Pansicher angst vor Zahnarzt ...welche möglichkeiten gibt es ?

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ErHatSolcheAngst 04.04.11 - 07:51 Uhr

Hallo meine Lieben, vielleicht gehört das hier nicht hin, aber es ist mir irgendwie auch unangenehm dadrüber zureden.


Ich lernte 2007 meinen Verlobten kennen, seine Zähne sind nicht die schönsten. Er hatte damals ein traume beim Zahnarzt erlebt das er NIE wieder hingegangen ist.

Es ist ihm sehr unangenehm das man Ihn darauf anspricht, was ich auch verstehen kann, er ist ja so ein total lieber Mann und es ist so alles schön mit Ihm deswegen würde ich ihn weger seiner Zähne nicht verlassen.

Nun hat meine Mama auch warnsinnige Angst vor dem Zahnarzt weil auch Sie schon mal was schlimmes erlebt hat,daher versteht Sie seine Angst, aber Sie findet es total super das Er mit Ihr bzw natürlich auch mit mir dadrüber gesprochen hat. Weil wir nun es endlich geschafft haben das er wieder zum Zahnarzt geht und sich die oberen Zähne machen lässt.
Er hat panische Angst davor, aber ich freue mich total das er von alleine gesagt hat ja er will es machen.


Nun ist die Frage geht sowas auch unter vollnakose? Wenn ja, kostet sowas extra, oder vielleicht übernimmt da auch in besonderen Fällen die Krankenkasse einen Teil? Dann kostet das ganze ja auch nicht gerade wenig Geld, wie verhält sich das im Arbeitslosengeld 2 bezug? Übernimmt die Kasse da ein Teil der Kosten?

Er sagte er macht es nur unter Vollnakose :( aber da ich nun weiss was er damals erlebt hat, ist mir bewusst warum er nicht mehr gegangen ist.


Vielleicht könnt Ihr mir weiter helfen....


Dank.... ganz liebe Grüße Melli

Beitrag von peppina79 04.04.11 - 08:45 Uhr

Hallo.
Ich kenn das von meinem Bruder. Der hat sogar mal fast einen Zahnarzt niedergschlagen, weil er solche Angst hatte und der ihm ne Spritze setzen wollte. Und mein Bruder ist sonst harmlos.

Das wichtigste ist, dass ihr einen festen Termin habt, den er nicht absagen kann. Dann sollte man vorher in der Praxis anrufen und darum bitten, dass dein Mann gleich dran kommt. Das Warten im Wartezimmer hat meinen Bruder immer wahnsinnig gemacht.

Man kann auch eine Behandlung mit Lachgas machen, aber eigentlich sind die Spritzen heute nicht mehr so schlimm. Ich hab auch immer Panik, musste 2000 meinen Mund sanieren lassen, 8 Füllungen waren das. Ich bin fast gestorben. Habe auch schlechte Erfahrungen von der Weisheitszahn-OP gehabt. Aber hinterher war ich voll Stolz.

Vielleicht klingt es doof, aber belohne ihn mit etwas richtig Tollem, so wie man es bei einem Kind machen würde.

Ich habe seit 2000 den besten Zahnarzt den es gibt und gehe wieder regelmäßig alle halbe Jahr hin, sogar zur professionellen Zahnreinigung.

Was die Krankenkasse übernimmt weiß ich nicht. Frag doch einfach in der Praxis nach, wie sowas ist, die sollten das ja wissen.

Viel Glück

Beitrag von witch71 04.04.11 - 08:45 Uhr

Bevor etwas saniert wird muss sowieso ein Beratungsgespräch her. Das heisst, zunächst schaut sich der Zahnarzt den Status an und erklärt genau, was wie gemacht wird. Meist wird mit kleineren Sanierungen angefangen.

Natürlich kann man alles in Vollnarkose richten lassen, allerdings sollte man sich hier vorher genau beraten lassen. Sowohl vom Zahnarzt selbst als auch von der Krankenkasse, die man wegen der Kostenübernahme kontaktieren sollte, nachdem man beim Zahnarzt war. Der Zahnarzt selbst wird hier schon viel dazu sagen können, beispielsweise ob das dann in einer Zahnklinik durchgeführt wird. Denn eine Vollnarkose erfordert üblicherweise einen ausgebildeten Anästhesisten (Narkosearzt).

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Hypnosebehandlung. Auch das kann man sich vor Ort genau erklären lassen, allerdings bieten natürlich nicht alle Zahnärzte das an, weil es selbstverständlich eine besondere Ausbildung benötigt.

