Wie lange bei Trauerfall in der Familie nicht arbeiten gehen?

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von happy-girl 06.04.11 - 22:20 Uhr

Hallo, ihr Lieben!

Leider ein trauriger Anlass, aus dem ich hier schreiben muss. Heute nachmittag habe ich erfahren, dass es für meinen Vater, der seit einigen Wochen schwer krank im Krankenhaus liegt, praktisch keine Hoffnung mehr gibt. Die Ärzte geben ihm noch einige Stunden oder Tage zu leben. Auch wenn das absehbar war, dass das bald auf uns zukommen würde, bin ich mit den Nerven runter und weine viel...
Nun bin ich Vollzeit berufstätig als Lehrerin an einer Gesamtschule. Und ich fühle mich im Moment nicht in der Lage, morgen arbeiten zu gehen. Allerdings weiß ich ja nicht, wie lange sich die Sache noch hinzieht, und bin mir unsicher, wie lange ich wohl wegen so einer Sache von der Arbeit fortbleiben kann. Offiziell steht mir ein Tag Sonderurlaub zu, aber meine Schulleitung ist sehr verständnisvoll und gesteht mir bestimmt den einen oder anderen Tag mehr zu, aber am liebsten würde ich mich bis Ende nächster Woche krank melden, dann sind erst mal Osterferien.
Hinzu kommt, dass ich die Stelle gerade erst angetreten habe und natürlich möglichst wenig fehlen will und ich gerade erst fast zwei Wochen wegen Krankheit gefehlt habe - morgen wäre wieder mein erster Arbeitstag gewesen.
Einerseits würde ich gerne arbeiten, um mich auch ein bißchen abzulenken, andererseits habe ich Angst, vor 30 Kindern in Tränen auszubrechen...
Danke für's lesen.
LG,
Andrea

Beitrag von arkti 06.04.11 - 23:32 Uhr

Sorry aber meine ehrliche Meinung.....
Du hast die Stelle neu angetreten, warst 2 Wochen krank und willst nun noch weiter wegbleiben, dann sind Osterferien......die Eltern werden dich mögen.#augen
Ja auch Lehrer dürfen krank sein trotzdem finde ich es übertrieben schon drüber nachzudenken morgen der Arbeit fern zu bleiben wenn er noch Tage leben kann.
Generell finde ich es unmöglich drüber nachzudenken sich eine Auszeit bis nach den osterferien zu nehmen.
Und ja ich habe meinen Vater auch schon verloren und weiß wie das ist.

Beitrag von schullek 07.04.11 - 18:50 Uhr

nun ja, jeder mensch ist anders. was für den einen gut und ricvhtig ist, muss das nicht für den anderen sein. was nützt der klasse eine trauernde lehrerin, die mit den gedanken sonstwo ist. da fände ich es besser, sie nimmt sich die auszeit und geht dann wiedr ans werk, wenn sie wieder voll da sein kann.

es goibt sicher berufe, da muss man nicht so präsent sein, wie als lehrer. hier stehst du 4-7h am tag vor einer klasse, die jede minute deiner aufmerksamkeit beansprucht. anders, wenn du irgendwo im büro hinter verschlossenen türen sitzt.

lg

Beitrag von maddi2704 07.04.11 - 01:01 Uhr

Ich kann jetzt nur von mir reden.
Als mein Vater starb war ich 17 Jahre und war gerade am Anfang meiner Ausbildung.
Ich bin trotzdem Arbeiten gegangen,weil es mir einfach gut tat das ich Menschen um mich rum hatte die mich abgelenkt haben.
Nur an dem Tag als die Beerdigung war,bin ich nicht Arbeiten gegangen.

Ich denke das kommt nicht gut,wenn du jetzt wieder 1 Woche "krank" bist.
Dein Papa hat vielleicht noch ein paar Tage also denke jetzt nicht darüber nachen ab wann und wielange du nicht Arbeiten gehen willst/kannst.

