bei meiner oma und höre es von anderen. die welt vieler alter leute dreht sich nur noch um sich selbst udn alles, was davon unmittelbar betroffen ist. sie können sich nur noch schwerlich in andere und ihre nöte etc. reinversetzen. ich würde das fast ein beschränktes soziales verhalten nennen. aber gar nicht gemein gemeint. es ist einfach ein fakt. udn sehr schwer für die lieben sie umgebenden.
vielleicht hilft es dir ja einfach dies bzw. deine oma so zu akzeptieren und dir zu sagen: sie ist alt, sie meint es nicht so, ich überhöre es. udn damit tust du dann wieder dir selber einen gefallen.
sie kann ihre gefühle, ihre emotionen nicht so ausdrücken, wie sie es konnte, ist sich vielleicht selber nicht sicher, was sie denkt udn fühlt.
nimm jeden tag mit ihr, wie es kommt. heisst nicht, du sollst ihr nach dem mund reden. meckert sie, dann nicke, lächle freundlich und mach weiter.

lg

Beitrag von winnie_windelchen 01.04.11 - 14:20 Uhr

Sehr schön geschrieben, vielen dank. #liebdrueck

Beitrag von marion2 01.04.11 - 08:10 Uhr

Hallo,

so wahnsinnig alt ist deine Oma gar nicht. Trägt sie eine Brille?

Meine (über 90) mag auch nicht, wenn ich fege - ich machs trotzdem. Begründung: "Hach, die Kinder haben aber wieder Dreck gemacht - ich mach das schnell weg."

Warum sollte sich deine Oma freuen, dass du für sie putzt? Sie ist den ganzen Tag zu Hause. Was soll sie noch tun, wenn du fertig bist?

Könnt ihr die Oma nicht einfach zum shoppen mitnehmen?

Gruß Marion

Beitrag von winnie_windelchen 01.04.11 - 14:28 Uhr

Hi, find ich sehr gut dein Satz gegenüber deiner Oma. :-)

"Warum sollte sich deine Oma freuen, dass du für sie putzt? Sie ist den ganzen Tag zu Hause. Was soll sie noch tun, wenn du fertig bist? "

Genau das ist ja das kuriose. Sie schimpft "keiner hilft mir" und wenn man dann hilft ist es auch bloß falsch.

Wir selbst fragen uns ja auch folgendes -> sie ist wirklich noch sehr mobil und ist den ganzen Tag zu Hause, es sei denn sie geht einkaufen oder mit ihrer süssen gassi aber zu Hause kommt sie zu nix. Keiner weiß was sie den ganzen Tag tut.

Oftmals sagt sie mir das sie zu nichts kommt, weil meine Mutter so oft bei ihr ist. Daraufhin sagte ich ihr bereits das ich mich davon nicht beeinflussen lassen würde und dennoch das tun würde was ich mir für den Tag vorgenommen habe. Wenn meine Mutter vorn ist, dann ist das mittlerweile kein besuch mehr sondern schon Routine. Es gehört für beide zum Leben dazu.

Bleibt meine Ma mal eine längere Zeit bei sich zu Hause, wird es wieder so dargestellt als wenn keiner mehr interesse hätte.

Furchtbar. :-(

Oma würde nie zum shoppen mitkommen. Sie gibt für sich kaum geld aus. Das was sie sich vor einigen tagen mal wieder geleistet hat waren 2 Rollos.

Sie läuft seit Jahren in den gleich kaputten Hausschuhen herum und in ein und der selben kleidung, folglich dem Schema -> waschen, trocken werden lassen und wieder an, dabei bekommt sie so schöne Dinge von uns geschenkt aber diese werden nicht angezogen, vieleicht mal zu einem geburtstag oder zu Weihnachten.

Wie schon eine andere Userin schrieb -> sie so nehmen wie sie ist und drüber schmunzeln. :-)

Lg

Beitrag von windsbraut69 01.04.11 - 10:57 Uhr

Euer Verhältnis ist eigenartig.
Einerseits stehst Du Deiner Oma kein altersentsprechen eigenwilliges Verhalten zu, andererseits scheinst Du völlig übergriffig und ungefragt bei Ihr im Haushalt zu schalten und walten, wie es Dir paßt.

Du fängst nicht ernsthaft ungefragt an, bei Ihr sauber zu machen, oder?

Wie würdest Du das im umgekehrten Fall denn empfinden?

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 01.04.11 - 10:57 Uhr

Euer Verhältnis ist eigenartig.
Einerseits stehst Du Deiner Oma kein altersentsprechen eigenwilliges Verhalten zu, andererseits scheinst Du völlig übergriffig und ungefragt bei Ihr im Haushalt zu schalten und walten, wie es Dir paßt.

Du fängst nicht ernsthaft ungefragt an, bei Ihr sauber zu machen, oder?

Wie würdest Du das im umgekehrten Fall denn empfinden?

Gruß,

W

Beitrag von winnie_windelchen 01.04.11 - 14:31 Uhr

Nicht ich, meine Mutter macht das so, hatte ich vergessen zu schreiben. Wenn ich Oma helfe sind das richtige Reinigungstage und diese sind geplant, aber auch da bekommt man den ein und den anderen Spruch zu hören.

Mit meiner Mutter werde ich jedoch reden, es ist wirklich nicht richtig wenn man ganz spontan einfach irgendetwas tut und Oma´s Reaktion ist folglich dann zu recht.

"kein altersentsprechend eigenwilliges Verhalten zu" Das tuhe ich sehr wohl aber nicht wenn ich selbst, meine kleine oder andere durch ihr Verhalten verletzt werden.

Lg

Beitrag von xxtanja18xx 01.04.11 - 23:02 Uhr

Mein Oma ist 76Jahre und Wohnt 70km weg.

Wir besuchen sie regelmäßig aber leider nicht so oft...ABER

Ich bringe meiner Oma in den Osterferien,Sommerferien und Herbstferien jeweil ein-1-2Wochen Die Kinder...Sie ist top fit Körperlich und Geistig...Klar, meine Tante,Onkel und so sind auch noch da, aber die meiste Arbeit hat sie...und Sie braucht das auch!!!

Ich bin soooo froh, die Beste Oma auf der Welt zu haben!!!

Nicht, weil sie ihre Urenkel gerne nimmt...Sondern weil sie immer für mich da ist, sie hat immer einen Rat für mich, oder nimmt uns gerne mal ein We auf oder so!! Aber sie weiß, das ich auch alle für Sie machen würde!

Beitrag von maryjane85 04.04.11 - 14:11 Uhr

Das erinnert mich ein wenig an die Oma meines Mannes. Sie wohnt nur 2 Straßen weiter und hin und wieder besuche ich sie mit dem Kleinen. Ich weiß, dass sie sich jedes mal darüber freut.

Wir bekommen aber oft genug zu hören "Ich bin immer alleine" "Keiner kümmert sich um mich"
Dabei ist ihre Tochter jeden Tag dort um ihr zu helfen. Und wir kommen auch, zwar unregelmäßig. Aber spätestens alle 2 Wochen.

Wenn ich sie zb. frage: "Bist du Dienstag zuhause, ich möchte vorbeikommen" sagt sie immer "wo soll ich schon sein, ich bin doch immer alleine zu hause."
Dabei stand ich schon oft genug vor veschlossener Türe, weil sie mit ihrer Freundin unterwegs oder beim Arzt o. ä. war. Und oft genug war ich dort und irgendjemand kam sie besuchen oder rief an.

Ich habe das Gefühl, alte Menschen übertreiben in der Hinsicht oft.