Wichtig ist, zum ersten Beratungsgespräch mit dem deutlichen Hinweis zu gehen, dass eine Phobie/Angst vorliegt, damit der Zahnarzt darauf speziell eingehen und sich Zeit für den Patienten nehmen kann. Deswegen würde ich bei der Suche nach dem richtigen Zahnarzt darauf achten, dass es einer ist, der sich gut mit Angstpatienten auskennt.

Beitrag von shandor 04.04.11 - 08:46 Uhr

Hallo Melli

Die Vollnarkose muss man heute selber bezahlen---das übernimmt die Krankenkasse nicht mehr.
Zähne ziehen, blombieren usw. kann man unter Narkose machen lassen-----------kostet so um die 170 Euro.
Braucht man aber Zahnersatz, oder müssen Zähne überkront werden, ist das unter Narkose schlecht, weil da Abdrücke gemacht werden müssen, bei denen der Patient ja "mitarbeiten" muss.

LG Eva

Beitrag von litalia 04.04.11 - 08:59 Uhr

ich war genau so wie dein mann. panische angst vorm zahnarzt.

keine 10 pferde hätten mich da hingebracht. ebenfalls nicht die schlimmsten schmerzen.

letztendlich wurde der leidensdruck aber zu hoch, leider werden die zähne ja nicht von alleine besser.

ich habe 5 zahnärzte durch weil es sehr schwer ist einen guten zahnarzt zu finden der auch mit angstpatienten umgehen kann, gerade das ist aber sehr wichtig. einen zahnarzt zu finden mit dem man menschlich gesehen auch zurecht kommt.

ich war mal bei einer zahnärztin gelandet die mich "runter machte" wegen dem zustand meines gebisses.... "wie kann man nur"..... nachdem ich mich von diesem zahnarzt besuch wieder berappelt habe habe ich sie bei der ärztekammer angezeigt.
MEIN persönlicher eindruck war auch das männliche zahnärzte wesentlich besser sind als frauen.

was ich euch sehr empfehlen kann ist dieses forum hier

http://www.zahnarzt-angst-hilfe.de/

da gibt es glaube auch eine zahnarzt liste von zahnärzten die wohl besonders gut mit angstpatienten umgehen können.


ich hatte damals auch gesagt. NUR unter vollnarkose.
ein zahnarzt machte mir dann klar dass ich mir eine vollnarkose doch bitte für wirklich wichtige dinge aufheben soll ;-)
im nachhinein muss ich auch sagen: es war alles auszuhalten. ich hatte NIE schmerzen bei den behandlungen. habe mir immer brav eine spritze geben lassen :-)

es hört sich meisst alles furchtbar an "zähne abschleifen, wurzelbehandlung, überkronen, brücke" und die geräuche dazu noch. das lässt einen angstpatienten das blut in den adern gefrieren. aber in der realität ist das alles nicht so schlimm.

es gibt die möglichkeit einer vollnarkose, allerdings muss dann ein gutachter bescheinigen das dein mann "eine macke" hat ;-) dann wird es von der kasse übernommen.

bei den ganzen behandlungskosten könnte dein mann einen härtefall antrag bei der krankenkasse stellen, bei alg2 empfängern werden die kostens meines wissens übernommen.

alles gute!

Beitrag von oh graus 04.04.11 - 11:57 Uhr

das finde ich schon sehr übertrieben diese anzeige.

Beitrag von litalia 05.04.11 - 13:24 Uhr

nein war sie nicht :-)

es geht nicht darum einen patienten auf den zustand seines gebisss aufmerksam zu machen, ganz und garnicht! ... sondern es geht darum einen patienten zu demütigen, sich lustig zu machen und ihn zu beschimpfen.

das geht so nicht und ich war auch nicht die erste patientin die sie auf dem zahnarztstuhl beschimpft hat.

solche ärzte gehören meines erachtens gnadenlos angezeigt.

armes deutschland, stimmt, weil es tatsächlich eine menge patienten gibt die sich soetwas gefallen lassen!

warum gibt es denn so viele angstpatienten? glaubst du die sind mit dieser angst geboren? nein, oftmals war vorher ein unfähiger zahnarzt am werk!
das es soetwas noch gibt und das soetwas geduldet wird ist tatsächlich traurig.

aber wegschauen und nichts unternehmen konnte deutschland ja schon immer am besten, in jeglicher hinsicht.

Beitrag von juju277 05.04.11 - 12:54 Uhr

Das ist jetzt nicht dein Ernst #schock!