LG und alles gute

Beitrag von brianna123 07.04.11 - 05:48 Uhr

Hallo Andrea!

Mir ging es ähnlich wie dir! Ich bin aber immer arbeiten gegangen und war telefonisch erreichbar für den Fall der Fälle. Ich habe mich auch nach dem Tod meines Vaters nicht krankschreiben lassen. Ich war froh über jede Ablenkung!

Ich würde an deiner Stelle nicht zu Hause bleiben, da die Stelle ja neu ist und du schon krank warst.

Was ist mit deiner Mutter? Sie steht doch sicherlich deinem Vater bei?

LG

Sabrina

Beitrag von melle_20 07.04.11 - 06:44 Uhr

Hallo..

also mein vater lag 8 Wochen im Koma wir wussten auch dass es jede Stunde/jedenTag soweit sein kann dass er stirbt...

Für mich alleine war das schon schwer genug meiner Tochter beizubringen. Ich bin jeden Tag arbeiten gegangen, ich hab aber auch nur 3,5-4std am Tag,aber ich merkte mir tut es gut...Ich konnte nich nachdenken wann es soweit sein wird..Ob jetzt oder erst in 2 Tagen...das Handy war immer bei mir und das sogar laut, da ich offen zu meiner Chefin war und es war für sie kein problem ( wenn du mit dem Rektor sprichst denke ich wird das vll auch bei dir gehen und er hat sicherlich für sowas auch verständniss)

Als er dann verstorben war, war mein Mann und ich 3 Tage daheim um die ganzen sachen zusammen mit meiner Mutter zu klären...Das war kein Problem einfach 3 tage urlaub eingereicht..Und nach der beisetzung ging alles den normalen gang weiter

LG

Beitrag von edison 07.04.11 - 09:50 Uhr


Gerade WEIL du erst seit kurzem dort arbeitest, würde ich mich nicht krankschreiben lassen! Vorallem da du erst krank warst. Die Ablenkung wird dir gut tun!

Beitrag von thekla-c 07.04.11 - 11:58 Uhr

Ich kann dir keine Empfehlung geben, sondern dir nur sagen, wie ich es gemacht hab.

Meine Ma kam auf Intensivstation, dass hab ich auf der Arbeit erfahren (arbeite selbst auf einer Intensiv als Krankenschwester). Bin dann heim (ging Personalmäßig) und sofort zu ihr gefahren.
Hab dann einige Tage noch gearbeitet, bis sie ins künstliche Koma versetzt und beatmet wurde. Da hab ich mich dann krank schreiben lassen.

Und hab dann insgesamt 4 Wochen gefehlt, da sie nach 10 Tagen Koma gestorben ist.

Ich hatte aber auch gerade erst dort angefangen, war 4 Wochen da, dann 4 Wochen krank. Bin ganz offen zu meiner Stationsleitung und hab gesagt, dass ich unmöglich arbeiten kann, sie jeden Tag sehen will (einfache Fahrt 75 km bis ins KH) und ich nicht mit Patienten arbeiten kann, die in etwa das selbe haben wie meine Ma.

Und auch heute noch, fällt es mir in manchen Situationen auf der Arbeit noch schwer, meine Patienten zu sehen und zu denken "an dieser stelle könnte jetzt auch Mama liegen".

Es ist eine klein wenig andere Situation, aber ich würde an deiner Stelle ganz offen mit deinem Vorgesetzten sprechen und mit ihm Möglichkeiten abwägen.

Lg
Thekla

P.S. Viel Kraft für die kommende Zeit #liebdrueck

Beitrag von derhimmelmusswarten 07.04.11 - 12:05 Uhr

Als mein Opa starb, wurde meine Mutter danach eine Woche krank geschrieben. Ich würde das an deiner Stelle auch erst nach einem möglichen Tod in Betracht ziehen. Gerade, weil du die Stelle erst neu angetreten hast.

Beitrag von enni12 07.04.11 - 12:33 Uhr

Hallo Andrea,

es tut mir wirklich leid, was du grad durchmachen musst.

Ich würde mich an deiner Stelle nicht krankschreiben lassen, solange er noch lebt. Du kannst doch sicher telefonisch immer erreichbar sein, oder?

Mein Mann war nach dem Tod seines Vaters eine Woche krank, die hat er auch gebraucht. Es war so viel zu erledigen und er musste seine Gedanken erst einmal wieder ordnen... Das ist denke ich auch mehr als verständlich!

Nutze deine Arbeit als Ablenkung.

Ich wünsche dir alles Gute

Dani

Beitrag von schullek 07.04.11 - 18:47 Uhr

hallo,

lass dich krank schreiben, sei für dienen vater da, trauere und wenn du bereit bist, gehst du wieder arbeiten. ich denkje, dass wird eher der fall sein, als du glaubst.

denn: die arbeit gehört zu deinem leben dazu, gibt dir normalität und damit findest du in das normale leben zurück.

ich glaube meine mutter ist nach 2 wochen, nachdem mein vater starb, wieder arbeiten gegangen. auch wenn der anfang schwer fiel.

lg

Beitrag von musicalfever4 07.04.11 - 21:02 Uhr

Hallo Andrea,
tut mir leid zu hören, dass es nicht gut um deinen Vater steht. Ich bin auch Lehrerin und kann nur sagen, wie ich es gemacht habe, als meine Mutter starb. Das Krankenhaus wusste, wo ich war. Die Stationsärztin hatte ihren Sohn in meiner Klasse und die Schule liegt genau der Schule gegenüber. Eines Freitagmorgens kam der Anruf aus dem Krankenhaus, dass ich komme solle, da es nicht gut aussieht. Ich durfte sofort gehen und bin an dem Tag auch nicht mehr zurück. Abends um 23.00 Uhr starb meine Mutter. Am Montag war ich wieder in der Schule. Wäre Samstag Schule gewesen, ich wäre nicht da gewesen. Aber am Montag war ich irgendwie froh wieder aus den eh schon trüben Gedanken wenigstens für ein paar Stunden herauszukommen. Jeder in der Schule hatte Verständis, dass ich nicht mit meiner Klasse ins Kino mitging (Schulfilmtag), sondern nur die Klasse hinbegleitete und am Ende wieder abholte. Im dunklen Kino zu sitzen wäre in dem Moment nicht gut gewesen. Es war kein Problem zum Vorgspräch mit dem Pastor frei zu bekommen und natürlich am Tag der Beerdigung. Aber sonst war ich in der Schule. Es war ein wenig Normalität.
LG Petra

Beitrag von mimi08152004 08.04.11 - 20:29 Uhr

Hallo!

Wie sieht es den heute aus?

Ich würde auch eher zusehen, dass ich wieder arbeiten gehe. Als mein Pa im sterben lag, machte ich Diplomarbeit in einem und ich war auch immer arbeiten. Wenn was war, konnte man mich erreichen und ich hab auch mal früher Schluß gemacht weils nicht gut aussah.
Als er gestorben war, hab ich einfach angerufen und mich deswegen krank gemeldet, um meiner Mutter zu helfen. Den Tag nach bEerdigung war ich noch daheim und dann gings wieder los.

Du schaffst das! Du kannst dich nicht tagelang auf den Boden legen und mit den Beinen strampeln, das ändert doch nichts.
Sprich mit dem Rektor wg der Erreichbarkeit, dafür wird denke ich jeder Verständnis haben.

Ich kenne aber auch die andere Seite, meine Cousine verlor ihre Mutter und war wochenlang zu nichts zu gebrauchen...
persönlich denke ich aber, ein wenig zusammenreißen schadet dir und den Kinder nicht.

Alles Gute und ein dickes #paket Kraft für dich und den Rest der Familie #liebdrueck

LG Mimi