Du gehst Ewigkeiten nicht zum Zahnarzt, erst als "der Leidensdruck" zu hoch wurde - man kann sich also vorstellen in welch berauschendem Zustand dein Gebiss war - und zeigst dann eine Zahnärztin an, die dich auf genau diesen desolaten Zustand hinweist?

Na ich hoffe mal, die Anzeige ist verpufft, armes Deutschland,echt #augen!

Beitrag von litalia 05.04.11 - 13:22 Uhr

nein die ist natürlich nicht verpufft :-)

es geht nicht darum einen patienten auf den zustand seines gebisss aufmerksam zu machen, ganz und garnich! ... sondern es geht darum einen patienten zu demütigen, sich lustig zu machen und ihn zu beschimpfen.

das geht so nicht und ich war auch nicht die erste patientin die sie auf dem zahnarztstuhl beschimpft hat.

solche ärzte gehören meines erachtens gnadenlos angezeigt.

armes deutschland, stimmt, weil es tatsächlich eine menge patienten gibt die sich soetwas gefallen lassen!

warum gibt es denn so viele angstpatienten? glaubst du die sind mit dieser angst geboren? nein, oftmals war vorher ein unfähiger zahnarzt am werk!
das es soetwas noch gibt und das soetwas geduldet wird ist tatsächlich traurig.

aber wegschauen und nichts unternehmen konnte deutschland ja schon immer am besten :-)

Beitrag von twinny72 04.04.11 - 09:06 Uhr

Hallo,

also vor 2 1/2 Jahren wurde die Vollnarkose bei mir noch komplett von der Krankenkasse übernommen(wir bekommen kein Alg2 oder irgendwelche sonstigen Unterstützungen, mein Mann verdient ganz gut und wir sind auch gesetzlich versichert), ich leide auch unter Zahnarztphobie und brauchte ein psychologisches Gutachten, ich hatte zwar trotzdem eigene Kosten, da mein Amalgam ausgetauscht wurde und auch die neuen Füllungen mit Keramik gemacht wurden, aber das ist ja eine eigene Geschichte. Viel wichtiger ist das er einen Zahnarzt findet zu dem er wieder Vertrauen hat und sich auch in Zukunft hingehen kann, es nützt ja nichts wenn die Zähne dann einmal gemacht werden und nach 2-3 Jahren sind sie dann wieder kaputt. Ich habe mit Glück meinen jetzigen Zahnarzt gefunden, habe im Internet damals Angstpatient eingeben, dann wurden einige Praxen in meiner Stadt angegeben und bei der ich jetzt bin hatte die beste Bewertung und den besten Ruf, innerhalb der Praxis habe ich dann zwar auch noch einmal gewechselt, einfach weil mein jetziger Zahnarzt noch behutsamer und einfühlsamer ist als die Zahnärztin bei der ich zuvor war, aber was nicht heißt das sie nicht einfühlsam ist bzw war, die Zahnärzte wissen besser mit Angstpatienten umzugehen. Ich bekomme auch noch heute Schweißausbrüche und gehe ungern hin, aber inzwischen gehe ich zu den halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen hin, mache die professionelle Zahnreinigung, nur wenn eins meiner Kinder hin muss, dann muss das mein Mann tun, weil wie gesagt die Phobie ist bei mir nie verschwunden, wenn Du noch fragen hast kannst mich gerne über VK anschreiben.


LG Helga

Beitrag von ErHatSolcheAngst 04.04.11 - 09:24 Uhr

#danke

für Eure Ausführlichen Antworten.... ja ein Beratungsgespräch wird ja sowieso erstmal kommen und dann schauen wir mal.

Da meine Mama auch solche Angst hat und nach langem zögern einen Termin bei einer Zahnärtzin gemacht hat und endlich eine liebevolle Zahnärtzin gefunden hat, spricht Sie das mal an. Und dann werden wir auch einen Termin gemeinsam machen .



Danke Euch ;)

So weiss man das er nicht alleine ist.


ganz liebe Grüße
Melli

Beitrag von schnut3 05.04.11 - 09:57 Uhr

Hallo Melli ;

ich bin auch sone Angstpatientin... *arghhh* und habe mir meine Zähne über Vollnarkose machen lassen.

Abdrücke ect.. muss man aber leider im Wachen über sich ergehen lassen.

Durch AlgII Härtefallantrag bei der Krankenkasse wurde die Protese voll übernommnen. Die Narkose muss man allerdings selbst bezahlen . In meinem Fall waren es 100€ . (kann man auch in Raten zahlen nach Absprache).

Das war es mir aber Wert und kann heute wieder lächeln ;)

Drück deinem Schatz alle Daumen das es gut verläuft....

Lieben Gruß Dany